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Stephan Jacquemot über ein langfristiges Angel-Netzwerk

Business Angel aus Köln

über ein langfristiges Angel-Netzwerk

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Stephan Jacquemot: „Ich glaube, der Aufbau von einem Angel-Netzwerk ist etwas sehr Langfristiges. Man geht nicht auf eine Veranstaltung und schon hat man ein Angel-Netzwerk. Ich glaube, man muss da sehr viel Zeit reinstecken. Zum Einen, weil es auch eine Vertrauenssache ist, man muss die andere Sichtweise des Gegenübers verstehen und sie gut finden. Wenn man als Angel zusammen ein Investment tätigt, dann ist es ähnlich wie bei einer Ehe.

Man geht zum Notar und hat gemeinsam mit den Gründer:innen ein Vertrag. So ist man über viele Jahre miteinander verbunden und trifft in der Zeit viele gemeinsame Entscheidungen. Damit man keine Menschen im Team hat, die konträr zu der eigenen Meinung stehen bzw. eine ganz andere Sichtweise auf manche Dinge haben. So was kann sonst in Board-Situationen zu Konflikten führen. Für die Startups ist es auch gut, wenn man am Anfang viel Zeit investiert, dieses Angel-Netzwerk aufzubauen, damit man die richtigen Investoren an der Seite hat, mit denen man gemeinsam gut harmoniert.

Wie baut man sich also ein Netzwerk auf? Indem man sich einfach in Situationen stürzt. Man muss an vielen Veranstaltungen teilnehmen, man sollte auf LinkedIn und Twitter aktiv sein und solche Plattformen nutzen. So kann man sich über die Jahre ein gutes Netzwerk aufbauen. Was auch immer hilft, sind die eigentlichen Investments. Über die Investments erweitert man sein Netzwerk auch immer weiter.“

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Business Angel Björn Jopen
über Nachfinanzierungen
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Björn Jopen: „Das Thema Nachfinanzierung ist wirklich entscheidend, wenn man wirklich ein professioneller und erfolgreicher Business Angel sein will. Ich bin jemand, der breiter streut und wenn ich merke, dass ein Investment sehr gut läuft, dann versuche ich bei den Follow-on Runden auch mitzufinanzieren.

Das wird dann teilweise sehr teuer, aber wenn das Startup Finanzierungsrunden in der Höhe zwischen 30-50 Millionen erzielt, dann wird das Startup nur in sehr seltenen Fällen pleite gehen. Deshalb muss man gerade bei den richtig gut laufenden Startups wirklich versuchen, dabei zu bleiben.

Dafür muss man ehrlicherweise auch die Fire Power haben. Also man setzt sich ein Budget, die Hälfte des Budgets wird gestreut und die andere Hälfte sollte in Nachfinanzierungen investiert werden. Das ist aus meiner Sicht ganz entscheidend und das habe ich früher falsch gemacht. Hätte ich früher anders machen sollen und das habe ich in den letzten 3-4 Jahren entsprechend geändert.“

Business Angel Dr. Bastian Schmitdt-Vollmer
über die Probleme der Startup-Bewertung
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Dr. Bastian Schmidt-Vollmer: „Firmenbewertung ist an der Stelle nicht ganz richtig und wird häufig falsch dargestellt. Wenn da jemand kommt, eine super Idee hat und sagt, dass seine Bewertung eine Million ist, dann ist es nach sämtlichen wirtschaftlichen Bewertungsmethoden natürlich Quatsch. Man muss sich selbst die Frage stellen, was man eigentlich haben möchte. Wie viele Anteile möchte ich haben? Wie viel ist mir es wert? Was braucht das Unternehmen? Wo kann es hin? Ist es skalierbar?

Und dann kann man es noch in einem gewissen Maß absichern, dadurch, dass man bestimmte Milestones einbaut. Dann kann man vereinbaren, dass wenn diese Milestones nicht erreicht werden, dass ich mehr Shares bekomme oder wenn es besser läuft, bekomme ich weniger Shares. Da kann und sollte man ein bisschen flexibel arbeiten und nicht von vornherein alles fixieren.“

Business Angel Joakim Nägele
darüber, was es für ein erfolgreiches Produkt braucht
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Joakim Nägele: „Ganz entscheidend im B2B-Bereich ist häufig in der Anfangsphase – und das wird oft vernachlässigt – das Thema Vertrieb. Denn das Produkt ist nur das eine, das andere ist die Fähigkeit, das an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Und gerade dieses Vertriebs-Knowhow besonders im B2B-Bereich ist häufig bei produkt-fokussierten Gründern und Technies einfach Null vorhanden.

Wenn man sich da nicht schnell jemanden ins Team holst, der den Vertriebs-Instinkt hat, dann kann man auch mit dem besten Produkt nicht erfolgreich sein. Das klingt trivial, ist aber in der Praxis komplex. Eigentlich braucht man so eine richtige ‚Vertriebs-Sau‘ im Team.“

Business Angel Xavier Sarras
über das Wandeldarlehen
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Xavier Sarras: „Zunächst einmal muss man sich überlegen, was die Zielsetzung eines Angels ist. Möchte ich ein Track Record aufbauen, möchte ich den später mal zeigen. Ist es vielleicht mein Start, um später ein Fondsvehikel zu bilden und Ähnliches. Dann sollte man aufpassen, dass man nicht zu viele Wandeldarlehen zeichnet, weil sie erst nach der Wandlung einen Bewertungspunkt haben. Erst dann ist der Wert wirklich festgestellt, bis dahin sind sie nun mal ein Darlehen. Wenn man einfach nur für sein eigenes Vermögen Angel ist, dann keine Angst vor dem Wandeldarlehen.

Ein Wandeldarlehen ist ein wunderbares Instrument. Ich rate auch vielen Startups dazu, Convertible Rounds zu machen. So können sie schneller Liquidität aufbauen. Früher haben die Startups geraised, geraised, geraised, bis dann irgendwann die Runde voll war. Dann hast du die Kapitalerhöhung gemacht und dann hattest du das Kapital. Da ist viel Momentum für die Startups verloren gegangen. Deshalb finde ich es gut, wenn ein Startup in der Pre-Seed Runde mit Wandeldarlehen anfängt. Da und dort was einnimmt und dann können die einfach schon loslegen und arbeiten. Also wenn sie das Vertrauen der ersten Investoren auch haben. Mit Momentum lässt sich auch mehr Investments holen, also rate ich eher dazu, Wandeldarlehen zu machen.

Viele Angels haben am Anfang ein bisschen Vorsicht, weil sie sagen, dass es kein richtiges Investment ist und was ist, wenn das nicht wandelt? Davor sollte man einfach nicht zurückschrecken, es ist ein ganz normales Instrument geworden, was in der Regel auch immer wandelt. Wenn es nicht wandelt, dann ist entweder sowieso alles vorbei oder es wandelt eben nicht, weil die Frist noch nicht abgelaufen ist oder so. Das ist aber eigentlich superselten der Fall.“

Business Angel Dr. Bastian Schmitdt-Vollmer
über Beteiligungsverträge
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Dr. Bastian Schmidt-Vollmer: „Für mich ist es ganz wichtig, dass die Innenbeziehungen der Gründer:innen sauber geregelt sind. Sodass sie in allen Situationen bzw. in den meisten Situationen halten können. Im Wesentlichen gibt es ja immer zwei Situationen. Entweder das Unternehmen performt oder das Unternehmen performt nicht. In beiden Situationen streiten sich Gesellschafter:innen. Dann gibt es unterschiedliche Auffassungen, die Gründer:innen wollen sich trennen.

Häufig ist es einfach so, dass die Gründer:innen vor lauter Begeisterung einfach mal losgelegt haben und manchmal schon zu weit sind, um das Innenverhältnis zu regeln. Zum Beispiel hält nur eine Gesellschafter:in Anteile und verspricht dem anderen etwas, wenn er es ihm jetzt aber gibt, müsste er es versteuern. Deshalb ist es für mich sehr wichtig, dass eben diese Innenbeziehungen sauber geregelt sind. Außerdem flexibel genug, um reagieren zu können.“

Business Angel Jana Moser
über die Zusammenarbeit mit anderen Business Angels
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Jana Moser: „Ich habe selber nie bewusst mit anderen Business Angels investiert. In der Pre-Seed und Seed-Phase, in der ich investiere, sind auch schon andere Angels mit an Board gewesen oder haben sich parallel dazu entschieden, auch zu investieren. Das bedeutet, dass man schon enger mit den Angels zusammenarbeitet und sind in entsprechenden Calls trifft. Da kann man sich mit den Startups unterhalten, aber auch mal nur im Investorenkreis reden.

Der Vorteil ist, dass man mit unterschiedlichen Personen und verschiedenen Erfahrungen zusammen an einem Startup arbeitet und sich ergänzen kann. Außerdem ist es wichtig, sich die entsprechenden Investoren anzuschauen. Also nicht blind darauf trauen, wenn schon andere Investoren zugesagt haben. Sondern wirklich vor dem Investment auch mal bei den anderen Investoren anrufen und fragen, was die Ziele und Erfahrungen sind. Was ist im Fokus des anderen Investors? Sind sie intrinsisch motiviert und wollen dem Startup wirklich helfen oder geht es eher darum, möglichst viel aus dem Startup herauszuholen?

Es gibt noch weitere Varianten, die ich noch nicht gemacht habe. Zum Beispiel das Pooling, wo man sich dann auch aktiv mit anderen zusammenschließt und dann auch wie so eine Art Sprecher hat, um dann ein Investment zusammen zu haben und das Geld zusammen wirft. Das hat den Vorteil, dass der Cap Table, die Beteiligungsliste bei dem Startup nachher nicht so lang ist. Allerdings muss man sich in dem Fall auch aktiv selber darum bemühen, wenn man sich bei einem Startup inhaltlich beteiligen möchte. Es ist nicht automatisch so, dass man regelmäßigen Kontakt zum Startup hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Zusammenarbeit mit anderen Business Angels ist zu schauen, wie risikoaffin die jeweiligen Personen sind. Das heißt, welche entsprechenden Herangehensweisen haben sie auch in der Zusammenarbeit mit Startups.“

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