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Tina Dreimann über das Schlimmste am Angel Investing

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über das Schlimmste am Angel Investing

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Tina Dreimann: „Ich musste sehr lange überlegen, was das Schlimmste am Angel Investing ist, weil es einfach wahnsinnig viel Spaß macht. Es ist ein tolles Feld, man lernt viel und man kann sein Wissen weitergeben. Außerdem kann man Teams multiplizieren und wenn man sich auf die richtigen Themen fokussiert, sogar Impact haben.

Aber natürlich gibt es auch immer eine Schattenseite. Meine persönliche ist, Teams scheitern zu sehen und das wird passieren. Man hat eine Bindung zu den Teams aufgebaut, aber alleine das Team ist nicht der Erfolgsfaktor, sondern eben auch die Idee, das Geschäftsmodell und das Timing sind entscheidend.

Es gibt wirklich die fantastischsten Ideen, die vor Jahren auf der Strecke geblieben sind, weil es noch nicht der richtige Zeitpunkt war. Das wird uns Angels allen passieren und ich wünsche gutes Durchhaltevermögen, das man in der Zeit auch ein positives Mindeset für die Gründerinnen und Gründer behält, um sie wieder aufzustellen.“

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Business Angel Dr. Bastian Schmitdt-Vollmer
über die Probleme der Startup-Bewertung
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Dr. Bastian Schmidt-Vollmer: „Firmenbewertung ist an der Stelle nicht ganz richtig und wird häufig falsch dargestellt. Wenn da jemand kommt, eine super Idee hat und sagt, dass seine Bewertung eine Million ist, dann ist es nach sämtlichen wirtschaftlichen Bewertungsmethoden natürlich Quatsch. Man muss sich selbst die Frage stellen, was man eigentlich haben möchte. Wie viele Anteile möchte ich haben? Wie viel ist mir es wert? Was braucht das Unternehmen? Wo kann es hin? Ist es skalierbar?

Und dann kann man es noch in einem gewissen Maß absichern, dadurch, dass man bestimmte Milestones einbaut. Dann kann man vereinbaren, dass wenn diese Milestones nicht erreicht werden, dass ich mehr Shares bekomme oder wenn es besser läuft, bekomme ich weniger Shares. Da kann und sollte man ein bisschen flexibel arbeiten und nicht von vornherein alles fixieren.“

Business Angel Gwendolyn Schröter
darüber, welche Vorteile es hat, wenn sich die Gründer in der Branche auskennen
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Gwendolyn Schröter: „In der Regel ist es ja so, dass es schön ist, wenn man auf ein neues Thema stößt. Das erlaubt einem anders zu denken und andere Lösungen zu finden. Man nennt es auch die Branchenblindheit, das kann natürlich bei Gründern auch so sein.

Tatsächlich ist es aber so, dass wenn man über die erste Ideenphase hinwegkommt und das Thema Traction kommt auf und es kommt darauf an PS auf die Straße zu bringen. Dann zeigt sich sehr schnell, wenn jemand überhaupt keine Erfahrung in dieser Branche hat. Da gibt es einfach bestimmte Gepflogenheiten und Probleme, die es für Branchenfremde schwierig macht. Da muss man wirklich durch Fehler lernen oder sich eben externe Unterstützung holen.
Ich würde sagen, dass es in den ersten 6 Monaten noch nicht so schwierig ist, aber dann würde ich das Team schon soweit stärken, dass man eben Branchen Know-How hat.

Der zweite Teil der Antwort bezieht sich auf die Branchenblindheit. Um die Frage jetzt mal auf die Investoren zu beziehen: Ist es gut, wenn man sich als Business Angel besonders gut in der Branche des Startups auskennt? Ich komme Beispielsweise aus der Papierindustrie und ich habe mir am Anfang Cases aus dem Bereich angeschaut.

Da habe ich einfach gemerkt, dass ich bei anderen Branchen viel mehr an ABERs und gedanklichen Hindernisse hinnehme, als in der Branche, wo ich mich auskenne. Da war ich einfach insgesamt sehr kritisch und habe alles hinterfragt. Kritisch zu sein ist natürlich wichtig, aber je kritischer man ist, desto schwieriger wird auch eine Zusammenarbeit mit den Startups.

Man kann es natürlich machen und auch die Startups mit seinem Branchen Know-how unterstützen, aber man muss sich schon zusammenreißen. Wirklich immer tief durchatmen und nicht immer gleich: “Ja, aber…” sagen. Erst einmal kurz drüber nachdenken und überlegen, warum der Ansatz der Startups vielleicht doch eine gute Idee sein könnte.“

Business Angel Dr. Gesa Miczaika
über ein gutes Team
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Dr. Gesa Miczaika: „Für mich ist es ganz wichtig, dass die Gründer:innen resilient sind. Das ist eins der wichtigsten Eigenschaften für mich. Der zweite wichtige Punkt ist, dass sie mit Optimismus und einer Passion an ihr Thema herangehen. Damit da auch der Funke zu den Investor:innen überspringt. Gründer:innen werden natürlich auch nicht nur ihr Unternehmen gegenüber uns Investor:innen verkaufen müssen, sondern auch gegenüber Mitarbeitern oder Kunden. Deswegen ist das eine zwingende Voraussetzung.

Dann muss das Team der Gründer:innen natürlich auch ein besonderes Wissen über den Markt mitbringen, auf dem sie tätig sind. Bestenfalls haben sie da schon eine langjährige Erfahrung in dem Markt, oder sie haben eine bestimmte Kenntnis, die kein andere hat und nicht einfach ergoogelbar ist.“

Business Angel Joakim Nägele
über die Probleme mit Gründern, die noch fest angestellt sind
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Joakim Nägele: „Das ist in der Regel einfach nicht darstellbar. Ich verstehe natürlich die Intention dahinter, dass man so etwas nebenbei ausprobieren kann und dabei die eigene Sicherheit beibehält.

Von der Kapazität ist das aber einfach nicht möglich. Entweder ich arbeite 24/7 an meinem Geschäftsmodell oder ich lasse es bleiben. Es ist einfach nicht möglich, einen Vollzeitjob mit der Umsetzung einer Startup-Idee zu verbinden.

Was möglich ist: eine Startup-Idee zu konzeptionell zu entwickeln. So etwas höre ich mir auch gern an. Aber die Umsetzung mit zwei Stunden Zeit am Tag ist eben nicht realistisch.“

Business Angel Olaf Stichtenoth
darüber, wie er als Business Angel zu Nachfinanzierungen steht
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Olaf Stichtenoth: „Ganz grundsätzlich ist es so, dass wenn man sich ein Unternehmen anschaut und es nicht klar ist, wie es in Folgerunden Kapital aufnehmen kann, dann ist man als Business Angel meistens nicht am richtigen Unternehmen dran. Unternehmen im Venture Capital Bereich wachsen in der Regel so, dass sie Business Angel Kapital aufnehmen, damit so ein Proof of Concept oder Proof of Market machen.

Damit eine Pre-Seed- oder Seed-Runde aufnehmen, damit beweisen, dass sie ein bestimmten Markt aufknacken können und in Richtung Series A und B immer mehr Geld aufnehmen. Es wird immer leichter, Geld aufzunehmen, wenn es nur um Wachstum geht und Kennzahlen basiert, das zu skalieren, was schon bewiesen wurde.

Wenn ich als Business Angel nicht weiß, wie das in der Zukunft passieren soll, dann würde ich auf jeden Fall nicht investieren.

Da gibt es ganz viele Beispiel. Zum Beispiel das Agenturgeschäft, das ist kein VC-Modell. Ich kann in so ein Modell mit einer stillen Beteiligung reingehen und da brauche ich auch keine komplexen Verträge. Das gibt es alles und ich mache so Sachen auch, das sehe ich aber nicht als Business Angel Investment. Ein Agenturgeschäft ist nicht in dem Maße skalierbar.

Das Gleiche betrifft den Bereich der Beratung oder ein Thema, was zu sehr in einer Nische ist. Wo man eine bestimmte Nische hat, die man auch schnell erobern kann, aber dann gibt es keine Idee, wie man aus der einen Nische in die nächste Nische gehen kann. Es ist immer gut, in einer Nische anzufangen, aber wenn mein Gesamtmarkt zu klein ist, dann werde ich nicht in der Lage sein, bestimmte Multiples zu erreichen, die mein Risiko rechtfertigen. Wenn ich mein Risiko nicht rechtfertigen kann, dann darf ich als Business Angel da nicht einsteigen. Dann sind die Bewertungen auch oft nicht gerechtfertigt.“

Business Angel Xavier Sarras
über Impact Investing
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Xavier Sarras: „Impact ist über den Outcome definiert. Also das Resultat, was ich für die Ökologie oder die soziale Nachhaltigkeit tue. Das heißt, viele reden ja über den Purpose. Purpose ist nicht Impact, Purpose ist erst mal das Warum jemand etwas tut. Wenn der Purpose auch ein Impact produziert, also tatsächlich eine ökologische und nachhaltige Verbesserung herbeiführt, dann ist der Purpose und der Impact gleich. Aber Impact ist erst mal dafür da, dass wir den Zustand unseres Planeten und unserer Gesellschaft verbessern.

Außerdem produziert man eine Additionality, also eine Zusätzlichkeit, was man hinzufügt und nicht sowieso als besseres Resultat gekommen wäre, wenn die Idee bzw. die Firma nicht existiert hätte. Impact Investoren waren früher ausschließlich Philanthropen. Heute ist Impact Investing eine Form von Investition, die daran glaubt, dass nachhaltige Verbesserung mit finanziellem Erfolg korreliert. Mittlerweile beobachten wir, dass das auch total der Fall ist und wir hoch skalierbare Modelle haben. Denken wir nur mal an so Themen wie Carbon Accounting, Carbon Offsetting oder Carbon Credits. Das sind zum Beispiel Märkte, die wegen der Notwendigkeit riesig sind, etwas Gutes bewirken und gleichzeitig finanziell sehr interessant sind.“

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