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Dr. Patrick Müller darüber, welche Themen bei Gründern häufig heikel sein können

Rechtsanwalt für VC und Startups

darüber, welche Themen bei Gründern häufig heikel sein können

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Dr. Patrick Müller: „Ganz klassisch über zu hohe Unternehmensbewertungen. Wenn Founder doch Unternehmensbewertungen aufrufen, die unrealistisch sind und die Business Angels von vornherein abschrecken.

Es geht natürlich auch viel um Verhandlung, gerade in der jetzigen Situation merkt man, dass die Founder realistischer an die Thematik herangehen.

Ein anderes Thema sind Streitigkeiten und Spannungen unter den Gesellschaftern. Das kann sich zum Beispiel im Rahmen eines Pitches oder in den Verhandlungen zeigen. Wenn die Founder schlau sind, dann stellen sie sich zu jeder Zeit als ein gemeinsames cooles Team dar. Die Founder sind eine Familie, die in einer Sprache sprechen.

Wenn ein Business Angel in der Pre-Seed- oder Seed-Phase investiert, stellt sich immer wieder mal raus, dass die Harmonie im Team nicht so 100 % gegeben ist, wie man es am Anfang angenommen hat. Bestimmte Sachen kann man da auch Regeln (Bad und Good Leaver), aber es ist schon ein Risiko des Venture Capital Marktes, dass ein Streit unter den Gründern ausbricht.

Außerdem ist der Reifegrad der Absatzmechanismen wichtig. Sind die Kundenverträge so ausgereift, wie es dargestellt wurde? In einer frühen Phase kann man keine umfassende Due Diligence durchführen und man muss sich auch auf gewisse Aussagen der Gründer verlassen. Da ist es schon gut, wenn man sich so die wichtigsten Kundenverträge mal ansieht.

Ansonsten kann fehlende Erfahrung in der Personalführung oder im Finance schwierig werden. Kann ein Startup nach der Finanzierungsrunde gut mit der Finanzspritze umgehen? Da sieht man leider auch, dass da Fehler gemacht werden und da ist es als Business Angel wichtig, auch Unterstützung geben zu können.“

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über die Startup-Bewertung
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Julius Göllner: „Die Bewertungsverahandlung ist in so einer frühen Phase in Summe ein schwieriges Thema, weil da viele Faktoren mit reinspielen. Das ist als Erstes die generelle Marktsituation. Mitte 2021 war sicher eine andere Marktsituation als Mitte 2022. Dann ist an den Markt angeschlossen eine gewisse Angebots- und Nachfragesituation entscheidend. Wenn es eine starke Nachfrage nach dem Deal gibt, dann sind die Gründer:innen in einer viel stärkeren Verhandlungsposition.

Der Markt gibt auch ein bisschen eine Reverenz. Eine Pre-Seed-Runde in einem bestimmten Vertical FinTech, mit einem Gründerteam, dass nicht zum ersten Mal gründet hat, hat einen anderen Referenzpunkt als First-Time-Founder ohne Vorerfahrung in dem Vertical.

Das heißt, dass es da keine so richtige abschließende Antwort darauf gibt. Wenn ich denke, dass die Bewertung nicht mit Marktreferenzen gewährleistet ist, dann würde ich einfach mit dem Team ein offenes Gespräch suchen, wie in jeder anderen Verhandlung auch. Da würde ich sagen, aus welchen Gründen ich die Bewertung zu hoch ansehe. Dann ist auch immer die Frage, wie viel inhaltlichen Mehrwert ich liefern kann und wie Relevant ich für das Gründerteam bin.

Wenn ich in den Gesprächen aufzeigen konnte, dass ich neben dem Kapital wirklich ein Mehrwert für das Team bringen kann, dann steigt natürlich auch meine Wertschätzung im Team. Dann ist das Team auch häufig bereit, über den Listenpreis hinaus einen Discount zu geben.

Natürlich gibt es auch andere Faktoren wie zum Beispiel ein VC, der schon eine klare Bewertung festgesetzt hat. Das ist ein sehr komplexes Gebilde und wenn es eine Möglichkeit der Verhandlung gibt, würde ich die auch wahrnehmen, in dem Moment, wo ich der Meinung bin, dass sie im Marktvergleich überpreist sind.“

Business Angel Ingo Weber
darüber, warum Business Angels mit einer eigenen Beteiligungsgesellschaft investieren?
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Ingo Weber: „Ich glaube, es gibt zwei Gründe einer eigenen Beteiligungsgesellschaft. Wahrscheinlich gibt es noch zehn andere, aber zwei, die mir spontan einfallen. Das eine ist eher ein psychologisches Thema. Es sieht professioneller aus und es klingt einfach besser.

Das zweite ist ein relativ banales Thema, nämlich die Verlustverrechnung ist in einer Beteiligungsgesellschaft einfacher. Und lets face it, die meisten Angels werden auch Verluste machen und da tut man sich in einer Beteiligungsgesellschaft leichter. Ich glaube, das sind so die beiden Hauptgründe für eine Beteiligungsgesellschaft.“

über den Gender Bias
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Tim Schumacher: „Der Gender Bias ist auch ein Thema, das wir diskutiert haben. Wir hatten Anfang des Jahres (2021) für sechs Monate eine ganz tolle Praktikantin. Wir haben immer rollierende Praktikanten bei uns im Team. Die hat uns sehr auf das Thema aufmerksam gemacht.

Aus dem Grund haben wir begonnen, alle unsere Teams zu tracken. Also ob es Female Founder sind oder nicht. Ich glaube, wir haben einen überdurchschnittlichen Anteil an weiblich gründungsgeführten Teams im Portfolio. Der Anteil ist aber trotzdem noch viel zu klein.

Wir versuchen es uns einfach bewusst zu machen. Ich denke, da muss man aber an vielen Stellen ansetzt, zum Beispiel in der frühen Bildung, in Schulen und in Vorbildern, um es langfristig zu verändern.

Konkrete Maßnahmen sind bei uns die Messung der Teams und dann auch eben ein quartalsweises Review, wie viel Teams wir in welchem Stadium hatten, mit welcher Geschlechterverteilung hatten. Um uns diesen Bias auch bewusst zu machen.“

Business Angel Benjamin Minack
darüber, wie sich das Verhältnis zwischen Gründern und Angels nach dem Investment verändert
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Benjamin Minack: „Wenn ich ein passiver Akteur bin, dann muss ich mich mit den Ergebnissen zufriedenstellen, die produziert werden. Damit erhöhe ich das Risiko, dass Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollten. Also ganz stark vereinfacht.

Wenn ich mich für eine aktive Rolle entscheide, dann muss ich eine Einigkeit mit den Gründer:innen herstellen, was das heißt. Also welche Angel-Rolle ist da eigentlich gewünscht. Wie oft gibt es Austausch? In welcher Form? Welche Mitwirkung wird vielleicht sogar von den Gründer:innen eingefordert?

Damit man sicherstellt, dass sich die eigene Investition bestmöglich entwickelt. Man kann sich auch dafür entscheiden, sich in der ersten Zeit passiv zu verhalten und wenn ich merke, dass mein aktives Verhalten helfen würde, dann kann man sich immer noch umentscheiden und aktiv unterstützen.“

Business Angel Andreas Assum
über die größten Kostentreiber in jungen Startups
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Andreas Assum: „Der größte Kostentreiber bei jungen Unternehmen sind meistens die Personalkosten. Insbesondere, wenn man versucht, auf der Tech-Seite zu skalieren und kritisches Talent anzuwerben, ist das die größte Investitionsfrage. Wann fange ich an, in Skale zu investieren?“

Business Angel Olaf Stichtenoth
darüber, wie er das Team verifiziert
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Olaf Stichtenoth: „Zum einen schaue ich mir die Menschen an und verlasse mich auch auf meine Erfahrung. Ich habe in meinem Leben sehr viele Job-Interviews geführt, Menschen eingestellt und den ein oder anderen Menschen auch gekündigt. Nie aus betriebsbedingten Gründen, sondern immer aus spezifischen Gründen. Darüber habe ich ein ganz gutes Bauchgefühl dafür entwickelt, welche Menschen vielleicht bestimmte Sachen können.

Der zweite ganz wichtige Punkt ist das Vertrauen. Ist das ein Mensch, der offen und ehrlich mit mir spricht oder jemand, der mir eine Welt schön malt, die es gar nicht so gibt. Da habe ich für mich entschieden, dass ich nur mit Leuten arbeiten will, mit denen ich auch offen und ehrlich reden kann. Damit bin ich bisher ganz gut mit meinen Business Angel Investments gefahren.

Außerdem schaue ich mir die Personen im Team an und wie gut sie sich gegenseitig ergänzen. Wenn ich drei Technologen in einem Team haben, dann ist es wahrscheinlich schwierig, Marketing und Vertrieb aufzubauen oder ein richtiges Projektmanagement zu machen. Aber wenn ich drei BWLer im Team habe, dann wird es wahrscheinlich schwierig, eine Technologie aufzubauen. Man kann Expertise dazu kaufen, aber es ist immer besser, wenn man in den Bereichen ein gewisses Grundverständnis hat.“

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