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Dörte Kaschdailis über ihre Ratschläge für Angels, die gerade anfangen

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über ihre Ratschläge für Angels, die gerade anfangen

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Dörte Kaschdailis: „Das erste Bewusstsein muss geschaffen werden, dass es sich um Risikokapital handelt. Wenn ich investiere, muss ich auch damit rechnen, dass meine ganze Kohle weg ist. Diese Tatsache muss einem klar sein und erst im zweiten Schritt sollte man sich überlegen, ob ein spezielles Startup interessant sein könnte. Auch die Überzeugung zu haben, dass man sich in die Themenfelder einarbeiten kann.

Meine Empfehlung ist dann zum Beispiel, auf Netzwerkevents zu gehen, um sich sein erstes Netzwerk aufzubauen. Man selbst Recherche betreiben, sich überlegen, wo man hingehen kann, um Menschen kennenzulernen, die schon Erfahrungen als Angel mitbringen und wie sie die unterschiedlichen Themen angehen. Daraus habe ich wirklich sehr viel gelernt. Sodass man sich da mit Menschen austauscht und dadurch ergeben sich häufig die nächsten Schritte. Zum Beispiel, dass man sich mal zusammen ein Startup anschaut und zusammen Überlegungen anstellt.

Anschließend muss auch irgendwann der Punkt kommen, wo man über die Klippe springt und das Investment tätigt. Das erste Investment, das wir gemacht haben, war in einem Anfall von Euphorie und da dachten wir einfach: Augen zu und durch. Damit sind wir auch sehr happy, also wirklich einfach mal über die Klippe springen und es zu machen.

Zusammengefasst:

1. Sich klar machen, dass man Risikokapital hat und im schlimmsten Fall alles weg sein kann. Im besten Fall haben wir ein Unicorn.

2. Netzwerk aufbauen, ganz wichtig. Vertrauen im Netzwerk aufbauen und auch Dinge teilen, die vielleicht mal nicht so gut gelaufen sind.

3. Über die Klippe springen. Da gibt es einen guten Vergleich: Man kann Rennrad fahren oder sich mit dem Rennrad fahren beschäftigen. Wenn ich mich mit Angel Investments beschäftige, heißt es noch lange nicht, dass ich Angel Investments tue. Also da heißt es wirklich Vertrag, Kohle überweisen und los gehts.“

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Business Angel Olaf Stichtenoth
über den Umgang mit einer Down Round
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Olaf Stichtenoth: „Prinzipiell ist es immer sehr hilfreich, wenn die Business Angels, die investiert sind, auch in der Down Round mitziehen und mindestens nicht verwässern, aber vielleicht sogar mehr Anteile aufzubauen. Das erzeugt für die Zukunft natürlich mehr Trust. Man sollte es natürlich nur machen, wenn man davon überzeugt ist, dass das Unternehmen auch weiterkommt.
Es gibt ja dieses geflügelte Wort: “Man soll schlechtem Geld kein gutes Geld hinterherwerfen.” Ob man das getan hat, weiß man halt immer erst im Nachhinein. Aber wenn man das Gefühl hat, dass man nur versucht, etwas zu retten, was eigentlich nicht mehr zu retten ist, dann wirklich lieber einen Cut machen.

Aber wenn man noch dran glaubt, die Ziele vielleicht nicht erreicht hat, aber mit dem frischen Geld wieder auf einen grünen Pfad kommt, dann sollte man auf jeden Fall noch mal nachinvestieren. Also nur in dem Rahmen, wie man es auch kann. Man sollte nie mehr Geld investieren als so viel, wie man guten Gewissens in solche Modelle stecken kann. Also als Business Angel nie ein Kredit auf ein Eigenheim aufnehmen oder solche Sachen. Auch nicht auf ein Aktienportfolio, was man als Rente gedacht hat. Das sind wirklich Risikoinvestments.“

Business Angel Olaf Stichtenoth
über das Risikomanagement
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Olaf Stichtenoth: „Die Frage nach dem Risikomanagement ist für Business Angels sehr schwierig zu beantworten. Das ist auch so ein Grundproblem, dass viele Business Angels gar kein Risikomanagement betreiben. Die legen das Geld dann einfach in Startup-Investments an und sehen es eher als Spielgeld.

Wenn man es ernst betreiben will, dann braucht man eben ein Risikomanagement und man muss sich die Frage stellen, inwieweit alle Investments zusammenhängen. Wenn ich alle Investments im gleichen Markt, Branche Region habe, dann kann, führt eine Veränderung in einen der Bereiche dazu, dass mein Risiko wahrscheinlich nicht mehr kontrollierbar ist.

Ich kann mit einer begrenzten Anzahl an Business Angel Investments natürlich kein Risikomanagement betreiben, wie es ein Fondsmanager tut. Ich kann mir aber anschauen, welche Risiken ich bereit bin zu tragen und welches Risikoprofil hat der Anteil meines Vermögens, welches ich in Startup-Investments stecke. Das sollte man sich auch veranschaulichen, wie viele Startups wahrscheinlich pleite gehen werden. Wie viele Unternehmen werden die Investitionssumme zurückspielen und wie viele Unternehmen werden ein relevanten Multiple auf meine Investitionssumme zurückspielen.

Da kann man sich Zahlen anschauen und das führt jetzt aber ein bisschen zu weit in diese Zahlen genau einzusteigen. Da gibt es viele Zahlen da draußen und da kann man sich ein eigenes Modell zu bauen. Das habe ich auch gemacht und dann sieht man, wie viele Investments man tätigen muss, damit man überhaupt ein Risikomanagement betreiben kann.“

Dr. Patrick Müller
über Pooling
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Dr. Patrick Müller: „Da gibt es im wesentlichen drei Grundmodelle:

Investmentgesellschaft gründen:
Es gibt eine GmbH als Startup (XY-GmbH) und da gehen im Rahmen einer Finanzierungsrunde verschiedene Business Angels mit rein. VC Fonds werden das eher weniger machen, da sie ihr eigenes Vehikel haben. Wenn aber mehrere Business Angels in eine Seed-Finanzierung im Family & Friends Bereich investieren, kann es schon auch Sinn machen, wenn sie ihre Anteile in einer eigenen UG oder GmbH poolen.

Im Cap Table taucht dann nur ein Gesellschafter auf und man kann natürlich innerhalb dieser UG oder GmbH alles Mögliche regeln. Vor allem kann man einen zentralen Geschäftsführer ernennen, der auf der Gesellschafterversammlung des Startups entscheidet. Es führt dazu, dass die ganzen Abstimmungen aus dem Startup rausgehalten werden. Es ist aber in der Regel nur dann möglich, wenn es ein gewisses Vertrauen unter den Business Angels gibt.

Stimmrechtspooling:
Das bedeutet, die einzelnen Investoren gehen in die Beteiligung des Startups mit rein, schließen aber einen Stimmrechtspoolvertrag ab. So müssen sich die Business Angels vor den Gesellschafterversammlungen abstimmen, um ein einheitliches Abstimmungsverhalten sicherzustellen. So wird ein konfliktfreies Abstimmungsverhalten in der Gesellschafterversammlung gewährleistet.

Treuhandmodell:
Rechtlich bleibt man im Startup investiert, aber man hat ein Konstrukt entworfen, wo die einzelnen Investoren bestimmte Rechte an den Treuhänder outsourcen. Der Treuhänder ist auch intern gebunden, dass er sich vor Abstimmung intern mit den Investoren abstimmt.

Alle Modelle führen zum gleichen Ergebnis, nämlich eine zersplitterte Gesellschafterstruktur mit Chaos in den Abstimmungen zu vermeiden.“

Business Angel Claudia Nagel
über guten Deal-Flow
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Claudia Nagel: „Die besten Investitions-Leads kommen aus dem Netzwerk. Über die letzten Jahre habe ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut. Auf der einen Seite mit VCs und auf der anderen Seite mit Investoren im Angel Bereich. Die meisten Leads kommen über mein Netzwerk, weil ich selbst Investments in einem sehr spezifischen Bereich mache und dafür bekannt bin. Also kommen andere VCs und Investoren auf mich zu und sagen, dass dieses oder jenes Startup vielleicht zu mir passt. Manche kommen auch über LinkedIn, aber die meisten wirklich über das erweiterte Netzwerk.

Über LinkedIn werde ich meistens von frischen Angels angeschrieben, die andere Angels kennenlernen wollen oder Fragen haben. Zum Beispiel: Wie investiert man worin? Warum? Und Empfehlungen haben wollen, um ihr Netzwerk auszubauen. Solchen neuen Angels helfe ich gerne mit Kontakten zu anderen Angels weiter, damit sie ihr Ökosystem finden, indem sie dann aktiv werden können. Das ist ja sehr wichtig für den Austausch.

Wenn man ganz am Anfang beginnen will, kann man über Angel Netzwerke gehen oder sich auch aktiv mit Angels aus der Region treffen. Die meisten Angels sind bereit auf einen kurzen Kaffee oder in einem Zoom Gespräch Gedanken auszutauschen. So kann man von den Erfahrungen von anderen profitieren und lernen.”

Business Angel Olaf Stichtenoth
über den richtigen Exit-Zeitpunkt
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Olaf Stichtenoth: „Auch was die weiteres Folgefinanzierungen angeht, muss man sich als Business Angel überlegen, an welcher Stelle man in dem großen Spiel steht. Wenn die Runden zu groß werden und man als Angel kein Gewicht mehr hat, verwässert wird und die Liquidationspräferenz beeinflusst wird, dann kann es sein, dass man von der vielen Arbeit, die man reingesteckt hat, nicht mehr so richtig profitiert. Einfach aus dem Grund, weil andere Leute vertraglich überlegen sind.

Man muss sich auf klar machen, dass man für einen großen VC als Business Angel keine Relevanz hat. Man liefert keinen zukünftigen Mehrwert für die VCs. Ab einer bestimmten Stelle muss man sich als Business Angel auch mit dem Thema Secondary auseinandersetzen. Ist vielleicht ein Punkt erreicht, wo ich bereit bin auszusteigen und die großen Jungs und Mädels ranlasse.

Das will man als Business Angel manchmal nicht sehen. Ego ist ja auch ein Thema, mit dem man sich kritisch auseinandersetzen sollte, weil das Ego einem ganz oft im Weg steht. An dem Punkt wirklich überlegen, wo man steht und bis zu welcher Stelle es Sinn macht, dabei zu bleiben.

Man merkt es auch, wenn man mit größeren Fremdkapitalfonds oder Fremdkapitalgebern spricht. Das sind einfach regelmäßig größere Haifische als das was ich jetzt so unter den Business Angels kenne. Es ist einfach wichtig zu wissen, wann ich mitspielen kann und wann ich mir vielleicht besser ein anderes Spielfeld suche.“

Business Angel Joakim Nägele
über seinen wichtigsten Tipp an Angels
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Joakim Nägele: „Wenn man das investierte Geld für sich erst einmal abschreibt, dann ist man sehr viel entspannter bei der Sache.“

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