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Stephan Jacquemot über die attraktivsten Branchen

Business Angel aus Köln

über die attraktivsten Branchen

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Stephan Jacquemot: „Wir haben einen sehr großen Fokus auf SaaS-Themen. Viele Investoren investieren in SaaS-Startups, weil sie wahnsinnig gute Margen realisieren können. Wenn ich gut bin und was gefunden habe, habe ich auch sehr schnell eine EBIT-Marge und das Unternehmen kann schnell profitabel werden. Das ist sicher eine sehr attraktive Branche, wo es auch noch unglaublich viele Themen und Teams da draußen gibt. Da sehen wir jetzt erst die Digitalisierung der Welt und neue Geschäftsmodelle kommen. In dem Bereich ist wirklich noch sehr viel Luft nach oben.

Dann ist natürlich ClimaTech ein riesiges Thema, weil der Klimawandel die Welt in den nächsten Jahrzehnten beherrschen wird. Daraus werden neue Geschäftsmodelle entstehen, die den Klimawandel bekämpfen. Außerdem wird die Bereitschaft, in dieses Feld zu investieren, von Unternehmen sehr hoch sein. Deshalb sind diese Geschäftsmodelle auch unheimlich attraktiv, zumal auch viele Talente auf diesem Markt aktiv sind. Viele junge Talente wollen einfach den Klimawandel bekämpfen, weil sie einen Sinn in ihrer Arbeit sehen wollen und deshalb in diese Geschäftsmodelle auch als Talente hineingehen werden. Das sind meine beiden Wetten und Antworten.“

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Business Angel Robert Sünderhauf
darüber, was für ein Startup-Reporting an Business Angels wichtig ist
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Robert Sünderhauf: „Das hat immer zwei Aspekte. Man hat ja beim Startup immer einen Finanzplan auf Monatsbasis, bei dem man sich die Gewinn- und Verlustrechnung auf Monatsbasis anschauen kann. Dabei geht es um Umsatz- und Kostenpositionen, die sich das Startup vorgenommen hat, und wie diese dann tatsächlich waren. Wenn es besser oder schlechter lief, schaut man dann, woran es lag.

Zum zweiten macht es Sinn, OKRs zu definieren, also Objective Key Results. Also: was sind die Ziele pro Quartal und was sind die Kernergebnisse, anhand derer wir messen, ob wir diesen Zielen näher gekommen sind bzw. sie erreicht haben. Das finde ich wichtig, dass man mit den Gründern jedes Jahr einmal definiert, was man in jedem Quartal machen will.

Natürlich ist das flexibel und kann auch angepasst werden. Es sollte aber einmal zu Papier gebracht werden, damit man eine gewisse Verbindlichkeit hat. Außerdem kann man so sehen, was ursprünglich mal der Plan war, ob man dem näher gekommen ist – wenn nicht, warum haben wir das angepasst? Was wissen wir jetzt mehr als vorher, um dann auch die Struktur hinter den Zahlen für das nächste Jahr vernünftig bauen zu können.“

über seinen Auswahlprozess und Due Diligence
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Tim Schumacher: „Ganz konkret beginnt meine Due Diligence natürlich mit einem Review des Pitch Decks. Deshalb ist das Pitch Deck immer der erste Eindruck, wobei eigentlich die erste E-Mail ganz am Anfang steht. Diese sollte also kurz, knapp und die wesentlichen Dinge drin haben, am besten mit Bezug auf mein Umfeld.

Das Pitch Deck ist der erster Teil meiner Due Diligence. Ich kann es gar nicht oft genug betonen, dass es einfach wichtig ist, dass das Pitch Deck gut aussieht. Wenn man selbst kein Designer ist, lohnt es sich, da einen Professional für vielleicht 500 Euro drüber schauen zu lassen. Also erster Teil: eine ordentliche E-Mail und ein ordentliches Pitch Deck.

Wenn das Pitch Deck interessant ist, dann kommt im zweite Teil der Due Diligence ein Gespräch. Deshalb ist es auch quatsch und nicht zielführend, wenn mich Gründer:innen per E-Mail anschreiben und direkt ein Gespräch wollen. Man möchte als Angel nur sprechen, wenn man auch etwas Interessantes sieht.
Beim ersten Gespräch reicht oft auch erst mal eine Gründer:in, weil man als Angel weiß, dass man nicht gleich das ganze Team blockieren möchte. Wenn diese Hürde genommen ist, dann besprechen wir es meistens intern noch mal ab. Danach sprechen wir mit dem ganzen Team und währenddessen schauen wir uns den Markt, Referenzen und die Profile der Gründer:innen an.

Außerdem ist es in der Due Diligence ganz wichtig, sich mit dem Produkt zu beschäftigen. Auch versuchen das Produkt zu “dog fooden”, also ein eigenes Produkt auch selber nutzen. Es geht natürlich nicht immer, aber bei vielen Produkten ist es möglich, sich einfach anzumelden und damit herumzuspielen.
Das sind so die ersten Teile der Due Diligence und dann weiß man eigentlich, ob es grundsätzlich ein spannendes Thema ist.“

Business Angel Xavier Sarras
darüber, was First Time Angels tun können, um für die erste Investition gut gewappnet zu sein
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Xavier Sarras: „Zunächst gibt es ja Plattformen wie AddedVal.io, die sich mit Angel Investing sehr intensiv beschäftigen. Meldet euch doch mal bei AddedVal.io. Die machen sich die Mühe mit Angels und Investoren diese Interviews zu führen und Videos zu produzieren. Das ist eine Ressource. Meldet euch bei solchen Companies, da bekommt ihr Hilfe. Ansonsten ist LinkedIn ein tolles Netzwerk, über das man Angels findet. Kontaktiert uns und tauscht euch mit uns aus. Lernt, bevor ihr einsteigt.

Ich habe einen Angel Investor Kollegen, der kam aus einer industriellen Karriere. Der war CEO von einem mittelständischen Unternehmen. Der ist mit knapp 50 aus der Karriere ausgestiegen und wollte Angel Investor werden. Der hat erst mal ein paar Micro Masters in dem Bereich gemacht. Hat sich über Venture Capital informiert und das studiert. Er hat sich da ca. ein Jahr lang mit Informationen aufgesaugt und sich mit mir zusammen ausgetauscht.

Wir waren in der Zeit bestimmt 5-7 Mal lunchen. Da habe ich ihm erzählt, was so meine Fehler waren. Jetzt, nach zwei Jahren, ist er ein erfolgreicher Angel und hat 8 Investments gemacht und weiß, worum es geht. Das geht schon, man muss sich nur vorher darüber informieren. Das romantische Gefühl kurz beiseitelegen und die Ra­tio aufsetzen und es als Geschäft sehen. Man muss es als Business verstehen und nicht als Hobby. Wenn man es als Business versteht, dann geht man es auch strukturierter an und dann passt auch alles.“

Business Angel Robert Sünderhauf
über die Frage, ob Angels eher in viele oder wenige Startups investieren sollten
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Robert Sünderhauf: „Als erstes glaube ich, dass man Startup Investments nicht mit der eigenen Altersvorsorge machen sollte. In dem Moment, wo man investiert hat, sollte man sich gedanklich von dem Geld verabschieden. Das würde ich den Gründern nicht sagen, ist aber persönlich eine ganz gesunde Einstellung.

Es hilft auch nicht, wenn man besonders in schwierigen Zeiten sehr nervös alle zwei Wochen das Startups anruft, um zu fragen, was mit dem Geld gerade passiert, und so zusätzlichen Druck bei den Gründern aufbaut.

Wie groß die Summen sind, die man investiert, hängt von den eigenen finanziellen Möglichkeiten ab. Wenn man größere Summen investieren kann, kann man natürlich auch in späteren Finanzierungsrunden noch mit dabei sein und einen Anteil erwerben. Es gibt da verschiedene Strategien. Manche Leute haben beispielsweise lieber an zwanzig Firmen je 0,5% als an vier Firmen zum Beispiel 10%.

Ich selbst bin eher der Freund von wenigen, aber dafür relevanten Investments.“

Business Angel Andreas Assum
darüber, wie ein Business Angel am Anfang Fehler vermeiden kann
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Andreas Assum: „Wenn ich das erste Mal als Business Angel aktiv werden will, dann würde ich empfehlen, erst mal mit anderen Business Angels zu sprechen. Im Idealfall investiert man nicht alleine, sondern mit einem anderen Angel zusammen. Das ist so die beste Möglichkeit, um Anfangsfehler zu vermeiden.

Wenn die Frage ist, wie Business Angels zueinanderfinden, dann gibt es viele Möglichkeiten. Einmal über das Internet, LinkedIn ist das Netzwerk. Außerdem gibt es Netzwerke, Verbände, Vereine und AddedVal.io. Alle diese Möglichkeiten bieten einen Rahmen, um mit anderen Business Angels in den Kontakt zu kommen, die in unterschiedlichen Erfahrungsstufen im Angel Investing sind. Es gibt nicht den einen Weg, aber zu empfehlen, mal rauszugehen und Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum investierst du und was sind deine Erfahrungen? Wenn man da jemanden findet, der den gleichen Spirit hat und Erfahrungen mitbringt, dann kann man gemeinsam investieren.

Die meisten meiner Investments sind nicht alleine von mir, sondern Co-Investments, wo ich entweder andere auf das Thema gebracht habe oder wo jemand anderes mich hinzugezogen hat.“

Business Angel Robert Sünderhauf
über sehr frühe Investments
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Robert Sünderhauf: „Das hängt sehr stark vom Startup selbst ab. Ist da zum Beispiel schon ein wirkliches Unternehmen oder bisher nur ein Gründer bzw. Gründerteam mit einer Idee. Wenn das Team dann eigentlich erst noch gründen muss, gefällt mir persönlich das am besten – also wirklich sehr früh, wenn noch sehr wenig da ist, und ich damit fast ein bisschen wie in der Co-Founder-Rolle bin.

Dann geht man die Schritte durch, die zu tun sind: wie gründe ich eine Firma, was ist die Geschichte, Mission und Vision des Unternehmens, wofür wollen wir stehen usw. Welche Geschichte wollen wir unsern zukünftigen Kunden, unseren Mitarbeitern usw. erzählen? Das ist wirklich wichtig, denn wenn man das einmal sauber definiert hat, dann wir vieles später einfacher.

Und dann geht man das Schritt für Schritt weiter, zum Beispiel die ersten Marketing-Kanäle aufbauen, den ersten Fokus finden, das Team mit den richtigen Profilen aufbauen usw.“

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