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Dr. Patrick Müller darüber, worauf Gründer beim Beteiligungsvertrag achten müssen

Rechtsanwalt für VC und Startups

darüber, worauf Gründer beim Beteiligungsvertrag achten müssen

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Dr. Patrick Müller: „Da kommt es immer auf die Phase des Startups an, wann denn so ein Beteiligungsvertrag verhandelt wird. Zum anderen kommt es auf die Perspektive an, wie man sich die Fallstricke eines möglichen Beteiligungsvertrags ansieht.

Wenn man sich die Phase anschaut, dann ist es schon ein sehr großer Unterschied, ob man in der Gründungsphase und ein erster Beteiligungsvertrag aufgesetzt wird oder ob man schon in einer Series A oder B ist. Wir hatten letztes eine Finanzierungsrunde in der Series E, das war schon ein hohes Reck und da ging der Beteiligungsvertrag über 50-60 Seiten.

Das wäre in der Anfangsphase ein Overkill. Also es kommt schon sehr stark auf die Phase an. Dann kommt es natürlich auch auf die Perspektive an, es gibt zwei zentrale Gesellschaftsgruppen: die Founder und die Investoren.

Da kann man auch wieder Differenzieren, wir erleben häufig eine Struktur wie zum Beispiel: Ein Startup hat schon eine Seed-Finanzierung durch, primär aus dem Family & Friends Bereich und dann kommt eine Series A, die mit anderen Investoren durchgeführt wird. Dann kommt vielleicht ein großer Lead-Investor hinzu und kleinere Business Angels werden gepoolt. Je nachdem, welche Shares ausgegeben werden, zu welchem Zeitpunkt welcher Investor reingeht und zu welcher Quote, sind die Interessen natürlich auch völlig unterschiedlich.

Inhaltlich kann man sicherlich noch auf der Zeitachse differenzieren zwischen dem Daily Business (Zustimmungskataloge, Informationsrechte) und der Zukunft (Exit, Bad Leaver Klausel).“

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Lüder Brüggemann
über umove
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Lüder Brüggemann: “Hi, mein Name ist Lüder. Ich bin der Gründer und Geschäftsführer von umove. Mit umove bauen wir gerade einen Social Fitness Marketplace. Unsere Mission ist es, Fitness Coaches, Creator im Bereich Fitness dabei zu helfen, online Geld zu verdienen. Im Grunde ist es ein Marktplatz für Fitnessdienstleistungen.”

Dr. Patrick Müller
darüber, um welche rechtlichen Themen sich Gründer am Anfang Gedanken machen müssen
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Dr. Patrick Müller: „Tatsächlich gibt es bei der Startup-Gründung immer wieder Themen, die sich wiederholen. Das hängt mit der mangelnden Erfahrung naturgemäß zusammen. Das fängt schon mit möglichen Konflikten in der Zukunft zwischen den Gesellschaftern an. Wenn sich Menschen dazu entschließen, zusammen eine GmbH zu gründen, weil sie eine coole Business-Idee haben, dann sind sie euphorisch und motiviert und wollen nur positive Dinge hören.

Das erlebe ich relativ oft, und wenn man dann zu einem Anwalt oder Notar geht und die Gründungsdokumentation aufsetzt, wird man in der Regel nicht hören, was passiert, wenn man mal unterschiedlicher Meinung ist. Wenn es dann doch leider passiert, dann stellt man fest, dass man dafür keine Regelung getroffen hat. Der Gesetzgeber geht aber davon aus, dass die Gesellschafter einer GmbH dauerhaft vereint bleiben.

Aus einer GmbH kommt man einseitig nur sehr schwer wieder raus, wenn man nicht entsprechende Regelungen getroffen hat. Das ist ein Thema, welches ich relativ oft feststelle.

Auch Themen wie die Notwendigkeit regulatorischer und bürokratischer Themen, die leider damit einhergehen. Da ist es doch oft so, dass man gewisse Überraschungen erlebt.

Ansonsten auch das Thema der Geduld. Es gibt Founder, die genau wissen, was auf sie zukommt. Ihre Idee kann man in ein langfristiges Unternehmen oder einen Exit umwandeln. Das geht aber nicht über eine Nacht und auch nicht nur mit einer erfolgreichen Seed-Finanzierung oder auch Series A. Da ist man noch nicht über die Klippe hinweg und da erlebe ich bei manchen Foundern schon, dass nach 1-2 Jahren ein bisschen die Geduld aufhört.

Auch nach einer Finanzierungsrunde kommen wieder neue Themen auf einen zu, die man noch nicht gemeistert hat. Ansonsten: Mit zunehmendem Wachstum eines Startups entstehen zunehmend KMU-Strukturen und -Herausforderungen. Wenn jetzt 2-3 Founder alleine vom Home Office sich was aufbauen, dann ist es alles noch sehr einfach und flexibel. Wenn man dann aber auch die ersten Mitarbeiter einstellt und Stores aufmacht, dann kommen natürlich auch andere Themen dazu. Zum Beispiel Mietrecht oder Arbeitsrecht, die dann auch mit einer Gründung einhergehen.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat
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Christian Ritosek: „Wie sollten sich Gründer auf das erste Investorengespräch vorbereiten?
Ich habe tatsächlich den Investor, um den es ging, analysiert. Da habe ich YouTube-Videos geschaut und Blogbeiträge gelesen, um zu schauen, was das für eine Person ist. Auf was muss ich vielleicht im Pitch oder im Gespräch Wert legen? Ist das jemand, der sehr sales- oder produktlastig ist? Ist er eher ein zahlengetriebener und analytischer Mensch?

Für das allererste Gespräch habe ich es so gemacht und schon auch bei den Fonds, wo ich es für wichtig empfunden habe. Man hat ja immer so ein paar Fonds auf der Liste, bei denen man auf jeden Fall eine gute Figur machen will. Das wäre mein idealer Investor für die nächste Runde und mit dem habe ich mich schon vorher genauer auseinandergesetzt.“

Michael Pfeife Co-Founder & CEO von MOOT
darüber, bei welchen Themen Investoren nach der Finanzierungsrunde am meisten unterstützen
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Michael Pfeifer: „Unsere Investoren unterstützen uns bei den verschiedensten Themen, sei es jetzt auf Geschäftsentwicklung bezogen, strategische Partnerschaften, persönliches Sparring und auch wie wir als Gründer in schwierigen Situationen besser manövrieren können.

Es ist besonders schön, dass wir einige Business Angels dabei haben, die dann auch näher am Tagesgeschäft dran sein wollen und denen man hier und da auch mal eine persönliche Frage stellen kann. Sonst sprechen wir über Änderungen von Rahmenbedingungen, Operations und wie wir mit unseren Umsatzzahlen vorankommen.

Das sind wirklich eine ganz große Bandbreite an Themen, die Investoren und Investorinnen abdecken.“

Dr. Matthias Brendel
darüber, wer Term Sheet und Beteiligungsvertrag bereitgestellt hat
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Dr. Matthias Brendel: „Wir haben Term Sheet und Beteiligungsvertrag selbst vorbereitet, weil wir diesen Prozess selbst in der Hand haben wollten. Ich bin im Nachhinein total zufrieden, weil wir von Tag 1 einen Profi reingeholt haben. Wir haben uns damals für die KPMG Venture Services entschieden und das war goldrichtig, weil wir von Tag 1 bis über drei Finanzierungsrunden eigentlich immer das gleiche Framework nutzen konnten und auch immer selbst die Term Sheets vorgeben konnten. Die wurden auch von allen unseren 20 Business Angels übernommen bzw. akzeptiert.“

Dr. Patrick Müller
über typische Exit-Klauseln
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Dr. Patrick Müller: „Exit-Klauseln sind natürlich auch so ein Standardwerkzeug im Werkzeugkasten eines jeden Beteiligungsvertrages. Es ist auch teilweise im Gesellschaftsvertrag geregelt, aber primär im Beteiligungsvertrag.

Worum geht es da?
Ein Startup zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht immer im Vorhinein daraus ausgerichtet ist, ein Familienunternehmen oder mittelständisches Unternehmen zu gründen. Das ist auch der Unterschied zu einer normalen Selbstständigkeit und einem Startup. Da geht es ja oft darum, ein cooles, innovatives Produkt erfolgreich in den Markt einzuführen, um dann mit einer höheren Bewertung einen Exit zu machen. Durch den Verkauf der Anteile auszuscheiden.

Natürlich muss dieses Szenario in der Zukunft auch schon am Anfang geregelt werden. Da gibt es bestimmte Klauseln, die immer Bestandteil des Beteiligungsvertrags sind.

Vorkaufsrecht (right of first refusal):
Aus einer Kapitalgesellschaft kommt man nur sehr schwer einseitig raus, da geht es um viele Rechte, Pflichten und Haftungen. Da will man schon wissen, mit wem man es zu tun hat. Wenn es drei Founder, einen Business Angel und einen VC Fonds gibt und der Business Angel seine Anteile verkaufen will, dann haben die übrigen Gesellschafter ein Vorkaufsrecht. Da müssen auch zeitliche Fristen beachtet werden!

Tag-Along- und Drag-Along-Klauseln:
Da geht es um Mitverkaufsrechte und Pflichten. Tag-Along heißt sinngemäß, wenn jemand seine Shares verkaufen möchte, dann haben Mitgesellschafter das Recht, zu der gleichen Bewertung ihre Anteile auch zu veräußern. Das hat alles mit der Bindung zwischen den Gesellschaftern zu tun.

Umgekehrt das gleiche mit Drag-Along, es kann ja sein, dass ein Investor sagt, dass er für 10 % nicht einsteigt, sondern 50 % oder 100 %haben will. Dann will man, dass sich die Founder auch nicht querstellen können. Wenn eine sinnvolle Unternehmensbewertung auf dem Tisch liegt und entsprechende Parameter erfüllt sind, dann sind die Founder verpflichtet, ihre Anteile auch mit abzugeben.

Ansonsten könnte es ja sein, dass mein Investment für immer stockt, weil der Investor den Exit nie will. Solche Szenarien sollen einfach vermieden werden, dass man flexibel bleibt und seine Anteile auch irgendwie veräußern kann. Das sind ganz zentrale Themen bei Exit-Szenarien.

Man nennt die letzteren Klauseln auch oft Co-Sale Klauseln, also Mechanismen, die sicherstellen, dass dann mehrere verkaufen.“