Founder Academy

Dr. Patrick Müller über Pooling

Rechtsanwalt für VC und Startups

über Pooling

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Dr. Patrick Müller: „Da gibt es im wesentlichen drei Grundmodelle:

Investmentgesellschaft gründen:
Es gibt eine GmbH als Startup (XY-GmbH) und da gehen im Rahmen einer Finanzierungsrunde verschiedene Business Angels mit rein. VC Fonds werden das eher weniger machen, da sie ihr eigenes Vehikel haben. Wenn aber mehrere Business Angels in eine Seed-Finanzierung im Family & Friends Bereich investieren, kann es schon auch Sinn machen, wenn sie ihre Anteile in einer eigenen UG oder GmbH poolen.

Im Cap Table taucht dann nur ein Gesellschafter auf und man kann natürlich innerhalb dieser UG oder GmbH alles Mögliche regeln. Vor allem kann man einen zentralen Geschäftsführer ernennen, der auf der Gesellschafterversammlung des Startups entscheidet. Es führt dazu, dass die ganzen Abstimmungen aus dem Startup rausgehalten werden. Es ist aber in der Regel nur dann möglich, wenn es ein gewisses Vertrauen unter den Business Angels gibt.

Stimmrechtspooling:
Das bedeutet, die einzelnen Investoren gehen in die Beteiligung des Startups mit rein, schließen aber einen Stimmrechtspoolvertrag ab. So müssen sich die Business Angels vor den Gesellschafterversammlungen abstimmen, um ein einheitliches Abstimmungsverhalten sicherzustellen. So wird ein konfliktfreies Abstimmungsverhalten in der Gesellschafterversammlung gewährleistet.

Treuhandmodell:
Rechtlich bleibt man im Startup investiert, aber man hat ein Konstrukt entworfen, wo die einzelnen Investoren bestimmte Rechte an den Treuhänder outsourcen. Der Treuhänder ist auch intern gebunden, dass er sich vor Abstimmung intern mit den Investoren abstimmt.

Alle Modelle führen zum gleichen Ergebnis, nämlich eine zersplitterte Gesellschafterstruktur mit Chaos in den Abstimmungen zu vermeiden.“

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Michael Pfeife Co-Founder & CEO von MOOT
darüber, bei welchen Themen Investoren nach der Finanzierungsrunde am meisten unterstützen
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Michael Pfeifer: „Unsere Investoren unterstützen uns bei den verschiedensten Themen, sei es jetzt auf Geschäftsentwicklung bezogen, strategische Partnerschaften, persönliches Sparring und auch wie wir als Gründer in schwierigen Situationen besser manövrieren können.

Es ist besonders schön, dass wir einige Business Angels dabei haben, die dann auch näher am Tagesgeschäft dran sein wollen und denen man hier und da auch mal eine persönliche Frage stellen kann. Sonst sprechen wir über Änderungen von Rahmenbedingungen, Operations und wie wir mit unseren Umsatzzahlen vorankommen.

Das sind wirklich eine ganz große Bandbreite an Themen, die Investoren und Investorinnen abdecken.“

Agrar-Tech Startup-Gründer
über weitere wichtige Unterlagen außer dem Pitch Deck
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Lasse Dumstrei: „Welche Unterlagen haben wir grundsätzlich für die Investoren aufbereitet?
Da war für uns in erster Linie ein Finanzplan interessant. Ich bin ein gelernter Banker und deshalb waren für mich die Finanzen immer am wichtigsten. Grundsätzlich war für mich die Frage, wie viel Kapital wir überhaupt brauchen und was Sinn macht. Natürlich hat das immer auch einen Impact auf die Bewertung, aber es hat für mich auch den Impact, dass ich vielleicht gar nicht so viel Geld brauche oder dass ich eigentlich viel mehr Geld brauche.

Aus dem Grund habe ich mir zuerst das Thema von der Finanzseite angeschaut. Daher habe ich erstmal die Financials erstellt. Auf der Basis haben wir parallel ein Pitch Deck und eine Präsentation erstellt. An dieser Stelle ist das Pitch Deck ja eine Darstellung von dem Unternehmen, der Problemen, Lösung und Vision.

Da aber auch ein Tipp. Über das Fundraising hinaus haben wir unser Pitch Deck so oft angepasst, dass wir am Ende vielleicht 10 Versionen hatten. Auch da schauen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Es ist ja nur ein Türöffner und da kann man auch immer wieder Anpassungen treffen. Außerdem herrschen da draußen wahrscheinlich 25.000 unterschiedliche Meinungen, wie ein Pitch Deck auszusehen hat.

Das waren unsere zwei wichtigsten Unterlagen und was haben wir den Investoren zusätzlich bereitgestellt? Erstmal den Cap Table, also wie sieht unsere Gesellschafterstruktur aktuell aus. Und dann haben wir viel Recherchearbeit zu unserem Markt gemacht. Wir haben den Markt angeschaut, wie der funktioniert und welche Margen wir nehmen können und welche Metriken wichtig sind. Dann haben wir vom Studium her einen Businessplan geschrieben, aber nicht vom klassischen Sinne. Sondern wir haben die einzelnen Punkte aus dem Businessplan als Information bereitgestellt.

Als wir ans Fundraising gegangen sind, hatten wir tatsächlich noch keine Gesellschaft gegründet. Die haben wir erst zum 31.03.2021 gegründet und haben 4 Wochen später das Geld eingesammelt. Für uns war die Runde geclosed und dann haben wir die Company eben gegründet. Normalerweise hat man schon Jahresabschlüsse, die man vorweisen kann.
Außerdem Personaldaten, Arbeitsverträge usw..

Jetzt in der zweiten Runde sieht es natürlich nochmal deutlich anders aus. Da stehen wir natürlich noch auf einem ganz anderen Status. Auch da gibt es wieder unterschiedliche Bereiche in einer Due Diligence. Ich glaube, da haben wir mittlerweile knapp 60 Dokumente, die wir bereitstellen. Da kann man sich dann anschauen, was bisher passiert ist, welche Verträge es gibt und wie es weiterentwickelt werden soll.

Ich glaube, da ist einfach wichtig, dass in dem Venture Capital Bereich alle sehr analytisch sind. Natürlich wird man emotional als Founder bewertet, aber auf der anderen Seite sehr analytisch. Deshalb ist Excel nach Powerpoint und dem Pitch Deck das wichtigste Tool, welches du beherrschen und nutzen solltest.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
darüber, wie Gründer mit der Frustration beim Fundraising umgehen sollten
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Simon Lohmüller: „Grundsätzlich sollte man sich immer mehrere Optionen offen halten. Das ist jetzt vielleicht leicht gesagt, wenn man nicht mehrere Optionen hat, dann kann die Frustration umso höher sein. Außerdem sollte man sich immer fragen, was bisher grundsätzlich falsch gelaufen ist. Warum bin ich bei diesem Investor nicht gut angekommen? Was kann ich beim nächsten Mal besser machen?

Oft bekommt man von den Investoren ein sehr ehrliches Feedback. Gerade diese ehrliche Kritik sollte man in seinen Überlegungen mit einfließen lassen. Daran sollte man wachsen und ich kann nur sagen, dass es völlig normal ist, wenn man bei 50 Investorengesprächen 48,49 Absagen zu bekommen.

Man hört immer von diesen fantastischen Erfolgsgeschichten, wo sich die Investoren um das Startup reißen, aber das sind eben die seltenen Fälle, die in den Medien sehr breitgetreten werden. Ich würde behaupten, dass es nicht der Standardfall ist. Man sollte sich nicht an diesen extremen Erfolgsgeschichten messen und dadurch den Druck rausnehmen.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
darüber, welche Menschen die besten Intros gebracht haben
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Isabeau Ayoubi: “Wir haben bei uns einen Investor, der bei uns ganz besonders wichtig ist. Der war schon ab Tag 1 wie ein Mentor für uns. Der ist zu jeder Tages- und Nachtzeit für uns erreichbar. Der macht jeden Call für uns und macht Introductions. Das ist der coolste Business Angel und der hat uns jetzt auch bei Themen, wo keiner Lust drauf hat, geholfen.

John Agricola: “Tobias Wittich, ein sehr erfahrener Gründer und Business Angel. Für uns waren die Business Angel Clubs aber auch sehr wichtig. Wir haben während Corona geraised und da war es wirklich schwierig, wenn du Events nicht stattfinden. Aus dem Grund waren die Business Angel Clubs eine ganz wichtige Anlaufstelle.”

Isabeau Ayoubi: “Wir haben weniger direkte Introductions bekommen, es waren eher Business Angel Clubs oder AddedVal.io. Zwei haben wir von AddedVal.io geclosed. Ich denke, es ist auch ganz wichtig als Startup einfach präsent zu sein, auf Events gehen und wenn euch jemand fragt, ob ihr irgendwo pitchen könnt, dann könnt ihr da auch pitchen! Selbst wenn ihr nicht auf der Suche nach Geld seid, seid ihr trotzdem auf der Suche nach Kontakten. Jeden Kontakt könntet ihr zu einem späteren Zeitpunkt gebrauchen und deshalb ist der Aufbau des Netzwerks so wichtig.
Wenn du doch mal eine Zwischenfinanzierung machen musst, dann ist es gut, wenn man 5 Leute im Kopf hat, die man anrufen könnte. Darum geht es am Ende, das eigene Netzwerk so gut wie möglich pflegen und weiter auszubauen.”

Dr. Matthias Brendel
über Pooling
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Dr. Matthias Brendel: „Die Frage drängt sich bei unserem Setup natürlich auf. Wir haben 20 Business Angels an Bord. Wir haben ein Pooling Agreement bei der letzten Finanzierungsrunde mit aufgenommen, haben es aber noch nicht abgeschlossen. Wenn man ein Pooling Agreement macht, dann müssen alle Investoren zustimmen, dass sie sich poolen lassen, da haben wir von allen die Zustimmung. Allerdings braucht man dann auch ein Pool-Sprecher, der dann alles organisiert. Dort haben wir noch keinen gefunden, der es unbedingt machen will.

Man kann sich vorstellen, dass es einen Organisationsaufwand mit sich bringt und es kann eigentlich nur ein Business Angel machen, der ein entsprechendes Backoffice hat oder zumindest eine Vollzeitassistenz hat, die sich nur um seine Investments kümmert.

Wir sind jetzt den Weg gegangen, dass wir eine Pooling-Vereinbarung haben, aber wir haben sie noch nicht umgesetzt. Bisher war es für mich immer am einfachsten, wenn ich die Investoren als CEO bespiele. Wenn es um eine Abstimmung geht, dann findet die bei uns meistens eh per Umlauf statt. Das heißt, ich schicke die raus, ich notiere die einzelnen Antworten und gebe die dann auch wieder raus.

Dementsprechend haben wir es noch nicht so gebraucht, weil unsere Angels auch gut reagieren. Wir haben aber schon mal vorgebaut und alle Business Angels haben für das Pooling-Verfahren gestimmt. Bei einer nächsten Runde kann es durchaus passieren, dass ein großer Investor auf ein Pooling der kleineren Investoren besteht.“

Tobias de Raet Lindenpartners
über AGBs
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Dr. Tobias de Raet: „AGB sind Standardmuster für Vertragsklauseln, die man nicht immer wieder neu verhandeln möchte. Das heißt, allgemeine Geschäftsbedingungen, Zahlungsbedingungen, Lieferbedingungen und Rechtswahlklausel. So was vereinbart man in AGB und das sind diese langen Vertragsdokumente, die sich eigentlich nie jemand durchliest.

Das ist auch so gedacht, AGB soll man nicht durchlesen müssen, weil da nichts Überraschendes drin stehen darf. Grundsätzlich gilt bei AGB, dass alles, was überraschend ist, unwirksam ist. Man kann in AGB nichts verstecken und jemandem dadurch was unterschieben. Grundsätzlich sollen AGB das Regeln, was beide Interessen vertritt.

Man muss dazu wissen, dass AGB strengen Vorlagen unterliegen, durch das Gesetz und durch die Rechtsprechung. Häufig geht es um das Thema, was überraschend und nicht überraschend ist. Aus dem Grund sollte man vorsichtig sein, wenn man AGB als Muster nimmt. Da gibt es viele Angebote und die stimmen dann in sich. Man sollte dann aber nicht ins Getriebe greifen und die einzeln anpassen, ohne zu prüfen, ob es auch wirklich geht.

Ein Beispiel: Ich verlängere mal meine Kündigungsfrist um ein paar Jahre oder ich schreibe noch eine zusätzliche Klausel rein, die mir besonders wichtig ist. Da muss man immer aufpassen und lieber noch mal prüfen lassen, ob es wirklich geht. Wenn es rechtlich nicht geht, dann ist es unwirksam und dann schützen einem die schönsten AGB nichts, wenn sie unwirksam sind.“