Founder Academy

Christof Weidl über die Herleitung der Bewertung

HR-Tech Startup-Gründer

über die Herleitung der Bewertung

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Christof Weidl: „Wir haben mal einen Sophisticated Ansatz gemacht, also wirklich über Formeln, die wir bekommen haben. Da muss ich aber ganz ehrlich sagen, dass das eine schöne Idee ist, aber die Realität sieht doch ein ganzes Stück anders aus. Trotzdem ist es wichtig zu beobachten, was andere am Markt in deinen Peers eingesammelt haben. Wie nah bist du an denen dran und wie kannst du auch für dein Startup argumentieren. Aus unserer Sicht ist, Personio ist ja auch irgendwie im Personalbereich tätig, die sind jetzt 6 Milliarden wert und da kommen wir auch in 2 Jahren hin, dann ist es eine Übertreibung, weil es viel zu weit weg ist.

Wenn du allerdings Unternehmen in deiner Peer findest, die nur ein Stückchen weiter sind, dann kannst du den Investoren klar sagen, was du noch brauchst, um da hinzukommen und was dann auch die Bewertung rechtfertigen würde.

So kommst du relativ schnell auf eine Zahl, mit der du auch ins Rennen gehen kannst. Und dann ist es wichtig nicht den Fehler zu machen und die Bewertung so gering wie möglich zu halten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir mit einer sehr geringen Bewertung Fragezeichen erzeugt haben. Nach dem Motto: Irgendein Haken muss da noch sein und es ist scheinbar nicht so viel Wert.

Das heißt, dass man da so ein Zwischenpunkt finden muss und dann auch von Sekunde 0 Feedback einholen. Wie beurteilen Investoren unsere Bewertung? VCs waren teilweise auch ein bisschen überrascht von der Frage, dass die direkt kam. Mit der Begründung, dass wir dazulernen wollen, war es wirklich sehr gut.

Außerdem haben wir natürlich viele Startups gefragt, die eine ähnliche Größe haben, auch wenn sie in einem ganz anderen Bereich tätig sind. Man bekommt irgendwann ein Gefühl dafür, ob man eher hochpreisig oder niedrigpreisig ist.

Wir haben uns damals auch ein richtiges Bewertungsmodell gebaut, wo du durch zukünftige Umsätze approximierst, was ein zukünftiger Wert sein könnte. Da diskontierst du am Ende Cashflows ab und wie du auch klassischerweise Unternehmensbewertungen machen würdest. Bei einem Startup ist die Schwierigkeit, da du die Cashflows noch nicht hast. Trotzdem kannst du aus so einem Modell die mögliche zukünftige Bewertung ableiten.“

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Rechtsanwalt für VC und Startups

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Upcycling Startup-Gründer

Lüder Brüggemann
über die Aufteilung der Anteile unter den Gründern
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Lüder Brüggemann: “Ich glaube, es ist wichtig, nicht nur in die Vergangenheit zu schauen, also wer hat die Idee und vielleicht auch Geld eingebracht, um einen ersten Prototypen zu bauen. Das ist wichtig, keine Frage, das sollte auch in die Verteilung der Anteile mit einfließen.

Meiner Meinung nach ist es aber noch wichtiger, wer welchen Wert in den nächsten 3-5 Jahren einbringt. Das ist so die Mindestzeit, die man zusammenarbeitet und da sollte man in meinen Augen schauen, wie hoch der Wert des jeden Einzelnen ist, was er einbringt. Das sollte deutlich höher gewichtet sein als die Vergangenheit.

Es ist einfach so, dass die Vergangenheit für ein Startup viel weniger zählt, als was noch in Zukunft passiert. Ich glaube, es kann fatal sein, wenn man jemandem zu wenig Anteile gibt, weil er in der Vergangenheit noch nicht so viel gemacht hat, der für die Zukunft aber sehr wichtig ist und nach der zweiten oder dritten Finanzierungsrunde nur noch 5 % am Startup hält. Das ist fatal, weil der dann natürlich nicht so sehr motiviert ist, wie er sein sollte und das schadet dem ganzen Unternehmen.”

Tobias de Raet Lindenpartners
darüber, was beim Mitarbeiterbeteiligungsprogramm zu beachten ist
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Dr. Tobias de Raet: „Durch ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm können Mitarbeiter, die in einem Startup kein Top-Gehalt verdienen, in­cen­ti­vie­rt werden. Das einfachste wäre, wenn man den Mitarbeitern echte Anteile geben würde.

Das macht man aus mehreren Gründen nicht:
Es ist natürlich ein Einflussthema, da die Mitarbeiter auch Gesellschafter sind. Die können dann möglicherweise alles sehen und haben Mitspracherechte. Da ist die Frage, ob man das möchte und ob die Investoren das möchten.

In Deutschland sind es aber maßgeblich steuerliche Gründe. Wenn ich Mitarbeitern eine Beteiligung an meinem Unternehmen gebe, dann ist es ein Vergütungsbestandteil. Wenn ich einem Mitarbeiter beispielsweise 10 Anteile gebe, dann steht er in der Gesellschafterliste und bekommt kein Geld. Der Staat sagt aber, dass der Mitarbeiter 10 Anteile für einen Wert von 50.000 Euro bekommen hat und für diese Summe fallen Steuern an. Der Mitarbeiter hat kein Geld bekommen, muss aber trotzdem für die 50.000 Euro Steuern bezahlen. Aus dem Grund funktioniert das nicht.

In der Regel ist es aus dem Grund virtuell geregelt. Das heißt, der Mitarbeiter bekommt erst dann einen Zufluss, wenn ein bestimmtes Exit-Ereignis eintritt. Erst in dem Moment partizipiert der Mitarbeiter an dem Unternehmenserlös. Dann ist ja auch Geld da und von der Summe müssen sie dann Steuern bezahlen. Das wird typischerweise wie der Arbeitslohn behandelt.

Für die Gründer heißt es kommerziell nichts anderes, dass man berücksichtigen muss, dass ein Teil des Kuchens später weggeht. Auch wenn die Mitarbeiter nur virtuell beteiligt sind, muss ich im Cap Table und in der Gesellschafterstruktur eine Schattenrechnung vornehmen. Daher stammen die Begriffe Diluted und Non Fully Diluted. Diluted bedeutet, dass ich verwässert dazu rechne, dass ich ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm habe. 5-10 % sind so die Bandbreite, die man typischerweise hat.

Demzufolge erhalten die Bestandsgesellschafter weniger. Wichtig ist noch, wer das Programm finanziell trägt. Ist das ein Teil, was die Gründer aus ihrem Exit-Erlös zahlen müssen oder geht es vom Kuchen aller Gesellschafter ab? Typischerweise berate ich die Gründer so, dass alle die Mitarbeiterbeteiligung tragen sollten, da alle daran interessiert sind, dass die Mitarbeiter incentiviert sind.

Wichtig sind noch steuerliche Risiken, die da ganz besonders zu beachten sind. Das ist nicht nur für den Mitarbeiter wichtig, sondern auch die Gesellschaft. Bei der Sozialversicherung bin ich als Gesellschaft dafür verantwortlich, dass ich sie abführe. Wenn ich mir ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ausdenke, wo schon jetzt Sozialversicherungsbeiträge abzuführen sind, dann bin ich als Geschäftsführer dafür verantwortlich, dass ich das für die Arbeitnehmer mache. Wenn ich das nicht mache, dann bin ich möglicherweise in einem strafrechtlichen Bereich.“

Startup-Gründer Florin Kutten
darüber, ob er als natürliche Person oder über eine eigene Holding gegründet hat
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Florin Kutten: „Wir haben als natürliche Personen gegründet und nicht mit einer Holding, weil wir sehr unsicher waren, was das Geschäftsmodell angeht und ob wir es so aufbauen können. Für mich persönlich steht immer noch im Raum, dass ich irgendwann ins Ausland gehe und dann bringt die Holding ja auch nichts.

Am Ende war es auch einfach zu spät, das mit der GmbH musste durchkommen und gemacht werden. Wir hatten da gar nicht mehr so viel Zeit, um uns da richtig zu informieren und da vorher noch eine Holding zu gründen.

Dann haben wir gesagt, dass wir es so lassen. Klar, am Ende hat man deutliche Steuernachteile. Dann wird halt am Ende eine Holding gegründet und bei der nächsten Unternehmung wird es vielleicht anders gemacht.“

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
darüber, mit welchen Argumenten sie die Investoren überzeugt haben
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John Agricola: “Unser erstes Pitch Deck war wirklich sehr schlecht. Also es war eher ein Anfängerdeck. Wir haben sehr früh zu fünft an dem Produkt gearbeitet. Das hat viel ausgemacht.“

Isabeau Ayoubi: “Wir hatten auch so ein bisschen einen Vorsprung. Wir haben schon vor unserer Gründung unser erstes Funding bekommen. Uns hat ein Business Angel so halb beauftragt. Er hat uns 100.000 Euro gegeben und wir sollten einfach mal durchstarten und ein MVP bauen.

An der Stelle, wo wir mit anderen Business Angels gesprochen hatten, haben wir schon ein Produkt, hatten erste Kunden und waren schon an einer Stelle, wo andere Startups noch gar nicht stehen, wenn sie in ihr erstes Funding gehen. Wir hatten ein bisschen Glück am Anfang, wie es gestartet ist. So konnten wir in unseren ersten richtigen Pitches Live-Demos zeigen. Zwar waren wir da auch noch am Anfang, aber es hat schon funktioniert. Wir hatten ein gutes Team und alles sah ganz gut aus.”

John Agricola: “Das Team war es am Ende wahrscheinlich auch. Wir haben eine gute Mischung an Seniors und Youngstern.”

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
über frustrierende Zeitpunkte im Fundraising-Prozess
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Isabeau Ayoubi: “Ich würde sagen, dieser Sommer war am frustrierendsten. Wir haben einfach niemanden erreicht. Du schreibst einfach 25 Leute an, bekommst Introductions, bekommst aber immer nur die Urlaubsmail zurück. Da geht einem das Geld aus und man denkt sich nur, dass es Zeit wird, dass die wieder von ihren Jachten herunterkommen. Wenn man keine Antwort bekommt, ist es eigentlich das frustrierendste. Vor allem, wenn man so an die Grenzen seines Netzwerkes kommt und du eigentlich genau weißt, dass es ein super Investment Case ist, aber die Leute nicht ran bekommt.

Was haben wir gemacht?
Wir haben unseren Bestandsinvestoren gesagt, dass wir niemanden ran bekommen und wir eine Zwischenfinanzierung brauchen. Zum Glück haben wir tolle Investoren, die da nochmal mit eingestiegen sind.”

John Agricola: “Ich fand das frustrierendste, was wir erlebt haben, war, als der Runway kurz war und sich der Erfolg einsetzt hat. Man musste dann trotz Erfolg wieder Fundraising, weil der Erfolg zu langsam vorrangig. Am Anfang war es einfach eine Idee zu raisen, aber nach 18 Monaten kommt so der Punkt, wo die Investoren einiges fordern und wenn das noch zu wenig ist, dann soll man zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen.”

Isabeau Ayoubi: “Ja, das ist dann wirklich so ein Punkt, wo man denk, dass es ja nicht sein kann, dass man gefühlt pleite geht, aber das Auftragsbuch voll ist. Theoretisch ist man in 3 Monaten pleite, aber in 4 Monaten habe ich 2 Messen, eine Speach und habe so viele Termine, dass es eigentlich nur gut laufen kann. Da ist es dann schon sehr frustrierend.

John Agricola: “Das war dann auch die Stelle des guten Teams, da muss man sich dann zusammen supporten. Einfach weitermachen, an die Idee glauben und es nach draußen transportieren. Da zeigt sich dann auch, ob es ein gutes oder schlechtes Team ist.”

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
darüber, wie wichtig Menschenkenntnisse im Fundraising-Prozess sind
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Isabeau Ayoubi: “Eine gute Menschenkenntnis ist superwichtig, da man mit den Investoren immer zusammenarbeiten muss. Das trifft auf die tollen wie auch die schwierigen Zeiten zu. Bei Startups wird es immer den Punkt geben, wo es mal bergab geht und wo das Geld ausgeht. Da sind Zusammenhalt und Unterstützung noch viel wichtiger.

Der Investor hat in dem Moment Angst um sein Geld und wir haben Angst, das zu verlieren, was wir über die letzten Jahre aufgebaut haben. Da muss man konstruktiv zusammenarbeiten können. Wenn man da am Anfang nicht auf sein Bauchgefühl hört, dann stellt sich das in so einem Moment heraus und das kann dann auch richtig wehtun. In solchen Momenten braucht man Leute, die hinter einem stehen.”

John Agricola: “Das Bauchgefühl ist wichtig und da würde ich auf keinen Fall dagegen handeln. Wenn das Bauchgefühl Nein sagt, dann lieber absagen.”

Isabeau Ayoubi: “Wir haben auch unerfahrene Investoren, die sehr cool sind.”

John Agricola: “Tobias hat mal zu uns gesagt: “Founders don’t run out of money, but out of motivation!” Ich glaube, das gilt auch für Investoren, wenn die Motivation da ist und wenn man aneinander fest glaubt, dann funktioniert das. Menschenkenntnisse sind schön, aber am Ende ist es wichtiger, dass keine Red Flags da sind, dass die Chemie stimmt. Das sind ja in der Regel erfahrene und erfolgreiche Entrepreneure, die lassen sich jetzt auch nicht immer so leicht in die Karten schauen.

Investoren haben ein Pokerface und die haben uns auch 1-2-mal richtig böse auflaufen lassen. Gerade die Investoren, die investiert haben, waren im letzten Gespräch nicht immer nett zu uns. Das war halt dessen Due Diligence und die haben halt geschaut, welche Leute wir sind. Anscheinend haben wir den Test dann bestanden.”