Founder Academy

Dr. Patrick Müller über Gründerverpflichtungen, um die Founder im Startup zu halten

Rechtsanwalt für VC und Startups

über Gründerverpflichtungen, um die Founder im Startup zu halten

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Dr. Patrick Müller: „Bei den Gründerverpflichtungen geht es im Grunde darum, vor allem in der Anfangsphase (Pre-Seed-, Seed-Phase aber auch Series A) wird vor allem in Human Capital investiert, in die Fähigkeiten der Founder. Man will natürlich sicherstellen, dass die Founder auch an Bord bleiben.

Da gibt es verschiedene Regeln, die die Founder verpflichten, weiterhin an Bord und motiviert zu bleiben. Folgende Themen sind da wichtig:

Vesting:
Die Founder haben ihre Shares, da sie wahrscheinlich selbst gegründet haben. Founder können durch das Vesting nachträglich ihre Verfügungsbefugnis über ihre Shares über einen genau festgelegten Zeitraum verlieren. Im Vesting Schema wird alles festgelegt und ab der Finanzierungsrunde kann es beispielsweise über 3 Jahre gehen. Der Founder bekommt dann jeden Monat wieder einen prozentual festgelegten Anteil der Verfügungsbefugnis zurück.

Wenn der Founder dann nach einem Jahr ausscheidet, kann er beispielsweise über 1/3 seiner Anteile verfügen.

Cliff Vesting:
Manche Investoren bestehen darauf, dass die Founder sehr lange an Bord bleiben und bauen dann ein Cliff ein. Die Founder müssen dann über eine Klippe kommen, beispielsweise 1 Jahr, bevor die Vesting Zeit überhaupt erst anfängt zu laufen. Erst nach dem zeitlichen Cliff können sich die Founder ihre Anteile zurückverdienen. Aus Sicht der Gründer ist das ein Nachteil, da es sich so noch länger zieht.

Leaver Scheme:
Das sind Regelungen zum Einzugsrecht. § 34 GmbHG sieht vor, dass man einvernehmlich Geschäftsanteile einziehen kann. Wenn es klar ist, dass ein Gesellschafter raus will und alle sind sich einig, ist es unproblematisch und da muss man nichts zu regeln.

Was ist aber, wenn es die betreffende Person nicht will? Das ist ja der Regelfall.
Da gibt es Bad und Good Leaver Klauseln: Zum Beispiel ist ein Founder oft gleichzeitig Geschäftsführer. Was passiert, wenn er gegen seine Verpflichtungen als Geschäftsführer vorsätzlich verstößt? Er arbeitet plötzlich nach der Finanzierungsrunde nicht mehr.

Dann kann man die Bad Leaver Klausel dazu einsetzen, um seine Anteile einzuziehen, gegen seinen Willen, zu einer niedrigeren Bewertung. Dann nimmt man eine angemessene Unternehmensbewertung zugrunde und dann bekommt er nicht 100 % auf seinen Proporz, sondern beispielsweise nur 50 %.

Umgekehrt gibt es aber auch Good Leaver Klauseln, wenn eine Aufhebungsvereinbarung beschlossen wird oder eine Kündigung nicht aus Pflichtverletzung erfolgt.

Founder Lock-up:
Die Shares eines Startups sind eigentlich immer vinkuliert. Das heißt, entgegen der gesetzlichen Grundlage, gibt es immer eine Klausel: Wenn jemand seine Geschäftsanteile veräußern will, braucht er die Zustimmung der Mitgesellschafter, damit man weiß, mit welchen Mitgesellschaftern man in dem Unternehmen investiert ist.

Das wird aber häufig auf Beiräte oder besondere Gremien ausgelagert, ansonsten eben auf die Gesellschafterversammlung. Beim Founder Lock-up gibt es zusätzlich noch einzelne Investoren, die auch benannt werden, die dem zusätzlich ausdrücklich zustimmen müssen. So wird sichergestellt, dass die Founder ihre Anteile nicht ohne die Zustimmung der Investoren veräußern können.

Das sind alles Themen, mit denen die Founder an das Startup gebunden werden.“

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Lüder Brüggemann
über die Team Slide
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Lüder Brüggemann: “Die Team Slide ist sehr wichtig. Ich glaube gerade in Frühphasen-Startups ist das Team noch viel wichtiger als das Produkt, weil sich das Produkt noch ändern kann. Meiner Erfahrung nach sieht das Produkt nach 2 Jahren doch anders aus, als wie man es sich in der initialen Idee gedacht hat. Das, was gleich bleibt bzw. gleich bleiben sollte, ist das Team. Aus dem Grund ist es eine sehr wichtige Folie und sollte in meinen Augen in erster Linie die Erfahrungen des Teams widerspiegeln.

Was haben die Co-Founder früher gemacht und warum sind sie genau die richtigen, um dieses Startup groß zu machen. Außerdem sollten natürlich die Skill Sets komplementär sein. Es macht jetzt keinen Sinn, wenn vier Finance-Leute im Startup sind, sondern man sollte sich schon ergänzen.

Man sollte folgende Skill Sets im Team haben:
– Buiness Development
– Marketing und Sales
– Finance
– CTO (bei einem Tech Startup)

Außerdem ist noch die Erfahrung in der Zusammenarbeit im Team wichtig. Wenn es irgendwelche Erfahrungen gibt und wenn man schon mal zusammen eine Firma gegründet hat oder in einem Verein zusammengearbeitet hat, dann sind das spannende Informationen für die Investoren.

Investoren wollen sehen, dass das Team zusammenarbeiten kann und dass es zusammenhält. Das Team darf in schwierigen Phasen nicht zerbrechen und das muss man möglichst kurz und präzise auf der Team Slide darstellen.“

Startup-Gründer Florin Kutten
darüber, worauf er beim Pitch Deck besonders geachtet hat
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Florin Kutten: „Wir haben beim Pitch Deck besonders darauf geachtet, dass das Design stimmt, nicht zu viel Text auf den Folien steht und es einfach ansprechend ist. Wir bieten ja Lebensmittel in Einmachgläsern an und liefern diese. Zudem haben wir gezeigt, dass der Markt gigantisch ist und weiter stark wächst.

Außerdem haben wir uns von möglichen Konkurrenten abgegrenzt und beschrieben, wie wir es hinbekommen, die schnellsten und besten zu sein.

Bei der Team-Folie haben wir sehr lange diskutiert, wo die hinkommt. Wir haben uns jetzt dazu entschieden, die Folie ganz ans Ende zu setzen. Da präsentieren wir, was wir schon gemacht haben und das Advisory Board zeigen wir an der Stelle auch.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
über wie und mit welchen Tools er den Fundraising Prozess verwaltet und organisiert hat
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Daniel Bosman: „Es ist für ein Startup und die Person, die für das Fundraising verantwortlich ist, extrem wichtig diesen Prozess selbst zu organisieren. Vor allem Dingen war es für mich, als kreativen Menschen, wichtig, eine Art von Gamifizierung und eigenem System für diesen Prozess mit den entsprechenden Fundraising-Tools zu entwickeln.

Im Fundraising, gerade bei Hardware und Impact-Themen, wirst du mit extrem vielen Menschen sprechen und auch viele Absagen bekommen. Wir selbst hatten Glück, denn die ersten beiden Angels, mit denen wir gesprochen hatten, wurden erfolgreiche Leads. Danach hatte es jedoch 50 Gespräche gedauert, bis wir den dritten Angel für unsere Runde dazugewinnen konnten.

Manche sagen jetzt bei 53 Gesprächen, 3 erfolgreiche Leads generiert zu haben, ist doch eine super Quote. Das zeugt dann einmal davon, dass ich es selbst einfach unterschätzt habe, wie aufwändig Fundraising sein kann. Aber es zeugt auch davon, dass wir einfach Glück hatten.

Insgesamt hab ich das Ganze nach längeren Lernprozessen so aufgebaut, dass ich einen Funnel geschaffen haben. Diesen habe ich über ein „Trello Board“ abgebildet. Links waren meine Leads, danach kamen Erstgespräch, dann Zweitgespräch. Einen logischen Aufbau muss jeder für sich selbst definieren. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich mit der Frage zu beschäftigen, was man aus einem Erstgespräch rausholen möchte und was willst du von einem Zweitgespräch. Ein Angel hat keine Lust, 6 Gespräche zu führen. Er / sie wollen relativ schnell in Erfahrung bringen, was das Startup von einem als Investor möchte.

Man läuft sonst zu sehr „um den heißen Brei herum“, da man sich eventuell nicht traut wichtige Fragen zu stellen, aus Angst vor einer Absage. Wenn du aber im Erstgespräch bereits herausgefunden hast, du musst ein oder zwei Fragen stellen, um den Angel in die Richtung eines Invests bewegen, dann stell diese auch.

Ich hab bei meinem Trello-Board, meine Leads links, dann kommen Erstgespräche, dann Zweitgespräche. Irgendwann erreicht man den Punkt im Fundraising-Funnel, bei welchem das Ziel vorgestellt worden sein muss. Bis zu diesem Punkt muss bereits ein Gespräch mit dem Team stattgefunden haben. Danach gilt es herauszufinden, was noch fehlt für ein Investment. Was fehlt dem Angel noch, um an Bord zu kommen?

Für mich war Trello immer ein gutes Tool zur Gamifizierung, da ich einen guten Überblick hatte, um direkt zu sehen, ich brauche mehr Leads, oder mehr Erstgespräche.

Meine Leadgenerierung war während des ersten Lockdowns etwas schwieriger, da es keine live Events gab. Ich konnte jedoch auch relativ unproblematisch mit Menschen in Videocalls connecten.

Kaltakquise ist insgesamt ein Horror. Da muss man sich nur vorstellen, wie viele Nachrichten & Emails ein etwas prominenterer Angel am Tag bekommt. Ich selber mache das tatsächlich immer noch über LinkedIn: Ich schaue mir an, was machen die Angels, was posten sie für Inhalte? Ich followe diesen in der Regel, wenn ich das Gefühl habe, es ist noch zu früh für eine Vernetzung. Dabei habe ich die Gelegenheit, auf die Due Diligence einzugehen, um zu prüfen, was postet er / sie?

Zu den Pitch Decks habe ich insgesamt drei Decks zur Verfügung. Das erste ist ein Intro Deck, welches Inhalte zur Geschäftsidee, Team und Timing behandelt. Mit den anderen beiden Decks kann man im Nachgang mehr in die Tiefe gehen.“

Jonathan Spitz
über erfolgreiche Verkaufskanäle
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Jonathan Spitz: „Wir haben sehr viel Kaltakquise gemacht und das ist der Weg, der gerade funktioniert. Irgendwann werden wir auch eine erste Finanzierungsrunde abschließen und dann ein bisschen mehr Marketing machen. Vermutlich werden wir da auf Google Ads setzen.

Gerade haben wir wie jeder erfolgreiche junge Startup eine Landingpage und wir bekommen darüber langsam Anfragen, vielleicht eine oder zwei pro Woche. Das hat am Anfang nicht funktioniert, aber wir haben ganz viel E-Mail- und Telefon-Kaltakquise gemacht. Einfach mal angerufen, von uns erzählt und was wir machen.

Dann haben wir gefragt, ob es für sie interessant ist. Also ganz viel Hustle und Arbeit.“

Dr. Matthias Brendel
darüber, wie und mit welchen rechtlichen Themen er sich am Anfang auseinandergesetzt hat
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Dr. Matthias Brendel: „Ich habe mich mit dem Thema selbst viel beschäftigt und habe viele Webinare und dergleichen besucht. Das Wichtigste war, dass ich von Anfang an mit einem Profi zusammengearbeitet habe, der alle unsere Verträge gecheckt hat. Von Gründungsvertrag bis hin zu allen Finanzierungsrunden.

Wir haben von Anfang an darauf geachtet, dass wir auch für internationale Investoren interessant sind. Das heißt, wir haben von Anfang an englische Verträge genommen, was für ein Startup in der Early Stage total überproportioniert schien. Jetzt, 3 Jahre später sind sie aber angemessen.

Sodass wir immer mit dem Vertrag unterwegs waren, mussten wir daran auch nichts mehr ändern. Das heißt, am Anfang war es natürlich ein Investment, weil so ein Vertrag natürlich auch ein paar Euro kostet, aber dafür nutzen wir den jetzt schon über Jahre und haben den nur minimal ergänzt. Aus dem Grund hat es sich total gelohnt!“

Janosch Kühn
über die Wahl des Startup-Standortes
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Janosch Kühn: „Ich glaube schon, dass sich das ein bisschen geändert hat. Als wir vor 6–7 Jahren angefangen haben, in Karlsruhe zu gründen, war das noch wichtiger als jetzt. Heute gibt es ja Zoom und alles. Damals gab es nur Skype und das hat nicht gut funktioniert.

Da hat sich viel an den Tools geändert, aber auch an der Bereitschaft. Damals waren für uns Video-Calls ganz komisch und heute ist es der Standard. An vielen Stellen hat sich da viel getan und deshalb ist der Standort auch weniger wichtig geworden.

Innerhalb von Deutschland war da meine Denkweise, dass, je größer die Stadt, desto besser. Ob es jetzt Berlin oder München ist, da kommt es wahrscheinlich eher auf das Thema an. Ich glaube, es hilft einfach in der Nähe von Firmen zu sein, die in einem gleichen Gebiet tätig sind.

Global betrachtet müsste man sich anschauen, wie die rechtliche Seite aussieht. Wie ist da die Unterstützung von Startups? Da gibt es auch große Unterschiede zwischen Ländern, aber ich glaube, für die meisten Gründer ist es auch ein zu großer Schritt zu sagen, dass sie jetzt von Berlin nach San Francisco ziehen. Von Karlsruhe nach Berlin zu ziehen, ist da einfacher.

Aber natürlich gibt es Orte, an denen es besser ist, zu gründen. Da ändert sich aber auch viel und es ist hier auch viel einfacher geworden zu gründen, als noch vor 6–7 Jahren.

Ich würde behaupten, dass Berlin schon einiges einfacher gemacht hat. Gaming ist auch sehr international und 50 % unserer Leute haben kein Deutsch gesprochen. Wenn man in Karlsruhe essen geht, dann gibt es noch nicht mal eine englische Menükarte. Für solche Leute ist es dann schon schwierig, nicht in Berlin zu sein, wo einfach jeder Englisch spricht.

Außerdem ist es einfach jemanden aus dem Ausland nach Berlin zu holen, als jetzt zum Beispiel nach Karlsruhe. Natürlich sind auch Partnerunternehmen da. Apple, Google sitzen ja alle in Berlin. Ich glaube, wir sind jetzt nicht nur durch Berlin erfolgreich geworden, aber es hat uns natürlich auch sehr in die Karten gespielt.“