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Andreas Assum über für ihn interessante Branchen

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Andreas Assum: „Die Branchen, in die ich als Business Angel investiere, sind alles Branchen, zu denen ich einen persönlichen Bezug habe. Sprich: digitales Umfeld, Fintech, Proptech und künstliche Intelligenz. Das sind so die Schwerpunkte, auf die ich als Frühphaseninvestor setze. Startups, die an neuen Themen arbeiten, sind insbesondere für mich interessant, wenn es eine Weiterentwicklung einer historischen Erfahrung ist.

Ich investiere in der Regel nur in digitale Modelle. Ich habe nur eines, bei dem es vor allem auf das Branding ankommt, in den USA. Da geht es wirklich um physische Güter, in dem Fall konkret alkoholfreier Whisky. Da ist das Modell, wie das verkauft wird, stark digital unterstützt.

Aber im Allgemeinen war ist das für mich kein Schwerpunkt, denn ich selbst war im Bereich von physischen Gütern vorher nicht tätig, und ich investiere gern in solche Branchen, wo ich selbst einen Beitrag leisten kann. Das sind eben digitale Modelle, die mit Marktskalierung zu tun haben. Eine meiner Spezialitäten sind Go-to-Market-Strategien. Deswegen würde ich bei physischen Gütern als Experte nicht so tief einsteigen wollen.“

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Business Angel Rahel Stichtenoth
darüber, wie sie mit Krisen im Startup umgeht
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Dr. Rahel Stichtenoth: „Als Erstes sollte man als Business Angel in Krisen zu den Gründern stehen. Damit meine ich nicht, dass man allem zustimmen soll. Es ist auch ganz wichtig sagen zu können, dass ich es ganz anders sehe, da liegt ihr falsch und ich würde eher den oder den Weg gehen. Aber das ganze soll immer eine Unterstützung sein und ja, dass man einfach mit nach Lösungen sucht, Vorschläge macht und auch mal konkret an etwas mitarbeitet.

Ganz wichtig ist es, nicht noch mehr Stress zu erzeugen. In einer Krise stehen die Gründer am stärksten unter Druck und wenn man dann noch ein verschärftes Reporting einfordert, dann geht es nach hinten los. Also wirklich ruhig und sachlich bleiben, das ist nicht immer einfach, weil es um das eigene Investment geht und das eigene Geld, was in Gefahr schwebt, aber man muss sich einfach klarmachen, dass es nicht hilft, noch einen draufzusetzen und nochmal draufzuhauen.“

Business Angel Olaf Stichtenoth
darüber, wie er Business Angel geworden ist
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Olaf Stichtenoth: „Ich bin Olaf und 48 Jahre alt, aktuell im Jahr 2022. Ich habe ein unternehmerisches Leben bis heute geführt und habe vor 15 Jahren eine Softwareagentur gegründet. Nebenbei habe ich noch ein paar andere Unternehmen im digitalen Bereich gegründet und auch erfolgreich verkauft. Seit 8 Jahren mache ich Angel Investments.

Für mich heißt ein Angel Investment in erster Linie, dass es zum einen ein relativ junges Unternehmen ist, also ich investiere gerne als erster Investor und auch in Pre-Revenue. Ich schaue hauptsächlich aufs Team, das heißt, dass ich auch mindestens zwei Gründer brauche. Ich mache keine Investments in Einzelgründer und ich investiere gerne an Stellen, wo ich einen relevanten Impact habe und wo ich mit meiner unternehmerischen Erfahrung helfen kann.

Das ganze muss natürlich mit Geld gehebelt werden, denn ein junges Unternehmen braucht in der Regel einen bestimmten Betrag, um zu beweisen, dass der Markt, den sie sehen, auch wirklich da ist. Das heißt, dass ich jemand bin, der ganz gerne einen Proof of Concept finanziert oder ein MVP. Also ich gehe in sehr frühen Phasen rein und ich arbeite auch sehr intensiv mit den Gründern zusammen.

Ich mache die Investments alle zusammen mit meiner Frau, die in Statistik promoviert. Wo wir als Team gut helfen können ist relativ breit aufgestellt. Wir haben beide einen unternehmerischen und Software Hintergrund. Das heißt, ich kann bei technischen Fragestellungen, bei Marketing und Fundraising helfen. Meine Frau dabei helfen, wenn es mehr in vertriebliche Dinge reingeht.

Der zweite wichtiger Punkt für unsere Investments sind Leute, die auch Menschen wie uns an Bord haben wollen. Wir stellen nicht einfach einen Koffer mit Geld hin und warten darauf, dass ein größerer Koffer zurückkommt. Wir gestalten aktiv und das müssen die Gründer auch wollen und mögen.

Der dritte Punkt ist, dass das Unternehmen ein relevantes Problem lösen sollte. Ein relevantes Problem heißt auch in einem gesellschaftlichen Kontext sinnvoll sein. Unternehmen, die eine Idee haben, mit der man so auf die Schnelle reich werden kann oder so interessieren mich einfach gar nicht. Mich interessieren ökologische und gesellschaftliche Themen. Für mich muss nicht alles so mega Öko-Unternehmen sein, für mich reicht es, dass es dieses Geschäftsmodell geben sollte. Das löst das Problem von jemandem und das macht irgendwas besser.

Ich muss nicht von allen Stellen überzeugt sein, man kann durchaus ein Modell haben, wo man eine Problematik hat und ein Stück eines Industriezweiges irgendwie grüner macht. Dann muss ich nicht den Industriezweig gut finden, aber es ist wichtig, dass dieser Teil und dieses Umweltproblem in diesem Zweig gelöst wird. Wir haben als Unternehmer einen sehr großen Einfluss auf die Gesellschaft und den sollten wir auch aktiv wahrnehmen und das wünsche ich mir auch von den Gründern. Das wir gemeinsam die Welt ein Stückchen besser machen.“

Business Angel Wolrad Claudy
darüber, wie man Startups beim Fundraising helfen kann
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Wolrad Claudy: „Mein eigener Anteil als Business Angel ist auch unternehmerisch zu unterstützen. Das erstreckt sich von der Einbringung des eigenen Netzwerks, was sehr wichtig ist bei Folgefinanzierungen, den Zugang zu einem größeren Investorenkreis zu haben.

Das erstreckt sich aber auch auf Themen wie Vertrieb und Marketing, bei denen man unterstützend als Business Angel zur Seite stehen kann. Um neue und strategische Kunden zu gewinnen und damit auch den Wert der Firma zu erhöhen.

Das Thema Vertrieb und Marketing ist meiner Erfahrung nach bei Startups oft unterrepräsentiert. Am Anfang geht es immer darum, ein Produkt zu bauen und dann vielleicht den Markt zu verstehen und als Drittes einen Kunden für den Proof of Market bzw. Proof of Product zu finden.

Das ganz entscheidende für die Skalierbarkeit ist aber der Proof or Market oder Market Fit, bei dem Vertriebsprofis an der Seite unbedingt unterstützen können.“

Business Angel Dr. Gesa Miczaika
über den Gender Bias
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Dr. Gesa Miczaika: „Jeder von uns hat ja einen Gender Bias oder überhaupt ein Similarity Bias. Jeder von uns investiert in Gründer:innen, die vielleicht einem etwas ähnlich sind oder der Inhalt der Gründung spricht einen an. Der Similarity Bias ist einfach da und ich nutze meinen Similarity Bias ganz explizit, weil ich damit eine Lücke fülle. Es gibt nicht so viele Investorinnen und daher gibt es ganz viele tolle unentdeckte Gründerinnen und das ist die Opportunität, die ich für mich sehe. Wirklich etwas ganz Spezielles, wo keine hinschaut und da kann ich vielleicht ganz wohlhabend mit werden.

Wenn man ein Mann ist, dann könnte man spezifisch auch dagegen arbeiten, wenn man es wollen würde. Da gibt es viele Methoden, mit denen man dies machen kann. Man kann sich beispielsweise fragen, ob man die Frage genauso gestellt hätte, wenn es ein männliches Gründerteam gewesen wäre. Darauf achten, dass man keine Risikofragen stellt, wenn da Frauen pitchen, weil man das typischerweise macht und zwar nicht nur die Männer, sondern Frauen machen das auch. Also das Risikofragen eher an Frauen gestellt werden und Männern eher Potenzialfragen bekommen. Man könnte bei Pitch Decks auch jemanden darum bitten, die Profile der Gründer:innen rauszunehmen. Damit man sich im ersten Schritt nur das Unternehmen anschaut und seine erste Entscheidung wirklich anhand des Inhalts trifft. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Wenn ich jetzt ein Mann wäre, dann würde ich einfach versuchen, in diverse Teams zu investieren, weil die Statistik zeigt, dass diverse Teams erfolgreicher sind. Das wäre mein Treiber, wenn ich am Investment-Hebel säße.“

Business Angel Tina Dreimann
darüber, ob es eine Frauenquote bei Foundern als Kriterium geben sollte.
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Tina Dreimann: „Eine Investmentquote zu haben ist ein wichtiger Schritt. Wir sehen ja auch, dass sich ohne Frauenquote in Führungspositionen nichts geändert hat. Ich war lange Zeit Gegner von Quoten. Ich kann aber diesen Grundmaßstab empfehlen, damit man sich selber misst, weil nur das die eigene Aufmerksamkeit darauf lenkt, wo ich gerade stehe und das zwingt mich aktiv die richtigen Teams zu suchen und zu unterstützen.

Das kann ich also nur jedem empfehlen. Wir haben sogar einen “Extremisten” im Club, ein Mann, Marko Vogt hat sich dazu entschieden, ausschließlich in gemischte Teams zu investieren. Das ist ein fantastisches, prinzipiengetriebenes Mindset, welches ich wirklich toll finde.

Hat eine Quote eine negative Auswirkung?
Es kommt darauf an, wie extrem man sie setzt. Wenn wir als better ventures ausschließlich in diese Teams investiert, dann hätte man den Schatten, dass man einen großen Teil der Teams wegschneidet. Gleichzeitig, wenn jeder so handeln würde, dann wären auch die Gründerteams dazu gezwungen, sich eine weibliche Mitgründerin zu suchen. Also deshalb unterstütze ich auch tolle Fonds wie Auxxo, die sich da wirklich voll committed haben.“

Business Angel Katja Ruhnke
über ihre Rolle als Business Angel im Startup
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Katja Ruhnke: „Also unsere Rolle im Startup verstehen wir so, dass wir uns nicht einmischen, aber immer da sind, wenn wir gebraucht werden. Wir versuchen wirklich ein Sparringspartner zu sein und das ist in jedem Startup in unserem Portfolio ganz unterschiedlich, weil wir auch ganz unterschiedliche Gründer:innen haben. Auch vom Alter, Ausbildung und vom Produkt her. Es gibt einfach Produkte, bei denen wir mehr helfen können. Es gibt sehr erfahrene Gründer:innen, den brauch ich jetzt nichts im Unternehmensaufbau erzählen.
Wir haben aber auch ganz junge Gründer:innen, die alles zum ersten Mal machen. Die sind über jede Unterstützung froh. Es ist immer ein Abklären vorher mit den Startups nötig, also was gebraucht wird. Ich sage immer, dass die Gründer:innen mich Tag und Nacht anrufen dürfen, ich werde so schnell wie möglich zurückrufen und immer ein offenes Ohr haben. Manchmal brauchen sie auch einfach nur eine Schulter zum Anlehnen oder einen vertrauensvollen Gesprächspartner. Es ist einfach sehr unterschiedlich.

Wir kümmern uns sehr oft in Startups um die Beziehungen, sei es zwischen Gründer:innen untereinander oder Gründer:innen zu Investor:innen oder Gründer:innen zu Mitarbeiter:innen. Kommunikation, Leadership und Persönlichkeitsentwicklung machen wir sehr viel. Wir unterstützen zum Beispiel nicht in der Supply Chain, weil wir so was gar nicht können. Von manchen Produkten in unserem Portfolio weiß ich auch zu wenig, um auf Produktseite unterstützen zu können. Ich habe insgesamt festgestellt, dass man eigentlich in jedem Startup Unterstützung leisten kann. Ein Unternehmen ist einfach eine Welt für sich und die hat so viele Bereiche, die angeschaut werden müssen, dass es in jedem Bereich potenzielle Unterstützungsmöglichkeiten gibt.“

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