Founder Academy

Im Fundraising

mit fantastischen Beiträgen von diesen Startup-Gründer*innen

Startup-Gründer Christof Weidl

Christof Weidl

HR-Tech Startup-Gründer

Agrar-Tech Startup-Gründer

Lasse Dumstrei

AgTech Startup-Gründer

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY

Daniel Bosman

Urban Gardening Startup-Gründer

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc

Isabeau Ayoubi

PropTech Startup-Gründerin

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek

Christian Ritosek

SaaS Startup-Gründer

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc

John Agricola

PropTech Startup-Gründer

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer

Dr. Daniel Fallscheer

Digital Health Startup-Gründer

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH

Dr. Simon Lohmüller

SaaS Startup-Gründer

Michael Pfeife Co-Founder & CEO von MOOT

Michael Pfeifer

Upcycling Startup-Gründer

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer

Stephen Voss

InsurTech Startup-Gründer

Im Fundraising

Hier kommt eine Erklärung zur Einleitung rein.

Fragenübersicht

Wie läuft die Eigenkapitalfinanzierung konkret ab?

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Rechtsanwalt
Dr. Tobias de
Raet
über den Ablauf der Eigenkapitalfinanzierung

Dr. Tobias de Raet: „Eigenkapitalfinanzierung läuft erst mal auf einer sehr kommerziellen Ebene ab. Das heißt, man spricht mit Investoren und fragt, ob sie bei einem investieren wollen. Man sendet das Pitch Deck raus und man bekommt häufig so indikative Angebote. Dann unterschreibt man ein Term Sheet, wo die wesentlichen wirtschaftlichen Eckpunkte festgehalten sind.

Da steht die Bewertung drin und wie viele Anteile der neue Investor erhält. Danach schließt man für jede Finanzierungsrunde ein sogenanntes Investment-Agreement ab. Da verpflichten sich dann die Bestandsinvestoren dazu, eine neue Kapitalerhöhung zu machen und lassen den einen neuen Investor zu. Der bekommt die Anteile und dafür muss er Betrag XY pro Anteil bezahlen. Da ist dann auch genau geregelt, zu welchem Zeitpunkt er das bezahlen muss. Vielleicht hängt das auch von Milestones ab.

Also eine Tranche jetzt und dann hat der Investor die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt die zweite Tranche zu nehmen, wenn zum Beispiel bestimmte Umsatzzahlen erfüllt wurden. Möglicherweise ist im Investment-Agreement auch geregelt, dass die Bestandsinvestoren noch mal mitinvestieren.

Gerade in späteren Runden lassen sich Investoren auch Garantien von der Gesellschaft geben. Das heißt, dass die Gründer garantieren müssen, dass ihre Gesellschaft in einem bestimmten Zustand ist. Zum Beispiel, dass ihnen die Anteile gehören und sie in keine Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind. Das gibt dem neuen Investor die Sicherheit, dass er in etwas investiert, was auch funktioniert. Deshalb ist das auch kein einfacher Vertrag, der durchaus 30-50 Seiten haben kann.

Das Investment-Agreement muss man dann beim Notar unterzeichnen, dann werden die neuen Anteile geschaffen, das Stammkapital erhöht sich, der Notar gibt es dem Handelsregister weiter, dort wird alles eingetragen und dann wird irgendwann der Betrag fällig, wo der neue Investor das Geld bezahlen muss. Dann hat man als Gesellschaft das Geld und kann damit umgehen. Außerdem ist der Investor neuer Gesellschafter. Daneben verhandelt man in so einer Finanzierungsrunde auch immer die Gesellschaftervereinbarung mit aus.

Da werden die ganzen Rechte geregelt, die die jeweiligen Investoren haben. Informationsrechte, Mitspracherechte, aber auch Stimmrechtsverteilung, wer ist im Beirat, wer kann einen Exit herbeizwingen. Das sind alles Themen, die im Shareholders‘ agreement geregelt werden. Auch das sind typischerweise 30-50 Seiten. Wir sprechen dann durchaus von einem opulenten Vertragswerk und das dauert in der Regel auch seine Zeit, bis man so eine Finanzierungsrunde abgeschlossen hat.“

Welches sind eure größten Learnings im Fundraising-Prozess?

Welche Dinge hätten Gründer*innen gerne vor dem Fundraising gewusst, um Fehler zu vermeiden oder um einfach schneller zu sein?

Lerne aus den Praxis-Erfahrungen von Gründer*innen!

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
über seine wichtigsten Learnings im Fundraising-Prozess

Simon Lohmüller: „Da fallen mir drei Punkte ein:

1. Fundraising kostet Zeit: Man sollte definitiv viel Zeit einplanen und es sollte eine Person im Startup geben, die sich den Hut für die Aufgabe aufsetzt. Das heißt nicht, dass die anderen Gründer der Person nicht zuarbeiten können, aber man sollte auf jeden Fall viel Zeit einplanen und nicht zu spät damit starten.

2. Traction: Das klingt vielleicht ein bisschen banal, aber wir haben es am Anfang ein bisschen unterschätzt. Man hört ganz oft, dass den Investoren das Team ganz wichtig ist, aber wenn die Umsatzzahlen sehr gut sind, dann wird trotzdem jeder Investor in euch investieren. Das macht einfach den Erfolg des Unternehmens aus und wenn die Umsatzzahlen passen, heißt es ja auch, dass im Team soweit alles funktioniert und es da keine größeren Probleme gibt. Aus dem Grund würde ich sagen, dass die Traction noch vor dem Team steht.

3. Term Sheet: Ein Term Sheet ist ganz gut, aber ist noch keine Verpflichtung für den Investor. Selbst wenn ihr ein Term Sheet habt, heißt das erstmal noch gar nichts. Das mussten wir auch auf harte Weise lernen. Es ist keine Verpflichtung, höchstens eine Absichtserklärung, dass er an euch interessiert ist.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
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InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
über seine größten Learnings im Fundraising

Stephen Voss: „Man könnte einiges anders machen, aber es ist jetzt müßig darüber zu spekulieren. Ich habe einen Tipp für alle, die jetzt zuhören: Geht wirklich auf eure Präsentationen rein und bringt euer Thema auf den Punkt. Uns ist am Anfang schwergefallen, auf wenigen Seiten und in wenigen Worten das Modell zu erklären. Es ist so selbstverständlich, wenn man selber präsentiert, dass das ja alles klar ist.

Dein Gegenüber ist im Zweifel nicht aus der Branche und muss in wenigen Minuten verstehen, um was es geht. Daraus muss eine sehr teure Entscheidung getroffen werden, nämlich Geld zu geben. Versucht also wirklich euer Modell, eueren Pitch auf den Punkt zu bringen.

Verprobt ihn mit Leuten, die nicht aus eurer Branche sind und fragt danach nach den Inhalten. Wenn sich die Inhalte mit dem decken, was ihr wiedergeben wollt, dann seid ihr wirklich einen großen Schritt weiter. Das ist meine große Empfehlung.

Daran sind wir nicht gescheitert, aber das eine oder andere Mal hat man gemerkt, dass man sein Gegenüber nicht richtig abgeholt hat.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über seine Learnings im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Überlegt euch, von wem ihr Geld braucht. Macht da eine Liste!

Nicht jeder Fonds passt zu einem Startup. Ein E-Commerce Startup muss jetzt nicht zu einem B2B SaaS Fonds laufen. Deshalb überlegt euch, von dem ihr Geld raisen wollt, wie viel Geld ihr vor allem braucht und dann überlegt euch, wie ihr an diese Fonds rankommt.

Wie könnt ihr euch da hin netzwerken und wie bekommt ihr da eine Investment-Zusage?“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
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PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
über ihre Learnings beim Fundraising Prozess

Isabeau Ayoubi: “Einfach früh genug anfangen. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir gedacht haben, dass wir die Finanzierungsrunde dann einfach schnell machen. Das ging dann aber nicht schnell, ganz im Gegenteil. Fangt mit dem Fundraising dann an, wenn ihr noch 3-5 Monate Runway habt, weil es wahrscheinlich nicht so schnell gehen wird, wie man sich es vorstellt.

Gerade jetzt im Sommer ist es absolut die Hölle. Wir sind gerade in einer Finanzierungsrunde und wir haben einfach niemanden erreicht.”

John Agricola: “Im August ist es wirklich schwierig und im Juli ist es auch nicht wirklich besser.

Wie kann man den Fundraising Prozess an sich verkürzen?
Man sollte alle Dokumente und Verträge für eine Due Diligence zusammen haben. Das kann man alles vorbereiten, man darf aber nicht vergessen, dass die Business Angels auch Zeit brauchen. Auch wenn der Business Angel vielleicht seine eigentliche Entscheidung in 24h trifft, dauert der ganze Prozess länger als gedacht. Ich würde sagen, dass man schon ein halbes Jahr einplanen sollte, auch wenn es “nur” eine Business Angel Runde ist.”

Isabeau Ayoubi: “Auch um an die Angels ranzukommen, dauert es einfach eine gewisse Zeit. Das Netzwerk aufbauen, sich Intros holen, alle Dinge, die man benötigt, um überhaupt zu Gesprächen mit Investoren zu kommen. Die Business Angels haben auch immer viel um die Ohren, deshalb sollte man lieber etwas mehr Zeit einplanen.”

John Agricola: “Und bitte macht euer Fundraising nicht in den Sommerferien!”

Startup-Gründer Christof Weidl
HR-Tech Startup-Gründer
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HR-Tech Startup-Gründer
Christof
Weidl
über seine größten Learnings im Fundraising

Christof Weidl: „Unsere Learnings aus dem Fundraising und was hätten wir an manchen Stellen schneller und effizienter machen können. Einerseits das Thema Vorbereitung und dass wir uns schon vorher feste Termine in unserem Zeitplan hätten blocken müssen. Dass man dieses Thema als einen festen Bestandteil des Alltags ansieht, das muss gemacht werden.

Dann sollte man aber auch im Vorfeld einen ganz genauen Plan machen und sich festlegen, bis wann man welche Feedbacks eingesammelt haben will. Zum Beispiel zum Pitch Deck, welche Zahlen wollen VCs sehen und wie soll der Businessplan aussehen.

Wenn wir das alles vorbereitet hätten und uns das dann auch Sicherheit gegeben hätte, dann kann man das Thema sehr geballt angehen und die VCs einen nach dem anderen ansprechen. Am besten wirklich 3–4 Termine pro Woche machen und das hätte uns am meisten Zeiteffizienz gebracht.“

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
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Digital Health Startup-Gründer
Dr. Daniel
Fallscheer
über Learnings im Fundraising

Dr. Daniel Fallscheer: „Habt Spaß am Fundraising-Prozess, auch wenn es wehtut. Habt Spaß an Kritik, auch an positiver Kritik und wertschätzender Kritik der Investoren. Auch ein Investor, der Nein sagt, ist ein Fall, wo man viel mitnehmen kann.

Bis Verträge in trockenen Tüchern sind, ist es immer ein Prozess, der möglichst strukturiert sein sollte. Man sollte auch nicht alles selber machen und gute Anwälte sind da auch ein wichtiger Tipp. Die dürfen auch ein bisschen was kosten, weil das auch eine gewisse Substanz für die nächste Runde schafft.

Ich glaube eine klare Strategie (mit Spaß) zu haben, die eine Kommunikation in alle Richtungen und einen gewissen Grad an Transparenz beinhaltet, ist sehr wichtig. Investoren schätzen außerdem eine transparente und offene Kommunikation schon während und nach der Finanzierungsrunde.“

Welche weiteren Unterlagen wollten Investoren nach dem Pitch Deck von euch sehen?

Wenn Business Angels nach dem Pitch Deck Interesse haben, fragen sie häufig nach weiteren Unterlagen, die beispielsweise über einen Datenraum standardisiert geliefert werden können.

In diesem Datenraum können beispielsweise Dokumente wie Finanzplan, Businessplan, Cap Table, Arbeitsverträge, Personaldaten, Jahresabschlüsse und weitere Verträge liegen.

Welche Unterlagen können außerdem von potenziellen Investor*innen eingefordert werden?

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
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Digital Health Startup-Gründer
Dr. Daniel
Fallscheer
darüber, welche weiteren Unterlagen die Investoren außer dem Pitch Deck sehen wollten

Dr. Daniel Fallscheer: „Ich bin da vielleicht etwas unorthodox rangegangen. Zum Beispiel habe ich am Anfang nie das Pitch Deck geschickt. Ich habe das nur Voice-over gemacht und wir haben dann das Deck im Nachhinein geschickt. Wir haben ein klassisches Investor Deck gehabt, was man auch eher lesen kann, deshalb haben wir es danach geschickt. Wir haben es manchmal länger oder kürzer geschickt, wir waren da variabel.

Den Businessplan haben wir auch erst später verschickt bzw. in den Datenraum gepackt, nachdem es einen detaillierten Call gab. Die Due Diligence war bei uns später auch eher kurz und knackig, in wenigen Wochen.

Man braucht ein sehr gutes Pitch Deck, man muss die Story aber auch ohne Deck präsentieren können. Das sollte in 3-5 Minuten gehen, innerhalb eines kernigen Pitches und einer kurzen Vorstellung. Das Pitch Deck kann man auch danach noch rausschicken, dann hat man die Investoren am Ohr und nicht auf irgendwelchen Folien.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über weitere wichtige Unterlagen, die Investoren sehen wollen

Christian Ritosek: „Ich mache es meistens so, dass ich zuerst das Pitch Deck pitche. Die Termine sind meistens 30 oder 60 Minuten, das kommt auf den Fonds an. VCs wollen dann im zweiten Schritt einen Zugriff auf einen Datenraum bekommen, indem dann relevante KPIs sind. Im SaaS-Bereich ist das sowas wie Net dollar retention (NDR), Average Revenue per Customer (ARPC) usw.

Also KPIs, Finanzplan und Development (Plan vs. Actual Numbers), Cap-Table und in einem späteren Stadium die letzten Board Decks (Was hat man den Investoren zuletzt kommuniziert?).“

Wie oft, wie viele Stunden bzw. wie intensiv habt ihr mit dem ersten Investor gesprochen, bis dieser zugesagt hat?

Natürlich ist es sehr individuell und auch zufallsabhängig, wie lange und wie oft Gründer*innen mit potenziellen Investor*innen sprechen müssen, bis sie die erste Zusage bekommen.

Lasst euch nicht davon abschrecken, wenn es länger dauert. Die erste Lead-Investor*in zu finden ist immer am schwierigsten und danach kann es plötzlich ganz schnell gehen.

Diese Erfahrungen haben Gründer*innen in ihrer Vergangenheit gemacht:

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie intensiv sie mit Investoren vor Finanzierungsrunden gesprochen haben

Christian Ritosek: „Wie oft wir mit Investoren gesprochen haben war abhängig von der Größe. Die Ticketgröße unserer ersten Business Angel Runde war 25.000 – 100.000 Euro. Da hatten wir auf der Bits & Pretzels Messe ein 30 Minuten Meeting mit einem Business Angel und da hat der Angel gesagt, dass er dabei ist.
Er hat sich zwei Fragen beantwortet: Glaub er an das Team und an die Idee.
So hat er die Entscheidung getroffen. Mit Business Angels war meine Erfahrung, dass wir maximal 30 Minuten gesprochen haben.

Als es etwas substanzieller mit dem ersten Fons (Point Nine) wurde, da war der zeitliche Aufwand etwas länger. Da hatten wir ein erstes Meeting, wo wir den Pitch gegeben haben. Dann hatten wir eine kleine Due Diligence in den Bereichen Product, Tech und Go-to-Market. Vielleicht waren das so 5 Stunden insgesamt.

Im Seed Bereich ist das schon so üblich, zumindest ist das meiner Erfahrung. Ich kann hier nur von meiner Erfahrung im B2B SaaS Bereich sprechen. Später wurde es natürlich auch ein bisschen mehr, als es zur Series A ging und auch jetzt zu unserer Series B. Da hat sich der zeitliche Aufwand immer etwas mehr intensiviert.

Außerdem hatten wir da natürlich auch mehr Daten und da können potenziell mehr Fragen draus entstehen. Am Anfang hat man noch nicht so viele Daten und deshalb können auch nicht so viele Fragen entstehen.“

Was war die überraschendste Frage, die euch Investor*innen gestellt haben?

Investor*innen haben meistens bestimmte Fragen, die sie Startups immer wieder stellen. Manche Fragen sollen dich als Gründer*in bewusst überraschen, damit du aus der Reserve gelockt wirst.

Versuche, alle Fragen transparent, offen und mit bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Du kannst davon ausgehen, dass dein Gegenüber schon sehr viele Gespräche mit Gründer*innen geführt hat und ausweichende Antworten und Unsicherheiten erkennt.

Doch was sind jetzt die überraschendsten Fragen von Investor*innen?

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
über überraschende Fragen von Investoren

Simon Lohmüller: „Was war die überraschendste Frage?
Das kann ich nur schwer beantworten und ich würde sogar sagen, dass keine überraschenden Fragen kamen. Wenn man 10-20 Investorengespräche geführt hat, dann hat man auch so ein Grundset an Fragen, die immer wieder gestellt werden. Man kennt diese Fragen und man weiß auch vorher schon, wo die kritischen Punkte sind.

Außerdem kennt man auch die Punkte, wo Investoren ganz besonders in die Wunde drücken und man bereitet sich entsprechend darauf vor. Wie haben wir das gemacht? Wir haben wirklich so einen Katalog zusammen geschrieben und dokumentiert, welche Fragen gekommen sind und welche wirklich kritisch waren.

So konnten wir möglichst schnell eine Antwort auf die Fragen geben. Es ist auch sehr wichtig, dass man auf solche Fragen direkt antworten kann und somit die Angst beim Investor rausnehmen kann.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über die überraschendste Frage eines potenziellen Investors

Christian Ritosek: „Die überraschendste Frage eines Investors war, ob ich für 100.000.000 Euro verkaufen würde oder nicht. Na ja, er wollte eben über mich lernen, ob ich es für das Geld mache oder ob ich jemand bin, der wirklich eine große Company aufbauen will. Wenn ein Fonds nur durch ein Unicorn Investment oder durch ein IPO sein Geld verdient und ich gesagt hätte, dass ich es natürlich für 100.000.000 Euro verkaufen würde, dann wäre dieser Investor direkt weg gewesen.“

Wer hat bei euch den ersten Pitch übernommen und warum?

Nicht das ganze Team muss beim ersten Pitch mit Investor*innen dabei sein. Es sollte jemand aus dem Team sein, der auch für Fundraising verantwortlich ist. Die Person kennt sich mit den allgemeinen Fragen am besten aus und kann die erste Kommunikation mit potenziellen Investor*innen übernehmen.

Wenn das Erstgespräch gut verlaufen ist, dann bietet es sich an, in Folgegesprächen die anderen Teammitglieder mit einzubeziehen und persönlich vorzustellen. Das hilft den Investor*innen dabei, ein besseres Gesamtbild zu bekommen. Außerdem können Detailfragen von den jeweiligen Experten im Team besser beantwortet werden.

Wie handeln erfahrene Gründer*innen?

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wer den ersten Pitch übernommen hat und warum

Simon Lohmüller: „Das Pitchen haben von Anfang an eigentlich ich übernommen. Ich bin auch gut aufgesetzt, was das Thema Fundraising und Kommunikation angeht. Ich glaube, diese Rolle übernimmt meistens einer der Geschäftsführer, der das machen sollte. Auf jeden Fall auch jemand, der ein bisschen zahlenaffin und auf der betriebswirtschaftlichen Seite unterwegs ist.

Das wird eher nicht der sein, der in einem Tech Startup eher auch der technischen Seite steht. Aus dem Grund war das von Anfang an meine Rolle und das war eigentlich auch allen klar. Das heißt aber nicht, dass ich das komplett alleine gemacht habe. Auch die anderen Gründer sind hin und wieder mal für einen Pitch eingesprungen, wenn ich keine Zeit hatte oder es doch mal in die technische Richtung ging.

Grundsätzlich muss man so viele Pitches wie möglich halten, um bei Investoren Sichtbarkeit zu generieren. Es ist aber nicht sonderlich schwer, so einen initialen Pitch zu bekommen. Das geht eigentlich sehr schnell, da sich Investoren grundsätzlich sehr viel anhören. Oft bekommt man dann direkt nach dem Erstgespräch die Absage, weil man merkt, dass es nicht passt.“

Wie hast du dich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet?

Vor dem allerersten Gespräch mit potenziellen Investor*innen sind die meisten Gründer*innen sehr nervös. Es geht um ihr Startup-Baby, welches sie nach vorne bringen wollen. Nur durch eine Finanzierungsrunde kann es in den meisten Fällen weitergehen, deshalb hängt alles davon ab.

Trotzdem darfst du nie vergessen, dass ein einzelnes Gespräch mit Investor*innen nicht über Erfolg oder Niederlage entscheiden. Du solltest gerade am Anfang mit so vielen Business Angels wie möglich sprechen, damit es nicht auf die Zusage eines Angels ankommt.

Business Angels streben einen hohen Deal-Flow an, um die besten Investitionsmöglichkeiten zu wählen. Das Gleiche solltest du mit Investor*innen machen! Führe so viele Gespräche wie möglich, um die am besten passenden Business Angels auszuwählen.

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
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InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
über die Vorbereitung seines allererste Investoren Gesprächs

Stephen Voss: „Ich denke, es ist ziemlich individuell, wie man sich auf das erste Gespräch mit Investoren vorbereitet. In meinem Fall war es so, dass ich am Morgen eine Runde laufen gegangen bin. Also erstmal ein bisschen Energie abbauen, weil man unheimlich nervös ist. Jeder kann erzählen, dass er da total abgebrüht und cool ist, ich würde aber sagen, dass 99 % das nicht sind.

Ich empfehle vor dem ersten Pitch etwas zu machen, was einen runterbringt und ablenkt. Von mir aus Musik hören, mit dem Hund gehen, ich bin laufen gegangen. Dann auch was ganz Banales, bitte vor dem Termin etwas essen. Also nicht auf nüchternen Magen, das habe ich nämlich nicht getan und dann kann man in so einem Gespräch durchaus mal in so ein kleines Loch fallen.

Ich war an dem Morgen zu aufgeregt und ich habe einfach nicht mehr ans Essen gedacht. Wenn du am Nachmittag dann einen Termin hast und ich bin in meinem Fall auch noch eine Stunde hingefahren und dann fehlt eben was.

Wirklich so die Basics beachten: Auf den Körper hören, eine Ruhe finden, etwas essen. Außerdem hat mir geholfen zu denken, dass ich da jetzt reingehe und es auch aufhören wird. Wirklich keine Angst vor dem Termin haben, weil wenn man drin ist, dann ist man drin und irgendwann ist die Stunde rum und man ist nicht gefangen.

Mit der Einstellung, dass es vorbeigehen wird und dass ich mich der Sache stellen muss, selbst wenn es nicht 100 % funktioniert, werde ich etwas lernen und kann es beim nächsten Mal besser machen. Ich glaube, das ist ganz essenziell.

Ich habe aus dem ersten Termin gelernt, dass man sich nicht zu sehr auf die Technik fokussieren sollte. Wenn der Laptop nicht funktionieren sollte, einfach weglegen und den Dialog führen. Man sollte sich dann nicht ablenken lassen, es ist gar kein Problem.

Wenn man in den Termin geht, informiert euch bitte vorher über euren Gesprächspartner. Was macht der? Was hat der vorher gemacht? LinkedIn ect., es gibt ja mittlerweile genug Quellen.

Außerdem im Termin reden und Pausen machen. Auch mal warten, bis der Nächste etwas sagt. Man muss seinen Gesprächspartner auch lesen und da wird man mit der Zeit auch besser. Wir haben in unseren Gesprächen gelernt, auch in den Augen zu lesen, ob das Gegenüber noch eine Frage hat oder ob es noch einen offenen Punkt gibt. Dafür sind die Pausen wichtig.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat

Christian Ritosek: „Wie sollten sich Gründer auf das erste Investorengespräch vorbereiten?
Ich habe tatsächlich den Investor, um den es ging, analysiert. Da habe ich YouTube-Videos geschaut und Blogbeiträge gelesen, um zu schauen, was das für eine Person ist. Auf was muss ich vielleicht im Pitch oder im Gespräch Wert legen? Ist das jemand, der sehr sales- oder produktlastig ist? Ist er eher ein zahlengetriebener und analytischer Mensch?

Für das allererste Gespräch habe ich es so gemacht und schon auch bei den Fonds, wo ich es für wichtig empfunden habe. Man hat ja immer so ein paar Fonds auf der Liste, bei denen man auf jeden Fall eine gute Figur machen will. Das wäre mein idealer Investor für die nächste Runde und mit dem habe ich mich schon vorher genauer auseinandergesetzt.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat

Simon Lohmüller: „Grundsätzlich muss man sagen, dass die ersten Investoren-Gespräche, die wir hatten, die waren noch sehr locker. Es war zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wo wir eigentlich noch nicht wirklich mit dem Fundraising gestartet haben. Deshalb war die Vorbereitung am Anfang auch sehr gering.

Wir sind da sehr offen in die Gespräche reingegangen und haben es eher als lockeren Austausch gesehen. Wenn es dann wirklich in die Richtung ging, dass wir den Pitch halten sollten, vor dem internen Team des Investors, dann hat man sich schon sehr intensiv darauf vorbereitet.

In diesen Pitch ist dann sehr viel Arbeit eingeflossen, man hat den natürlich einige Male vorher durchgesprochen, man hat den vor Kollegen gehalten, man hat sich überlegt, was falsch rüberkommen könnte und hat da schon geschaut, dass die Inhalte einfach stimmig sind und nichts fehlt.

Wir haben auch viel Rücksprache mit Coaches und Mentoren gehalten, haben uns da andere Meinungen eingeholt und haben uns dann relativ gut vorbereitet gefühlt.

Wir haben bei jedem Investor eigentlich so einen Grund-Check gemacht. Was gehört da dazu? Einerseits: In was hat der Investor bisher investiert? Passen die Startups, in die er bisher investiert hat, zu uns? Sind das ähnliche Bereiche und glauben wir, dass der Investor eine gewisse Expertise mitbringen kann?

Andererseits: Sind auch schon andere Startups in dem Portfolio, die einen Konflikt zu uns darstellen könnten? Das will man selbst nicht und das will auch meistens der Investor nicht. Auch dann fällt mal ein Investor raus und auch das ist uns mal passiert.“

Worauf achtet ein Business Angel im Erstgespräch mit den Gründer*innen?

Business Angels haben ganz verschiedene Gründe, warum sie in ein Startup investieren.
Klar ist nur, dass es viel mehr Startups gibt, die eine Finanzierung suchen, als Startups, die auch wirklich eine Finanzierung durch einen Business Angel oder Venture Capital Fonds bekommen.

Aus dem Grund scannen Angels ganz viele Pitch Decks, bis sie ein für sich relevantes Startup-Investment finden. Erst wenn das Pitch Deck überzeugt, kommt es zum Erstgespräch mit Gründer*innen.

Wie gehen sie dabei konkret vor und was sind ihre Kriterien?

Julius Göllner: Serial Entrepreneur & Investor
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Serial Entrepreneur & Investor
Julius
Göllner
über das Erstgespräch mit Startups

Julius Göllner: „Wie läuft ein Erstgespräch ab?
Ich denke, es hängt erstmal stark davon ab, wie viel Zeit ich mir für ein Erstgespräch nehme. Bei einem vollen Kalender sind es 30 Minuten. Wenn ein bisschen mehr Zeit ist, kann man in 60 Minuten auch noch ein bisschen mehr machen.

Um was geht es bei einem Erstgespräch für mich?
Ich habe das Pitch Deck schon gesehen und verstehe das Geschäftsmodell und den Markt schon in einer gewissen Art und Weise. Mir geht es im Erstgespräch darum, ein besseres Gefühl für das Gründerteam zu bekommen.

Wie mache ich das?
Ich steige meistens so ein, dass ich die Gründer:innen neben dem Pitch Deck auch über ihre unternehmerische Journey sprechen lasse. Wie sind sie ganz konkret zu dem Problem, welches sie jetzt lösen wollen gekommen? Das ist eigentlich ein lockerer Einstieg, weil es eine Erzählung aus der Vergangenheit ist. Nichtsdestotrotz gibt es da schon einen guten Anhaltspunkt, wie viel Vorwissen vorhanden ist. Wie groß vielleicht auch der Pain schon auf persönlicher Ebene war, wie viel Erfahrung die Gründer:innen haben und welche Industrie Insights auch da sind. Aus meiner Sicht ist das ein sehr guter Einstieg.

In Phase 2 geht es meistens um sehr detaillierte Fragen. Wo stehen sie in ihrer Journey? Wie machen sie Vertrieb? Haben sie schon Pilotkunden? Wie haben sie diese Pilotkunden bekommen? Was ist die Vision und Roadmap im Produkt? Da kann man je nach Business Model und je nach Stand, wo man investiert, unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Wenn mehr Zeit als eine halbe Stunde ist, dann würde ich mir auch den Stand des Produktes anschauen. Das ist innerhalb von 30 Minuten meist unrealistisch. Deshalb würde ich bei spannenden Kurzgesprächen einen weiteren Termin für das Produkt ansetzen. Wenn man aber merkt, dass verschiedene Aspekte nicht funktionieren, dann würde ich direkt im Gespräch oder in einem nächsten Gespräch den Gründer:innen erklären, warum es nicht weitergeht.

Meine Empfehlung ist da immer, es in persona zu machen, auch wenn es ein bisschen aufwendiger ist und nicht mit einer einfachen E-Mail.“

Business Angel Rahel Stichtenoth
Business Angel
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Business Angel
Dr. Rahel
Stichtenoth
darüber, was ihr im Erstgespräch mit Gründern wichtig ist

Dr. Rahel Stichtenoth: „Für mich als Business Angel ist mir im Erstgespräch wichtig, dass ich einen Eindruck von euch als Gründer bekomme. Da sind mir folgende Dinge wichtig:

1. Wie seid ihr auf eure Ideen gekommen?
2. Warum habt ihr gegründet?
3. Was wollt ihr mit eurem Startup erreichen?

Dabei ist wichtig, dass ich authentisch rüberkommt und ehrlich seid. Überall gibt es Probleme und die kann man auch mal adressieren. Ich mag es persönlich nicht, wenn alles wunderbar ist und mir sonstige Pläne an den Himmel gemalt werden, die ich den Gründern aber nicht abnehme.

Noch eine Ergänzung für das zweite Gespräch. Also wenn irgendetwas im zweiten Gespräch aufkommt, was nicht mit dem ersten Gespräch übereinstimmt.

Ich finde, wenn ihr für eure Idee brennt, dann könnt ihr es so rüberbringen und euch relativ entspannt darüber unterhalten und möglichst authentisch sein.“

Funktionieren digitale Pitches?

Während der Corona-Pandemie mussten viele Gründer*innen und Investor*innen auf digitale Pitches zurückgreifen. Der große Vorteil daran ist, dass es weniger Zeit für alle Beteiligten kostet.

Gerade ein Erstgespräch kann in einem Video-Call innerhalb von 30-60 Minuten abgehalten werden. Für ein erstes Kennenlernen ist es so voll ausreichend. Wenn auf beiden Seiten Interesse besteht, können Folgegespräche in Person stattfinden, um sich noch besser kennenzulernen.

Was sagen Gründer*innen zu digitalen Pitches?

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, ob digitale Pitches funktionieren

Simon Lohmüller: „Dazu muss ich sagen, dass bei uns nahezu alles digital war. Bei uns lag der Fundraising-Prozess in der Corona-Lockdown-Zeit, wo sämtliche Präsenzveranstaltungen heruntergefahren wurden. Wir haben fast ausschließlich virtuell gepitcht und Präsenzveranstaltungen und Begegnungen waren erst, wenn wir mit einem Investor schon ein bisschen weiter waren.“

Zu welchen zeitlichen Anteilen waren bei euch alle Gründer*innen ins Fundraising involviert?

Nicht alle Teammitglieder sollten zu sehr ins Fundraising involviert sein, da sonst zu viele zeitliche Ressourcen gebunden werden. Eine Gründer*in sollte das Zepter beim Fundraising in die Hand nehmen, alles organisieren und die ersten Gespräche führen.

Bei detaillierten Gesprächen, Verhandlungen und Finalisierungen sollten dann alle Gründer*innen beteiligt sein. So stellt man sicher, dass auch alle mit den Plänen einverstanden sind.

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie der zeitliche Anteil der einzelnen Gründer:innen im Fundraising verteilt ist

Christian Ritosek: „Ich owne den Fundraising-Prozess und bin der Contact für die Investoren. Meistens ist es so, dass ich den ersten Pitch mache und ich versuche es immer so 80/20 zu machen. Also, dass ich 80 % zeitlich involviert bin und 20 % macht das Team.

Den ersten Pitch mache ich eigentlich alleine und dann gibt es ja noch eine zweite Session, in der man dann auf Product, Tech und Go-to-Market eingeht. Da hole ich dann das Team mit hinzu, sodass die Investoren in zwei Calls schon das gesamte Management kennengelernt haben.

Mit der Strategie waren wir immer sehr erfolgreich, jeder Investor hat gesagt, dass es auch sehr schön war, das gesamte Team in einem so frühen Zeitpunkt kennenzulernen.“

Über welche Kanäle habt ihr erfolgreich Investor*innen gefunden?

Wo und wie findest du am besten Startup-Investor*innen? Im Folgenden verraten dir Gründer*innen, was in der Praxis wirklich funktioniert!

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über erfolgreiche Kanäle, um an Investoren zu kommen

Christian Ritosek: „Folgende Kanäle sind am erfolgreichsten:

Netzwerk: Man muss schauen, dass man über das Netzwerk an die Investoren kommt. Das können Business Angels sein oder andere Gründer:innen, die dann die Intros machen. Damit haben wir zu 95 % unsere Investoren gewonnen.

Messen: Was bei uns auch funktioniert hat, waren Messen, vor allem die Bits & Pretzels. Da haben wir mit ganz vielen Investoren gesprochen und 2-3 haben am Schluss auch investiert.

Inbound Leads: Dann ist die Company größer geworden und es kamen viele Inbound Leads. Da haben Investoren gesehen, dass andere Investoren bei uns investiert haben und wollten dann ebenfalls investieren. Als Lightspeed und Point Nine bei uns investiert hatten, dann war meine E-Mail Inbox plötzlich ganz voll.

In den jetzigen Runden ist auch wieder das Netzwerk entscheidend. Die Investoren sprechen auch untereinander über ihre Portfolios und so kommen auch neue Leads zustande. Also: Netzwerk über alles!

Definitiv haben Investoren Signalwirkung und wir haben die bei uns auch in Tier 1 und Tier 2 Investoren sortiert. Investoren mit einem guten Ruf bringen dann auch wiederum ein gutes Netzwerk mit anderen Investoren mit. Beispielsweise ist Point Nine einer der besten SaaS Investoren in Europa.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
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InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
über erfolgreiche Kanäle für den Fundraising-Prozess

Stephen Voss: „Es ist eine schwierige Frage, über welche Kanäle man die richtigen Investoren findet. Ich glaube, ein Großteil hängt davon ab, wie das eigene Netzwerk ist und welche Leute man kennt. Ich kann jetzt keinen einzelnen Kanal benennen. Bei uns war das so, dass wir in der Branche waren und es immer mal wieder Unternehmen gibt, die in die Branche investieren.

Also haben wir mit Bekannten aus der Branche gesprochen und der Bekannte kennt vielleicht gerade einen Investor, der gerade anfängt, in den Bereich zu investieren. So hat es sich bei uns ergeben. Ich hatte Termine in Frankfurt und in München, wo wir mit einem Investor gesprochen haben. Der hat nicht in uns investiert, er hat aber wiederum jemanden gekannt, der vielleicht Interesse an uns hat.

Es ist eine Mischung aus Netzwerk, guter Einführung und bei gescheiterten Gesprächen nochmal nachzuhaken, ob es vielleicht für jemand anderes passt.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, welche Kanäle am erfolgreichsten für die Investorensuche sind

Simon Lohmüller: „Es hat überhaupt nicht funktioniert, wenn wir selbst Investoren angeschrieben haben. Wir haben das versucht und ca. 20-30 VCs angeschrieben. Bei den meisten haben wir keine Antwort bekommen. Auf der Webseite der VCs kann man häufig irgendwelche Kontaktformulare ausfüllen und das Pitch Deck hinschicken.

Letztendlich muss man aber immer bedenken, dass nur das Pitch Deck und der erste kurze Eindruck darüber entscheidet, ob ihr einen ersten Call bekommt oder nicht. Das hat bei uns überhaupt nichts gebracht.

Was bei uns viel besser funktioniert hat, waren Empfehlungen von einem Investor auf einen anderen Investor. Oft haben wir auch die Rückmeldung bekommen, dass ein Investor gesagt hat, dass wir nicht in sein Portfolio passen, aber er jemanden Passendes kennt. So kam die Empfehlung zustande und das ist immer ein tolles Eintrittstor.

Außerdem hat uns BayStartUP sehr gut unterstützt. Die haben ein sehr großes Investoren-Netzwerk. Über BayStartUP sind wir auch auf die VentureCon gekommen, eine Investorenkonferenz, wo man Kontakte knüpfen konnte. Außerdem haben wir von BayStartUP einen großen Pitch organisiert bekommen, vor knapp 20 Business Angels.

Das Netzwerk von BayStartUP bekommt das Pitch Deck von vielen Startups zugeschickt und die Business Angels können dann vorher überlegen, ob sie sich in den Call mit reinsetzen wollen oder nicht. So erhält man eine große Reichweite, weil man gleich mit 20 Investoren redet.

Im Nachgang kommen dann doch einige Business Angels auf einen zu, die diese Gespräche noch einmal vertiefen wollen.

Das Pitch Deck ist wirklich nur ein erster kurzer Eindruck und da spielt das Team eine große Rolle. Die Investoren wollen das Team hinter dem Startup kennenlernen und das geht nicht nur durch ein Pitch Deck. Das kalte versenden von Pitch Decks hat uns beim Fundraising nicht geholfen.“

Wie transparent sollte man gegenüber möglichen Investor*innen sein und warum?

In einem Team aus Business Angels und Gründer*innen kann es immer zu Konflikten kommen. Ein gutes Team gestaltet diese Konflikte positiv, offen und transparent. Damit Krisen gemeistert werden können, müssen Probleme direkt angesprochen werden. Das hilft dabei, ein Vertrauensverhältnis innerhalb des Teams aufzubauen, damit auch entsprechende Hilfe geleistet werden kann.

Damit ein Krisenmanagement aber erfolgreich sein kann, muss von Anfang an eine offene und transparente Kommunikation bestehen. Das ist das Fundament der Beziehung zwischen Investor*innen und Gründer*innen.

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
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InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie wichtig Transparenz gegenüber den Investoren ist

Stephen Voss: „Dirk und ich glauben an die maximale Transparenz. So haben wir es immer aufgebaut. Das ist vielleicht ein Modell, dass nicht zu jedem passt. Für uns war es aber von Anfang an wichtig, ehrlich, authentisch und transparent rüberzukommen. Wir haben keine Show vorgespielt und das sind wir auch nicht.

Es gibt Leute, die mit einer starken Persönlichkeit mit jedem Produkt durch jeden Pitch rennen können. Das sind ganz starke Verkäufer-Persönlichkeiten. Wir wollten von Anfang an einen unheimlich modernen, technisch basierten, digitalen Versicherer aufbauen, aber immernoch einen Versicherer. Das ist eine klassische Sparte, auch wenn wir alles ganz modern und digital machen.

Dazu gehört beim Versicherer auch dazu, dass er reguliert ist und daher verbietet es sich für uns von vornherein schon die Show. Das ist bei einem Versicherer nicht passend. Ein Kunde möchte zwar ein modernes Antlitz, ein tolles Interface und Kommunikation. Aber er möchte eigentlich nicht belabert werden und irgendwas vorgegaukelt bekommen.

Aus dem Grund ist es mir sehr wichtig, authentisch zu sein, auch wenn man einen Dialekt hat, den nicht zu unterdrücken. Das macht keinen Sinn und es fällt auf. Da möchte ich jetzt auch alle ermutigen, die einen Dialekt haben, nutzt den. Der macht charmant, der macht authentisch und echt.

Deswegen einfach nett und freundlich rüberkommen und nicht versuchen, etwas zu sein, was man nicht ist. Ich denke da immer an den Song “The Great Pretender” von Freddie Mercury. Pretenden ist halt nicht, am Schluss kommt es raus.

Es kommt sicher auch auf die Branche an. Wir sind in einer sehr zahlgetriebenen Branche und da lässt sich keine Show abziehen. Am Schluss zählen die Ergebnisse. Man darf auch nicht vergessen, dass es auch Meilensteine mit den Investoren gibt, die man erreichen muss.

Wenn ich in einem Pitch etwas erzähle, was ich nicht erreichen kann, wird es mich später einholen, weil sich der Investor sehr gute Notizen macht. Im Zweifel gibt es ein Agreement, wo schon Meilensteine drinstehen. Dann reißt man die Meilensteine und das ist sehr schmerzhaft, bishin zum Verlust der eigenen Idee.

Da kann ich nur darauf hinweisen, dass man im Pitch nicht übertreiben sollte. Da sollte man transparent sein, weil sonst steht da ein Meilenstein im Vertrag, den man nicht erfüllen kann.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über die Wichtigkeit von Transparenz gegenüber Investoren

Christian Ritosek: „Ich kann nur sagen, dass man 100 % transparent sein sollte. Man sollte auch keine Leichen im Keller haben. Abgesehen davon, dass man Garantien in den Funding-Verträgen abgibt.

Mit einem Investor geht man wie eine Beziehung ein. Jede Beziehung kann nur funktionieren, wenn man offen, transparent und ehrlich ist. Man sollte natürlich in den Pitches verkaufen können, aber nicht lügen. Man sollte auch offen und ehrlich mit Fu**-Ups umgehen, weil in einem Startup nie alles rund läuft.

Investoren verstehen das, und im Idealfall sind es Learnings, die man gemacht hat. Investoren wollen auch gerne sehen, was die Gründer:innen aus Fehltritten in der Vergangenheit gelernt haben.

Mein Tipp ist: Seit 100 % transparent!“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie transparent man zu Investoren sein sollte

Simon Lohmüller: „Da kann ich nur zu maximaler Transparenz raten. Wenn ihr irgendetwas verheimlichen wollt, das kommt am Ende sowieso raus. Man muss sämtliche Dokumente zum Unternehmen abliefern und es bringt nichts, das Vertrauensverhältnis schon vorab zu beschädigen, selbst wenn man damit vielleicht durchkommt und die Runde abschließen kann.

Wenn es irgendwelche Leichen im Keller gibt, dann wird es früher oder später rauskommen. Es sollte ja auch nach Abschluss der Finanzierungsrunde ein vertrauensvolles Verhältnis sein und darauf sollte man bauen. Wir waren immer absolut ehrlich und transparent und das hat uns definitiv nicht geschadet.

Man kann den Investoren auch seine Schwächen erzählen und ich glaube, das ist durchaus gewollt, weil auch Investoren wissen, dass kein Startup von Anfang an perfekt ist. Es gibt immer irgendwelche Schwächen und wenn es die Schwächen nicht gäbe, dann bräuchte man wahrscheinlich keinen Investor.“

Wie geht man mit einem "Nein" im Fundraising um?

Natürlich ist ein “Nein” im Fundraising nicht schön. Trotzdem hängt dein Erfolg für die Funding-Runde nicht von dem einen Gespräch ab. Versuche das Beste aus dem “Nein” herauszuholen. Frage die Investor*in nach Feedback und warum sie nicht investieren.

Mache danach einfach weiter und versuche dich stetig zu verbessern!

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie Gründer mit der Frustration beim Fundraising umgehen sollten

Simon Lohmüller: „Grundsätzlich sollte man sich immer mehrere Optionen offen halten. Das ist jetzt vielleicht leicht gesagt, wenn man nicht mehrere Optionen hat, dann kann die Frustration umso höher sein. Außerdem sollte man sich immer fragen, was bisher grundsätzlich falsch gelaufen ist. Warum bin ich bei diesem Investor nicht gut angekommen? Was kann ich beim nächsten Mal besser machen?

Oft bekommt man von den Investoren ein sehr ehrliches Feedback. Gerade diese ehrliche Kritik sollte man in seinen Überlegungen mit einfließen lassen. Daran sollte man wachsen und ich kann nur sagen, dass es völlig normal ist, wenn man bei 50 Investorengesprächen 48,49 Absagen zu bekommen.

Man hört immer von diesen fantastischen Erfolgsgeschichten, wo sich die Investoren um das Startup reißen, aber das sind eben die seltenen Fälle, die in den Medien sehr breitgetreten werden. Ich würde behaupten, dass es nicht der Standardfall ist. Man sollte sich nicht an diesen extremen Erfolgsgeschichten messen und dadurch den Druck rausnehmen.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
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InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie er mit „Neins“ umgeht

Stephen Voss: „Das “Nein” beim Fundraising ist natürlich schwierig, weil es ja um sehr viel geht. Es geht um ein Unternehmen, da hängen wahrscheinlich auch Mitarbeiter dran und deshalb ist ein Nein immer schwierig.

Unser Ansatz war immer viele Termine zu haben, dass es nicht nur auf einen Termin ankommt. Wir haben auch Pitches vor Investoren gemacht, die vielleicht nicht ideal gepasst haben. Da sollte man wirklich einfach machen und man lebt auch ein Stück weit von der Quantität und die Qualität kommt dann von alleine, weil man von den Terminen lernt und das eine Nein dann nicht so schlimm ist.

So wird man besser und es führt auch zu mehr Fokus. Aus unserer und meiner Sicht ist das ganz wichtig. Es ist nicht der eine Termin, der jetzt klappen muss. Sondern der eine Termin ist wichtig und das wäre auch ein toller Partner, aber wir haben auch noch viele andere Termine.

Da sollte man in dem Flow bleiben. Wir haben auch nach unserem finalen Termin weitere Termine gemacht. Warum? Du weißt nie, ob jemand abspringt.

Das Thema “Nein” haben wir auch nachgefragt, wo wir es konnten. Man bekommt auch manchmal eine E-Mail, wo man nicht nachfragen kann. Das ist auch ein Thema, womit man umgehen muss.

Wir haben nachgefragt und die Antworten gingen von A-Z. Zum Beispiel waren die potenziellen Investoren nicht vom Konzept überzeugt oder fanden die Konkurrenz zu groß. Da gibt es viele Antworten, auf die man sich wieder einstellen kann. Manchmal gibt es auch die Antwort, dass man es den Personen nicht zutraut. Das ist dann sehr persönlich und kann auch mal eine Zeit lang wehtun.

Damit muss man auch umgehen können, aber wir sind ja auch nicht zu allen immer kompatibel und da komme ich wieder auf den Punkt zurück, mehrere Termine zu machen. Ihr müsst auch nicht jedes Gegenüber mögen. Wir hatten auch Termine, wo wir danach gesagt haben, dass sie nicht zu uns passen. Auch das muss man lernen und man muss auch selber “Nein” sagen können.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über „Neins“ im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Im Fundraising bekommt man in der Tat viele “Neins”. Es ist ja ein ganz normaler Sales Prozess, ein Funnel, man spricht viele Fonds und Business Angels an und am Ende bleiben eine Handvoll übrig, die dann investieren wollen. Gerade bei US-VCs ist immer im ersten Pitch alles Awesome und Great. Es ist dann wirklich frustrierend, wenn man ein richtig gutes Gefühl nach einem Pitch hatte und dann die Absage kam.

Auf der anderen Seite hatte ich auch Pitches, die ich furchtbar fand und dann gab es eine Zusage oder einen zweiten Call. Ich denke, man muss akzeptieren, dass man ein “default no” bekommt. Man sollte in einen Call mit der Erwartung gehen, dass der Investor ein Nein im Kopf hat und dieses Nein muss man in ein Ja verwandeln. Das ist eine ganz gute Strategie, weil wenn man ein Nein erwartet, dann hat man gar nichts verloren.

In jedem Nein steckt auch viel Feedback und gute Investoren geben auch sehr fundiertes Feedback. Man bekommt natürlich auch oft Absagen nach dem Motto: Es ist zu früh oder sonst was. Damit kann man wenig anfangen, aber da kann man nochmal nachfragen. Warum investiert ihr wirklich nicht und was hat euch gestört?

Damit bekommt man dann auch häufig sehr gutes Feedback. Zum Beispiel, dass der Markt zu besetzt ist und es zu großen Wettbewerb gibt oder der USP noch nicht klar ist. Also wenn man das Feedback nicht aktiv vom Fonds bekommt, dann sollte man es aktiv einfordern.“

Wie verhandeln Business Angels die Bewertung?

Die Bewertung in der frühen Phase ist immer ein sehr spannendes Thema, lässt sie sich ja nicht einmal halbwegs objektiv herleiten wie in späteren Phasen.

Was die Erfahrungen von Gründern und Angels dazu sind, erfahrt ihr hier.

Julius Göllner: Serial Entrepreneur & Investor
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Serial Entrepreneur & Investor
Julius
Göllner
über die Startup-Bewertung

Julius Göllner: „Die Bewertungsverhandlung ist in so einer frühen Phase in Summe ein schwieriges Thema, weil da viele Faktoren mit reinspielen. Das ist als Erstes die generelle Marktsituation. Mitte 2021 war sicher eine andere Marktsituation als Mitte 2022. Dann ist an den Markt angeschlossen eine gewisse Angebots- und Nachfragesituation entscheidend. Wenn es eine starke Nachfrage nach dem Deal gibt, dann sind die Gründer:innen in einer viel stärkeren Verhandlungsposition.

Der Markt gibt auch ein bisschen eine Reverenz. Eine Pre-Seed-Runde in einem bestimmten Vertical FinTech, mit einem Gründerteam, dass nicht zum ersten Mal gründet hat, hat einen anderen Referenzpunkt als First-Time-Founder ohne Vorerfahrung in dem Vertical.

Das heißt, dass es da keine so richtige abschließende Antwort darauf gibt. Wenn ich denke, dass die Bewertung nicht mit Marktreferenzen gewährleistet ist, dann würde ich einfach mit dem Team ein offenes Gespräch suchen, wie in jeder anderen Verhandlung auch. Da würde ich sagen, aus welchen Gründen ich die Bewertung zu hoch ansehe. Dann ist auch immer die Frage, wie viel inhaltlichen Mehrwert ich liefern kann und wie Relevant ich für das Gründerteam bin.

Wenn ich in den Gesprächen aufzeigen konnte, dass ich neben dem Kapital wirklich ein Mehrwert für das Team bringen kann, dann steigt natürlich auch meine Wertschätzung im Team. Dann ist das Team auch häufig bereit, über den Listenpreis hinaus einen Discount zu geben.

Natürlich gibt es auch andere Faktoren wie zum Beispiel ein VC, der schon eine klare Bewertung festgesetzt hat. Das ist ein sehr komplexes Gebilde und wenn es eine Möglichkeit der Verhandlung gibt, würde ich die auch wahrnehmen, in dem Moment, wo ich der Meinung bin, dass sie im Marktvergleich überpreist sind.“

Wie funktioniert die Due Diligence aus Sicht von Gründer:innen?

In einer Due Diligence wird ein Startup genau analysiert und bewertet. Solche Prüfungen werden insbesondere im Rahmen von Transaktionen der Unternehmensanteile durchgeführt. Das hilft den Business Angels beim Auswahlprozess der Startups, damit sie genau wissen, auf was sie sich bei dem Investment einlassen.

Was sagen Gründer*innen zur Due Dilligence?

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie ein Business Angel die Due Diligence macht

Christian Ritosek: „Dadurch, dass noch nicht so viel da ist, investiert ein Business Angel auch viel nach Bauchgefühl und ob er generell an die Idee und das Konzept glaubt. Ist das ein Markt, mit dem er sich identifizieren kann. Auch, ob er das Problem und die Lösung versteht und erkennt.

Der zweite wichtige Punkt ist, ob er an das Team glaubt. Ein Business Angel hat ja auch Erfahrung und war vielleicht schon Unternehmer oder Unternehmerin. Der Angel kann sich die Frage beantworten, ob er es dem Team zutraut oder nicht. Ist jemand im Team gut in Product, jemand gut in Sales und darauf fällt er oder sie dann ihre Entscheidung.“

Wie funktioniert die Due Diligence aus Sicht von Business Angels?

Bei der Due Diligence sollten Business Angels zum Beispiel folgende Fragen klären:
– Wer führt das Unternehmen?
– Was wird wo und wie verkauft?
– Wie hat sich das Unternehmen bisher entwickelt?
– Wie sieht die weitere Unternehmensplanung aus?
– Wie ist der rechtliche Status Quo?

Was ist Business Angels bei der Due Dilligence noch wichtig?

Business Angel Joakim Nägele
Business Angel aus Hamburg
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Business Angel aus Hamburg
Joakim
Nägele
über den Auswahlprozess und die Due Diligence

Joakim Nägele: „Was man sich wirklich anschauen sollte, ist der Markt und das Geschäftsmodell, um zu bewerten, ob das Geschäftsmodell im Marktumfeld Wachstumspotential hat. Was aber noch wichtiger ist – und das hat sich bei mir immer stärker gefestigt – sind die Gründer, ihre Herkunft, ihre Interessen, ihre Kompetenzen usw.

Am Ende können Gründer das beste Geschäftsmodell haben – wenn sie nicht in der Lage sind, die Operations zu stemmen und das Geschäftsmodell wirklich in der täglichen Arbeit erfolgreich umzusetzen, dann nützt auch die beste Geschäftsidee nicht.

Ich habe eben auch noch einmal bewusst gesagt ‚Herkunft und Interessen der Gründer‘. Es gibt auch Gründer, die durchaus von ihren Fähigkeiten her sehr gut sind, sich dann aber anfangen zu streiten, andere Interessen zu entwickeln usw. Darauf sollte man sehr stark achten, sich nicht vor Euphorie blenden zu lassen, sondern sich ganz genau, mit wem man es zu tun hat.

Ich habe keine ausgedruckte Checkliste, weil ich neun Jahre M&A gemacht und mehrere Jahre in Startups investiert habe. Insofern kommt das ein bisschen von innen heraus. Da gibt es schon Checklisten, die man nutzen kann. Man darf aber einfach nicht vergessen, sich auf die eigene Erfahrung und Intuition zu besinnen, mal nach innen zu horchen und fühlen, ob man damit ein gutes Gefühl hat – vor allem was die Gründer angeht.“

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über die Due Diligence bei Startups

Olaf Stichtenoth: „Es ist natürlich so, wenn ich blind in den Markt investiere, wie ich es zum Beispiel am Aktienmarkt machen kann, dass ich als Business Angel wahrscheinlich keinen Erfolg haben werde. Wenn ich als Business Angel erfolgreich sein will, dann muss ich genau schauen, in welches Unternehmen ich investiere. Je nach Phase sind da sehr unterschiedliche Faktoren entscheidend. Das Team ist immer entscheidend und bei vielen Investments, die ich gemacht habe, gab es eben eine Idee und das Team. Eine Idee ist relativ wertlos und man bekommt die gleichen Ideen als Business Angel relativ häufig auf den Tisch.

Also stellt sich die Frage, ob das Team hinter die Idee das beste Team zur Verwirklichung dieser Idee ist, um mir als Business Angel einen positiven Return zu bringen. Deswegen ist für mich der erste und wichtigste Punkt immer das Team. Und dann natürlich schauen, ob der Markt dafür da ist, haben die eine Vorstellung von Marketing, aber das sind eigentlich alles nachgelagerte Faktoren.

Ich würde jedem raten, erst mal aufs Team zu achten. Wenn das Team auseinanderfliegt, ist mir auch schon passiert, dann hat man meistens größere Probleme zu lösen.

Die Due Diligence ist aus meiner Sicht ein Thema, was bei Startup-Investments oft nicht strukturiert stattfindet und regelmäßig auch nicht stattfinden kann. Due Diligence ist eine Methode, um sein eigenes Risiko zu verringern. Im Venture Capital Bereich sollte es so sein, dass in jeder weiteren Runde das Risiko geringer sein sollte. Das ist auch etwas, was für die Gründer wichtig ist zu verstehen. Es heißt zwar Venture Capital Fonds, aber die Leute sind eher Risikoavers, da sie in späteren Runden reingehen. Business Angels können am wenigsten Risikoavers sein, da sie als Erstes ins Unternehmen reingehen. Als Business Angel ist es sehr schwierig, mit den begrenzten Mitteln eine vernünftige Due Diligence zu machen.

Deswegen denke ich, dass sehr viele Business Angels sagen, dass sie eine Due Diligence machen, aber tatsächlich vertrauen die meisten auf ein Bauchgefühl. Ich mache das auch so, da bin ich ganz ehrlich. Ich schaue mir natürlich den Finanzplan an und überlege, ob ich dem glaube, aber darin steckt es ja schon. Ob ich die Sachen glaube und nicht, ob die Sachen tatsächlich stimmen. Man kann sich natürlich die Unterlagen anschauen, die das Unternehmen bereitstellt und mal den Handelsregisterauszug ziehen. Also eine Basis Due Diligence durchführen, aber die richtige Due Diligence entsteht für mich als Business Angel durch die Gespräche mit den Gründern.“

Business Angel Beate Fastrich
Business Angel aus München
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Business Angel aus München
Beate
Fastrich
über einen guten Auswahlprozess und Due Diligence

Beate Fastrich: „Ich bin relativ strukturiert, wie ich an dieses Auswahlverfahren herangehe. Ich habe meine Punkte, die ich prüfe. Das ist natürlich das Team, und das auch an erster Stelle. Aber sehr wichtig ist für mich natürlich auch das Produkt bzw. der Service sowie der Markt, den es dafür gibt – und der Wettbewerb. Wenn ich einmal beispielsweise von der Technik nicht so viel verstehe, dann schauen ich auch mal, ob vielleicht ein anderer Angel dabei ist, der sich besser auskennt und das bereits geprüft hat.

Bei den ganz jungen Startups ist natürlich eine Legal Due Diligence nicht so wichtig, aber auch da muss man einmal draufschauen.

Das wichtigste ist aber wie gesagt das Team – und da kommt dann auch das Bauchgefühl mit in die Entscheidung. Dabei sollte man sich nicht nur die einzelnen Player im Team anschauen, sondern auch, wie das Team zusammenspielt. Das ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist, auch mal mit allen zusammen zu sprechen, um die Interaktion zwischen den Teammitgliedern beobachten zu können.

Am Anfang ist mein Prozess also sehr strukturiert, aber am Ende auch mit einer guten Portion Bauchgefühl, vor allem über die Zusammenarbeit mit dem Team. Ein Business Angel Investment ist ja auch eine längerfristige Bindung und die muss auch persönlich passen.“

Business Angel Björn Jopen
Business Angel & Serial Entrepreneur
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Business Angel & Serial Entrepreneur
Björn
Jopen
über seine Art Pitch Decks zu prüfen und eine Investment-Entscheidung zu treffen

Björn Jopen: „Ich habe so ein Learning für mich selbst, wie ich Businesskonzepte bzw. Pitch Decks anschaue.

Als erstes frage ich mich natürlich, ob mich das Thema an sich anspricht. Wenn das so ist, dann schreibe ich dem Gründerteam so 8-10 ganz unterschiedliche Fragen – dafür brauche ich vielleicht so eine halbe Stunde.

Dann ist für mich das erste Feedback krass wichtig: wie lange brauchen die Gründer zum Antworten, wie antworten sie und wie setzen sie sich mit mir in Verbindung. Und wenn ich dann noch ein gutes Gefühl habe, ist das für mich als Business Angel ein ganz gutes Zeichen, dass ich da tiefer einsteigen kann.

Und ehrlich gesagt bin ich dann sehr schnell, weil ich gelernt habe, dass die gut laufenden und interessanten Investments sehr schnell voll sind. Wenn du dann noch groß ein eine tiefe Due Diligence einsteigst usw., dann ist das Investment zu.

Wenn ich da also ein gutes Gefühl habe, dann mache ich meistens eigentlich nur noch einen Call mit 1-2 Gründern, schaue mir noch mal die Unterlagen und sage dann innerhalb von 3-4 Tagen zu.

Die Schnelligkeit, bei guten Investments zügig zuzusagen und dabei keine Angst zu haben, auch mal einen Fehler zu machen, ist extrem wichtig.“

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über den Auswahlprozess und die Due Diligence

Robert Sünderhauf: „Als Business Angel investiert man ja in der Regel sehr früh. Daher ist für mich der erste Schritt im Auswahlprozess die Frage, über welchen Kanal die Idee zu mir kam. Kam sie über jemanden, von dem ich weiß, dass er Ahnung hat und gut Arbeit macht? Das ist natürlich ein Pluspunkt.

Als nächstes schaue ich natürlich auf die Idee: verstehe ich die und glaube ich daran, dass da etwas sein könnte? Wie groß könnte der Markt sein?

Dann schaue ich sehr schnell, wie das Team aussieht. Hat das Team Drive und die Lust, etwas Großes zu bauen? Habe ich den Eindruck, dass Team kann auch einmal leiden? Es wird schließlich sehr schnell passieren, dass Pläne sich nicht so realisieren, wie man es geplant hat. Findet dieses Team dann eine Lösung, bleibt dran

Business Angel Rahel Stichtenoth
Business Angel
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Business Angel
Dr. Rahel
Stichtenoth
über einen guten Auswahlprozess und Due Diligence

Dr. Rahel Stichtenoth: „Für mich steht bei der Auswahl eines Start-ups das Bauchgefühl an erster Stelle. Das ist in ganz vielen Bereichen im Leben so, dass man darauf hören sollte, das habe ich so über die Jahre gelernt, und so gehe ich auch an neue Start-ups heran. Sind mir die Gründer sympathisch? Das ist total wichtig. Sind sie flexibel? Hören sie auch mal zu? Sind sie engagiert? Brennen sie für ihre Idee? Wie funktioniert das?
Auf der anderen Seite hat man natürlich die Idee, die das Start-up verfolgt und auch den Markt, was eine große Wichtigkeit hat. Finde ich das interessant? Gibt es einen Markt? Kann ich mir vorstellen, dass das Start-up damit groß werden kann? Das spielt natürlich auch immer eine Rolle.

Aber wie gesagt, an erster Stelle stehen die Gründer. Wie funktionieren Sie als Team? Sind sie harmonisch? Sind verschiedene Bereiche abgedeckt? Ich spreche auf jeden Fall mit dem CEO des Start-ups oder demjenigen, der sich um die Investments kümmert. Da muss erstmal alles stimmen. Ich muss das Gefühl haben, dieser Person traue ich zu, eine Firma aufzubauen, groß zu machen, auch neue Investitionsrunden auf die Beine zu stellen, denn das ist ein ganz wichtiger Punkt bei Start-ups, das ist mir irgendwann bewusst geworden, dass sie eigentlich über Jahre damit zu tun haben werden, immer wieder neue Runden vorzubereiten, mit potenziellen Investoren zusprechen, sie zu überzeugen, das läuft im Hintergrund mit. Dann gucke ich mir die Finanzplanung an, das ist für mich eine ganz wichtige Sache, das steht aber an nächster Stelle. Wenn ich alles soweit interessant finde und ein bisschen Vertrauen aufgebaut ist, dann geht es darum, sich mal die Finanzplanung anzugucken. Aus der kann man unglaublich viel ablesen.

Wie ist das Geschäftsmodell? Wie ist die Planung? In welchen Bereichen sollen Ausgaben getätigt werden? Wo werden Mitarbeiter eingestellt? Was für einen Fokus gibt es auf Marketing und Sales. Ist das Ganze wirklich Skalierbar? Viele Start-ups wollen skalierbare Geschäftsmodelle erarbeiten, teilweise ist es aber gar nicht skalierbar, man sieht dann anhand der Finanzplanung, dass das Wachstum auf lediglich immer mehr Sales-Mitarbeitern beruht, und das ist für mich kein skalierbares Geschäftsmodell. Wie viel Geld wird insgesamt gebraucht? Wie lang ist die Runway der ersten Angel-Runde? Wann gibt es ein Break-even? Es kommt eigentlich alles daraus hervor, und ich kann vorab nicht sagen, das ist jetzt gut, das ist jetzt schlecht, so müssen die KPIs aussehen, sondern das ist ein Zusammenspiel aus den verschiedenen Sachen.
Das ist eine ganz individuelle Sache für jedes Start-up, wo man einfach eintaucht und guckt. Ist das Ganze plausibel oder sehe ich irgendwo einen Bruch? Dann kann ich darüber mit den Gründern sprechen, das als Feedback geben und gucken, wie sie darauf reagieren.“

Business Angel Nikolaus D. Bayer
Business Angel des Jahres 2020
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Business Angel des Jahres 2020
Nikolaus D.
Bayer
über seinen Auswahlprozess bei Startup-Investments

Nikolaus D. Bayer: „Am Anfang steht natürlich in irgendeiner Art die Kontaktaufnahme. Man bekommt als Business Angel zum Beispiel eine E-Mail mit einem Pitch Deck und einem Unternehmensprofil zugesandt. Das schaue ich mir an und bilde mir eine erste Meinung.

Dann möchte ich eigentlich direkt mit den Gründern sprechen im nächsten Schritt, zum einen um meine initialen Fragen loszuwerden, zum anderen aber auch, um ein Gefühl für das Gründerteam zu bekommen. Wie ticken die? Wie gut passen die zu mir vom Typ? Denn man wird ja mehrere Jahre zusammenarbeiten. Das ist zwar noch keine Ehe, aber doch eine sehr intensive Beziehung – da muss es eben auch auf der menschlichen Ebene passen.

Wenn ich nach diesem initialen Austausch alles gut finde, schaue ich normalerweise auf die Finanzzahlen und stelle mir die Frage, ob es Co-Investoren gibt und was die denken bzw. ob es für solche Bedarf gibt. Ich investiere grundsätzlich nicht alleine. Ich mag zwar ein schlaues Köpfchen sein, aber ich weiß auch, dass jeder Mensch beschränkt ist und ich auch meine stärken nur in gewissen Bereichen habe. Das kombiniere ich gern mit anderen Menschen, die ihre Stärken woanders haben.

Also lasse ich auch die Co-Investoren das Startup noch einmal challengen. Nach so ca. 2-3 Gesprächen möchte ich dann eigentlich so weit sein, dass ich eine positive Investitionsentscheidung habe. Dann kann es aber noch einmal detaillierter weitergehen mit den Verträgen, der Due Diligence, dem Beteiligungsvertrag usw., um ans Ziel zu kommen.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die direkt nach dem Erstgespräch eine Überweisung tätigen können. Sondern ich schaue mir ein Startup immer intensiver an. Dabei denke ich mir aber immer auch, dass Startup bedeutet auch schnell zu sein. Daher soll sich das nicht über Monate und zig Diskussionsrunden hinziehen.“

Business Angel Claudia Baumgart
Business Angel aus Zürich
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Business Angel aus Zürich
Claudia
Baumgart
über eine gute Due Diligence

Claudia Baumgart: „Als erstes schaue ich mir den Markt an: ist der Markt groß genug und wächst er auch weiter? Dann gibt es natürlich das Thema, welche Konkurrenten und auch welche Eintrittsbarrieren existieren. Wie sind beispielsweise bei einem reiferen Markt bisher die Marktanteile verteilt?

Dann schaue ich mir bei der Due Diligence ganz wichtig das Gründungsteam als solches sowie die Mitarbeiter an: was ist deren Hintergrund und was sind ihre Qualifikationen? Haben die schon mal früher zusammengearbeitet und möglicherweise sogar schon gegründet?

Wichtig bei der Due Diligence sind aber auch die Advisor, die das Team möglicherweise für sich bereits gewinnen konnte. Sind das Menschen mit einem Hintergrund aus der relevanten Industrie, oder vielleicht sogar potente Business Angels, die den Gründern auf dem Weg gute Hinweise geben und anders unterstützen können?

Als Drittes ist natürlich bei der Due Diligence das Geschäftsmodell wichtig: was ist das Problem, was ist die Lösung? Existiert das Problem wirklich oder erfinden die Gründer das sozusagen? Dahinter steht dann die Frage des Revenue Modells: wie verdient das Unternehmen Geld? Ist das zum Beispiel ein Abo-Modell, ist es projektbasiert oder sind es einfach normale Verkaufsumsätze? Das ist alles wichtig zu verstehen.

Als Viertes schaue ich mir dann das Produkt selbst an. Das kann eine App, eine Software oder ein physisches Produkt sein. Hat das Produkt, der Service oder die Technologie einen USP? Worin unterscheidet sich das Produkt von Wettbewerbern und gibt es da Eintrittsbarrieren oder kann man das einfach nachmachen?

Als fünfter Punkt der Due Diligence schau ich den Zielkunden an. Wer wird eigentlich adressiert – ist das ein B2B-Kunde oder ein B2C-Kunde? Ist es ein Nischen- oder ein Massenprodukt?

Dann ist die Frage, wie die Go-To-Market-Strategie ist. Wie funktioniert der Sales-Prozess und wie das Marketing? Vor allem bei SaaS-Modellen ist mir aufgefallen, dass man ja oft einen begrenzten Zielmarkt hat. Da ist wichtig, ob man genug Unternehmen von seiner Lösung überzeugen kann, um entsprechend zu wachsen.

In Abhängigkeit von der Phase des Startups ist auch der Business Case als solches sehr wichtig. Die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Vorhersagen. Die Frage, wie schnell das Unternehmen wachsen will und wie realistisch diese Pläne sind. Wie hoch sind die Margen und wann plant das Unternehmen den Break Even? Wie sieht die Liquiditätsplanung aus und wie lange reicht das Geld der Finanzierungsrunde? Wann muss das nächste Fundraising angesetzt werden?

Auch sehr wichtig sind die Themen KPIs und Traction im Zusammenhang mit dem Business Case. Ganz häufige Metriken sind Customer Acquisition Costs, Customer Lifetime Value, Churn (also Kundenverlust), bei Apps dann zum Beispiel Downloads und Monthly Active Users usw. Der Umsatz wird dann manchmal als Monthly Recurring Revenue (MRR) oder Annual Recurring Revenue (ARR) ausgewiesen. Das sind alles mögliche KPIs.

Was viele unterschätzen, sind die beiden Dinge Deal Terms und Bewertung. Klar ist, als kleiner Business Angel wird man nicht großartig die Bewertung vorgeben können. Aber trotzdem sollte man sich das genau anschauen, wie die Bewertung zu einem passt, wie viel Potential nach oben man noch sieht – oder ist das Startup jetzt schon zu hoch bewertet, so dass eine mögliche nächste Runde gar nicht mehr stattfinden kann?

Gerade am Anfang kann man ja noch nicht mit klassischen Multiples arbeiten wie zum Beispiel 3-4x Umsatz – oder bei Software noch deutlich höher wie beispielsweise 12-20x Umsatz – sondern da geht es ja viel mehr um die Frage, wie viele Anteile die Gründer bereit sind abzugeben. Da muss man für sich entscheiden, ob das Sinn macht – und ob das später für VCs attraktiv sein wird.

Weiter sind natürlich die Gesellschafterrechte wichtig, wie zum Beispiel Anti-Dilution (Verwässerungsschutz). Aber auch da muss man vorsichtig sein und nicht zu gute Terms für sich selbst heraushandeln, weil das später nachfolgende Investoren abschrecken könnte, die dann deswegen nicht mehr ins Startup investieren wollen.

Ein weiterer Punkt ist sehr wichtig: Cap Table-Strategie. Da schaut man, welche Investoren schon investiert sind und welche Investoren in dieser Runde reingehen wollen. Ich sage immer: nach der Finanzierungsrunde ist vor der Finanzierungsrunde. Das heißt, die Investoren müssen in der Lage sein, die nächste Runde zu finanzieren oder entsprechende Partnerschaft mit anderen Investoren haben, die eine nächste Runde finanzieren können.

Zuletzt die Frage der Exit-Strategie. Ist das beispielsweise ein Fall für einen Börsengang (IPO) oder wird das Startup eher künftig mal an einen strategischen Investor verkauft? Ist alternativ ein Zusammenschluss mit einem anderen Startup in der Zukunft sinnvoll. Da sollte man sich schon während der Due Diligence als Angel mal Gedanken machen, welchen Exit-Case es geben könnte.“

Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Tim
Schumacher
über seinen Auswahlprozess und Due Diligence

Tim Schumacher: „Ganz konkret beginnt meine Due Diligence natürlich mit einem Review des Pitch Decks. Deshalb ist das Pitch Deck immer der erste Eindruck, wobei eigentlich die erste E-Mail ganz am Anfang steht. Diese sollte also kurz, knapp und die wesentlichen Dinge drin haben, am besten mit Bezug auf mein Umfeld.

Das Pitch Deck ist der erster Teil meiner Due Diligence. Ich kann es gar nicht oft genug betonen, dass es einfach wichtig ist, dass das Pitch Deck gut aussieht. Wenn man selbst kein Designer ist, lohnt es sich, da einen Professional für vielleicht 500 Euro drüber schauen zu lassen. Also erster Teil: eine ordentliche E-Mail und ein ordentliches Pitch Deck.

Wenn das Pitch Deck interessant ist, dann kommt im zweite Teil der Due Diligence ein Gespräch. Deshalb ist es auch quatsch und nicht zielführend, wenn mich Gründer:innen per E-Mail anschreiben und direkt ein Gespräch wollen. Man möchte als Angel nur sprechen, wenn man auch etwas Interessantes sieht.
Beim ersten Gespräch reicht oft auch erst mal eine Gründer:in, weil man als Angel weiß, dass man nicht gleich das ganze Team blockieren möchte. Wenn diese Hürde genommen ist, dann besprechen wir es meistens intern noch mal ab. Danach sprechen wir mit dem ganzen Team und währenddessen schauen wir uns den Markt, Referenzen und die Profile der Gründer:innen an.

Außerdem ist es in der Due Diligence ganz wichtig, sich mit dem Produkt zu beschäftigen. Auch versuchen das Produkt zu “dog fooden”, also ein eigenes Produkt auch selber nutzen. Es geht natürlich nicht immer, aber bei vielen Produkten ist es möglich, sich einfach anzumelden und damit herumzuspielen.
Das sind so die ersten Teile der Due Diligence und dann weiß man eigentlich, ob es grundsätzlich ein spannendes Thema ist.“

Wie hilfsbereit waren Investoren, auch wenn diese nicht investieren wollten?

Wie habt ihr den (menschlichen und inhaltlichen) Fit mit interessierten Investoren sichergestellt?

Vor der endgültigen Entscheidung für eine Investor*in macht es Sinn sich wirklich vor Ort zu treffen. So kann man nochmal zusammen sprechen, planen und organisieren. Beide Seiten können so miterleben, wie das Gegenüber tickt.

Top-Tipp: Kontaktiere Startups aus dem Portfolio der Investor*in und frage, wie es gelaufen ist.

Welche Möglichkeiten gibt es noch Business Angels und VCs zu prüfen?

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie Gründer den menschlichen und inhaltlichen Fit mit Investoren prüfen können

Simon Lohmüller: „Bei uns lief es damals alles virtuell ab, aber es macht Sinn, sich mindestens einmal oder noch öfter mit interessierten Investoren zu treffen. Wirklich vor Ort Treffen zu organisieren und sich zusammenzusetzen, einfach direkt mitzuerleben, wie der Mensch tickt.

Das ist absolut notwendig und ich glaube, dass jeder seriöse Investor das von den Gründern verlangt. Ich würde sagen, dass ein Investor, der euch nicht persönlich kennenlernen will, dann ist es kein seriöser Investor und es wäre höchst seltsam.

Inhaltlich sollte man sich anschauen, was deren Vorgeschichte ist. Einfach mal selbst nachfragen, ob sie schon selbst ein Startup gegründet haben. Können sie da Erfahrungen beitragen? Können sie sich in einen Gründer hineinversetzen? Wissen sie mit was für Frustrationen sie zu kämpfen haben? Wie gehen sie mit Problemen um?

Ja und auch direkt nachfragen, wo die Stärken der Investoren liegen und wo sie unterstützen können. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und auch, wo sie glauben, wo sie euch nicht unterstützen können.“

Wie und in welcher Tiefe habt ihr eure potentiellen Investor*innen überprüft?

Gründer*innen sollten sich auf jeden Fall über den Hintergrund der Investor*innen informieren. Das geht ganz einfach über eine Recherche im eigenen Netzwerk, Internet, LinkedIn ect.. Schreckt auch nicht zurück die Erfahrungen von anderen Startups mit der Investor*in abzufragen.

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über Background Checks zu potenziellen Investoren

Christian Ritosek: „Wir haben natürlich Background Checks zu unseren Investoren durchgeführt. Jeder gute Investor wird euch sagen: “Schaut euch mein Portfolio auf meiner Seite an, sucht euch 2-3 Startups raus und ich mache euch eine Intro.” Das hat den Vorteil, dass man mit Gründer:innen spricht, die auch mit dem Investor zusammengearbeitet haben. Da bekommt man einfach schon viel raus.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
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InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie wichtig die Prüfung der potenziellen Investoren ist

Stephen Voss: „Die Investoren zu prüfen gehört zum Spiel dazu. Es ist wichtig, auch das Gegenüber zu kennen. Außerdem ist es wichtig, sich vor einem Erstgespräch mit Investoren über die Personen zu informieren. Was macht die Person? Wo hat die Person früher gearbeitet?

Es ist auch wichtig, mit welcher Organisation man spricht. Für was steht die Organisation? Was hat die in der Vergangenheit gemacht? Welche Unternehmen haben die an den Start gebracht? Das ist eine Frage, die man in einem Gespräch durchaus stellen darf und meiner Meinung nach auch stellen sollte.

Wenn die bisherigen Investitionen so gar nichts mit dem eigenen Pitch und der eigenen Startup-Idee zu tun haben, dann muss man schon die Frage stellen, warum wir zusammengekommen sind und warum der Bereich für euch interessant ist und was ihr damit machen wollt.

Bei Investoren ist das eine das Geld, aber es ist auch ganz wichtig, ob der Partner auch ein eigenes Netzwerk mitbringt. Sind im Portfolio des Partners vielleicht auch Unternehmen, die irgendeine Hilfestellung leisten können? Das ist auch ganz wichtig.

Nicht nur mit der Haltung des Geldes reingehen, sondern fragen, was die Investoren zu meinem Geschäftsmodell beitragen und wie könnte das funktionieren? So sollte man auch auswählen.

Nicht nur aufs Geld schauen! Das andere Paket ist fast wichtiger.“

Wie kann man validieren, ob die Investoren die Erwartungen erfüllen können?

Lass dir von den Investor*innen konkrete Beispiele nennen, in denen sie ihre Leistung als Business Angel oder VC unter Beweis gestellt haben. In welche Startups hat die Investor*in investiert? Was hat er oder sie zum Erfolg beigetragen? Wie viel Zeit wurde investiert? In welchen Phasen war die Investor*in besonders aktiv? Welche Krisen hat die Investor*in mit den Startup-Investemnts durchlebt?

Weitere Validierungsmöglichkeiten stellen unsere Gründer*innen vor!

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
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InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie man Investoren validieren kann

Stephen Voss: „Den Investor kann man schon überprüfen, da gibt es Möglichkeiten. Zum einen kann man zum Beispiel unterschiedliche Datenbanken einsehen. Außerdem sollte man im eigenen Netzwerk nachfragen, welche Erfahrungen andere Startups mit der Investorengruppe gemacht haben. Was sind deren Schwerpunkte? Was können die und was können die nicht?

Da bekommt man kein ganz objektives Bild, ganz klar, aber da fragt man eben mehrere. Da spricht man miteinander und das kann ich auch nochmal als große Empfehlung geben. Es ist die große Gefahr, dass man in einem Investitionstunnel als Gründer ist. Man sollte immer mal links und rechts schauen, auch einen Gang runterschalten.

Die Termine Revue passieren lassen und überlegen, was man gelernt hat. Habe ich für weitere Termine im eigenen Netzwerk Leute, die mich beraten können? Passt der potenzielle Investor zur eigenen Mentalität und zum Startup?

Das kann man auch konkret in Terminen nachfragen: Was ist der Investmenthorizont vom Investor? Wie lange wird er investiert bleiben? Manche Investoren haben nur einen Horizont von 3-5 Jahren und das kann bei manchen Geschäftsmodellen viel zu kurz sein. Da ist es einfach wichtig nachzufragen.

Zudem kann man ein Portfolio-Unternehmen des Investors nach dessen Erfahrungen mit dem Investor fragen.“

Welche Menschen in eurem Netzwerk haben die besten Investoren-Intros gemacht?

Wie und mit welchen Tools habt ihr den Fundraising-Prozess verwaltet und organisiert?

Mit den folgenden Tools haben unsere Gründer*innen ihren Fundraising-Prozess verwaltet und organisiert:

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über wichtige Tools im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Ich habe immer für die Lead-Listen (mit potenziellen Investoren) Excel bzw. Google Spreadsheet genutzt. Da habe ich notiert, mit wem ich wann gesprochen habe und was die Kommentare waren.

Für die Kommunikation habe ich das Telefon, Video-Calls, E-Mails und Whatsapp genutzt. Wir haben wirklich viele Deals auch über Whatsapp verhandelt und dann abgeschlossen.

Für den Datenraum nutze ich ganz einfach Google Drive. Ich denke, man braucht am Anfang keine Sophisticated Tools, vielleicht später mal. Später kann man überlegen, ob man noch ein Cap-Table-Management-Tool dazu nimmt oder ein Datenraum. In den ersten Phasen sehe ich noch keinen Need für Sophisticated Tools.“

Wie gut konnten deine ersten Investoren dabei helfen, weitere Investoren zu finden und überzeugen?

Wie und zu welchem Grad habt ihr Investoren-Feedback "unterwegs" in euer Pitch Deck, Geschäftsmodell und Fundraising-Strategie einfließen lassen?

Was war der frustrierendste Zeitpunkt im Fundraising und warum?

Frustration kommt oft auf, wenn du für deine harte Arbeit nicht so entlohnt wirst, wie du es dir vorstellt. Beispielsweise tust du alles für dein Startup und bist von dem Erfolg deines Produktes überzeugt. Es fehlt nurnoch Geld und weitere fachliche Expertise, doch es lässt sich einfach keine Lead-Investor*in finden.

Mach trotzdem weiter, frage nach Feedback und verbessere dein Pitch Deck.

Was war der frustrierendste Zeitpunkt für unsere Gründer*innen? Wie haben sie sich durchgeschlagen?

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über Frustration im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Die Frustration im Fundraising ist für mich immer dann gegeben, wenn man ein “Nein” bekommt, obwohl man denkt, dass man weiter ist. Ich habe auch mit vielen US-VCs gesprochen und die sind am Anfang immer sehr begeistert. Es ist alles immer toll, Awesome und Great. Dann hatte ich immer ein gutes Gefühl und danach kam immer irgendwann die Absage. Das ist immer ein sehr frustrierender Zeitpunkt im Fundraising, aber auf der anderen Seite gibt es auch immer sehr schöne Momente. Nach manchen Pitches denkt man, dass es nicht gut gelaufen ist und dann bekommt man doch eine Investment-Zusage.“

Wie ist eure erste Investment-Zusage zustande gekommen?

Was war der häufigste Kritikpunkt von Investoren über euch bzw. euer Geschäftsmodell und wie seid ihr damit umgegangen?

An einem Startup gibt es quasi immer Kritikpunkte. Diese entstehen schon alleine aus der Tatsache, dass die Zukunft ungewiss ist und ein Startup mit höheren Risiken als etablierte Unternehmen zu kämpfen hat.

Welche Kritikpunkte bekommen Gründer*innen besonders häufig um die Ohren geschlagen?

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über anfängliche Kritikpunkte von Investoren

Christian Ritosek: „Jeder hat unser Problem verstanden und auch, dass es ein großes Problem ist, aber Investoren haben eher geglaubt, dass es ein “Nice-to-have” und keine “Must-have-Solution” ist. Was wir gemerkt haben, als wir 2015/2016 gestartet sind, war, dass da das Bewusstsein im Markt noch nicht so da war. Es gab viel Automatisierung im Sales und Marketing, aber in Finanzprozessen war alles noch sehr manuell.

Es war zwar ein riesiges Marktpotenzial da, aber die Investoren haben noch keinen richtigen Zug im Markt gesehen. Das hat sich jetzt komplett geändert, auch durch die Corona-Krise. Viele Finanzabteilungen haben gemerkt, dass sie ihre Prozesse digitalisieren müssen. Jetzt sieht man einen richtigen Zug im Markt, auch weil viele Wettbewerber Richtung Cloud gehen.

Am Anfang haben wirklich die Investoren gedacht, dass unsere Lösung noch zu früh ist. Wie sind wir damit umgegangen? Wir haben einfach ein gutes Produkt gebaut und haben gezeigt, dass wir immer mehr Kunden gewinnen können, die Kunden sehr zufrieden sind und unsere Traction immer höher wird. Wir haben den Investoren einfach unseren Wachstum gezeigt.“

Wie viele Investoren habt ihr in eurer ersten Runde aufgenommen und warum?

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
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Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über die Anzahl der Investoren

Daniel Bosman: „In unserer aktuellen Runde haben wir einen weiteren Investor aufgenommen. Insgesamt haben wir jetzt vier Investoren an Bord. Die aktuelle Runde zielt darauf ab, proaktiv der aktuellen Situation vorzuwirken und unseren Runway noch etwas zu verlängern.

Wir wissen einfach nicht, wie sich der Krieg in der Ukraine weiter verändert. Wird die Entwicklung noch dramatischer? Dann sollte man jetzt bzw. bei uns vor 3-5 Monaten wirklich proaktiv sein und den Runway verlängern.“

Woher weißt du, wie du einen Investor überzeugen kannst?

Das ist die Frage aller Fragen. Wie kannst du tolle Investor*innen von deinem Startup, deinem Team und deiner Idee wirklich überzeugen?

Madeleine Heuts
Legal Tech Startup-Gründerin
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Legal Tech Startup-Gründerin
Madeleine
Heuts
darüber, wie sie Investoren überzeugt

Madeleine Heuts: „Also RAKETENSTART ist ja ein Legal Tech Startup und wir machen genau diese rechtlichen Themen für Gründerinnen und Gründer viel einfacher. Da heißt sowohl das Thema der Gründung als auch des Unternehmensaufbaus. Legal Tech ist gerade eine Branche, die ist superhot. Das Timing ist sehr gut und es gibt noch nicht so viele am Markt und es gibt fast keine Lösungen, die sich an Juristen richten, sondern an das Unternehmen selbst.

Der Ansatz, den wir haben, ist, dass wir ganzheitlich in einer Plattform, alle spezifischen Probleme lösen wollen, die Gründer und Unternehmer gerade am Anfang und im Wachstum haben. Gleichzeitig kommt natürlich das Problem mit rein, dass die finanziellen Mittel sehr begrenzt sind.

Wir haben jetzt alles in eine digitale Lösung gepackt, wo wir verschiedene Stufen miteinander verbinden. Die Gründer können sich beispielsweise in der Academy sehr viel in E-Learnings selbst beibringen. Da haben wir alle möglichen Fragen, die Gründer haben können, reingepackt.

Das ist für Investoren natürlich super, weil auch die Startups, mit denen die sprechen, unser Produkt brauchen. Für Investoren ist es sehr spannend, wenn sie mit Leuten verhandeln, die schon eine gewisse Augenhöhe bei vielen Themen haben.

Wir haben natürlich auch einen großen Kurs zum Thema der Finanzierung, wo wir die verschiedenen Finanzierungsarten erklären. Es gibt ein Kapitel, wo alle Klauseln drin stehen, die Investoren mit einem verhandeln wollen. Da kann man auch lernen, was es im rechtlichen Sinne bedeutet, wenn jemand das möchte. Wie wirkt sich das wirtschaftlich aus und welche Konstellationen gibt es? Was muss ich dabei beachten?

Ein klassisches Beispiel: Wähle ich ein Wandeldarlehen oder eine direkte Beteiligung? Was ist der Unterschied und wann lohnt sich was? So kann man für sich schon einen sehr guten Weg rausfinden. Außerdem kann man in unserem Vertragsgenerator die Verträge auch direkt erstellen.

Für die Verhandlungen mit den Investoren connecten wir die Startups auch mit den passenden Anwälten, die die Verhandlung im Fundraising übernehmen. Das ist natürlich super, weil du so alles in einer Lösung hast und das Thema Legal supereasy abhaken kannst. Außerdem nehmen wir die Leute an die Hand und führen sie durch den ganzen Prozess, damit sie nichts vergessen.

Obwohl man sagt, dass Gründer risikoaffin sind, gibt das eine sehr große Sicherheit, weil ich weiß, an was ich denken muss und es auch direkt umsetzen kann. Gleichzeitig haben wir auch Investoren, die unsere Plattform nutzen, weil auch Business Angels irgendwann mal anfangen. Die können natürlich auch lernen, was in so einen Vertrag reinkommt und was für Optionen es gibt.

So kann man sehr gut auf Augenhöhe einen Deal finden, der für beide Seiten auch fair ist.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über den Einfluss der Gründer-Motivation auf das Fundraising

Christian Ritosek: „Wenn man ein Produkt hat, dass man wirklich aus einer intrinsischen Motivation heraus gebaut hat, das haben wir bei CANDIS gemacht, weil mich diese Buchhaltungsprozesse so frustriert haben, in meiner Eigenschaft als früherer Unternehmer. Aus dem Grund haben wir das Produkt gebaut und das hat sich natürlich im Fundraising gezeigt.

Deshalb würde ich jetzt nicht denjenigen aus dem Team ins Fundraising schicken, der nicht so sehr für das Produkt brennt. Beim Fundraising muss man auch beachten, ob meine Pläne und Ziele zu denen des Investors passen. Viele Investoren wollen für 5-7 Jahre involviert sein, manche Fonds sind auch auf 15 Jahre ausgelegt. Da muss man immer schauen, ob die eigene Motivation und der persönliche Exit-Plan zu dem des Investors passt.“

Wie wichtig ist gute Menschenkenntnis im Fundraising und warum?

Bonus: Wie kann man als Gründer mit Druck umgehen?

Die Diplom-Sozialpädagogin Andrea Länger hat 10 Tipps, um mit Druck umzugehen:

  1. “Schaue aus dem Fenster und blicke in die Weite.
  2. Öffne das Fenster und atme frische Luft ein.
  3. Atme betont lange und hörbar aus. Strecke dich. Bleibe aufrecht – innerlich wie äußerlich.
  4. Bestärke dich selbst: „Das schaffe ich.“ „Eins nach dem anderen.“ „Alles wird gut.“
  5. Reagiere dich körperlich ab. Haue mit der Faust auf den Tisch oder schlage in ein Kissen.
  6. Schreibe alles auf, dann sind die Gedanken aus deinem Kopf. Das entlastet ungemein.
  7. Unterbreche deine Arbeitstätigkeit und nehme dir frei.
  8. Gehe raus und laufe eine Runde oder gehe spazieren.
  9. Schimpfe beim Autofahren in voller Lautstärke. Dreh die Musik laut auf und lass deinem Frust verbal freie Bahn.
  10. Rufe eine vertraute Person, einen Freund, eine Freundin an.”

 

Dabei handelt es sich um allgemeine Tipps, doch wie gehen Gründer*innen mit ihren extremen Drucksituationen um?

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
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Digital Health Startup-Gründer
Dr. Daniel
Fallscheer
darüber, wie er mit dem Druck als Gründer umgeht

Dr. Daniel Fallscheer: „Teilt eure Ängste, Sorgen und Bedürfnisse im Gründerteam, das macht es aus. Auch der persönliche Kontakt zwischen den Gründern ist wichtig. Für mich ist außerdem wichtig, mich mit Leuten zu umgeben. Ich habe einen persönlichen Coach, der auch Vorstände betreut, jemand, der wirklich Erfahrung auch mit Startups hat.

Außerdem habe ich mir sehr früh 1-2 sehr vertraute Personen gesucht, die selbst Gründer aus dem Business Angel Netzwerk sind. Die haben zum Beispiel zur Auflage gemacht, dass sie nicht nur Geld einbringen wollen, sondern auch die Gründer als Führungspersönlichkeit weiterentwickeln wollen.

Das kannst du annehmen und das nutze ich sehr aktiv. Das sind einfach Leute, die eine Firma mit 500-800 Leuten führen, wo man viele Sachen fragen kann. Jemanden das erste Mal zu kündigen ist nicht schön, aber wenn man vorher mit jemandem reden kann, dann nimmt es einem den Druck.

So kann man den Druck auf verschiedene Schultern verteilen. Auf die Schultern von Mitgründern und sehr vertrauten Personen und Coaches. Außerdem ist ein Ausgleich mit der Familie sehr wichtig, ich lebe auch sehr harte Regeln. Gründer tendieren dazu, sehr viel zu arbeiten und das geht mir auch so.

Ich habe auch eine Familie und Kinder, da gibt es für mich ganz harte Zeitfenster und das kommuniziere ich auch offen so. Dann ist es für jeden klar.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
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SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie Gründer:innen mit Druck umgehen sollten

Christian Ritosek: „Als Unternehmer und als Startup im Fundraising hat man natürlich Druck. Wenn man im Extremfall nicht schafft, eine Runde zu raisen, dann war es das mit der Firma. Dann hat man sein Startup Baby verloren und man ist der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern nicht gerecht geworden.

Wie mache ich das?
Ich versuche mich irgendwie abzulenken, ich hab eine Familie und Frau, die mir einen emotionalen Halt geben. Also man muss wirklich versuchen, einen Ausgleich zu finden. Bei mir ist es Familie und Sport. Außerdem habe ich Spaß bei der Sache und ich mache meine Arbeit gerne. Man sollte den Spaß an seinem Produkt nie verlieren. Wenn man den Spaß irgendwann verliert, dann sollte man sich die Frage stellen, ob man noch der Richtige für die Firma ist.

Das hat sonst für alle nur eine Downside. Die Investoren verlieren ihr Geld, die Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, der Firma geht es einfach nicht so gut und einem selber auch nicht.“