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Wilfried Gillrath über wichtige Investitionskriterien

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über wichtige Investitionskriterien

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Wilfried Gillrath: „Der beste Rat, den ich bekommen habe, war, dass man eben nicht in Exceltabellen und Zahlen reingehen sollte, weil das Team und Timing viel wichtiger sind. Passt die Dienstleistung, der Service oder das Produkt des Startups überhaupt in die Zeit?

Diese zwei Punkte sind so viel wichtiger als die ganzen Detailfragen.

Bei mir ist es immer eine Ambivalenz zwischen dem, dass ich diese Intuition versuche zu nutzen, aber auf der anderen Seite bin ich schon jemand, der eine Affinität zu Zahlen hat. Also habe ich immer eine latente Versuchung, doch noch in die Zahlen zu schauen.

Da hat mir mal jemand gesagt, dass ich es einfach bleiben lassen soll. Das weiß sowieso keiner so richtig, warum die Zahlen so sind, wie sie sind. Man muss am Ende schauen, was rauskommt und das Team ist der entscheidende Part und die werden es schon irgendwie hinbekommen. Das ist genau das, was ich immer tun will, aber wo ich auch leicht vom Pfad abkomme.

Insofern war das noch eine gute Sensibilisierung, die mir auch in den Folgeinvestments geholfen hat, da auf der kognitiven und intellektuellen Ebene, was diese Zahlen und das Geschäftsmodell angehen. Wirklich den Fokus auf die Gesamtsicht und die intuitive Betrachtung.“

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Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
über nervige Dinge nach dem Investment
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Matthias Helfrich: „Bei einem Teil der Gründer sehe ich so eine gewisse Beratungsresistenz oder eine fehlende Bereitschaft, in gute Beratung zu investieren. Das führt dann manchmal dazu, dass Themen wie Steuern usw. zu relaxed angegangen werden, die eigentlich frühzeitig viel stärker definiert werden sollten.

Daher ein klarer Aufruf an Gründerinnen und Gründer: ich weiß, dass man ungern für Beratung zahlt. Aber Liquidität ist ja nach einem Investment vorhanden, und da würde ich vor allem auf der juristischen Seite und im Bereich Betriebswirtschaft und Steuern darauf achten, die Themen durch hochwertige Beratung abzudecken, die ich selbst nicht abdecken kann.

Insbesondere bei diesem Punkt muss man immer wieder die Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit mit den Startup-Gründern diskutieren. Und das würde ich mir gern ein bisschen einfacher wünschen.

Einige Dinge, die man letztlich als nervig empfindet, entstehen auch aus der Zusammenarbeit der Angels untereinander sowie der Kommunikation der Angels mit den Gründern. Diese Dinge resultieren häufig aus sehr kurzfristigen Themen, wie zum Beispiel, dass der Finanzplan für das Folgejahr erst einen Tag vor einer Gesellschafterversammlung unterbreitet wird.

Das sind dann eben Organisationsthemen, die mir nur eine schlechte Vorbereitung auf Meetings ermöglichen. Ich bereite mich aber eigentlich sehr gern auf Meetings vor, damit diese dann auch produktiv stattfinden können. Auch darüber habe ich mit Gründern immer wieder Diskussionen.

Wenn alle Business Angels ihr Know-How einbringen und die Kommunikation untereinander gut ist, gibt es zum Glück wenige Dinge, die mich nerven.“

Business Angel Göran Göhring
darüber, was ein Business Angel ist
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Göran Göhring: „Ich kann da keine vollständige Definition geben und und möchte auch Raum für weitere Meinungen lassen. Als Erstes denken viele, dass ein Business Angel Geld gibt und dass es damit gewesen ist. Ich finde, dass ein Business Angel eine Persönlichkeit ist, die besonders Gründer in Startups und neue Geschäftsmodelle fördert und in gewissem Sinne fordert.

Die Vielfältigkeit sieht man vielleicht auch in meiner Person. Ich bin auf der einen Seite seit mehr als 20 Jahren Unternehmer und auf der anderen Seite gehe ich in eigene Startups rein, bin aber auch Partner und Berater in einem Venture Building, dem Next Mobility Labs. Parallel dazu bin ich Mentor in den Startup Teams. Alleine daran sieht man, mit wie vielen Wellen ich dort spiele.

Markant für Business Angels ist, dass sie meistens in einer sehr frühen Phase reingehen, die sogenannte Pre-Seed Phase. Das Geschäftsmodell ist meistens skizziert, aber noch nicht bewiesen. Es funktioniert also noch nicht. Der Weg zum Product-Market Fit, um ein funktionierendes Geschäftsmodell zu haben, den begleitet ein Business Angel mit den Gründern. Ich kenne da unterschiedliche Ausprägungen, die ein Business Angel tun kann. Das eine ist der Geldaspekt. Das Zweite ist der Service for Equity.

Der Business Angel hilft einem Startup und bekommt im Gegenzug virtuelle Anteile (ESOP, VSOP). Also wenn er bestimmte Voraussetzungen mit seinem Service erfüllt. Außerdem habe ich schon Connection for Equity kennengelernt. Jemand, der dem Startup beim New Business, bei den Kontakten mit den ersten Abschlüssen mit Kunden oder auch VCs hilft.

Noch ein wichtiger Punkt: Business Angel heißt nicht, dass man da einfach mal reingeht und dann war es das. Sondern es existiert in vielen Fällen ein kontinuierlicher Prozess der Hilfe für die Gründer eines Startups. In welcher Intensität man dies macht, muss man von Fall zu Fall entscheiden. Das ist auch jedes Mal anders und es hängt auch stark von der Expertise des Angels und von den Bedürfnissen der Gründer ab.

Viele Gründer fragen aber auch schon danach, wo, wie und mit welcher Intensität man als Angel hilft. Ich finde diese Frage auch sehr fair, denn es geht darum, die Gründer eine Weile zu begleiten, damit sie den Weg ins Unternehmertum schaffen und ein erfolgreiches Geschäftsmodell auf die Straße bringen.“

Business Angel Benjamin Minack
über Hardware Startups
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Benjamin Minack: „Hardware Ideen, die in einem Marktsegment entstehen, in der genau dieses Produkt und Idee gebraucht wird, dann kann es gut funktionieren. Dann gibt es aber auch Copycats oder Hardware Ideen, die kein wirklich großes Problem lösen oder die nichts Besonderes sind. Die werden dann natürlich nicht aufgehen. Auch das lässt sich nur mit Blick auf das Team, auf die Kompetenz und einem genauen Blick auf den Markt ganz individuell sagen. Und lohnt es sich hier für einen Angel zu investieren, ja oder nein?“

Business Angel Beate Fastrich
über die besten Quellen für Investments in Startups
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Beate Fastrich: „Ich würde sagen, die besten Investments kommen vor allem aus dem Netzwerk. Ich habe auch viel Dealflow von LinkedIn und von Veranstaltungen. Dabei gibt es aber eine höhere Ausschussquote zwischen dem, was hereinkommt und dem, was man sich wirklich anschaut.

Wenn ich aber von anderen Business Angels oder Bekannten eine Empfehlung bekomme, mit denen ich möglicherweise sogar schon einmal eine Investition getätigt habe und die ich schon besser kenne, dann schaue ich mir diese gern genauer an. Das ist auch meistens eine qualitativ bessere Empfehlung.

Sehr gut sind da natürlich auch private Investoren-Netzwerke. Wenn man da einen oder zwei angehört, ist das sehr hilfreich. Oft gibt es da auch andere Business Angels, die Know-How abdecken, das man selbst nicht mitbringt.“

Business Angel Robert Sünderhauf
darüber, was für ein Startup-Reporting an Business Angels wichtig ist
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Robert Sünderhauf: „Das hat immer zwei Aspekte. Man hat ja beim Startup immer einen Finanzplan auf Monatsbasis, bei dem man sich die Gewinn- und Verlustrechnung auf Monatsbasis anschauen kann. Dabei geht es um Umsatz- und Kostenpositionen, die sich das Startup vorgenommen hat, und wie diese dann tatsächlich waren. Wenn es besser oder schlechter lief, schaut man dann, woran es lag.

Zum zweiten macht es Sinn, OKRs zu definieren, also Objective Key Results. Also: was sind die Ziele pro Quartal und was sind die Kernergebnisse, anhand derer wir messen, ob wir diesen Zielen näher gekommen sind bzw. sie erreicht haben. Das finde ich wichtig, dass man mit den Gründern jedes Jahr einmal definiert, was man in jedem Quartal machen will.

Natürlich ist das flexibel und kann auch angepasst werden. Es sollte aber einmal zu Papier gebracht werden, damit man eine gewisse Verbindlichkeit hat. Außerdem kann man so sehen, was ursprünglich mal der Plan war, ob man dem näher gekommen ist – wenn nicht, warum haben wir das angepasst? Was wissen wir jetzt mehr als vorher, um dann auch die Struktur hinter den Zahlen für das nächste Jahr vernünftig bauen zu können.“

Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
über besonders attraktive Branchen und Geschäftsmodelle
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Matthias Helfrich: „Was gut funktioniert, ist in der Tat Software. Interessanterweise komme ich selbst gar nicht aus dem Bereich, so wie andere Business Angels.

Software funktioniert besonders gut in den Bereichen, wo sie einen logischen Nutzen bringt. Ich will nur ein Beispiel bringen, das auch mein erstes Angel-Investment war. Bei Vimcar aus Berlin geht es um das digitale Fahrtenbuch. Jeder, der mal ein händisches Fahrtenbuch geführt hat, weiß wie hoch dabei der Leidensdruck ist. Da ist ein unmittelbarer Nutzen erkennbar. Wenn das bei einem Startup gegeben ist, erscheint mir das besonders einleuchtend.“

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