Founder Academy

Im Fundraising

mit fantastischen Beiträgen von diesen Startup-Gründer*innen

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer

Dr. Daniel Fallscheer

Digital Health Startup-Gründer

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH

Dr. Simon Lohmüller

SaaS Startup-Gründer

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc

Isabeau Ayoubi

PropTech Startup-Gründerin

Janosch Kühn

Janosch Kühn

Entrepreneur & Investor

Dr. Matthias Brendel

Dr. Matthias Brendel

Impact Startup-Gründer

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek

Christian Ritosek

SaaS Startup-Gründer

Fabio Hildenbrand

Fabio Hildenbrand

Marketplace Startup-Gründer

Tobias de Raet Lindenpartners

Dr. Tobias de Raet

Rechtsanwalt

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc

John Agricola

PropTech Startup-Gründer

Startup-Gründer Florin Kutten

Florin Kutten

Zero-Waste Startup-Gründer

Im Fundraising

Fragenübersicht

Wie läuft die Eigenkapitalfinanzierung konkret ab?

Bei einer Eigenkapitalfinanzierung müssen Gründer*innen Business Angels oder Venture Capital Fonds finden, die bereit sind, das Startup im Austausch gegen Anteile zu einer bestimmten Bewertung zu finanzieren.

Doch wie läuft die Eigenkapitalfinanzierung konkret ab?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Rechtsanwalt
Dr. Tobias de
Raet
über den Ablauf der Eigenkapitalfinanzierung

Dr. Tobias de Raet: „Eigenkapitalfinanzierung läuft erst mal auf einer sehr kommerziellen Ebene ab. Das heißt, man spricht mit Investoren und fragt, ob sie bei einem investieren wollen. Man sendet das Pitch Deck raus und man bekommt häufig so indikative Angebote. Dann unterschreibt man ein Term Sheet, wo die wesentlichen wirtschaftlichen Eckpunkte festgehalten sind.

Da steht die Bewertung drin und wie viele Anteile der neue Investor erhält. Danach schließt man für jede Finanzierungsrunde ein sogenanntes Investment-Agreement ab. Da verpflichten sich dann die Bestandsinvestoren dazu, eine neue Kapitalerhöhung zu machen und lassen den einen neuen Investor zu. Der bekommt die Anteile und dafür muss er Betrag XY pro Anteil bezahlen. Da ist dann auch genau geregelt, zu welchem Zeitpunkt er das bezahlen muss. Vielleicht hängt das auch von Milestones ab.

Also eine Tranche jetzt und dann hat der Investor die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt die zweite Tranche zu nehmen, wenn zum Beispiel bestimmte Umsatzzahlen erfüllt wurden. Möglicherweise ist im Investment-Agreement auch geregelt, dass die Bestandsinvestoren noch mal mitinvestieren.

Gerade in späteren Runden lassen sich Investoren auch Garantien von der Gesellschaft geben. Das heißt, dass die Gründer garantieren müssen, dass ihre Gesellschaft in einem bestimmten Zustand ist. Zum Beispiel, dass ihnen die Anteile gehören und sie in keine Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind. Das gibt dem neuen Investor die Sicherheit, dass er in etwas investiert, was auch funktioniert. Deshalb ist das auch kein einfacher Vertrag, der durchaus 30-50 Seiten haben kann.

Das Investment-Agreement muss man dann beim Notar unterzeichnen, dann werden die neuen Anteile geschaffen, das Stammkapital erhöht sich, der Notar gibt es dem Handelsregister weiter, dort wird alles eingetragen und dann wird irgendwann der Betrag fällig, wo der neue Investor das Geld bezahlen muss. Dann hat man als Gesellschaft das Geld und kann damit umgehen. Außerdem ist der Investor neuer Gesellschafter. Daneben verhandelt man in so einer Finanzierungsrunde auch immer die Gesellschaftervereinbarung mit aus.

Da werden die ganzen Rechte geregelt, die die jeweiligen Investoren haben. Informationsrechte, Mitspracherechte, aber auch Stimmrechtsverteilung, wer ist im Beirat, wer kann einen Exit herbeizwingen. Das sind alles Themen, die im Shareholders‘ agreement geregelt werden. Auch das sind typischerweise 30-50 Seiten. Wir sprechen dann durchaus von einem opulenten Vertragswerk und das dauert in der Regel auch seine Zeit, bis man so eine Finanzierungsrunde abgeschlossen hat.“

Welches sind eure größten Learnings im Fundraising-Prozess?

Welche Dinge hätten Gründer*innen gerne vor dem Fundraising gewusst, um Fehler zu vermeiden oder um einfach schneller zu sein?

Lerne aus den Praxis-Erfahrungen von Gründer*innen!

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
über seine größten Learnings im Fundraising

Stephen Voss: „Man könnte einiges anders machen, aber es ist jetzt müßig darüber zu spekulieren. Ich habe einen Tipp für alle, die jetzt zuhören: Geht wirklich auf eure Präsentationen rein und bringt euer Thema auf den Punkt. Uns ist am Anfang schwergefallen, auf wenigen Seiten und in wenigen Worten das Modell zu erklären. Es ist so selbstverständlich, wenn man selber präsentiert, dass das ja alles klar ist.

Dein Gegenüber ist im Zweifel nicht aus der Branche und muss in wenigen Minuten verstehen, um was es geht. Daraus muss eine sehr teure Entscheidung getroffen werden, nämlich Geld zu geben. Versucht also wirklich euer Modell, eueren Pitch auf den Punkt zu bringen.

Verprobt ihn mit Leuten, die nicht aus eurer Branche sind und fragt danach nach den Inhalten. Wenn sich die Inhalte mit dem decken, was ihr wiedergeben wollt, dann seid ihr wirklich einen großen Schritt weiter. Das ist meine große Empfehlung.

Daran sind wir nicht gescheitert, aber das eine oder andere Mal hat man gemerkt, dass man sein Gegenüber nicht richtig abgeholt hat.“

Startup-Gründer Christof Weidl
HR-Tech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

HR-Tech Startup-Gründer
Christof
Weidl
über seine größten Learnings im Fundraising

Christof Weidl: „Unsere Learnings aus dem Fundraising und was hätten wir an manchen Stellen schneller und effizienter machen können. Einerseits das Thema Vorbereitung und dass wir uns schon vorher feste Termine in unserem Zeitplan hätten blocken müssen. Dass man dieses Thema als einen festen Bestandteil des Alltags ansieht, das muss gemacht werden.

Dann sollte man aber auch im Vorfeld einen ganz genauen Plan machen und sich festlegen, bis wann man welche Feedbacks eingesammelt haben will. Zum Beispiel zum Pitch Deck, welche Zahlen wollen VCs sehen und wie soll der Businessplan aussehen.

Wenn wir das alles vorbereitet hätten und uns das dann auch Sicherheit gegeben hätte, dann kann man das Thema sehr geballt angehen und die VCs einen nach dem anderen ansprechen. Am besten wirklich 3–4 Termine pro Woche machen und das hätte uns am meisten Zeiteffizienz gebracht.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
über ihre Learnings beim Fundraising Prozess

Isabeau Ayoubi: “Einfach früh genug anfangen. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir gedacht haben, dass wir die Finanzierungsrunde dann einfach schnell machen. Das ging dann aber nicht schnell, ganz im Gegenteil. Fangt mit dem Fundraising dann an, wenn ihr noch 3-5 Monate Runway habt, weil es wahrscheinlich nicht so schnell gehen wird, wie man sich es vorstellt.

Gerade jetzt im Sommer ist es absolut die Hölle. Wir sind gerade in einer Finanzierungsrunde und wir haben einfach niemanden erreicht.”

John Agricola: “Im August ist es wirklich schwierig und im Juli ist es auch nicht wirklich besser.

Wie kann man den Fundraising Prozess an sich verkürzen?
Man sollte alle Dokumente und Verträge für eine Due Diligence zusammen haben. Das kann man alles vorbereiten, man darf aber nicht vergessen, dass die Business Angels auch Zeit brauchen. Auch wenn der Business Angel vielleicht seine eigentliche Entscheidung in 24h trifft, dauert der ganze Prozess länger als gedacht. Ich würde sagen, dass man schon ein halbes Jahr einplanen sollte, auch wenn es “nur” eine Business Angel Runde ist.”

Isabeau Ayoubi: “Auch um an die Angels ranzukommen, dauert es einfach eine gewisse Zeit. Das Netzwerk aufbauen, sich Intros holen, alle Dinge, die man benötigt, um überhaupt zu Gesprächen mit Investoren zu kommen. Die Business Angels haben auch immer viel um die Ohren, deshalb sollte man lieber etwas mehr Zeit einplanen.”

John Agricola: “Und bitte macht euer Fundraising nicht in den Sommerferien!”

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über seine Learnings im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Überlegt euch, von wem ihr Geld braucht. Macht da eine Liste!

Nicht jeder Fonds passt zu einem Startup. Ein E-Commerce Startup muss jetzt nicht zu einem B2B SaaS Fonds laufen. Deshalb überlegt euch, von dem ihr Geld raisen wollt, wie viel Geld ihr vor allem braucht und dann überlegt euch, wie ihr an diese Fonds rankommt.

Wie könnt ihr euch da hin netzwerken und wie bekommt ihr da eine Investment-Zusage?“

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
Digital Health Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Digital Health Startup-Gründer
Dr. Daniel
Fallscheer
über Learnings im Fundraising

Dr. Daniel Fallscheer: „Habt Spaß am Fundraising-Prozess, auch wenn es wehtut. Habt Spaß an Kritik, auch an positiver Kritik und wertschätzender Kritik der Investoren. Auch ein Investor, der Nein sagt, ist ein Fall, wo man viel mitnehmen kann.

Bis Verträge in trockenen Tüchern sind, ist es immer ein Prozess, der möglichst strukturiert sein sollte. Man sollte auch nicht alles selber machen und gute Anwälte sind da auch ein wichtiger Tipp. Die dürfen auch ein bisschen was kosten, weil das auch eine gewisse Substanz für die nächste Runde schafft.

Ich glaube eine klare Strategie (mit Spaß) zu haben, die eine Kommunikation in alle Richtungen und einen gewissen Grad an Transparenz beinhaltet, ist sehr wichtig. Investoren schätzen außerdem eine transparente und offene Kommunikation schon während und nach der Finanzierungsrunde.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
über seine wichtigsten Learnings im Fundraising-Prozess

Simon Lohmüller: „Da fallen mir drei Punkte ein:

1. Fundraising kostet Zeit: Man sollte definitiv viel Zeit einplanen und es sollte eine Person im Startup geben, die sich den Hut für die Aufgabe aufsetzt. Das heißt nicht, dass die anderen Gründer der Person nicht zuarbeiten können, aber man sollte auf jeden Fall viel Zeit einplanen und nicht zu spät damit starten.

2. Traction: Das klingt vielleicht ein bisschen banal, aber wir haben es am Anfang ein bisschen unterschätzt. Man hört ganz oft, dass den Investoren das Team ganz wichtig ist, aber wenn die Umsatzzahlen sehr gut sind, dann wird trotzdem jeder Investor in euch investieren. Das macht einfach den Erfolg des Unternehmens aus und wenn die Umsatzzahlen passen, heißt es ja auch, dass im Team soweit alles funktioniert und es da keine größeren Probleme gibt. Aus dem Grund würde ich sagen, dass die Traction noch vor dem Team steht.

3. Term Sheet: Ein Term Sheet ist ganz gut, aber ist noch keine Verpflichtung für den Investor. Selbst wenn ihr ein Term Sheet habt, heißt das erstmal noch gar nichts. Das mussten wir auch auf harte Weise lernen. Es ist keine Verpflichtung, höchstens eine Absichtserklärung, dass er an euch interessiert ist.“

Welche Themen habt ihr beim Fundraising unterschätzt?

Fundraising ist eine Vollzeitbeschäftigung. Dass dieser Prozess nicht einfach „nebenbei“ geschieht, haben unsere Gründer*innen bereits selbst erfahren. Was sie jedoch auch noch unterschätzt haben teilen sie in unserer Academy.

Fabio Hildenbrand
Marketplace für Travel-Routen Startup
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Marketplace für Travel-Routen Startup
Fabio
Hildenbrand
über was er im Fundraising unterschätzt hat

Fabio Hildenbrand: „Wir haben unterschätzt wie stark es die eigene Zeit einnimmt. Fundraising ist eine Vollzeitbeschäftigung. Man muss in diesem ganzen Prozess voll drin sein: Vom Listen aufbauen, Informationen in Data-Rooms sammeln, bis hin zum erstellen von Pitch Decks, Finanzplan und Businessplan. Du wirst de ganze Zeit in Gesprächen mit Investoren stecken. Das Problem, dass dabei entsteht ist, dass du dann selbst weniger Zeit für den Aufbau deines Businesses aufbringen kannst. Ich hatte selbst das Glück das mein Co-Founder das direkte Pendant zu mir ist. Ich selbst bin eher der Außenminister und er der Innenminister. Dadurch können wir beide Themengebiete (Aufbau des Fundraising und des Businesses) gut abdecken. Das ist auch mein Tipp, wenn andere Gründer mich fragen.

Fundraising geschieht nicht nebenbei: Du musst das 100% fokussieren. Denn schließlich baust du keine Traction auf für das Fundraising, wenn du das als Nebensache betätigst. Als Gründer*in baust du eine Art „Fomo“ (=Fear of Missing Out) auf, damit du Tickets schneller closen kannst.

Das schaffst du nicht, wenn du nicht mit vielen Investoren sprichst und du dieses Momentum für dich aufbaust. Dieses Momentum entsteht jedoch nicht nur auf der Investorenseite, sondern auch auf deiner persönlichen. Du wirst viel besser in Gespräche reingehen, wenn du weißt, ich hab heute noch fünf weitere Gespräche, statt nur einem Gespräch, von dem alles abhängt.“

Welche weiteren Unterlagen wollten Investor*innen nach dem Pitch Deck von euch sehen?

Wenn Business Angels Interesse an einem Startup haben, fragen sie häufig nach weiteren Unterlagen, die beispielsweise über einen Datenraum standardisiert geliefert werden können.

In diesem Datenraum können beispielsweise Dokumente wie Finanzplan, Businessplan, Cap Table, Arbeitsverträge, Personaldaten, Jahresabschlüsse und weitere Verträge liegen.

Welche Unterlagen können außerdem von potenziellen Investor*innen eingefordert werden?

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
Digital Health Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Digital Health Startup-Gründer
Dr. Daniel
Fallscheer
darüber, welche weiteren Unterlagen die Investoren außer dem Pitch Deck sehen wollten

Dr. Daniel Fallscheer: „Ich bin da vielleicht etwas unorthodox rangegangen. Zum Beispiel habe ich am Anfang nie das Pitch Deck geschickt. Ich habe das nur Voice-over gemacht und wir haben dann das Deck im Nachhinein geschickt. Wir haben ein klassisches Investor Deck gehabt, was man auch eher lesen kann, deshalb haben wir es danach geschickt. Wir haben es manchmal länger oder kürzer geschickt, wir waren da variabel.

Den Businessplan haben wir auch erst später verschickt bzw. in den Datenraum gepackt, nachdem es einen detaillierten Call gab. Die Due Diligence war bei uns später auch eher kurz und knackig, in wenigen Wochen.

Man braucht ein sehr gutes Pitch Deck, man muss die Story aber auch ohne Deck präsentieren können. Das sollte in 3-5 Minuten gehen, innerhalb eines kernigen Pitches und einer kurzen Vorstellung. Das Pitch Deck kann man auch danach noch rausschicken, dann hat man die Investoren am Ohr und nicht auf irgendwelchen Folien.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über weitere wichtige Unterlagen, die Investoren sehen wollen

Christian Ritosek: „Ich mache es meistens so, dass ich zuerst das Pitch Deck pitche. Die Termine sind meistens 30 oder 60 Minuten, das kommt auf den Fonds an. VCs wollen dann im zweiten Schritt einen Zugriff auf einen Datenraum bekommen, indem dann relevante KPIs sind. Im SaaS-Bereich ist das sowas wie Net dollar retention (NDR), Average Revenue per Customer (ARPC) usw.

Also KPIs, Finanzplan und Development (Plan vs. Actual Numbers), Cap-Table und in einem späteren Stadium die letzten Board Decks (Was hat man den Investoren zuletzt kommuniziert?).“

Wie oft, wie viele Stunden bzw. wie intensiv habt ihr mit der ersten Investor*in gesprochen, bis diese zugesagt hat?

Natürlich ist es sehr individuell und auch zufallsabhängig, wie lange und wie oft Gründer*innen mit potenziellen Investor*innen sprechen müssen, bis sie die erste Zusage bekommen.

Lasst euch nicht davon abschrecken, wenn es länger dauert. Die erste Lead-Investor*in zu finden ist immer am schwierigsten und danach kann es plötzlich ganz schnell gehen.

Diese Erfahrungen haben Gründer*innen in ihrer Vergangenheit gemacht:

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie intensiv sie mit Investoren vor Finanzierungsrunden gesprochen haben

Christian Ritosek: „Wie oft wir mit Investoren gesprochen haben war abhängig von der Größe. Die Ticketgröße unserer ersten Business Angel Runde war 25.000 – 100.000 Euro. Da hatten wir auf der Bits & Pretzels Messe ein 30 Minuten Meeting mit einem Business Angel und da hat der Angel gesagt, dass er dabei ist.
Er hat sich zwei Fragen beantwortet: Glaub er an das Team und an die Idee.
So hat er die Entscheidung getroffen. Mit Business Angels war meine Erfahrung, dass wir maximal 30 Minuten gesprochen haben.

Als es etwas substanzieller mit dem ersten Fons (Point Nine) wurde, da war der zeitliche Aufwand etwas länger. Da hatten wir ein erstes Meeting, wo wir den Pitch gegeben haben. Dann hatten wir eine kleine Due Diligence in den Bereichen Product, Tech und Go-to-Market. Vielleicht waren das so 5 Stunden insgesamt.

Im Seed Bereich ist das schon so üblich, zumindest ist das meiner Erfahrung. Ich kann hier nur von meiner Erfahrung im B2B SaaS Bereich sprechen. Später wurde es natürlich auch ein bisschen mehr, als es zur Series A ging und auch jetzt zu unserer Series B. Da hat sich der zeitliche Aufwand immer etwas mehr intensiviert.

Außerdem hatten wir da natürlich auch mehr Daten und da können potenziell mehr Fragen draus entstehen. Am Anfang hat man noch nicht so viele Daten und deshalb können auch nicht so viele Fragen entstehen.“

Was war die überraschendste Frage, die euch Investor*innen gestellt haben?

Investor*innen haben meistens bestimmte Fragen, die sie Startups immer wieder stellen. Manche Fragen sollen dich als Gründer*in bewusst überraschen, damit du aus der Reserve gelockt wirst.

Versuche, alle Fragen transparent, offen und mit bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Du kannst davon ausgehen, dass dein Gegenüber schon sehr viele Gespräche mit Gründer*innen geführt hat und ausweichende Antworten und Unsicherheiten erkennt.

Doch was sind jetzt die überraschendsten Fragen von Investor*innen?

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
über überraschende Fragen von Investoren

Simon Lohmüller: „Was war die überraschendste Frage?
Das kann ich nur schwer beantworten und ich würde sogar sagen, dass keine überraschenden Fragen kamen. Wenn man 10-20 Investorengespräche geführt hat, dann hat man auch so ein Grundset an Fragen, die immer wieder gestellt werden. Man kennt diese Fragen und man weiß auch vorher schon, wo die kritischen Punkte sind.

Außerdem kennt man auch die Punkte, wo Investoren ganz besonders in die Wunde drücken und man bereitet sich entsprechend darauf vor. Wie haben wir das gemacht? Wir haben wirklich so einen Katalog zusammen geschrieben und dokumentiert, welche Fragen gekommen sind und welche wirklich kritisch waren.

So konnten wir möglichst schnell eine Antwort auf die Fragen geben. Es ist auch sehr wichtig, dass man auf solche Fragen direkt antworten kann und somit die Angst beim Investor rausnehmen kann.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über die überraschendste Frage eines potenziellen Investors

Christian Ritosek: „Die überraschendste Frage eines Investors war, ob ich für 100.000.000 Euro verkaufen würde oder nicht. Na ja, er wollte eben über mich lernen, ob ich es für das Geld mache oder ob ich jemand bin, der wirklich eine große Company aufbauen will. Wenn ein Fonds nur durch ein Unicorn Investment oder durch ein IPO sein Geld verdient und ich gesagt hätte, dass ich es natürlich für 100.000.000 Euro verkaufen würde, dann wäre dieser Investor direkt weg gewesen.“

Wie können Investor*innen von Impact-Themen überzeugt werden?

Impact und Nachhaltigkeit ist ein Trend in der Geldanlage. Die Nachfrage nach nachhaltigen Investmentmöglichkeiten (wie zum Beispiel nachhaltige ETFs) steigt seit Jahren. Auch institutionelle Anleger legen immer größeren Wert auf soziale und ökologische Aspekte.

Impact Investing bringt den Unternehmen und Investor*innen viele Vorteile. Es wird auch schon davon gesprochen, dass die Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil wird. Der LBBW-Analyst Clemens Bundschuh sagt:

„Auch auf der Anlageseite kann sich Nachhaltigkeit auszahlen. Nachhaltigkeit ist dabei zwar kein Automatismus für Anlageerfolg, einige Beispiele zeigen jedoch, dass Nachhaltigkeitsindizes die Benchmark auf Dauer schlagen können.“

Hier folgen die Antworten unserer Gründer*innen zum Thema Impact:

Tom Josczok
Impact Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Impact Startup-Gründer
Tom
Josczok
darüber, wie Startups Investoren mit Impact überzeugen können

Tom Josczok: „Es gibt sehr unterschiedliche Investor:innen, mit sehr unterschiedlichen Ambitionen. Wenn den Gründer:innen der Impact sehr wichtig ist, dann sollten sie das auch in den Gesprächen mit den Investor:innen thematisieren. Für alle Investor:innen ist dieses Thema relevant und wird auch immer relevanter aufgrund der Regulatorik.

Es gibt die sogenannte ESG Policy. Das zwingt in Zukunft, Portfolios in den Bereichen ESG, transparent offenzulegen. Das ist eine Transparenzdatenbank, die in Zukunft dazu führen wird, dass Geld nachhaltig investiert wird.

Dadurch werden nachhaltige Geschäftsmodelle und Startups denen Impact wichtig ist, immer wichtiger, weil die Portfolios darauf achten müssen. Wenn es den Gründer:innen im Kern wichtig ist, dann sollten sie beim Fundraising auch darauf schauen, dass sie sowohl bei den Business Angels und VCs nach Impact Investoren suchen.

Da gibt es in Deutschland und in frühen Phasen immer mehr Investoren, die einen Fokus auf Impact legen.“

Wer hat bei euch den ersten Pitch übernommen und warum?

Nicht das ganze Team muss beim ersten Pitch mit Investor*innen dabei sein. Es sollte jemand aus dem Team sein, der auch für Fundraising verantwortlich ist. Die Person kennt sich mit den allgemeinen Fragen am besten aus und kann die erste Kommunikation mit potenziellen Investor*innen übernehmen.

Wenn das Erstgespräch gut verlaufen ist, dann bietet es sich an, in Folgegesprächen die anderen Teammitglieder mit einzubeziehen und persönlich vorzustellen. Das hilft den Investor*innen dabei, ein besseres Gesamtbild zu bekommen. Außerdem können Detailfragen von den jeweiligen Experten im Team besser beantwortet werden.

Wie handeln erfahrene Gründer*innen?

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wer den ersten Pitch übernommen hat und warum

Simon Lohmüller: „Das Pitchen haben von Anfang an eigentlich ich übernommen. Ich bin auch gut aufgesetzt, was das Thema Fundraising und Kommunikation angeht. Ich glaube, diese Rolle übernimmt meistens einer der Geschäftsführer, der das machen sollte. Auf jeden Fall auch jemand, der ein bisschen zahlenaffin und auf der betriebswirtschaftlichen Seite unterwegs ist.

Das wird eher nicht der sein, der in einem Tech Startup eher auch der technischen Seite steht. Aus dem Grund war das von Anfang an meine Rolle und das war eigentlich auch allen klar. Das heißt aber nicht, dass ich das komplett alleine gemacht habe. Auch die anderen Gründer sind hin und wieder mal für einen Pitch eingesprungen, wenn ich keine Zeit hatte oder es doch mal in die technische Richtung ging.

Grundsätzlich muss man so viele Pitches wie möglich halten, um bei Investoren Sichtbarkeit zu generieren. Es ist aber nicht sonderlich schwer, so einen initialen Pitch zu bekommen. Das geht eigentlich sehr schnell, da sich Investoren grundsätzlich sehr viel anhören. Oft bekommt man dann direkt nach dem Erstgespräch die Absage, weil man merkt, dass es nicht passt.“

Wie hast du dich auf das allererste Gespräch mit Investor*innen vorbereitet?

Vor dem allerersten Gespräch mit potenziellen Investor*innen sind die meisten Gründer*innen sehr nervös. Es geht um ihr Startup-Baby, welches sie nach vorne bringen wollen. Nur durch eine Finanzierungsrunde kann es in den meisten Fällen weitergehen, deshalb hängt alles davon ab.

Trotzdem darfst du nie vergessen, dass ein einzelnes Gespräch mit Investor*innen nicht über Erfolg oder Niederlage entscheiden. Du solltest gerade am Anfang mit so vielen Business Angels wie möglich sprechen, damit es nicht auf die Zusage eines Angels ankommt.

Business Angels streben einen hohen Deal-Flow an, um die besten Investitionsmöglichkeiten zu wählen. Das Gleiche solltest du mit Investor*innen machen! Führe so viele Gespräche wie möglich, um die am besten passenden Business Angels auszuwählen.

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
über die Vorbereitung seines allererste Investoren Gesprächs

Stephen Voss: „Ich denke, es ist ziemlich individuell, wie man sich auf das erste Gespräch mit Investoren vorbereitet. In meinem Fall war es so, dass ich am Morgen eine Runde laufen gegangen bin. Also erstmal ein bisschen Energie abbauen, weil man unheimlich nervös ist. Jeder kann erzählen, dass er da total abgebrüht und cool ist, ich würde aber sagen, dass 99 % das nicht sind.

Ich empfehle vor dem ersten Pitch etwas zu machen, was einen runterbringt und ablenkt. Von mir aus Musik hören, mit dem Hund gehen, ich bin laufen gegangen. Dann auch was ganz Banales, bitte vor dem Termin etwas essen. Also nicht auf nüchternen Magen, das habe ich nämlich nicht getan und dann kann man in so einem Gespräch durchaus mal in so ein kleines Loch fallen.

Ich war an dem Morgen zu aufgeregt und ich habe einfach nicht mehr ans Essen gedacht. Wenn du am Nachmittag dann einen Termin hast und ich bin in meinem Fall auch noch eine Stunde hingefahren und dann fehlt eben was.

Wirklich so die Basics beachten: Auf den Körper hören, eine Ruhe finden, etwas essen. Außerdem hat mir geholfen zu denken, dass ich da jetzt reingehe und es auch aufhören wird. Wirklich keine Angst vor dem Termin haben, weil wenn man drin ist, dann ist man drin und irgendwann ist die Stunde rum und man ist nicht gefangen.

Mit der Einstellung, dass es vorbeigehen wird und dass ich mich der Sache stellen muss, selbst wenn es nicht 100 % funktioniert, werde ich etwas lernen und kann es beim nächsten Mal besser machen. Ich glaube, das ist ganz essenziell.

Ich habe aus dem ersten Termin gelernt, dass man sich nicht zu sehr auf die Technik fokussieren sollte. Wenn der Laptop nicht funktionieren sollte, einfach weglegen und den Dialog führen. Man sollte sich dann nicht ablenken lassen, es ist gar kein Problem.

Wenn man in den Termin geht, informiert euch bitte vorher über euren Gesprächspartner. Was macht der? Was hat der vorher gemacht? LinkedIn ect., es gibt ja mittlerweile genug Quellen.

Außerdem im Termin reden und Pausen machen. Auch mal warten, bis der Nächste etwas sagt. Man muss seinen Gesprächspartner auch lesen und da wird man mit der Zeit auch besser. Wir haben in unseren Gesprächen gelernt, auch in den Augen zu lesen, ob das Gegenüber noch eine Frage hat oder ob es noch einen offenen Punkt gibt. Dafür sind die Pausen wichtig.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat

Christian Ritosek: „Wie sollten sich Gründer auf das erste Investorengespräch vorbereiten?
Ich habe tatsächlich den Investor, um den es ging, analysiert. Da habe ich YouTube-Videos geschaut und Blogbeiträge gelesen, um zu schauen, was das für eine Person ist. Auf was muss ich vielleicht im Pitch oder im Gespräch Wert legen? Ist das jemand, der sehr sales- oder produktlastig ist? Ist er eher ein zahlengetriebener und analytischer Mensch?

Für das allererste Gespräch habe ich es so gemacht und schon auch bei den Fonds, wo ich es für wichtig empfunden habe. Man hat ja immer so ein paar Fonds auf der Liste, bei denen man auf jeden Fall eine gute Figur machen will. Das wäre mein idealer Investor für die nächste Runde und mit dem habe ich mich schon vorher genauer auseinandergesetzt.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat

Simon Lohmüller: „Grundsätzlich muss man sagen, dass die ersten Investoren-Gespräche, die wir hatten, die waren noch sehr locker. Es war zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wo wir eigentlich noch nicht wirklich mit dem Fundraising gestartet haben. Deshalb war die Vorbereitung am Anfang auch sehr gering.

Wir sind da sehr offen in die Gespräche reingegangen und haben es eher als lockeren Austausch gesehen. Wenn es dann wirklich in die Richtung ging, dass wir den Pitch halten sollten, vor dem internen Team des Investors, dann hat man sich schon sehr intensiv darauf vorbereitet.

In diesen Pitch ist dann sehr viel Arbeit eingeflossen, man hat den natürlich einige Male vorher durchgesprochen, man hat den vor Kollegen gehalten, man hat sich überlegt, was falsch rüberkommen könnte und hat da schon geschaut, dass die Inhalte einfach stimmig sind und nichts fehlt.

Wir haben auch viel Rücksprache mit Coaches und Mentoren gehalten, haben uns da andere Meinungen eingeholt und haben uns dann relativ gut vorbereitet gefühlt.

Wir haben bei jedem Investor eigentlich so einen Grund-Check gemacht. Was gehört da dazu? Einerseits: In was hat der Investor bisher investiert? Passen die Startups, in die er bisher investiert hat, zu uns? Sind das ähnliche Bereiche und glauben wir, dass der Investor eine gewisse Expertise mitbringen kann?

Andererseits: Sind auch schon andere Startups in dem Portfolio, die einen Konflikt zu uns darstellen könnten? Das will man selbst nicht und das will auch meistens der Investor nicht. Auch dann fällt mal ein Investor raus und auch das ist uns mal passiert.“

Worauf achtet ein Business Angel im Erstgespräch mit den Gründer*innen?

Business Angels haben ganz verschiedene Gründe, warum sie in ein Startup investieren. Klar ist nur, dass es viel mehr Startups gibt, die eine Finanzierung suchen, als Startups, die auch wirklich eine Finanzierung durch einen Business Angel oder Venture Capital Fonds bekommen.

Aus dem Grund scannen Angels ganz viele Pitch Decks, bis sie ein für sich relevantes Startup-Investment finden. Erst wenn das Pitch Deck überzeugt, kommt es zum Erstgespräch mit Gründer*innen.

Wie gehen sie dabei konkret vor und was sind ihre Kriterien?

Business Angel Rahel Stichtenoth
Business Angel
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Business Angel
Dr. Rahel
Stichtenoth
darüber, was ihr im Erstgespräch mit Gründern wichtig ist

Dr. Rahel Stichtenoth: „Für mich als Business Angel ist mir im Erstgespräch wichtig, dass ich einen Eindruck von euch als Gründer bekomme. Da sind mir folgende Dinge wichtig:

1. Wie seid ihr auf eure Ideen gekommen?
2. Warum habt ihr gegründet?
3. Was wollt ihr mit eurem Startup erreichen?

Dabei ist wichtig, dass ich authentisch rüberkommt und ehrlich seid. Überall gibt es Probleme und die kann man auch mal adressieren. Ich mag es persönlich nicht, wenn alles wunderbar ist und mir sonstige Pläne an den Himmel gemalt werden, die ich den Gründern aber nicht abnehme.

Noch eine Ergänzung für das zweite Gespräch. Also wenn irgendetwas im zweiten Gespräch aufkommt, was nicht mit dem ersten Gespräch übereinstimmt.

Ich finde, wenn ihr für eure Idee brennt, dann könnt ihr es so rüberbringen und euch relativ entspannt darüber unterhalten und möglichst authentisch sein.“

Julius Göllner: Serial Entrepreneur & Investor
Serial Entrepreneur & Investor
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Serial Entrepreneur & Investor
Julius
Göllner
über das Erstgespräch mit Startups

Julius Göllner: „Wie läuft ein Erstgespräch ab?
Ich denke, es hängt erstmal stark davon ab, wie viel Zeit ich mir für ein Erstgespräch nehme. Bei einem vollen Kalender sind es 30 Minuten. Wenn ein bisschen mehr Zeit ist, kann man in 60 Minuten auch noch ein bisschen mehr machen.

Um was geht es bei einem Erstgespräch für mich?
Ich habe das Pitch Deck schon gesehen und verstehe das Geschäftsmodell und den Markt schon in einer gewissen Art und Weise. Mir geht es im Erstgespräch darum, ein besseres Gefühl für das Gründerteam zu bekommen.

Wie mache ich das?
Ich steige meistens so ein, dass ich die Gründer:innen neben dem Pitch Deck auch über ihre unternehmerische Journey sprechen lasse. Wie sind sie ganz konkret zu dem Problem, welches sie jetzt lösen wollen gekommen? Das ist eigentlich ein lockerer Einstieg, weil es eine Erzählung aus der Vergangenheit ist. Nichtsdestotrotz gibt es da schon einen guten Anhaltspunkt, wie viel Vorwissen vorhanden ist. Wie groß vielleicht auch der Pain schon auf persönlicher Ebene war, wie viel Erfahrung die Gründer:innen haben und welche Industrie Insights auch da sind. Aus meiner Sicht ist das ein sehr guter Einstieg.

In Phase 2 geht es meistens um sehr detaillierte Fragen. Wo stehen sie in ihrer Journey? Wie machen sie Vertrieb? Haben sie schon Pilotkunden? Wie haben sie diese Pilotkunden bekommen? Was ist die Vision und Roadmap im Produkt? Da kann man je nach Business Model und je nach Stand, wo man investiert, unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Wenn mehr Zeit als eine halbe Stunde ist, dann würde ich mir auch den Stand des Produktes anschauen. Das ist innerhalb von 30 Minuten meist unrealistisch. Deshalb würde ich bei spannenden Kurzgesprächen einen weiteren Termin für das Produkt ansetzen. Wenn man aber merkt, dass verschiedene Aspekte nicht funktionieren, dann würde ich direkt im Gespräch oder in einem nächsten Gespräch den Gründer:innen erklären, warum es nicht weitergeht.

Meine Empfehlung ist da immer, es in persona zu machen, auch wenn es ein bisschen aufwendiger ist und nicht mit einer einfachen E-Mail.“

Funktionieren digitale Pitches?

Während der Corona-Pandemie mussten viele Gründer*innen und Investor*innen auf digitale Pitches zurückgreifen. Der große Vorteil daran ist, dass es weniger Zeit für alle Beteiligten kostet.

Gerade ein Erstgespräch kann in einem Video-Call innerhalb von 30-60 Minuten abgehalten werden. Für ein erstes Kennenlernen ist es so voll ausreichend. Wenn auf beiden Seiten Interesse besteht, können Folgegespräche in Person stattfinden, um sich noch besser kennenzulernen.

Was sagen Gründer*innen zu digitalen Pitches?

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, ob digitale Pitches funktionieren

Simon Lohmüller: „Dazu muss ich sagen, dass bei uns nahezu alles digital war. Bei uns lag der Fundraising-Prozess in der Corona-Lockdown-Zeit, wo sämtliche Präsenzveranstaltungen heruntergefahren wurden. Wir haben fast ausschließlich virtuell gepitcht und Präsenzveranstaltungen und Begegnungen waren erst, wenn wir mit einem Investor schon ein bisschen weiter waren.“

Zu welchen zeitlichen Anteilen waren bei euch alle Gründer*innen ins Fundraising involviert?

Nicht alle Teammitglieder sollten zu sehr ins Fundraising involviert sein, da sonst zu viele zeitliche Ressourcen gebunden werden. Eine Gründer*in sollte das Zepter beim Fundraising in die Hand nehmen, alles organisieren und die ersten Gespräche führen.

Bei detaillierten Gesprächen, Verhandlungen und Finalisierungen sollten dann alle Gründer*innen beteiligt sein. So stellt man sicher, dass auch alle mit den Plänen einverstanden sind.

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie der zeitliche Anteil der einzelnen Gründer:innen im Fundraising verteilt ist

Christian Ritosek: „Ich owne den Fundraising-Prozess und bin der Contact für die Investoren. Meistens ist es so, dass ich den ersten Pitch mache und ich versuche es immer so 80/20 zu machen. Also, dass ich 80 % zeitlich involviert bin und 20 % macht das Team.

Den ersten Pitch mache ich eigentlich alleine und dann gibt es ja noch eine zweite Session, in der man dann auf Product, Tech und Go-to-Market eingeht. Da hole ich dann das Team mit hinzu, sodass die Investoren in zwei Calls schon das gesamte Management kennengelernt haben.

Mit der Strategie waren wir immer sehr erfolgreich, jeder Investor hat gesagt, dass es auch sehr schön war, das gesamte Team in einem so frühen Zeitpunkt kennenzulernen.“

Über welche Kanäle habt ihr erfolgreich Investor*innen gefunden?

Wo und wie findest du am besten Startup-Investor*innen? Im Folgenden verraten dir Gründer*innen, was in der Praxis wirklich funktioniert!

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
über erfolgreiche Kanäle für den Fundraising-Prozess

Stephen Voss: „Es ist eine schwierige Frage, über welche Kanäle man die richtigen Investoren findet. Ich glaube, ein Großteil hängt davon ab, wie das eigene Netzwerk ist und welche Leute man kennt. Ich kann jetzt keinen einzelnen Kanal benennen. Bei uns war das so, dass wir in der Branche waren und es immer mal wieder Unternehmen gibt, die in die Branche investieren.

Also haben wir mit Bekannten aus der Branche gesprochen und der Bekannte kennt vielleicht gerade einen Investor, der gerade anfängt, in den Bereich zu investieren. So hat es sich bei uns ergeben. Ich hatte Termine in Frankfurt und in München, wo wir mit einem Investor gesprochen haben. Der hat nicht in uns investiert, er hat aber wiederum jemanden gekannt, der vielleicht Interesse an uns hat.

Es ist eine Mischung aus Netzwerk, guter Einführung und bei gescheiterten Gesprächen nochmal nachzuhaken, ob es vielleicht für jemand anderes passt.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über erfolgreiche Kanäle, um an Investoren zu kommen

Christian Ritosek: „Folgende Kanäle sind am erfolgreichsten:

Netzwerk: Man muss schauen, dass man über das Netzwerk an die Investoren kommt. Das können Business Angels sein oder andere Gründer:innen, die dann die Intros machen. Damit haben wir zu 95 % unsere Investoren gewonnen.

Messen: Was bei uns auch funktioniert hat, waren Messen, vor allem die Bits & Pretzels. Da haben wir mit ganz vielen Investoren gesprochen und 2-3 haben am Schluss auch investiert.

Inbound Leads: Dann ist die Company größer geworden und es kamen viele Inbound Leads. Da haben Investoren gesehen, dass andere Investoren bei uns investiert haben und wollten dann ebenfalls investieren. Als Lightspeed und Point Nine bei uns investiert hatten, dann war meine E-Mail Inbox plötzlich ganz voll.

In den jetzigen Runden ist auch wieder das Netzwerk entscheidend. Die Investoren sprechen auch untereinander über ihre Portfolios und so kommen auch neue Leads zustande. Also: Netzwerk über alles!

Definitiv haben Investoren Signalwirkung und wir haben die bei uns auch in Tier 1 und Tier 2 Investoren sortiert. Investoren mit einem guten Ruf bringen dann auch wiederum ein gutes Netzwerk mit anderen Investoren mit. Beispielsweise ist Point Nine einer der besten SaaS Investoren in Europa.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, welche Kanäle am erfolgreichsten für die Investorensuche sind

Simon Lohmüller: „Es hat überhaupt nicht funktioniert, wenn wir selbst Investoren angeschrieben haben. Wir haben das versucht und ca. 20-30 VCs angeschrieben. Bei den meisten haben wir keine Antwort bekommen. Auf der Webseite der VCs kann man häufig irgendwelche Kontaktformulare ausfüllen und das Pitch Deck hinschicken.

Letztendlich muss man aber immer bedenken, dass nur das Pitch Deck und der erste kurze Eindruck darüber entscheidet, ob ihr einen ersten Call bekommt oder nicht. Das hat bei uns überhaupt nichts gebracht.

Was bei uns viel besser funktioniert hat, waren Empfehlungen von einem Investor auf einen anderen Investor. Oft haben wir auch die Rückmeldung bekommen, dass ein Investor gesagt hat, dass wir nicht in sein Portfolio passen, aber er jemanden Passendes kennt. So kam die Empfehlung zustande und das ist immer ein tolles Eintrittstor.

Außerdem hat uns BayStartUP sehr gut unterstützt. Die haben ein sehr großes Investoren-Netzwerk. Über BayStartUP sind wir auch auf die VentureCon gekommen, eine Investorenkonferenz, wo man Kontakte knüpfen konnte. Außerdem haben wir von BayStartUP einen großen Pitch organisiert bekommen, vor knapp 20 Business Angels.

Das Netzwerk von BayStartUP bekommt das Pitch Deck von vielen Startups zugeschickt und die Business Angels können dann vorher überlegen, ob sie sich in den Call mit reinsetzen wollen oder nicht. So erhält man eine große Reichweite, weil man gleich mit 20 Investoren redet.

Im Nachgang kommen dann doch einige Business Angels auf einen zu, die diese Gespräche noch einmal vertiefen wollen.

Das Pitch Deck ist wirklich nur ein erster kurzer Eindruck und da spielt das Team eine große Rolle. Die Investoren wollen das Team hinter dem Startup kennenlernen und das geht nicht nur durch ein Pitch Deck. Das kalte versenden von Pitch Decks hat uns beim Fundraising nicht geholfen.“

Wie transparent sollte man gegenüber möglichen Investor*innen sein und warum?

In einem Team aus Business Angels und Gründer*innen kann es immer zu Konflikten kommen. Ein gutes Team gestaltet diese Konflikte positiv, offen und transparent. Damit Krisen gemeistert werden können, müssen Probleme direkt angesprochen werden. Das hilft dabei, ein Vertrauensverhältnis innerhalb des Teams aufzubauen, damit auch entsprechende Hilfe geleistet werden kann.

Damit ein Krisenmanagement aber erfolgreich sein kann, muss von Anfang an eine offene und transparente Kommunikation bestehen. Das ist das Fundament der Beziehung zwischen Investor*innen und Gründer*innen.

Lüder Brüggemann
Social Fitness Marketplace Founder
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Social Fitness Marketplace Founder
Lüder
Brüggemann
über die Wichtigkeit der Transparenz

Lüder Brüggemann: “100 % Transparenz! Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, irgendetwas zu verschweigen oder zu verschleiern. Gerade ein Funding sollte auf Ehrlichkeit und Transparenz beruhen. Man arbeitet mit den Investoren über Jahre zusammen und da macht es keinen Sinn, wenn man nicht 100 % transparent ist.

Außerdem würde so was auch bei einer Due Diligence auffallen, dann kommt eh alles ans Tageslicht. Wenn man etwas verschwiegen hat, gibt es spätestens dann kein Investment, dann ist es vorbei. Sowohl bei einem Exit als auch bei einem Funding ist das so.

Wenn man bei einem Exit Falschangaben macht, kann es auch im schlimmsten Fall wieder rückabgewickelt werden. Das ist dann sehr teuer, mit Gerichtskosten ect.. Sei einfach ehrlich und zeige deine Fehler auf! Jeder Investor weiß, dass nicht alles 100 % gut läuft und manche Zahlen nicht so gut aussehen.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie transparent man zu Investoren sein sollte

Simon Lohmüller: „Da kann ich nur zu maximaler Transparenz raten. Wenn ihr irgendetwas verheimlichen wollt, das kommt am Ende sowieso raus. Man muss sämtliche Dokumente zum Unternehmen abliefern und es bringt nichts, das Vertrauensverhältnis schon vorab zu beschädigen, selbst wenn man damit vielleicht durchkommt und die Runde abschließen kann.

Wenn es irgendwelche Leichen im Keller gibt, dann wird es früher oder später rauskommen. Es sollte ja auch nach Abschluss der Finanzierungsrunde ein vertrauensvolles Verhältnis sein und darauf sollte man bauen. Wir waren immer absolut ehrlich und transparent und das hat uns definitiv nicht geschadet.

Man kann den Investoren auch seine Schwächen erzählen und ich glaube, das ist durchaus gewollt, weil auch Investoren wissen, dass kein Startup von Anfang an perfekt ist. Es gibt immer irgendwelche Schwächen und wenn es die Schwächen nicht gäbe, dann bräuchte man wahrscheinlich keinen Investor.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über die Wichtigkeit von Transparenz gegenüber Investoren

Christian Ritosek: „Ich kann nur sagen, dass man 100 % transparent sein sollte. Man sollte auch keine Leichen im Keller haben. Abgesehen davon, dass man Garantien in den Funding-Verträgen abgibt.

Mit einem Investor geht man wie eine Beziehung ein. Jede Beziehung kann nur funktionieren, wenn man offen, transparent und ehrlich ist. Man sollte natürlich in den Pitches verkaufen können, aber nicht lügen. Man sollte auch offen und ehrlich mit Fu**-Ups umgehen, weil in einem Startup nie alles rund läuft.

Investoren verstehen das, und im Idealfall sind es Learnings, die man gemacht hat. Investoren wollen auch gerne sehen, was die Gründer:innen aus Fehltritten in der Vergangenheit gelernt haben.

Mein Tipp ist: Seit 100 % transparent!“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie wichtig Transparenz gegenüber den Investoren ist

Stephen Voss: „Dirk und ich glauben an die maximale Transparenz. So haben wir es immer aufgebaut. Das ist vielleicht ein Modell, dass nicht zu jedem passt. Für uns war es aber von Anfang an wichtig, ehrlich, authentisch und transparent rüberzukommen. Wir haben keine Show vorgespielt und das sind wir auch nicht.

Es gibt Leute, die mit einer starken Persönlichkeit mit jedem Produkt durch jeden Pitch rennen können. Das sind ganz starke Verkäufer-Persönlichkeiten. Wir wollten von Anfang an einen unheimlich modernen, technisch basierten, digitalen Versicherer aufbauen, aber immernoch einen Versicherer. Das ist eine klassische Sparte, auch wenn wir alles ganz modern und digital machen.

Dazu gehört beim Versicherer auch dazu, dass er reguliert ist und daher verbietet es sich für uns von vornherein schon die Show. Das ist bei einem Versicherer nicht passend. Ein Kunde möchte zwar ein modernes Antlitz, ein tolles Interface und Kommunikation. Aber er möchte eigentlich nicht belabert werden und irgendwas vorgegaukelt bekommen.

Aus dem Grund ist es mir sehr wichtig, authentisch zu sein, auch wenn man einen Dialekt hat, den nicht zu unterdrücken. Das macht keinen Sinn und es fällt auf. Da möchte ich jetzt auch alle ermutigen, die einen Dialekt haben, nutzt den. Der macht charmant, der macht authentisch und echt.

Deswegen einfach nett und freundlich rüberkommen und nicht versuchen, etwas zu sein, was man nicht ist. Ich denke da immer an den Song “The Great Pretender” von Freddie Mercury. Pretenden ist halt nicht, am Schluss kommt es raus.

Es kommt sicher auch auf die Branche an. Wir sind in einer sehr zahlgetriebenen Branche und da lässt sich keine Show abziehen. Am Schluss zählen die Ergebnisse. Man darf auch nicht vergessen, dass es auch Meilensteine mit den Investoren gibt, die man erreichen muss.

Wenn ich in einem Pitch etwas erzähle, was ich nicht erreichen kann, wird es mich später einholen, weil sich der Investor sehr gute Notizen macht. Im Zweifel gibt es ein Agreement, wo schon Meilensteine drinstehen. Dann reißt man die Meilensteine und das ist sehr schmerzhaft, bishin zum Verlust der eigenen Idee.

Da kann ich nur darauf hinweisen, dass man im Pitch nicht übertreiben sollte. Da sollte man transparent sein, weil sonst steht da ein Meilenstein im Vertrag, den man nicht erfüllen kann.“

Wie geht man mit einem "Nein" im Fundraising um?

Natürlich ist ein “Nein” im Fundraising nicht schön. Trotzdem hängt dein Erfolg für die Funding-Runde nicht von dem einen Gespräch ab. Versuche das Beste aus dem “Nein” herauszuholen. Frage die Investor*in nach Feedback und warum sie nicht investieren.

Mache danach einfach weiter und versuche dich stetig zu verbessern!

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie Gründer mit der Frustration beim Fundraising umgehen sollten

Simon Lohmüller: „Grundsätzlich sollte man sich immer mehrere Optionen offen halten. Das ist jetzt vielleicht leicht gesagt, wenn man nicht mehrere Optionen hat, dann kann die Frustration umso höher sein. Außerdem sollte man sich immer fragen, was bisher grundsätzlich falsch gelaufen ist. Warum bin ich bei diesem Investor nicht gut angekommen? Was kann ich beim nächsten Mal besser machen?

Oft bekommt man von den Investoren ein sehr ehrliches Feedback. Gerade diese ehrliche Kritik sollte man in seinen Überlegungen mit einfließen lassen. Daran sollte man wachsen und ich kann nur sagen, dass es völlig normal ist, wenn man bei 50 Investorengesprächen 48,49 Absagen zu bekommen.

Man hört immer von diesen fantastischen Erfolgsgeschichten, wo sich die Investoren um das Startup reißen, aber das sind eben die seltenen Fälle, die in den Medien sehr breitgetreten werden. Ich würde behaupten, dass es nicht der Standardfall ist. Man sollte sich nicht an diesen extremen Erfolgsgeschichten messen und dadurch den Druck rausnehmen.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
darüber, wie man mit einer hohen Rate an Absagen umgehen sollte

Isabeau Ayoubi: “Immer nachfragen! Auf eine E-Mail Absage kann immer eine Antwort folgen, woran es denn liegt. Wenn ich da 10-mal hintereinander die Antwort bekomme, dass da jemand im Team fehlt, Sales zu schlecht ist oder in dem Produkt keine Zukunft gesehen wird, dann sollte man über die Punkte nachdenken. Die meisten Business Angels sind ja erfahrene Business Leute und die schauen sich halt dein Deck an und irgendeine Stelle macht keinen Sinn. Aus dem Grund lohnt es sich, Feedback einzuholen, um diese Fehler zu beheben.”

John Agricola: “Ja genau, habe ich beim Richtigen gepitcht? Natürlich muss man mit dem richtigen Produkt zum richtigen Business Angel gehen. Wenn das nicht passt, dann wird das auch nicht passen. Man kann sich ja vorher informieren, an welchen Themen die Business Angels interessiert sind. Um bei Business Angel Clubs pitchen zu können, da ist im Moment eine sehr geringe Hemmschwelle. Der Zugang ist heutzutage da, das war vor ein paar Jahren noch nicht so da. Business Angel Clubs machen schon ihre eigenen Coachings, wie sie bessere Business Angels werden. Wenn es gar nicht funktioniert, dann ist es entweder der falsche Ort gewesen oder man muss darüber nachdenken.

Die Fragen sind immer die gleichen und wer sich da online ein bisschen einliest, kann die auch beantworten. Ein anderer Punkt, wo man falschliegen kann, sind die Größen der Finanzierung. Wenn unerfahrene Gründer da sehr hohe Beträge raisen wollen, da gibt es in Deutschland sehr wenige Business Angels, die sowas machen.

Natürlich gibt es auf Gründeszene immer wieder Artikel, wo Gründer über ihre 7-stelligen Runden reden. Wir persönlich kennen solche Gründer nicht und ich denke, das wird eine Minderheit sein.”

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie er mit „Neins“ umgeht

Stephen Voss: „Das “Nein” beim Fundraising ist natürlich schwierig, weil es ja um sehr viel geht. Es geht um ein Unternehmen, da hängen wahrscheinlich auch Mitarbeiter dran und deshalb ist ein Nein immer schwierig.

Unser Ansatz war immer viele Termine zu haben, dass es nicht nur auf einen Termin ankommt. Wir haben auch Pitches vor Investoren gemacht, die vielleicht nicht ideal gepasst haben. Da sollte man wirklich einfach machen und man lebt auch ein Stück weit von der Quantität und die Qualität kommt dann von alleine, weil man von den Terminen lernt und das eine Nein dann nicht so schlimm ist.

So wird man besser und es führt auch zu mehr Fokus. Aus unserer und meiner Sicht ist das ganz wichtig. Es ist nicht der eine Termin, der jetzt klappen muss. Sondern der eine Termin ist wichtig und das wäre auch ein toller Partner, aber wir haben auch noch viele andere Termine.

Da sollte man in dem Flow bleiben. Wir haben auch nach unserem finalen Termin weitere Termine gemacht. Warum? Du weißt nie, ob jemand abspringt.

Das Thema “Nein” haben wir auch nachgefragt, wo wir es konnten. Man bekommt auch manchmal eine E-Mail, wo man nicht nachfragen kann. Das ist auch ein Thema, womit man umgehen muss.

Wir haben nachgefragt und die Antworten gingen von A-Z. Zum Beispiel waren die potenziellen Investoren nicht vom Konzept überzeugt oder fanden die Konkurrenz zu groß. Da gibt es viele Antworten, auf die man sich wieder einstellen kann. Manchmal gibt es auch die Antwort, dass man es den Personen nicht zutraut. Das ist dann sehr persönlich und kann auch mal eine Zeit lang wehtun.

Damit muss man auch umgehen können, aber wir sind ja auch nicht zu allen immer kompatibel und da komme ich wieder auf den Punkt zurück, mehrere Termine zu machen. Ihr müsst auch nicht jedes Gegenüber mögen. Wir hatten auch Termine, wo wir danach gesagt haben, dass sie nicht zu uns passen. Auch das muss man lernen und man muss auch selber “Nein” sagen können.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über „Neins“ im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Im Fundraising bekommt man in der Tat viele “Neins”. Es ist ja ein ganz normaler Sales Prozess, ein Funnel, man spricht viele Fonds und Business Angels an und am Ende bleiben eine Handvoll übrig, die dann investieren wollen. Gerade bei US-VCs ist immer im ersten Pitch alles Awesome und Great. Es ist dann wirklich frustrierend, wenn man ein richtig gutes Gefühl nach einem Pitch hatte und dann die Absage kam.

Auf der anderen Seite hatte ich auch Pitches, die ich furchtbar fand und dann gab es eine Zusage oder einen zweiten Call. Ich denke, man muss akzeptieren, dass man ein “default no” bekommt. Man sollte in einen Call mit der Erwartung gehen, dass der Investor ein Nein im Kopf hat und dieses Nein muss man in ein Ja verwandeln. Das ist eine ganz gute Strategie, weil wenn man ein Nein erwartet, dann hat man gar nichts verloren.

In jedem Nein steckt auch viel Feedback und gute Investoren geben auch sehr fundiertes Feedback. Man bekommt natürlich auch oft Absagen nach dem Motto: Es ist zu früh oder sonst was. Damit kann man wenig anfangen, aber da kann man nochmal nachfragen. Warum investiert ihr wirklich nicht und was hat euch gestört?

Damit bekommt man dann auch häufig sehr gutes Feedback. Zum Beispiel, dass der Markt zu besetzt ist und es zu großen Wettbewerb gibt oder der USP noch nicht klar ist. Also wenn man das Feedback nicht aktiv vom Fonds bekommt, dann sollte man es aktiv einfordern.“

Wie verhandeln Business Angels die Bewertung?

Die Bewertung in der frühen Phase ist immer ein sehr spannendes Thema, lässt sie sich ja nicht einmal halbwegs objektiv herleiten wie in späteren Phasen.

Was sind die Erfahrungen von Gründer*innen und Angels dazu?

Julius Göllner: Serial Entrepreneur & Investor
Serial Entrepreneur & Investor
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Serial Entrepreneur & Investor
Julius
Göllner
über die Startup-Bewertung

Julius Göllner: „Die Bewertungsverhandlung ist in so einer frühen Phase in Summe ein schwieriges Thema, weil da viele Faktoren mit reinspielen. Das ist als Erstes die generelle Marktsituation. Mitte 2021 war sicher eine andere Marktsituation als Mitte 2022. Dann ist an den Markt angeschlossen eine gewisse Angebots- und Nachfragesituation entscheidend. Wenn es eine starke Nachfrage nach dem Deal gibt, dann sind die Gründer:innen in einer viel stärkeren Verhandlungsposition.

Der Markt gibt auch ein bisschen eine Reverenz. Eine Pre-Seed-Runde in einem bestimmten Vertical FinTech, mit einem Gründerteam, dass nicht zum ersten Mal gründet hat, hat einen anderen Referenzpunkt als First-Time-Founder ohne Vorerfahrung in dem Vertical.

Das heißt, dass es da keine so richtige abschließende Antwort darauf gibt. Wenn ich denke, dass die Bewertung nicht mit Marktreferenzen gewährleistet ist, dann würde ich einfach mit dem Team ein offenes Gespräch suchen, wie in jeder anderen Verhandlung auch. Da würde ich sagen, aus welchen Gründen ich die Bewertung zu hoch ansehe. Dann ist auch immer die Frage, wie viel inhaltlichen Mehrwert ich liefern kann und wie Relevant ich für das Gründerteam bin.

Wenn ich in den Gesprächen aufzeigen konnte, dass ich neben dem Kapital wirklich ein Mehrwert für das Team bringen kann, dann steigt natürlich auch meine Wertschätzung im Team. Dann ist das Team auch häufig bereit, über den Listenpreis hinaus einen Discount zu geben.

Natürlich gibt es auch andere Faktoren wie zum Beispiel ein VC, der schon eine klare Bewertung festgesetzt hat. Das ist ein sehr komplexes Gebilde und wenn es eine Möglichkeit der Verhandlung gibt, würde ich die auch wahrnehmen, in dem Moment, wo ich der Meinung bin, dass sie im Marktvergleich überpreist sind.“

Wie funktioniert die Due Diligence aus Sicht von Gründer*innen?

In einer Due Diligence wird ein Startup genau analysiert und bewertet. Solche Prüfungen werden insbesondere im Rahmen von Transaktionen der Unternehmensanteile durchgeführt. Das hilft den Business Angels beim Auswahlprozess der Startups, damit sie genau wissen, auf was sie sich bei dem Investment einlassen.

Was sagen Gründer*innen zur Due Dilligence?

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie ein Business Angel die Due Diligence macht

Christian Ritosek: „Dadurch, dass noch nicht so viel da ist, investiert ein Business Angel auch viel nach Bauchgefühl und ob er generell an die Idee und das Konzept glaubt. Ist das ein Markt, mit dem er sich identifizieren kann. Auch, ob er das Problem und die Lösung versteht und erkennt.

Der zweite wichtige Punkt ist, ob er an das Team glaubt. Ein Business Angel hat ja auch Erfahrung und war vielleicht schon Unternehmer oder Unternehmerin. Der Angel kann sich die Frage beantworten, ob er es dem Team zutraut oder nicht. Ist jemand im Team gut in Product, jemand gut in Sales und darauf fällt er oder sie dann ihre Entscheidung.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über wie die Due Diligence aus Sicht von Angels funktioniert

Daniel Bosman: „Ich glaube, das ist wirklich ein mega spannendes Thema. Im Endeffekt ist man sowieso schon so aufgeregt und man kommt in der Regel ganz am Anfang nur mit einer Idee und vielleicht noch einem Zettel und ein paar Notizen [zu den Angels].

So war das bei Florian [Co-Founder] und mir der Fall mit Olaf Stichtenoth [Angel]. Diesen haben wir über „Coaches Against Corona“ kennengelernt. Wir beide haben Startups geholfen, diese „wetterfest“ für die Corona-Krise zu machen. Dabei haben wir uns kennengelernt und Olaf hat in diesem Zuge „Our Greenery“ als Projekt kennengelernt. Er hat dann auch Interesse an dem Projekt gezeigt. Ich hatte zuvor noch nie in einem Projekt ein Investment aufgenommen und auf einmal hatte er signalisiert, dass er sich das vorstellen könnte. Das war für uns natürlich ein mega Ding.

Im Laufe der Zeit baut man seine Transparenz auf LinkedIn auf, das würde ich jedem sehr empfehlen. Generell auf LinkedIn aktiv zu sein ist sehr wichtig. Vor allem bei Sachthemen aus der „Tech-Schiene“ muss man die Präsenz auf LinkedIn mit aufbauen, da dort viel stattfindet. Das heißt nicht, dass man jetzt einmal in der Woche einen Post machen muss. Gerade wenn man ein Softwareentwickler ist, mag einem das Posten auf LinkedIn vielleicht nicht so liegen. Dennoch finde ich es mega wertvoll, weil der Angel die Möglichkeit hat, erstmal das Gründerteam ein Stück weit kennenzulernen.

In so einem Prozess ist es oftmals der Fall, dass man mit sehr vielen Angels spricht. Als CEO bin ich dafür verantwortlich, die Angels zu kontaktieren und weiter mit ihnen vorzudringen, bis wir dann wirklich eine eigene Auswahl [an Angels] haben, die dann das Team kennenlernen. Das geht nur mit limitierter Zeit, denn als Gründer*in hat man viele Sachen auf dem Teller, die du voranbringen willst. Dieser Prozess [der Kontaktaufnahme] ist für den Angel insofern gut, denn daraufhin kann diese(r) sich das Portfolio anschauen, die Gründer prüfen und auch nachvollziehen können, was bisher gemacht wurde. Ein Angel wird vor allen Dingen die Gründer im Detail prüfen, auf das, was Sie bisher gemacht haben. Da würde ich immer empfehlen, auch wenn man verleitet ist das ein oder andere Mal negative Geschehnisse wegzulassen, absolute Transparenz zu zeigen. Die Angels arbeiten mit vielen Startups zusammen und sind / waren selbst oft Unternehmer. Daher kennen sie auch Probleme. Eine Gründung läuft nicht immer schnurgerade – da gibt es Herausforderungen und Ups-&Downs.

Due Diligence von einem Angel beinhaltet auch relativ oft, dass man alte Projekt prüft, um zu schauen, wie ist es da verlaufen. Eine Prüfung hierbei geschieht oft über North Data. Da wird geprüft, ob man mehrere Beteiligungen hat, denn auch als Gründer kommt es durchaus vor, dass man sein zweites oder drittes Startup hat. „

Wie funktioniert die Due Diligence aus Sicht von Business Angels?

Bei der Due Diligence sollten Business Angels zum Beispiel folgende Fragen klären:
– Wer führt das Unternehmen?
– Was wird wo und wie verkauft?
– Wie hat sich das Unternehmen bisher entwickelt?
– Wie sieht die weitere Unternehmensplanung aus?
– Wie ist der rechtliche Status Quo?

Was ist Business Angels bei der Due Dilligence noch wichtig?

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über die Due Diligence bei Startups

Olaf Stichtenoth: „Es ist natürlich so, wenn ich blind in den Markt investiere, wie ich es zum Beispiel am Aktienmarkt machen kann, dass ich als Business Angel wahrscheinlich keinen Erfolg haben werde. Wenn ich als Business Angel erfolgreich sein will, dann muss ich genau schauen, in welches Unternehmen ich investiere. Je nach Phase sind da sehr unterschiedliche Faktoren entscheidend. Das Team ist immer entscheidend und bei vielen Investments, die ich gemacht habe, gab es eben eine Idee und das Team. Eine Idee ist relativ wertlos und man bekommt die gleichen Ideen als Business Angel relativ häufig auf den Tisch.

Also stellt sich die Frage, ob das Team hinter die Idee das beste Team zur Verwirklichung dieser Idee ist, um mir als Business Angel einen positiven Return zu bringen. Deswegen ist für mich der erste und wichtigste Punkt immer das Team. Und dann natürlich schauen, ob der Markt dafür da ist, haben die eine Vorstellung von Marketing, aber das sind eigentlich alles nachgelagerte Faktoren.

Ich würde jedem raten, erst mal aufs Team zu achten. Wenn das Team auseinanderfliegt, ist mir auch schon passiert, dann hat man meistens größere Probleme zu lösen.

Die Due Diligence ist aus meiner Sicht ein Thema, was bei Startup-Investments oft nicht strukturiert stattfindet und regelmäßig auch nicht stattfinden kann. Due Diligence ist eine Methode, um sein eigenes Risiko zu verringern. Im Venture Capital Bereich sollte es so sein, dass in jeder weiteren Runde das Risiko geringer sein sollte. Das ist auch etwas, was für die Gründer wichtig ist zu verstehen. Es heißt zwar Venture Capital Fonds, aber die Leute sind eher Risikoavers, da sie in späteren Runden reingehen. Business Angels können am wenigsten Risikoavers sein, da sie als Erstes ins Unternehmen reingehen. Als Business Angel ist es sehr schwierig, mit den begrenzten Mitteln eine vernünftige Due Diligence zu machen.

Deswegen denke ich, dass sehr viele Business Angels sagen, dass sie eine Due Diligence machen, aber tatsächlich vertrauen die meisten auf ein Bauchgefühl. Ich mache das auch so, da bin ich ganz ehrlich. Ich schaue mir natürlich den Finanzplan an und überlege, ob ich dem glaube, aber darin steckt es ja schon. Ob ich die Sachen glaube und nicht, ob die Sachen tatsächlich stimmen. Man kann sich natürlich die Unterlagen anschauen, die das Unternehmen bereitstellt und mal den Handelsregisterauszug ziehen. Also eine Basis Due Diligence durchführen, aber die richtige Due Diligence entsteht für mich als Business Angel durch die Gespräche mit den Gründern.“

Business Angel Rahel Stichtenoth
Business Angel
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Business Angel
Dr. Rahel
Stichtenoth
über einen guten Auswahlprozess und Due Diligence

Dr. Rahel Stichtenoth: „Für mich steht bei der Auswahl eines Start-ups das Bauchgefühl an erster Stelle. Das ist in ganz vielen Bereichen im Leben so, dass man darauf hören sollte, das habe ich so über die Jahre gelernt, und so gehe ich auch an neue Start-ups heran. Sind mir die Gründer sympathisch? Das ist total wichtig. Sind sie flexibel? Hören sie auch mal zu? Sind sie engagiert? Brennen sie für ihre Idee? Wie funktioniert das?
Auf der anderen Seite hat man natürlich die Idee, die das Start-up verfolgt und auch den Markt, was eine große Wichtigkeit hat. Finde ich das interessant? Gibt es einen Markt? Kann ich mir vorstellen, dass das Start-up damit groß werden kann? Das spielt natürlich auch immer eine Rolle.

Aber wie gesagt, an erster Stelle stehen die Gründer. Wie funktionieren Sie als Team? Sind sie harmonisch? Sind verschiedene Bereiche abgedeckt? Ich spreche auf jeden Fall mit dem CEO des Start-ups oder demjenigen, der sich um die Investments kümmert. Da muss erstmal alles stimmen. Ich muss das Gefühl haben, dieser Person traue ich zu, eine Firma aufzubauen, groß zu machen, auch neue Investitionsrunden auf die Beine zu stellen, denn das ist ein ganz wichtiger Punkt bei Start-ups, das ist mir irgendwann bewusst geworden, dass sie eigentlich über Jahre damit zu tun haben werden, immer wieder neue Runden vorzubereiten, mit potenziellen Investoren zusprechen, sie zu überzeugen, das läuft im Hintergrund mit. Dann gucke ich mir die Finanzplanung an, das ist für mich eine ganz wichtige Sache, das steht aber an nächster Stelle. Wenn ich alles soweit interessant finde und ein bisschen Vertrauen aufgebaut ist, dann geht es darum, sich mal die Finanzplanung anzugucken. Aus der kann man unglaublich viel ablesen.

Wie ist das Geschäftsmodell? Wie ist die Planung? In welchen Bereichen sollen Ausgaben getätigt werden? Wo werden Mitarbeiter eingestellt? Was für einen Fokus gibt es auf Marketing und Sales. Ist das Ganze wirklich Skalierbar? Viele Start-ups wollen skalierbare Geschäftsmodelle erarbeiten, teilweise ist es aber gar nicht skalierbar, man sieht dann anhand der Finanzplanung, dass das Wachstum auf lediglich immer mehr Sales-Mitarbeitern beruht, und das ist für mich kein skalierbares Geschäftsmodell. Wie viel Geld wird insgesamt gebraucht? Wie lang ist die Runway der ersten Angel-Runde? Wann gibt es ein Break-even? Es kommt eigentlich alles daraus hervor, und ich kann vorab nicht sagen, das ist jetzt gut, das ist jetzt schlecht, so müssen die KPIs aussehen, sondern das ist ein Zusammenspiel aus den verschiedenen Sachen.
Das ist eine ganz individuelle Sache für jedes Start-up, wo man einfach eintaucht und guckt. Ist das Ganze plausibel oder sehe ich irgendwo einen Bruch? Dann kann ich darüber mit den Gründern sprechen, das als Feedback geben und gucken, wie sie darauf reagieren.“

Kasia Zalewska Angel Impact Investor bei Ragnarson
Angel Impact Investor
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Angel Impact Investor
Kasia
Zalewska
über die wichtigsten KPIs als Business Angel

Kasia Zalewska: „Measuring performance is always tricky. I can show you what we are doing. I think this gives you an idea of the many different possibilities and KPIs to choose from. You should accept the rule, that you have to look in 150 pitch decks to find one interesting startup. This is one of our leading KPIs. We measure the number of leads that we are processing every single month.

In order to invest in eight startups per year, we have to look in 100 pitch decks every month. That is what we are tracking in our CRM system. This shows us how close we are to reaching our target.

When it comes to the quality of the investment funnel, we are not doing it on a weekly basis. On weekly basis, we look on our amount of pitch decks. When it comes to the process, what is after and which channels we are using. We are also tracking that, which deal comes from which channel. We are doing this analysis too, but just in times, when we need it (maybe every 2-3 months).

Furthermore, we are also putting some KPIs in our network activities. Because the network is a huge part of becoming an investor. So we are putting some targets, that helps us track, if we are actually working on the network. We have two different targets.

The first one is how many people do I meet this month. Make it 4,5, 10, whatever fits your timeline. So the first target is the new people, but the second one is even more tricky, because it relates to strength in the network.

It is quite easy to meet new people; you have LinkedIn and Introductions. Meeting people is not a problem anymore, but strength in the network is. The person you have met should remember you and connect you with amazing deals. That is the tricky part. For that you need to reach out again, share deals, make introductions, so keep the interest up. That is another KPI that we are putting in place, when it comes to our network.“

Janosch Kühn
Entrepreneur & Investor
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Entrepreneur & Investor
Janosch
Kühn
über die Due Diligence und die Wahl für oder gegen ein Startup-Investment

Janosch Kühn: „Wir schauen uns die Gründer, das Team und den Markt genau an. Passt das alles zusammen? Wie sieht das Produkt aus? Wie sieht die Traction bezogen auf die Phase des Startups aus?

Wenn wir jetzt von Due Diligence sprechen, dann musst du natürlich schon Research betreiben. Gibt es die Firma wirklich? Stimmen die Zahlen, die präsentiert werden?

Gerade bei Frühphasen-Startups gibt es ja auch noch nicht so viele Zahlen, da würde ich einfach kontrollieren, dass die Zahlen im Pitch Deck auch wirklich stimmen.

Ein Beispiel, wo man immer draufschauen sollte, ist das Marktpotenzial. Ein Startup kann ein tolles Team und Traction haben, aber ist der Markt so groß, wie die Gründer es gerne hätten und präsentieren?

Wir als Investoren wollen mit unserem Investment unser Geld zurückverdienen und da ist das Marktpotenzial ein wichtiger Gradmesser.

Ein Startup haben wir auch wegen eines Gründers abgelehnt, der hat menschlich einfach nicht gepasst. Da war die Traction super und der Markt auch riesig, aber es war einfach ein komisches Gefühl und da wollten wir nicht investieren. Man muss mit den Gründern auch über eine längere Zeit zusammenarbeiten und wenn es da schon am Anfang ein komisches Gefühl gibt, sollte man nicht investieren.“

Business Angel Nikolaus D. Bayer
Business Angel des Jahres 2020
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Business Angel des Jahres 2020
Nikolaus D.
Bayer
über seinen Auswahlprozess bei Startup-Investments

Nikolaus D. Bayer: „Am Anfang steht natürlich in irgendeiner Art die Kontaktaufnahme. Man bekommt als Business Angel zum Beispiel eine E-Mail mit einem Pitch Deck und einem Unternehmensprofil zugesandt. Das schaue ich mir an und bilde mir eine erste Meinung.

Dann möchte ich eigentlich direkt mit den Gründern sprechen im nächsten Schritt, zum einen um meine initialen Fragen loszuwerden, zum anderen aber auch, um ein Gefühl für das Gründerteam zu bekommen. Wie ticken die? Wie gut passen die zu mir vom Typ? Denn man wird ja mehrere Jahre zusammenarbeiten. Das ist zwar noch keine Ehe, aber doch eine sehr intensive Beziehung – da muss es eben auch auf der menschlichen Ebene passen.

Wenn ich nach diesem initialen Austausch alles gut finde, schaue ich normalerweise auf die Finanzzahlen und stelle mir die Frage, ob es Co-Investoren gibt und was die denken bzw. ob es für solche Bedarf gibt. Ich investiere grundsätzlich nicht alleine. Ich mag zwar ein schlaues Köpfchen sein, aber ich weiß auch, dass jeder Mensch beschränkt ist und ich auch meine stärken nur in gewissen Bereichen habe. Das kombiniere ich gern mit anderen Menschen, die ihre Stärken woanders haben.

Also lasse ich auch die Co-Investoren das Startup noch einmal challengen. Nach so ca. 2-3 Gesprächen möchte ich dann eigentlich so weit sein, dass ich eine positive Investitionsentscheidung habe. Dann kann es aber noch einmal detaillierter weitergehen mit den Verträgen, der Due Diligence, dem Beteiligungsvertrag usw., um ans Ziel zu kommen.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die direkt nach dem Erstgespräch eine Überweisung tätigen können. Sondern ich schaue mir ein Startup immer intensiver an. Dabei denke ich mir aber immer auch, dass Startup bedeutet auch schnell zu sein. Daher soll sich das nicht über Monate und zig Diskussionsrunden hinziehen.“

Business Angel Björn Jopen
Business Angel & Serial Entrepreneur
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Business Angel & Serial Entrepreneur
Björn
Jopen
über seine Art Pitch Decks zu prüfen und eine Investment-Entscheidung zu treffen

Björn Jopen: „Ich habe so ein Learning für mich selbst, wie ich Businesskonzepte bzw. Pitch Decks anschaue.

Als erstes frage ich mich natürlich, ob mich das Thema an sich anspricht. Wenn das so ist, dann schreibe ich dem Gründerteam so 8-10 ganz unterschiedliche Fragen – dafür brauche ich vielleicht so eine halbe Stunde.

Dann ist für mich das erste Feedback krass wichtig: wie lange brauchen die Gründer zum Antworten, wie antworten sie und wie setzen sie sich mit mir in Verbindung. Und wenn ich dann noch ein gutes Gefühl habe, ist das für mich als Business Angel ein ganz gutes Zeichen, dass ich da tiefer einsteigen kann.

Und ehrlich gesagt bin ich dann sehr schnell, weil ich gelernt habe, dass die gut laufenden und interessanten Investments sehr schnell voll sind. Wenn du dann noch groß ein eine tiefe Due Diligence einsteigst usw., dann ist das Investment zu.

Wenn ich da also ein gutes Gefühl habe, dann mache ich meistens eigentlich nur noch einen Call mit 1-2 Gründern, schaue mir noch mal die Unterlagen und sage dann innerhalb von 3-4 Tagen zu.

Die Schnelligkeit, bei guten Investments zügig zuzusagen und dabei keine Angst zu haben, auch mal einen Fehler zu machen, ist extrem wichtig.“

Impact Business Angel
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Impact Business Angel
Tim
Schumacher
über seinen Auswahlprozess und Due Diligence

Tim Schumacher: „Ganz konkret beginnt meine Due Diligence natürlich mit einem Review des Pitch Decks. Deshalb ist das Pitch Deck immer der erste Eindruck, wobei eigentlich die erste E-Mail ganz am Anfang steht. Diese sollte also kurz, knapp und die wesentlichen Dinge drin haben, am besten mit Bezug auf mein Umfeld.

Das Pitch Deck ist der erster Teil meiner Due Diligence. Ich kann es gar nicht oft genug betonen, dass es einfach wichtig ist, dass das Pitch Deck gut aussieht. Wenn man selbst kein Designer ist, lohnt es sich, da einen Professional für vielleicht 500 Euro drüber schauen zu lassen. Also erster Teil: eine ordentliche E-Mail und ein ordentliches Pitch Deck.

Wenn das Pitch Deck interessant ist, dann kommt im zweite Teil der Due Diligence ein Gespräch. Deshalb ist es auch quatsch und nicht zielführend, wenn mich Gründer:innen per E-Mail anschreiben und direkt ein Gespräch wollen. Man möchte als Angel nur sprechen, wenn man auch etwas Interessantes sieht.
Beim ersten Gespräch reicht oft auch erst mal eine Gründer:in, weil man als Angel weiß, dass man nicht gleich das ganze Team blockieren möchte. Wenn diese Hürde genommen ist, dann besprechen wir es meistens intern noch mal ab. Danach sprechen wir mit dem ganzen Team und währenddessen schauen wir uns den Markt, Referenzen und die Profile der Gründer:innen an.

Außerdem ist es in der Due Diligence ganz wichtig, sich mit dem Produkt zu beschäftigen. Auch versuchen das Produkt zu “dog fooden”, also ein eigenes Produkt auch selber nutzen. Es geht natürlich nicht immer, aber bei vielen Produkten ist es möglich, sich einfach anzumelden und damit herumzuspielen.
Das sind so die ersten Teile der Due Diligence und dann weiß man eigentlich, ob es grundsätzlich ein spannendes Thema ist.“

Business Angel Joakim Nägele
Business Angel aus Hamburg
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Business Angel aus Hamburg
Joakim
Nägele
über den Auswahlprozess und die Due Diligence

Joakim Nägele: „Was man sich wirklich anschauen sollte, ist der Markt und das Geschäftsmodell, um zu bewerten, ob das Geschäftsmodell im Marktumfeld Wachstumspotential hat. Was aber noch wichtiger ist – und das hat sich bei mir immer stärker gefestigt – sind die Gründer, ihre Herkunft, ihre Interessen, ihre Kompetenzen usw.

Am Ende können Gründer das beste Geschäftsmodell haben – wenn sie nicht in der Lage sind, die Operations zu stemmen und das Geschäftsmodell wirklich in der täglichen Arbeit erfolgreich umzusetzen, dann nützt auch die beste Geschäftsidee nicht.

Ich habe eben auch noch einmal bewusst gesagt ‚Herkunft und Interessen der Gründer‘. Es gibt auch Gründer, die durchaus von ihren Fähigkeiten her sehr gut sind, sich dann aber anfangen zu streiten, andere Interessen zu entwickeln usw. Darauf sollte man sehr stark achten, sich nicht vor Euphorie blenden zu lassen, sondern sich ganz genau, mit wem man es zu tun hat.

Ich habe keine ausgedruckte Checkliste, weil ich neun Jahre M&A gemacht und mehrere Jahre in Startups investiert habe. Insofern kommt das ein bisschen von innen heraus. Da gibt es schon Checklisten, die man nutzen kann. Man darf aber einfach nicht vergessen, sich auf die eigene Erfahrung und Intuition zu besinnen, mal nach innen zu horchen und fühlen, ob man damit ein gutes Gefühl hat – vor allem was die Gründer angeht.“

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über den Auswahlprozess und die Due Diligence

Robert Sünderhauf: „Als Business Angel investiert man ja in der Regel sehr früh. Daher ist für mich der erste Schritt im Auswahlprozess die Frage, über welchen Kanal die Idee zu mir kam. Kam sie über jemanden, von dem ich weiß, dass er Ahnung hat und gut Arbeit macht? Das ist natürlich ein Pluspunkt.

Als nächstes schaue ich natürlich auf die Idee: verstehe ich die und glaube ich daran, dass da etwas sein könnte? Wie groß könnte der Markt sein?

Dann schaue ich sehr schnell, wie das Team aussieht. Hat das Team Drive und die Lust, etwas Großes zu bauen? Habe ich den Eindruck, dass Team kann auch einmal leiden? Es wird schließlich sehr schnell passieren, dass Pläne sich nicht so realisieren, wie man es geplant hat. Findet dieses Team dann eine Lösung, bleibt dran

Business Angel Claudia Baumgart
Business Angel aus Zürich
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Business Angel aus Zürich
Claudia
Baumgart
über eine gute Due Diligence

Claudia Baumgart: „Als erstes schaue ich mir den Markt an: ist der Markt groß genug und wächst er auch weiter? Dann gibt es natürlich das Thema, welche Konkurrenten und auch welche Eintrittsbarrieren existieren. Wie sind beispielsweise bei einem reiferen Markt bisher die Marktanteile verteilt?

Dann schaue ich mir bei der Due Diligence ganz wichtig das Gründungsteam als solches sowie die Mitarbeiter an: was ist deren Hintergrund und was sind ihre Qualifikationen? Haben die schon mal früher zusammengearbeitet und möglicherweise sogar schon gegründet?

Wichtig bei der Due Diligence sind aber auch die Advisor, die das Team möglicherweise für sich bereits gewinnen konnte. Sind das Menschen mit einem Hintergrund aus der relevanten Industrie, oder vielleicht sogar potente Business Angels, die den Gründern auf dem Weg gute Hinweise geben und anders unterstützen können?

Als Drittes ist natürlich bei der Due Diligence das Geschäftsmodell wichtig: was ist das Problem, was ist die Lösung? Existiert das Problem wirklich oder erfinden die Gründer das sozusagen? Dahinter steht dann die Frage des Revenue Modells: wie verdient das Unternehmen Geld? Ist das zum Beispiel ein Abo-Modell, ist es projektbasiert oder sind es einfach normale Verkaufsumsätze? Das ist alles wichtig zu verstehen.

Als Viertes schaue ich mir dann das Produkt selbst an. Das kann eine App, eine Software oder ein physisches Produkt sein. Hat das Produkt, der Service oder die Technologie einen USP? Worin unterscheidet sich das Produkt von Wettbewerbern und gibt es da Eintrittsbarrieren oder kann man das einfach nachmachen?

Als fünfter Punkt der Due Diligence schau ich den Zielkunden an. Wer wird eigentlich adressiert – ist das ein B2B-Kunde oder ein B2C-Kunde? Ist es ein Nischen- oder ein Massenprodukt?

Dann ist die Frage, wie die Go-To-Market-Strategie ist. Wie funktioniert der Sales-Prozess und wie das Marketing? Vor allem bei SaaS-Modellen ist mir aufgefallen, dass man ja oft einen begrenzten Zielmarkt hat. Da ist wichtig, ob man genug Unternehmen von seiner Lösung überzeugen kann, um entsprechend zu wachsen.

In Abhängigkeit von der Phase des Startups ist auch der Business Case als solches sehr wichtig. Die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Vorhersagen. Die Frage, wie schnell das Unternehmen wachsen will und wie realistisch diese Pläne sind. Wie hoch sind die Margen und wann plant das Unternehmen den Break Even? Wie sieht die Liquiditätsplanung aus und wie lange reicht das Geld der Finanzierungsrunde? Wann muss das nächste Fundraising angesetzt werden?

Auch sehr wichtig sind die Themen KPIs und Traction im Zusammenhang mit dem Business Case. Ganz häufige Metriken sind Customer Acquisition Costs, Customer Lifetime Value, Churn (also Kundenverlust), bei Apps dann zum Beispiel Downloads und Monthly Active Users usw. Der Umsatz wird dann manchmal als Monthly Recurring Revenue (MRR) oder Annual Recurring Revenue (ARR) ausgewiesen. Das sind alles mögliche KPIs.

Was viele unterschätzen, sind die beiden Dinge Deal Terms und Bewertung. Klar ist, als kleiner Business Angel wird man nicht großartig die Bewertung vorgeben können. Aber trotzdem sollte man sich das genau anschauen, wie die Bewertung zu einem passt, wie viel Potential nach oben man noch sieht – oder ist das Startup jetzt schon zu hoch bewertet, so dass eine mögliche nächste Runde gar nicht mehr stattfinden kann?

Gerade am Anfang kann man ja noch nicht mit klassischen Multiples arbeiten wie zum Beispiel 3-4x Umsatz – oder bei Software noch deutlich höher wie beispielsweise 12-20x Umsatz – sondern da geht es ja viel mehr um die Frage, wie viele Anteile die Gründer bereit sind abzugeben. Da muss man für sich entscheiden, ob das Sinn macht – und ob das später für VCs attraktiv sein wird.

Weiter sind natürlich die Gesellschafterrechte wichtig, wie zum Beispiel Anti-Dilution (Verwässerungsschutz). Aber auch da muss man vorsichtig sein und nicht zu gute Terms für sich selbst heraushandeln, weil das später nachfolgende Investoren abschrecken könnte, die dann deswegen nicht mehr ins Startup investieren wollen.

Ein weiterer Punkt ist sehr wichtig: Cap Table-Strategie. Da schaut man, welche Investoren schon investiert sind und welche Investoren in dieser Runde reingehen wollen. Ich sage immer: nach der Finanzierungsrunde ist vor der Finanzierungsrunde. Das heißt, die Investoren müssen in der Lage sein, die nächste Runde zu finanzieren oder entsprechende Partnerschaft mit anderen Investoren haben, die eine nächste Runde finanzieren können.

Zuletzt die Frage der Exit-Strategie. Ist das beispielsweise ein Fall für einen Börsengang (IPO) oder wird das Startup eher künftig mal an einen strategischen Investor verkauft? Ist alternativ ein Zusammenschluss mit einem anderen Startup in der Zukunft sinnvoll. Da sollte man sich schon während der Due Diligence als Angel mal Gedanken machen, welchen Exit-Case es geben könnte.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über wie die Due Diligence aus Sicht von Angels funktioniert

Daniel Bosman: „Ich glaube, das ist wirklich ein mega spannendes Thema. Im Endeffekt ist man sowieso schon so aufgeregt und man kommt in der Regel ganz am Anfang nur mit einer Idee und vielleicht noch einem Zettel und ein paar Notizen [zu den Angels].

So war das bei Florian [Co-Founder] und mir der Fall mit Olaf Stichtenoth [Angel]. Diesen haben wir über „Coaches Against Corona“ kennengelernt. Wir beide haben Startups geholfen, diese „wetterfest“ für die Corona-Krise zu machen. Dabei haben wir uns kennengelernt und Olaf hat in diesem Zuge „Our Greenery“ als Projekt kennengelernt. Er hat dann auch Interesse an dem Projekt gezeigt. Ich hatte zuvor noch nie in einem Projekt ein Investment aufgenommen und auf einmal hatte er signalisiert, dass er sich das vorstellen könnte. Das war für uns natürlich ein mega Ding.

Im Laufe der Zeit baut man seine Transparenz auf LinkedIn auf, das würde ich jedem sehr empfehlen. Generell auf LinkedIn aktiv zu sein ist sehr wichtig. Vor allem bei Sachthemen aus der „Tech-Schiene“ muss man die Präsenz auf LinkedIn mit aufbauen, da dort viel stattfindet. Das heißt nicht, dass man jetzt einmal in der Woche einen Post machen muss. Gerade wenn man ein Softwareentwickler ist, mag einem das Posten auf LinkedIn vielleicht nicht so liegen. Dennoch finde ich es mega wertvoll, weil der Angel die Möglichkeit hat, erstmal das Gründerteam ein Stück weit kennenzulernen.

In so einem Prozess ist es oftmals der Fall, dass man mit sehr vielen Angels spricht. Als CEO bin ich dafür verantwortlich, die Angels zu kontaktieren und weiter mit ihnen vorzudringen, bis wir dann wirklich eine eigene Auswahl [an Angels] haben, die dann das Team kennenlernen. Das geht nur mit limitierter Zeit, denn als Gründer*in hat man viele Sachen auf dem Teller, die du voranbringen willst. Dieser Prozess [der Kontaktaufnahme] ist für den Angel insofern gut, denn daraufhin kann diese(r) sich das Portfolio anschauen, die Gründer prüfen und auch nachvollziehen können, was bisher gemacht wurde. Ein Angel wird vor allen Dingen die Gründer im Detail prüfen, auf das, was Sie bisher gemacht haben. Da würde ich immer empfehlen, auch wenn man verleitet ist das ein oder andere Mal negative Geschehnisse wegzulassen, absolute Transparenz zu zeigen. Die Angels arbeiten mit vielen Startups zusammen und sind / waren selbst oft Unternehmer. Daher kennen sie auch Probleme. Eine Gründung läuft nicht immer schnurgerade – da gibt es Herausforderungen und Ups-&Downs.

Due Diligence von einem Angel beinhaltet auch relativ oft, dass man alte Projekt prüft, um zu schauen, wie ist es da verlaufen. Eine Prüfung hierbei geschieht oft über North Data. Da wird geprüft, ob man mehrere Beteiligungen hat, denn auch als Gründer kommt es durchaus vor, dass man sein zweites oder drittes Startup hat. „

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
darüber, wie ein Business Angel die Due Diligence macht

Christian Ritosek: „Dadurch, dass noch nicht so viel da ist, investiert ein Business Angel auch viel nach Bauchgefühl und ob er generell an die Idee und das Konzept glaubt. Ist das ein Markt, mit dem er sich identifizieren kann. Auch, ob er das Problem und die Lösung versteht und erkennt.

Der zweite wichtige Punkt ist, ob er an das Team glaubt. Ein Business Angel hat ja auch Erfahrung und war vielleicht schon Unternehmer oder Unternehmerin. Der Angel kann sich die Frage beantworten, ob er es dem Team zutraut oder nicht. Ist jemand im Team gut in Product, jemand gut in Sales und darauf fällt er oder sie dann ihre Entscheidung.“

Wie hilfsbereit waren Investor*innen, auch wenn sie nicht investieren wollten?

Auch Investor*innen, die nicht in dein Startup investieren, können viel Wert sein. Beispielsweise helfen dir warme Business Angel Intros immer weiter und so kannst du dich durch ein neues Investor*innen-Netzwerk hangeln.

Wie konnten Angel-Absagen unsere Gründer*innen trotzdem weiterbringen?

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründerin
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründerin
Isabeau
Ayoubi
darüber, wie hilfsbereit Investoren sind, die nicht investieren

Isabeau Ayoubi: “Die waren sehr hilfsbereit. Wir haben wahrscheinlich mehr Intros von denen bekommen als von denen, die investiert haben. Wir haben wirklich tolle Leute kennengelernt, die kein Investment gesucht haben, aber sehr gerne mit ihren Kontakten weitergeholfen haben. Das ist wirklich cool und da ist das Netzwerk meistens auch hilfreich. Früher im REAKTOR.BERLIN gab es auch so viele Mentoren. Da kannst du auch jeden mal anpingen und schauen, wer dir wo weiterhelfen kann.”

John Agricola: “Auch wenn ein Business Angel ablehnt, kannst du daraus viel lernen. Wenn ein erfahrener Business Angel schnell ablehnt, sagt der dir ganz klar, warum nicht. Damit kann man als Gründer einfach sehr gut arbeiten. Wenn sich das wiederholt beim zweiten und dritten Mal, dann kann man immer weiter dran arbeiten. Ich lese im Netz häufig, dass es 500 Bewerbungen gibt und 3 werden es. Sorry, dann stimmt was nicht. Wir kennen es auch von anderen Startups und da ist es eher auf 20 Bewerbungen, 10 Business Angels werden es schnell. Wenn die Business Angels absagen und immer das Gleiche sagen, dann würde ich darauf gehen, das Problem lösen und es ist einfach nicht normal, so eine hohe Absagequote zu haben.”

Isabeau Ayoubi: “Wenn Business Angels gar nicht mit euch reden wollen, dann gibt es einen Punkt, der dringend bearbeitet werden muss.”

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über wie hilfsbereit Investoren waren, auch wenn diese nicht investieren wollten

Daniel Bosman: „Die Angels, die sich dagegen entschieden haben bei uns zu investieren, werden aktuell sehr überrannt mit Anfragen. Da ist der Fokus dann schnell wo anders.
Der Markt ist aktuell undurchsichtiger & weniger gut planbar. Wir haben auch mit einigen Angels, die Interesse zwar bekundet haben, aber wo noch kein Investment zustande kam, weiterhin Kontakt: Diese bekommen Updates zum aktuellen Status Quo. Aus dieser Richtung kamen jedoch weniger Tipps. Ein Angel, der uns über AddedVal.io angeschrieben hat und mit welchem wir in einigen Gesprächen waren, meinte aktuell kommt für ihn kein Investment in Frage. Er half uns dann insofern durch ein Intro zu einem Unternehmen, das bereits sieben Restaurants in Deutschland hat. Aktuell planen diese das 8 Restaurant in Berlin. Mit diesen sind wir mittlerweile in fortgeschrittenen Gesprächen und werden voraussichtlich ein LOI unterzeichnen. Dabei wird „Our Greenery“ mit den Raumgärten aktiv an der Planung teilnehmen. Das Restaurant kann somit, eigene Lebensmittel in-house produzieren.

Da merkt man das Matthias Helfrich, der Angel, der uns zum Intro verholfen hat, das feiert was wir machen. Für uns war das auch eine super Gelegenheit zu performen. Bei einem späteren Schritt, kann man sich nochmal mit Matthias über ein mögliches Invest an einen Tisch setzen, nachdem die Milestones des vorangegangenen Projekts erreicht sind.
Man merkt bei Matthias allgemein, dass er nach den nächsten Verbindungspunkten sucht. Wenn ich beispielsweise in einem LinkedIn-Post das erste Mal den Raumgarten erwähne und er kommentiert das als tolles Projekt, da generiert er hierdurch schon eine gewisse Reichweite. Dadurch konnte ich eine der meisten Impressionen eines Posts erzielen.

Es gibt natürlich auch Menschen, die überhaupt keinen Schimmer hatten von dem was wir machen. Dabei entsteht oft auch eine „lustige Energie“. Wir hatten beispielsweise ein Gespräch mit einem Angel, der dachte dass „Microgreens“, nachhaltige Computerchips sind.
Das war schon witzig, denn als er erkannt hat, dass Microgreens Pflanzen im super frühen Stadium sind und viele Nährwerte haben, ist sein Interesse drastisch abgeflaut. Danach war er extrem kritisch. Für uns war es dann eine Herausforderung zu schauen, wie wir das Gespräch dann elegant beenden.“

Wie habt ihr den (menschlichen und inhaltlichen) Fit mit interessierten Investor*innen sichergestellt?

Vor der endgültigen Entscheidung für eine Investor*in macht es Sinn sich wirklich vor Ort zu treffen. So kann man nochmal zusammen sprechen, planen und organisieren. Beide Seiten können so miterleben, wie das Gegenüber tickt.

Top-Tipp: Kontaktiere Startups aus dem Portfolio der Investor*in und frage, wie es gelaufen ist.

Welche Möglichkeiten gibt es noch Business Angels und VCs zu prüfen?

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über das Sicherstellen des menschlichen & inhaltlichen Fit mit interessierten Investoren

Daniel Bosman: „Bei uns war auf jeden Fall war immer im Vordergrund Angels mit an Bord zu holen, die auch strategisch sehr gut zu uns passen.

Wir haben keinen CMO im Team, dementsprechend war es ganz am Anfang wichtig, dass wir im Bereich Marketing Angels mit an Bord holen. Das haben wir in der vorigen Runde mit Nils Freiling hinbekommen. Der ist bei uns an Bord und ist im Performance-Marketing ein „Demigott“.

In der letzten Runde haben wir dann Insa Horsch mit an Bord geholt und sie ist einfach Wahnsinn. Sie unterstützt uns super darin, die Brand Positioning noch mal straffer zu ziehen.

Als Startup hast du viele Challenges – wir entwickeln ein Hardware- und ein Softwareprodukt gleichzeitig. Da haben wir recht viel auf dem Teller. Da musst du halt mitdenken und überlegen: „Okay, du hast am Anfang nicht das Budget, um jetzt eine C-Reihe komplett einzustellen. Also musst du überlegen, wo könntest du das Maximale an strategischem Fit irgendwo erreichen? Wo sind deine Schwachstellen?“ Das ist anstrengend.

Diese Leute werden dich dann natürlich auch mit einer gewissen Erwartungshaltung konfrontieren. Die wollen, dass du performst. Die bringen dich aber auch mit den Herausforderungen sehr schnell voran. Das war auf jeden Fall in der letzten Runde ganz wichtig.

Zur menschlichen Seite muss ich sagen, war das auch ein Glücksgriff. Insa hat über AddedVal.io unser Pitch Deck gesehen, angerufen und wir haben uns einfach bestens verstanden. Da war einfach die gesamte menschliche Ebene super stark. Wir haben die gleichen Visionen. Wir haben auch die gleichen Ansprüche an unser eigenes Leben in Bezug auf das, was wir erreichen wollen und wie wir das erreichen wollen. Nämlich mit Menschlichkeit und Verbindung. Das war dann natürlich die Beste Due Diligence, die man machen kann.“

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründerin
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründerin
Isabeau
Ayoubi
darüber, wie man passende Investoren findet

Isabeau Ayoubi: “Bei uns ist es so ein Mix. Wir haben auch Leute drin, die vom inhaltlichen Fit, nicht 100 % passen. Die fanden einfach unseren Use Case und unser Produkt spannend. Da haben wir auch gerne das Geld genommen und versuchen es zu vermehren. Sie halten sich dann aus dem operativen Geschäft raus, bis auf die Stellen, wo man sie auch braucht, und da sind sie auch erreichbar. Das funktioniert bei uns sehr gut und wir haben auch ein paar Business Angels bei uns drin, die direkt aus der Branche kommen. Die haben wir durch Kontakte und auch AddedVal.io gefunden. Da kann man ein bisschen die Leute vorfiltern. Wir suchen schon Business Angels, die unser Use Case und Produkt verstehen und die auch mal mit anpacken können, wenn es brennt.”

John Agricola: “Ich glaube, wenn man jetzt so auf das letzte Jahr zurückschaut, dann ist es wichtig, wenn die Business Angels den Case verstehen, weil sie nur dann absehen können, wie sich das Produkt entwickelt. Die menschliche Komponente ist am Ende aber doch wichtiger. Man arbeitet mit den Leuten sehr lange zusammen und die können einem nur auf einem kleinen Teil des Weges helfen. Der eine Business Angel hat eine tolle Introduction für neu gegründete Startups, der andere Business Angel aber vielleicht erst auf einer späteren Ebene. Business Angels haben auf der Reise vielleicht irgendwann den richtigen Kontakt, aber ich muss ja trotzdem noch viel länger mit ihm zusammenarbeiten. Da merkt man schon, dass es auf der persönlichen Ebene einfach passen muss.

Auch vom Entrepreneurship-Spirit muss man auf einer Wellenlänge sein. Der Punkt wird kommen, an dem er einer anderen Meinung ist, und da muss man ihn trotzdem noch einmal im Monat updaten und mit ins Boot holen. Da muss man wirklich aufpassen, wenn da schon am Anfang irgendwo ein schlechtes Feeling besteht, auf keinen Fall machen! Lieber jemanden völlig Fachfremden mit der falschen Ticket-Size, das kann man alles in Ordnung bringen. Was man nicht in Ordnung bringen kann, ist, wenn das Verhältnis nicht mehr stimmt, aber man weiterhin die Zustimmung des Business Angels braucht. Das ist dann einfach super schwierig, ein menschlicher Fit ist für mich wichtiger als der fachliche Fit.

Wir haben in unserem Cap Table auch Investoren, die noch sehr unerfahren sind. Die muss man dann auch wirklich mitnehmen. Wenn man jetzt unerfahrener Gründer ist und man dann noch unerfahrene Business Angels hat, dann kostet es einfach zusätzliche Zeit.”

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
über die Auswahl der richtigen Investoren

Isabeau Ayoubi: “Wir haben bisher keinem Investor abgesagt, aber wir hatten auch das Glück, dass wir sehr viele unserer Investoren durch direkte Introductions bekommen haben. Unsere Bestandsinvestoren haben da gesagt, dass sie Leute kennen, die vielleicht interessant sind. Da ist die Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass der kulturelle Fit einfach da ist. Wir hatten noch nicht den Fall, dass ein Investor bei uns investieren wollte, den wir gar nicht haben wollten. Dementsprechend waren wir immer froh, wenn der Investor sich für uns entschieden hat.”

John Agricola: “Ich finde, dass es sich auf dem Weg dahin auch so ausdünnt. Man pitched bei einem Pitch Event vor 50 Business Angels, 15 davon fragen noch etwas an und mit 10 redet man. Man muss ja nicht unbedingt zu jemandem Nein sagen, sondern es dünnt sich dann so aus. 5 Business Angels trifft man dann und von denen sind dann 3 dabei. Die, die man wieder getroffen hat, da war der Fit schon da.”

Isabeau Ayoubi: “Man merkt es auch schon in den ersten Treffen und Meetings. Wenn die Person sympathisch ist und ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Die meisten, wo der Fit nicht stimmt, melden sich auch gar nicht.”

John Agricola: “Vielleicht spricht das auch für unser Pitch Deck, das die Leute wissen, was sie bekommen”.

Isabeau Ayoubi: “Unser erstes Pitch Deck war wirklich schlecht!”

John Agricola: “Ja, aber die Business Angels wussten trotzdem, was sie bekommen. Aus dem Grund haben wir da wenig Absagen bekommen. Ich glaube, wenn man es nach außen hin gut kommuniziert, dann wissen die Business Angels schon Bescheid.”

Isabeau Ayoubi: “Unsere erste Runde war unser Pitch Deck wirklich miserabel, aber wir haben trotzdem ganz gut damit Geld einsammeln können. Ich glaube schon, dass es darauf ankommt, wie du als Gründer dastehst und deine Idee präsentierst.”

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Dr. Simon
Lohmüller
darüber, wie Gründer den menschlichen und inhaltlichen Fit mit Investoren prüfen können

Simon Lohmüller: „Bei uns lief es damals alles virtuell ab, aber es macht Sinn, sich mindestens einmal oder noch öfter mit interessierten Investoren zu treffen. Wirklich vor Ort Treffen zu organisieren und sich zusammenzusetzen, einfach direkt mitzuerleben, wie der Mensch tickt.

Das ist absolut notwendig und ich glaube, dass jeder seriöse Investor das von den Gründern verlangt. Ich würde sagen, dass ein Investor, der euch nicht persönlich kennenlernen will, dann ist es kein seriöser Investor und es wäre höchst seltsam.

Inhaltlich sollte man sich anschauen, was deren Vorgeschichte ist. Einfach mal selbst nachfragen, ob sie schon selbst ein Startup gegründet haben. Können sie da Erfahrungen beitragen? Können sie sich in einen Gründer hineinversetzen? Wissen sie mit was für Frustrationen sie zu kämpfen haben? Wie gehen sie mit Problemen um?

Ja und auch direkt nachfragen, wo die Stärken der Investoren liegen und wo sie unterstützen können. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und auch, wo sie glauben, wo sie euch nicht unterstützen können.“

Wie und in welcher Tiefe habt ihr eure potentiellen Investor*innen überprüft?

Gründer*innen sollten sich auf jeden Fall über den Hintergrund der Investor*innen informieren. Das geht ganz einfach über eine Recherche im eigenen Netzwerk, Internet, LinkedIn ect.. Schreckt auch nicht zurück die Erfahrungen von anderen Startups mit der Investor*in abzufragen.

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie wichtig die Prüfung der potenziellen Investoren ist

Stephen Voss: „Die Investoren zu prüfen gehört zum Spiel dazu. Es ist wichtig, auch das Gegenüber zu kennen. Außerdem ist es wichtig, sich vor einem Erstgespräch mit Investoren über die Personen zu informieren. Was macht die Person? Wo hat die Person früher gearbeitet?

Es ist auch wichtig, mit welcher Organisation man spricht. Für was steht die Organisation? Was hat die in der Vergangenheit gemacht? Welche Unternehmen haben die an den Start gebracht? Das ist eine Frage, die man in einem Gespräch durchaus stellen darf und meiner Meinung nach auch stellen sollte.

Wenn die bisherigen Investitionen so gar nichts mit dem eigenen Pitch und der eigenen Startup-Idee zu tun haben, dann muss man schon die Frage stellen, warum wir zusammengekommen sind und warum der Bereich für euch interessant ist und was ihr damit machen wollt.

Bei Investoren ist das eine das Geld, aber es ist auch ganz wichtig, ob der Partner auch ein eigenes Netzwerk mitbringt. Sind im Portfolio des Partners vielleicht auch Unternehmen, die irgendeine Hilfestellung leisten können? Das ist auch ganz wichtig.

Nicht nur mit der Haltung des Geldes reingehen, sondern fragen, was die Investoren zu meinem Geschäftsmodell beitragen und wie könnte das funktionieren? So sollte man auch auswählen.

Nicht nur aufs Geld schauen! Das andere Paket ist fast wichtiger.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über wie und in welcher Tiefe er seine potentiellen Investoren überprüft hat

Daniel Bosman: „In der Phase, in der die Gespräche sich vertiefen mit Investoren & mit Business Angels, die man menschlich und von vom strategischen Fit her gerne an Bord holen möchte, würde ich jedem empfehlen, sich Referenzen von den Angels einzuholen. Welches Portfolio haben sie? Wo haben sie bisher investiert?

Das hat zweierlei Gründe: Das Eine ist, wenn du im Endeffekt im SAAS Bereich aktiv bist und eine App programmierst, die Menschen helfen soll im Alltag und dieser Angel hat bereits ähnliche Projekte, die nicht genau das gleiche machen, dann gibt es einen Synergieeffekt. Man kann davon ausgehen, dass dieser Angel bereits extrem viele Probleme in diesem Bereich behoben hat oder zumindest unterstützend war. Man kann auch diese Startups kontaktieren. Die werden vielleicht im Setup ähnliche Probleme gehabt haben und hier kannman herausfinden, ist dieser Angel aktiv oder eher passiv? Übernimmt er/sie auch gerne mal Mitverantwortung? Wie geht die Person damit um, wenn die Ratschläge nicht angenommen werden. Das ist auch extrem wichtig. Angels sind in der Regel extrem effiziente Menschen und sie sind sicherlich gewohnt, dass man ihre Ratschläge annimmt. Daher ist das auch spannend, was passiert, wenn man den eigenen Weg gehen möchte & was passiert wenn man Konflikte hat. Das gehört auf jeden fall zu einer guten Due Diligence dazu.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über Background Checks zu potenziellen Investoren

Christian Ritosek: „Wir haben natürlich Background Checks zu unseren Investoren durchgeführt. Jeder gute Investor wird euch sagen: “Schaut euch mein Portfolio auf meiner Seite an, sucht euch 2-3 Startups raus und ich mache euch eine Intro.” Das hat den Vorteil, dass man mit Gründer:innen spricht, die auch mit dem Investor zusammengearbeitet haben. Da bekommt man einfach schon viel raus.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
darüber, in welcher Tiefe sie ihre potentiellen Investoren überprüft haben

Isabeau Ayoubi: “Wir haben unsere potenziellen Investoren nicht direkt überprüft, aber man hört sich natürlich so ein bisschen um. Wer hat da schon mit dem gearbeitet und gibt es da schon irgendwelche schlechten Erfahrungen. Jeder Business Angel hat auch schon seinen Ruf, wenn er in Business Angel Clubs aktiv ist. Wir haben jetzt einfach schon ein paar Business Angels bei uns, die wir da fragen können.”

John Agricola: “Wir haben so ein bisschen dieses typische Social Media Stalking gemacht. Wir haben versucht, auf LinkedIn rauszubekommen, wie der Business Angel eigentlich sein Geld verdient hat. Dazu haben wir viel rumgefragt und auch mal an Stellen angerufen, wo der Business Angel schon aktiv ist. Da würde ich, wenn ich es nochmal machen würde, deutlich tiefer recherchieren.

Ich will einfach verstehen, was seine Investment-Hypothese ist und wie der langfristig agieren wird. Ist der Investor zufrieden, wenn es am Ende eine Firma mit 100 Mitarbeitern ist, die eine Dividende abwirft? Das muss vorab alles schon ein bisschen abgeklärt sein. Was möchte der nach 3,4 oder 5 Jahren? Wenn man da keinen Fit hinbekommt, dann ist es einfach ein Rezept für dein Desaster.

Das würde ich mir als junger Gründer genauer anschauen und das kann ich nur jedem raten. Man sollte nicht zu allem Ja sagen, weil man es unbedingt braucht. Da sollte man wirklich noch mal einen Schritt zurückgehen und überlegen, ob es auch mit meiner Hypothese übereinstimmt.
Oft gehen die Business Angels aus der ersten Runde auch in der zweiten Runde mit und da ist es eben nützlich, wenn so eine Potenz da ist und der Wille nochmal nachzuschießen.”

Wie kann man validieren, ob Investor*innen die Erwartungen erfüllen können?

Lass dir von den Investor*innen konkrete Beispiele nennen, in denen sie ihre Leistung als Business Angel oder VC unter Beweis gestellt haben. In welche Startups hat die Investor*in investiert? Was hat er oder sie zum Erfolg beigetragen? Wie viel Zeit wurde investiert? In welchen Phasen war die Investor*in besonders aktiv? Welche Krisen hat die Investor*in mit den Startup-Investemnts durchlebt?

Weitere Validierungsmöglichkeiten stellen unsere Gründer*innen vor!

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
InsurTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

InsurTech Startup-Gründer
Stephen
Voss
darüber, wie man Investoren validieren kann

Stephen Voss: „Den Investor kann man schon überprüfen, da gibt es Möglichkeiten. Zum einen kann man zum Beispiel unterschiedliche Datenbanken einsehen. Außerdem sollte man im eigenen Netzwerk nachfragen, welche Erfahrungen andere Startups mit der Investorengruppe gemacht haben. Was sind deren Schwerpunkte? Was können die und was können die nicht?

Da bekommt man kein ganz objektives Bild, ganz klar, aber da fragt man eben mehrere. Da spricht man miteinander und das kann ich auch nochmal als große Empfehlung geben. Es ist die große Gefahr, dass man in einem Investitionstunnel als Gründer ist. Man sollte immer mal links und rechts schauen, auch einen Gang runterschalten.

Die Termine Revue passieren lassen und überlegen, was man gelernt hat. Habe ich für weitere Termine im eigenen Netzwerk Leute, die mich beraten können? Passt der potenzielle Investor zur eigenen Mentalität und zum Startup?

Das kann man auch konkret in Terminen nachfragen: Was ist der Investmenthorizont vom Investor? Wie lange wird er investiert bleiben? Manche Investoren haben nur einen Horizont von 3-5 Jahren und das kann bei manchen Geschäftsmodellen viel zu kurz sein. Da ist es einfach wichtig nachzufragen.

Zudem kann man ein Portfolio-Unternehmen des Investors nach dessen Erfahrungen mit dem Investor fragen.“

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründerin
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründerin
Isabeau
Ayoubi
darüber, wie man validieren kann, ob die Investoren die Erwartungen erfüllen können

John Agricola: “Da gibt es natürlich ein paar Dinge, die ich tun kann:

1. Ein guter Investor wird irgendwo stehen haben, wo er schon investiert hat. Was macht er und da wird er in der Regel auch ganz offen mit umgehen. Ich kann auch andere Gründer anrufen, wo der schon investiert hat. Wenn ich nicht rausfinden kann, wo der investiert hat, dann würde ich skeptisch werden.
2. Ein guter Investor trifft relativ schnell eine Entscheidung. Das haben wir wirklich gemerkt, je besser die waren, desto schneller haben die eine Entscheidung getroffen.”

Isabeau Ayoubi: “Auch im weiteren Verlauf haben die dann ihre Entscheidungen schnell getroffen. Wenn es mal eng wird, dann ist so etwas wirklich wichtig. Wir als Gründer haben so viel um die Ohren und wir arbeiten 60 Stunden die Woche. Dann ist es auch anstrengend, wegen einem Thema 15-mal zu telefonieren. Die Business Angels mit Erfahrung wissen das und sind recht schnell mit ihrer Entscheidungsfindung. Das finde ich sehr angenehm. Wir sind gerade in der Situation, wo wir sehr viel am Telefon hängen und Themen absprechen. Da ist so was sehr angenehm, wenn Business Angels schnell sind.”

Wie nutzt ihr euer Netzwerk aus und bekommt Intros?

Welche Kontakte versprechen erfolgreiche Leads im Fundraising? Welche eigene Netzwerke sollte man anknüpfen und wo auf andere zugehen? Oftmals finden sich unerwartete Synergien außerhalb der konventionellen Fundraising-Kanäle. 

Unsere Gründer*innen berichten, wie sie ihre Netzwerke ausgeschöpft haben und wie sie keine falsche Scheu beim Networking an den Tag gelegt haben.

Michael Pfeife Co-Founder & CEO von MOOT
Upcycling Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Upcycling Startup-Gründer
Michael
Pfeifer
darüber, wie er sein Netzwerk ausnutzt und seine Intros bekommt

Michael Pfeifer: „Ein bestehendes Netzwerk kann sich auch in einem sehr frühen Stadium über viele verschiedene Kanäle erstrecken. D.h., man kennt vielleicht sogar wirklich noch aus dem schulischen Umfeld noch jemanden. Man hat Leute in Universitäten, im Bekanntschafts-/ Freundeskreis, die in ihrem persönlichen Umfeld Unternehmer*innen haben, die sich vorstellen können in Startups zu investieren. Daher am Anfang Friends and Family kontaktieren und fragen gibt es irgendjemanden, einmal im persönlichen Umfeld oder in dem Umfeld der Menschen, die einem besonders nahe stehen.

Zweitens auf Organisationen zu gehen. Beispielsweise auch AddedVal.io, um an ein Pool an Business Angel heranzukommen. Es gibt auch in Deutschland mehrere lokale Netzwerke von Business Angels. In Berlin ist das beispielsweise der Business Angels Club Berlin-Brandenburg. So etwas gibt es in jeder Region in Deutschland. Hier wirklich gut informieren, was gibt es an lokalen Strukturen, gibt es auch lokale Förderstrukturen. Gibt es irgendwelche Gründerzentren bei mir in der Gegend, die mich auch mit Investoren und Investorinnen vernetzen können.

Wenn man dann mal jemand überzeugt hat und die Person an einen und die Idee glaubt, dann auch keine falsche Scheu zeigen. Diese Person fragen „Hey, du glaubst ja an die Idee, meinst du es gibt weitere Leute aus deinem Bekanntenkreis, die auch an diese Idee glauben könnten? Wäre es sinnvoll sich da mal vorzustellen?“.

All das sind Möglichkeiten, um irgendwelchen Netzwerke anzuzapfen und bestehende Netzwerke zu nutzen. Sonst kann man natürlich auch per Kaltakquise auf Menschen zugehen. Es gibt über LinkedIn ganz viele Möglichkeiten herauszufinden, wer Business Angel ist. Wer vielleicht auch mal ins Startups schon investiert hat. Da kann man auch versuchen die Personen zu kontaktieren. Hier ist es besonders wichtig, auch eine personalisierte Ansprache zu wählen. Nicht einfach blind Leute zu kontaktieren und zu sagen „Hey, ich hab gesehen du bist Business Angel, hast du Lust bei mir zu investieren?“. Sondern Menschen aus einem bestimmten Grund kontaktieren und beispielsweise zu sagen „Ich habe gesehen du hast in Startup XY investiert oder ich habe deinen LinkedIn Post XY gesehen, ich finde das total spannend, ich habe folgende Idee, ist das für dich spannend, darüber mehr zu erfahren? Das ist auch eine Möglichkeit.

Es ist aber sehr mühsam insgesamt die erste Runde zu füllen. Am Anfang hat man logischerweise, das war auch bei mir so, kein Netzwerk aus 20 Jahren Berufserfahrung. Solche Netzwerke wachsen auch einfach über die Zeit hinweg, deshalb wirklich keine Scheu und auch Netzwerke von anderen nutzen.“

Welche Menschen in eurem Netzwerk haben die besten Investoren-Intros gemacht?

Die besten Investoren-Intros liefern nicht nur am Ende ein benötigtes Investment, sondern ermöglichen auch ganz neue Netzwerkmöglichkeiten. Vielleicht lernst du durch die Intros deinen Lead-Investor kennen, der gleich noch viele andere Business Angel Kolleg*innen an der Hand hat.

Wie bekommt man solche Intros und welche Menschen stecken dahinter?

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über über welche Menschen in seinem Netzwerk die besten Investoren Intros gemacht haben

Daniel Bosman: „Olaf Stichtenoth hat einen sehr positiven Impact auf mich als Unternehmer gehabt. Wir haben uns über „Coaches Against Corona“ in der Berliner Startup School kennengelernt. Zusammen haben wir Jungunternehmern dabei geholfen, sich gegen die kommende Krise gut aufzustellen, damit sie agiler und leaner werden können.
Dabei hat er mitbekommen, was ich mit „Our Greenery“ vorhabe. Damals war das nur eine sehr grobe Idee. Zusammen mit meinem Bruder Florian haben wir damals geschaut, was wir aus der Idee machen wollen. Olaf hat uns direkt das Gefühl gegeben, dass er an uns glaubt und dass er denkt, dass die Idee Potential hat. Dann sprach er plötzlich von einem Investment. Zuvor in meinen Projekten habe ich noch nie Investments aufgenommen, daher war das für mich komplettes Neuland. Er hat für uns auch Intros geschaffen. Olaf hat bei ganz viel bei „Our Greenery“ mitgewirkt und dafür gesorgt, dass das ganze Thema los gestoßen wird. Dafür bin ich sehr dankbar.

Olaf und Rahel sind zusammen die besten Angels, die du als Startup dir am Anfang wünschen kannst. Beide vermitteln niemals extremen Druck und zeitgleich haben sie einen hohen Glauben an das, worin sie investiert haben. Sie unterstützen auch intensiv beim Netzwerken.

Von der menschlichen Seiten bringt Insa eine wahnsinnige Energie mit im Sinne von „positive Encouragement“. Mit Insa, als unsere neuste Investorin an Bord, merkt man direkt die Bereicherung.

Sie ist sehr gut in Punkte verbinden – beispielsweise hat sie uns zu einem Dienstleister verbunden, der ihre Küche geplant hat, welcher uns dann bezüglich des Raumgartens auch nochmal weitergeholfen hat.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
darüber, welche Menschen die besten Intros gebracht haben

Isabeau Ayoubi: “Wir haben bei uns einen Investor, der bei uns ganz besonders wichtig ist. Der war schon ab Tag 1 wie ein Mentor für uns. Der ist zu jeder Tages- und Nachtzeit für uns erreichbar. Der macht jeden Call für uns und macht Introductions. Das ist der coolste Business Angel und der hat uns jetzt auch bei Themen, wo keiner Lust drauf hat, geholfen.

John Agricola: “Tobias Wittich, ein sehr erfahrener Gründer und Business Angel. Für uns waren die Business Angel Clubs aber auch sehr wichtig. Wir haben während Corona geraised und da war es wirklich schwierig, wenn du Events nicht stattfinden. Aus dem Grund waren die Business Angel Clubs eine ganz wichtige Anlaufstelle.”

Isabeau Ayoubi: “Wir haben weniger direkte Introductions bekommen, es waren eher Business Angel Clubs oder AddedVal.io. Zwei haben wir von AddedVal.io geclosed. Ich denke, es ist auch ganz wichtig als Startup einfach präsent zu sein, auf Events gehen und wenn euch jemand fragt, ob ihr irgendwo pitchen könnt, dann könnt ihr da auch pitchen! Selbst wenn ihr nicht auf der Suche nach Geld seid, seid ihr trotzdem auf der Suche nach Kontakten. Jeden Kontakt könntet ihr zu einem späteren Zeitpunkt gebrauchen und deshalb ist der Aufbau des Netzwerks so wichtig.
Wenn du doch mal eine Zwischenfinanzierung machen musst, dann ist es gut, wenn man 5 Leute im Kopf hat, die man anrufen könnte. Darum geht es am Ende, das eigene Netzwerk so gut wie möglich pflegen und weiter auszubauen.”

Wie und mit welchen Tools habt ihr den Fundraising-Prozess verwaltet und organisiert?

Mit den folgenden Tools haben unsere Gründer*innen ihren Fundraising-Prozess verwaltet und organisiert:

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
über wichtige Fundraising-Tools

John Agricola: “Hauptsächlich wirklich mit Excel. Excel, E-Mail und Google Drive. Wir haben es auch mal mit HubSpot probiert, das macht jetzt aber nicht wirklich Sinn, weil der Prozess und der Funnel zu unterschiedlich ist. Wirklich eine Excel anlegen, wirklich alles mitschreiben und wir haben in Slack einen Channel, wo wir direkt Notizen machen, damit möglichst wenig verloren geht. Das war es aber auch schon. Wir haben aber auch nicht versucht bei 500 Leuten Geld zu bekommen und wir hatten auch keinen Kontakt zu einem VC.

Es ist auch sehr wichtig, dass wir die Excel oder Google Sheet kollaborativ nutzen und jeder schnell darauf zugreifen kann. Es sollen keine Informationen verloren gehen und jeder soll wissen, dass er einfach da schnell reinschreiben kann. Der Angel wollte noch diese Unterlagen haben, der andere hatte noch folgende Frage gestellt. Damit einfach alles an einem Ort ist, damit man schnell agieren kann.

Man sollte ja auch so ein Momentum aufbauen, immer schnell antworten, damit man auch zügig eine Zusage bekommt.

Außerdem habe ich ein Tool, womit man Finanzierungsrunden modellieren kann und wie sich die Prozente verteilen. Man raised ja immer runde Zahlen, aber sowas gibt es ja gar nicht, weil man Firmenanteile verkauft. Da kann ich nur jedem raten, sich da früh genug mit auseinanderzusetzen. Da kann man auch weitere Finanzierungsrunden in der Zukunft modellieren und schauen, ob es so aufgeht.”

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über wie und mit welchen Tools er den Fundraising Prozess verwaltet und organisiert hat

Daniel Bosman: „Es ist für ein Startup und die Person, die für das Fundraising verantwortlich ist, extrem wichtig diesen Prozess selbst zu organisieren. Vor allem Dingen war es für mich, als kreativen Menschen, wichtig, eine Art von Gamifizierung und eigenem System für diesen Prozess mit den entsprechenden Fundraising-Tools zu entwickeln.

Im Fundraising, gerade bei Hardware und Impact-Themen, wirst du mit extrem vielen Menschen sprechen und auch viele Absagen bekommen. Wir selbst hatten Glück, denn die ersten beiden Angels, mit denen wir gesprochen hatten, wurden erfolgreiche Leads. Danach hatte es jedoch 50 Gespräche gedauert, bis wir den dritten Angel für unsere Runde dazugewinnen konnten.

Manche sagen jetzt bei 53 Gesprächen, 3 erfolgreiche Leads generiert zu haben, ist doch eine super Quote. Das zeugt dann einmal davon, dass ich es selbst einfach unterschätzt habe, wie aufwändig Fundraising sein kann. Aber es zeugt auch davon, dass wir einfach Glück hatten.

Insgesamt hab ich das Ganze nach längeren Lernprozessen so aufgebaut, dass ich einen Funnel geschaffen haben. Diesen habe ich über ein „Trello Board“ abgebildet. Links waren meine Leads, danach kamen Erstgespräch, dann Zweitgespräch. Einen logischen Aufbau muss jeder für sich selbst definieren. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich mit der Frage zu beschäftigen, was man aus einem Erstgespräch rausholen möchte und was willst du von einem Zweitgespräch. Ein Angel hat keine Lust, 6 Gespräche zu führen. Er / sie wollen relativ schnell in Erfahrung bringen, was das Startup von einem als Investor möchte.

Man läuft sonst zu sehr „um den heißen Brei herum“, da man sich eventuell nicht traut wichtige Fragen zu stellen, aus Angst vor einer Absage. Wenn du aber im Erstgespräch bereits herausgefunden hast, du musst ein oder zwei Fragen stellen, um den Angel in die Richtung eines Invests bewegen, dann stell diese auch.

Ich hab bei meinem Trello-Board, meine Leads links, dann kommen Erstgespräche, dann Zweitgespräche. Irgendwann erreicht man den Punkt im Fundraising-Funnel, bei welchem das Ziel vorgestellt worden sein muss. Bis zu diesem Punkt muss bereits ein Gespräch mit dem Team stattgefunden haben. Danach gilt es herauszufinden, was noch fehlt für ein Investment. Was fehlt dem Angel noch, um an Bord zu kommen?

Für mich war Trello immer ein gutes Tool zur Gamifizierung, da ich einen guten Überblick hatte, um direkt zu sehen, ich brauche mehr Leads, oder mehr Erstgespräche.

Meine Leadgenerierung war während des ersten Lockdowns etwas schwieriger, da es keine live Events gab. Ich konnte jedoch auch relativ unproblematisch mit Menschen in Videocalls connecten.

Kaltakquise ist insgesamt ein Horror. Da muss man sich nur vorstellen, wie viele Nachrichten & Emails ein etwas prominenterer Angel am Tag bekommt. Ich selber mache das tatsächlich immer noch über LinkedIn: Ich schaue mir an, was machen die Angels, was posten sie für Inhalte? Ich followe diesen in der Regel, wenn ich das Gefühl habe, es ist noch zu früh für eine Vernetzung. Dabei habe ich die Gelegenheit, auf die Due Diligence einzugehen, um zu prüfen, was postet er / sie?

Zu den Pitch Decks habe ich insgesamt drei Decks zur Verfügung. Das erste ist ein Intro Deck, welches Inhalte zur Geschäftsidee, Team und Timing behandelt. Mit den anderen beiden Decks kann man im Nachgang mehr in die Tiefe gehen.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über wichtige Tools im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Ich habe immer für die Lead-Listen (mit potenziellen Investoren) Excel bzw. Google Spreadsheet genutzt. Da habe ich notiert, mit wem ich wann gesprochen habe und was die Kommentare waren.

Für die Kommunikation habe ich das Telefon, Video-Calls, E-Mails und Whatsapp genutzt. Wir haben wirklich viele Deals auch über Whatsapp verhandelt und dann abgeschlossen.

Für den Datenraum nutze ich ganz einfach Google Drive. Ich denke, man braucht am Anfang keine Sophisticated Tools, vielleicht später mal. Später kann man überlegen, ob man noch ein Cap-Table-Management-Tool dazu nimmt oder ein Datenraum. In den ersten Phasen sehe ich noch keinen Need für Sophisticated Tools.“

Wie gut konnten deine ersten Investor*innen dabei helfen, weitere Business Angels zu finden und zu überzeugen?

Bereits investierte Business Angels können einen großen Beitrag bei der Suche nach neuen Investor*innen leisten. Beispielsweise ist es ein starkes Zeichen, wenn ein Business Angel in weiteren Finanzierungsrunden mitzieht und so sein Glaube an das Team, die Idee und den Markt beweist. So ein Zeichen kann den Funken überspringen lassen und neue Business Angels für das Startup gewinnen.

Wie unterstützen Business Angels unserer Gründer*innen bei der Investorensuche noch?

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründerin
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründerin
Isabeau
Ayoubi
darüber, wie gut die ersten Investoren dabei geholfen haben, weitere Investoren zu finden

Isabeau Ayoubi: “Wir haben Business Angels, die sehr aktiv bei uns mitarbeiten. Wenn ein neuer Investor bei uns anfragt, dann kann der sich sehr gerne mit unseren Bestandsinvestoren austauschen und nach dessen Erfahrungen mit uns fragen. Der Austausch unter den Investoren kann da mehr wert sein, als wenn wir uns da groß anpreisen. Wir haben auch einen Investor, der seine Stimmrechte an einen anderen abgegeben hat und sich eher im Hintergrund hält.”

John Agricola: “Business Angels sind auch so Herdentiere, weil manchmal so der erste fehlt. Wenn sich die ersten Business Angels für das Investment entschieden haben, dann kann es wirklich schnell gehen. Du musst halt erstmal diese Initialzündung erstmal haben. Manchmal fragt man sich schon, weil du gefragt hast, andere Angels mit überzeugen. Den musst du erstmal überzeugen, mit ins Investoren-Update reinzukommen. Investoren sind meistens viel beschäftigte Leute und die bekommt man gar nicht so vor die Flinte. Ich würde zu der Frage also sagen: Nein, in der Regel passiert das nicht.

Isabeau Ayoubi: “Manchmal wünscht man sich, dass es mehr passiert. Wir haben zum Beispiel 1–2 Investoren, die fragen, was die anderen machen. Ich sage dann immer, dass sie ja telefonieren können und herausfinden können, wie sie das sehen. Wir sind manchmal so die Zwischenposition und wir geben die Meinung von A an B weiter. Da wünscht man sich manchmal einen besseren Austausch zwischen den Business Angels.”

John Agricola: “Liebe Business Angels, geht wirklich mal den Schritt und sagt eure Meinung den anderen Investoren klar, das würde es für uns einfacher machen. Für alle, die gerade raisen, ihr müsst diese Initialzündung selber machen, da würde ich mich nicht darauf verlassen, dass das die Business Angels machen.”

Wie geht man mit schwierigen Phasen im Fundraising um?

Die Phase des Fundraisings birgt viele Challenges und setzt Gründer*innen regelmäßig schwierigen Situationen aus. Was sind hier die Tipps von Gründer*innen, die bereits diese Hürden überwunden haben? 

Tom Josczok
Impact Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Impact Startup-Gründer
Tom
Josczok
über die Hürden von der Stiftung Wirkungsanteil

Tom Josczok: „Momentan ist es so, dass die Lösung, die wir etablieren, im deutschen Markt noch nicht so bekannt ist. Es gibt internationale Organisationen in anderen Ländern, die das gleiche Modell wie wir verfolgen. Das heißt, eine Hürde ist, dass wir die Bekanntheit und Relevanz für das Thema erhöhen müssen.

Wir sind eine Non-Profit-Organisation und wir sind selber nicht auf klassisches Fundraising angewiesen. Trotzdem sprechen wir mit vielen Investoren, um uns Feedback einzuholen, für das Modell. Da haben wir größtenteils positives Feedback bekommen, auch so wie wir das Modell für uns gebaut haben.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über wie er mit schwierigen Phasen im Fundraising umgeht

Daniel Bosman: „Ich würde jedem am Anfang empfehlen, zu schauen, wie hoch ist die eigene Burn-Rate und zu hinterfragen, ob diese so hoch sein muss. Auch sollte man schauen, wie Lean man arbeiten kann, bis ein Proof-of-Concept entstanden ist, oder zumindest eine Verifizierung.

Wenn du dich damit nicht von Anfang beschäftigst, kann man schnell ins Schleudern geraten und verliert letztenendes sein Ziel aus den Augen. Denn schnell kommen die ersten Angels und auf einmal sammelst du Geld ein. Aus einer Runde wird dann eine viel größere Runde, weil andere Angels mit ans Bord kommen. Die Komplexität steigt ab da stetig.

Dann beantragt man im nächsten Schritt Fördergelder. Auf einmal hast du Geld zur Verfügung – das Fördergeld ist jedoch an das Einstellen von Mitarbeitern gebunden. Auf einmal gerätst du von ein, zwei Leuten, die eine Idee haben und die Welt ein Stück besser machen wollen in die Situation, dass du Mitarbeiter hast und für diese die Verantwortung trägst.

Wenn jedoch keiner aus dem Gründerteam Erfahrung mit der Mitarbeiterführung hat, dann ist das eine riesige Challenge. Ein Produkt auf die Welt zu bringen und parallel dazu zulernen, wie man Mitarbeiter gut onboarded, funktionierende Strukturen aufbaut und zeitgleich ein gutes Klima schafft.

Da kommen so viele Herausforderungen auf einmal auf einen zu. Ich würde Gründer*innen immer empfehlen, solange es geht aus einer sich-selbst-finanzierenden Situation die Idee so weit voranzubringen, dass sie am Markt verifiziert werden kann. Erst mit diesen Ergebnissen sollte man dann nach Investments von Angels schauen.

Bei uns war das auch so der Fall: Wir hatten den Tischgarten bereits am Markt getestet und verbessert. Den Raumgarten haben wir erst letzte Woche auf die Straße gebracht. Wir erreichen zwar unsere Milestones, aber wir haben sehr früh viele Mitarbeiter gehabt durch unser tolles Fördergeld, aber das hat natürlich auch den Druck erhöht.“

Lüder Brüggemann
Social Fitness Marketplace Founder
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Social Fitness Marketplace Founder
Lüder
Brüggemann
darüber, wie er durch schwierige Phasen kommt

Lüder Brüggemann: “Da geht es darum, sich wieder aufzuraffen und sich zu fragen, warum man das Ganze angefangen hat. Was ist die Motivation und warum mache ich das Ganze überhaupt? Glaube ich noch an die Firma? Das nehme ich jetzt mal als Voraussetzung an.

Dann muss man sich wieder vor Augen führen, dass wir dieses Ziel haben. Wenn es sich nur um eine Momentaufnahme handelt, dann kann es auch helfen, wenn man sich einen längeren Zeitraum anschaut. Wo haben wir angefangen und wo stehen wir jetzt? In der Regel geht es rauf und runter, aber man steht meistens deutlich höher als an dem Punkt, wo man angefangen hat.

Man muss sich veranschaulichen, dass wie vorankommen und dass es nicht gerade hochgeht, sollte klar sein. Man muss auch einfach lernen, solche Phasen auch durchzuhalten.“

Wie und zu welchem Grad habt ihr Investoren-Feedback "unterwegs" in euer Pitch Deck, Geschäftsmodell und Fundraising-Strategie einfließen lassen?

Inwieweit hat sich das Pitch Deck unserer Gründer*innen über den Fundraising-Prozess verändert und hat das Feedback von Investor*innen dazu beigetragen?

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über wie und zu welchem Grad er Investoren-Feedback in sein Pitch Deck, Geschäftsmodell und Fundraising-Strategie hat einfließen lassen

Daniel Bosman: „Das Pitch Deck ist für mich das „Schweizer Taschenmesser“. Du wirst immer wieder erleben, dass du mit Angels sprichst und du merkst der Fokus und die Geschäftsausrichtung von diesem Angel, aufgrund der Startups in die er/ sie schon investiert hat, aber vor allem die Businesses, in denen er/ sie bereits selbst unterwegs waren, erfordern noch mal ein anderes Tool.

Ich bin der Meinung, es ist illusorisch ein Pitch Deck zu machen, was für alle Angels passt. Das würde ich einfach auch nicht empfehlen. Irgendwann merkst du, du hast einfach viel zu viele Slides in deinem Deck. Was ich empfehlen würde ist, dass Ganze mit dem Intro Deck zu starten. 6 bis 7 Slides, mehr sollte das nicht beinhalten. In diesen Slides sollte präzise und schnell auf die wichtigsten Themen der Geschäftsidee eingegangen werden, als auch auf die Gründer*innen.

Meine Erfahrung ist, dass ein Pitch Deck mit einem Blumenstrauß vergleichbar ist: So wie verschiedene Blumen gesamtheitlich einen schönen Blumenstrauß ergeben, fügen sich einzelne Slides zu einem verständlichen Pitch Deck zusammen. Das eine hierbei ist natürlich die Idee, das andere ist das Team. Ganz wichtig ist das Timing, warum die Idee jetzt mit diesen Gründer*innen performen wird. Auch noch andere Sachen sind relevant, wie beispielsweise die Finanzen und die Profitabilität.

Wenn die ersten drei Punkte überzeugend sind, dann wirst du auch mit dem Angel /den Angels, mit denen du sprichst, so viel Erfahrung machen, die du dann wieder einfließen lassen kannst.

Ich selbst habe zum Beispiel drei Pitch Decks: Das eine ist ein Intro Deck. Das andere ist ein ausführlicheres Deck. Dieses hat 20 Slides, da unsere Geschäftsidee nun mal auch diese Präsenz benötigt. Und dann haben wir nochmal ein Deck, welches nur auf die finanziellen Sachen eingeht, welche man am Anfang vielleicht nicht direkt teilen möchtest.“

Was war der frustrierendste Zeitpunkt im Fundraising und warum?

Frustration kommt oft auf, wenn du für deine harte Arbeit nicht so entlohnt wirst, wie du es dir vorstellt. Beispielsweise tust du alles für dein Startup und bist von dem Erfolg deines Produktes überzeugt. Es fehlt nurnoch Geld und weitere fachliche Expertise, doch es lässt sich einfach keine Lead-Investor*in finden.

Mach trotzdem weiter, frage nach Feedback und verbessere dein Pitch Deck.

Was war der frustrierendste Zeitpunkt für unsere Gründer*innen? Wie haben sie sich durchgeschlagen?

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründerin
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründerin
Isabeau
Ayoubi
über frustrierende Zeitpunkte im Fundraising-Prozess

Isabeau Ayoubi: “Ich würde sagen, dieser Sommer war am frustrierendsten. Wir haben einfach niemanden erreicht. Du schreibst einfach 25 Leute an, bekommst Introductions, bekommst aber immer nur die Urlaubsmail zurück. Da geht einem das Geld aus und man denkt sich nur, dass es Zeit wird, dass die wieder von ihren Jachten herunterkommen. Wenn man keine Antwort bekommt, ist es eigentlich das frustrierendste. Vor allem, wenn man so an die Grenzen seines Netzwerkes kommt und du eigentlich genau weißt, dass es ein super Investment Case ist, aber die Leute nicht ran bekommt.

Was haben wir gemacht?
Wir haben unseren Bestandsinvestoren gesagt, dass wir niemanden ran bekommen und wir eine Zwischenfinanzierung brauchen. Zum Glück haben wir tolle Investoren, die da nochmal mit eingestiegen sind.”

John Agricola: “Ich fand das frustrierendste, was wir erlebt haben, war, als der Runway kurz war und sich der Erfolg einsetzt hat. Man musste dann trotz Erfolg wieder Fundraising, weil der Erfolg zu langsam vorrangig. Am Anfang war es einfach eine Idee zu raisen, aber nach 18 Monaten kommt so der Punkt, wo die Investoren einiges fordern und wenn das noch zu wenig ist, dann soll man zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen.”

Isabeau Ayoubi: “Ja, das ist dann wirklich so ein Punkt, wo man denk, dass es ja nicht sein kann, dass man gefühlt pleite geht, aber das Auftragsbuch voll ist. Theoretisch ist man in 3 Monaten pleite, aber in 4 Monaten habe ich 2 Messen, eine Speach und habe so viele Termine, dass es eigentlich nur gut laufen kann. Da ist es dann schon sehr frustrierend.

John Agricola: “Das war dann auch die Stelle des guten Teams, da muss man sich dann zusammen supporten. Einfach weitermachen, an die Idee glauben und es nach draußen transportieren. Da zeigt sich dann auch, ob es ein gutes oder schlechtes Team ist.”

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
SaaS Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

SaaS Startup-Gründer
Christian
Ritosek
über Frustration im Fundraising-Prozess

Christian Ritosek: „Die Frustration im Fundraising ist für mich immer dann gegeben, wenn man ein “Nein” bekommt, obwohl man denkt, dass man weiter ist. Ich habe auch mit vielen US-VCs gesprochen und die sind am Anfang immer sehr begeistert. Es ist alles immer toll, Awesome und Great. Dann hatte ich immer ein gutes Gefühl und danach kam immer irgendwann die Absage. Das ist immer ein sehr frustrierender Zeitpunkt im Fundraising, aber auf der anderen Seite gibt es auch immer sehr schöne Momente. Nach manchen Pitches denkt man, dass es nicht gut gelaufen ist und dann bekommt man doch eine Investment-Zusage.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
Urban Gardening Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Urban Gardening Startup-Gründer
Daniel
Bosman
über den frustrierendsten Zeitpunkt im Fundraising

Daniel Bosman: „Durch unseren Funnel hatten wir insgesamt 6 fortgeschrittene Gespräche. In diesen waren wir kurz davor, die Runde zu closen. Wir hatten bereits ein festes „Ja“ von Insa Horsch. Bei drei weitere Gespräche mit Angels, hatte ich mit meiner 1.5 Jahren Fundraising-Erfahrung das Gefühl, da werden noch welche an Bord kommen. Das ging sogar so weit, dass wir Angels absagen hätten müssten.

Genau in diesem Moment begann die Invasion auf die Ukraine: Das hat sehr viel Panik ausgelöst und auch die Wirtschaft auf den Kopf gestellt. Das führte letztlich dazu, dass die Gespräche sich im Ton veränderten. Zwei Angels haben ganz konkret gesagt, dass sie von einem weiteren Investment aktuell absehen. Sie wollte erstmal die Situation beobachten. Da ging es auch darum, das eigene Portfolio erstmal zu schützen.

Für uns war das eine sehr schwierige Situation, denn um erstmal an dem Punkt anzukommen, dass so viele Angels Investment-ready sind, vergeht einige Zeit. Für uns war das ein Schock und wir waren sehr überrascht. Wir hatten diese Runde aufgebaut, um unsere Ziele zu erreichen und mit etwas Risikopuffer zu agieren. Letztlich haben wir eine kleinere Runde geschlossen und das passt jetzt auch alles. Aber der Punkt war da, bei welchem wir die Evaluierung überdenken mussten und nächste Schritte anpassen mussten.“

Wie ist eure erste Investment-Zusage zustande gekommen?

Was war der häufigste Kritikpunkt von Investoren über euch bzw. euer Geschäftsmodell und wie seid ihr damit umgegangen?

An einem Startup gibt es quasi immer Kritikpunkte. Diese entstehen schon alleine aus der Tatsache, dass die Zukunft ungewiss ist und ein Startup mit höheren Risiken als etablierte Unternehmen zu kämpfen hat.

Welche Kritikpunkte bekommen Gründer*innen besonders häufig um die Ohren geschlagen?

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
PropTech Startup-Gründer
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PropTech Startup-Gründer
John
Agricola
über den größten Kritikpunkt von Investoren