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Dr. Simon Lohmüller darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat

SaaS Startup-Gründer

darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat

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Simon Lohmüller: „Grundsätzlich muss man sagen, dass die ersten Investoren-Gespräche, die wir hatten, die waren noch sehr locker. Es war zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wo wir eigentlich noch nicht wirklich mit dem Fundraising gestartet haben. Deshalb war die Vorbereitung am Anfang auch sehr gering.

Wir sind da sehr offen in die Gespräche reingegangen und haben es eher als lockeren Austausch gesehen. Wenn es dann wirklich in die Richtung ging, dass wir den Pitch halten sollten, vor dem internen Team des Investors, dann hat man sich schon sehr intensiv darauf vorbereitet.

In diesen Pitch ist dann sehr viel Arbeit eingeflossen, man hat den natürlich einige Male vorher durchgesprochen, man hat den vor Kollegen gehalten, man hat sich überlegt, was falsch rüberkommen könnte und hat da schon geschaut, dass die Inhalte einfach stimmig sind und nichts fehlt.

Wir haben auch viel Rücksprache mit Coaches und Mentoren gehalten, haben uns da andere Meinungen eingeholt und haben uns dann relativ gut vorbereitet gefühlt.

Wir haben bei jedem Investor eigentlich so einen Grund-Check gemacht. Was gehört da dazu? Einerseits: In was hat der Investor bisher investiert? Passen die Startups, in die er bisher investiert hat, zu uns? Sind das ähnliche Bereiche und glauben wir, dass der Investor eine gewisse Expertise mitbringen kann?

Andererseits: Sind auch schon andere Startups in dem Portfolio, die einen Konflikt zu uns darstellen könnten? Das will man selbst nicht und das will auch meistens der Investor nicht. Auch dann fällt mal ein Investor raus und auch das ist uns mal passiert.“

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Michael Pfeife Co-Founder & CEO von MOOT
darüber, wie aufwändig das Reporting ist
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Michael Pfeifer: „Das Aufsetzen des ersten Reportings kostet natürlich am meisten Zeit. Man muss sich genau überlegen, wie man es aufbaut und wie die Struktur aussieht. Andererseits sind wir nicht das erste Unternehmen, welches eine Finanzierungsrunde abgeschlossen hat. Wir sind auf befreundete Gründer:innen zugegangen und haben die gefragt, wie deren Reporting aussieht und welchen Umfang es hat.

Da haben wir verschiedenes Feedback eingeholt und unser Reporting aufgebaut. Das erste Reporting hat etwas länger gedauert und die Nächsten gingen dann schneller. Das ist ein recht fixer Prozess, um so ein Reporting aufzusetzen.

Im Vergleich zu den Gesprächen, die man vor der Finanzierungsrunde durchgemacht hat, ist es doch eher eine leichte Aufgabe.

Wir erstellen da ein 3-5-seitiges Reporting und das wird in den gängigen Microsoft Office Tools gemacht. Wir haben unsere KPIs, die wir aus einer Excel herausziehen und verwenden dabei keine besonderen Tools für das Reporting.“

Startup-Gründer Christof Weidl
über seine größten Learnings im Fundraising
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Christof Weidl: „Unsere Learnings aus dem Fundraising und was hätten wir an manchen Stellen schneller und effizienter machen können. Einerseits das Thema Vorbereitung und dass wir uns schon vorher feste Termine in unserem Zeitplan hätten blocken müssen. Dass man dieses Thema als einen festen Bestandteil des Alltags ansieht, das muss gemacht werden.

Dann sollte man aber auch im Vorfeld einen ganz genauen Plan machen und sich festlegen, bis wann man welche Feedbacks eingesammelt haben will. Zum Beispiel zum Pitch Deck, welche Zahlen wollen VCs sehen und wie soll der Businessplan aussehen.

Wenn wir das alles vorbereitet hätten und uns das dann auch Sicherheit gegeben hätte, dann kann man das Thema sehr geballt angehen und die VCs einen nach dem anderen ansprechen. Am besten wirklich 3–4 Termine pro Woche machen und das hätte uns am meisten Zeiteffizienz gebracht.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
darüber, wie transparent man zu Investoren sein sollte
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Simon Lohmüller: „Da kann ich nur zu maximaler Transparenz raten. Wenn ihr irgendetwas verheimlichen wollt, das kommt am Ende sowieso raus. Man muss sämtliche Dokumente zum Unternehmen abliefern und es bringt nichts, das Vertrauensverhältnis schon vorab zu beschädigen, selbst wenn man damit vielleicht durchkommt und die Runde abschließen kann.

Wenn es irgendwelche Leichen im Keller gibt, dann wird es früher oder später rauskommen. Es sollte ja auch nach Abschluss der Finanzierungsrunde ein vertrauensvolles Verhältnis sein und darauf sollte man bauen. Wir waren immer absolut ehrlich und transparent und das hat uns definitiv nicht geschadet.

Man kann den Investoren auch seine Schwächen erzählen und ich glaube, das ist durchaus gewollt, weil auch Investoren wissen, dass kein Startup von Anfang an perfekt ist. Es gibt immer irgendwelche Schwächen und wenn es die Schwächen nicht gäbe, dann bräuchte man wahrscheinlich keinen Investor.“

Dr. Matthias Brendel
darüber, woher die Vorlagen für das Term Sheet und den Beteiligungsvertrag stammen
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Dr. Matthias Brendel: „Wir haben unsere Vorlagen von unserem Anwalt, also von KPMG Venture Services. Die Unterlagen haben für unseren Fall selbst für uns erstellen lassen. Das ist ganz wichtig, man bekommt so was ja zum Beispiel auch bei GESSI, allerdings sind die dort immer sehr investorenfreundlich.

Wenn man gründerfreundliche Terms haben will, dann muss man sie selbst machen. Wir haben es gemacht und wir sind sehr zufrieden. Bisher haben auch alle unseren 20 Business Angels diese Terms akzeptiert.“

Madeleine Heuts
über Intellectual Property, Markenanmeldung und Patent
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Madeleine Heuts: „Investoren schauen natürlich auch darauf, welches geistige Eigentum man hat, das ist natürlich ein Unternehmenswert, der auch eine große Rolle spielt. Das ist auch ein Thema dafür, wenn man mit einer GbR anfängt und diese in eine GmbH einbringen will. Da hat man ja schon gewisse geistige Werte für das Unternehmen geschaffen.

Was viele sehr spät machen, ist eine Marke anzumelden. Oft ist in den Köpfen, dass ich diese 200-300 Euro erst mal spare möchte und die lieber für Marketing ausgeben will. Das ist natürlich nachvollziehbar, das Problem dabei ist aber, so länger du wartest, desto höher ist die Chance, dass es zwischendurch jemand anders macht. Das kann zufällig oder mit Absicht der Konkurrenz passieren.

Man steckt ja sehr viel in Marketing, jeden Euro, der in Marketing fließt, baut deine Marke auf, als das, was deine Kunden mit dir verbinden. Dafür hast du deine Marke, sei es der Name, das Symbol oder das Logo. Es hat natürlich eine große Auswirkung, wenn du deinen Namen nicht mehr weiterverwenden kannst.

Das ist auch eine ganz witzige Story zu mir und wie ich zu RAKETENSTART gekommen bin. Ein Freund von mir wollte gründen und hatte Probleme mit seiner Marke. Ich weiß gar nicht, ob er schon eine Abmahnung hatte. Jedenfalls habe ich dann für ihr geprüft, ob er die Marke noch verwenden kann, weil er den Namen recherchiert hat und der frei war. In der Zwischenzeit hatte ein anderes Unternehmen die Marke für genau den gleichen Bereich angemeldet.

Das ist natürlich superärgerlich, denn selbst wenn du zuerst damit am Markt warst und doch noch durch andere Schutzrechte geschützt wärst, ist es immer die Frage, ob man einen Rechtsstreit eingeht oder ob man sich einfach umbenennt. In der Praxis ist es oft nicht die Frage, wer Recht hat, sondern es geht auch darum, wer die größere Kriegskasse hat. Das heißt, wenn du eine Marke anmelden willst und jemand vorher hat schon die Marke angemeldet, aber du warst zuerst am Markt, dann bedeutet es nicht immer, dass du es auch rechtlich durchziehen willst.

Ein klassisches Beispiel, was wir auch hatten und groß in den Medien war, war der Pinkbus. Da hatte Pinkbus pinke Busse und die Telekom fand das nicht gut. Ich bezweifle, dass Telekom es gegenüber einem Busunternehmen durchsetzen könnten, dass sie die Farbe pink nicht verwenden dürfen. ABER: Leg dich als Startup mal mit der Telekom an, das will wirklich keiner machen. Das ist auch ein Prozess, der sich über Monate oder Jahre erstrecken kann.

Das Timing ist für Startups superrelevant und deshalb würde ich Startups immer dazu raten, schnell zu prüfen, ob die Marke noch frei ist und wenn es sauber ist, es auch schnell anzumelden. Das ist einfach ein großer Wert für das Unternehmen und es geht viel Geld verloren, wenn man es später ändern muss. Und natürlich kann es auch für Investoren ein Argument sein, um in dich zu investieren, weil du eine sehr gute Marke hast, die dir zusteht.

Ich denke, bei der Markenanmeldung kann man auch sehr viel selber machen, da braucht man nicht immer für alles einen Anwalt. Das kann man auch recht einfach beim Deutsches Patent- und Markenamt registrieren. Man kann mit denen auch sprechen, die sind alle supernett.

Bei einem Patent ist es wirklich schon viel komplizierter. Klar kann man eine grobe Patentrecherche selber machen, aber da bin ich der Meinung, dass Patente so kompliziert bei der Antragstellung sind, dass ich da zu einem Anwalt gehen würde. Das Geld, was man da reinsteckt, lohnt sich wirklich, wenn man dem gegenüber stellt, welchen Zeitaufwand man da selber hat. Wenn man ein Patent hat, ist es natürlich mega, weil dann sehr lange Zeit niemand anderes diese Erfindung verwenden darf. Das ist natürlich ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und ein absoluter Gamechanger.

Der Nachteil an einem Patent ist, dass die komplette Erfindung offengelegt wird. Jeder kann einsehen, was das ist und wie es funktioniert. Das ist natürlich auch nicht für jedes Produkt, was man entwickelt etwas, was man möchte. Das heißt, da muss man sich überlegen, ob man das Patent mit allen Vorzügen möchte oder will ich es lieber Inhouse behalten und es mit anderen Mitteln schützen.

Ein gutes Beispiel könnte vielleicht Coca-Cola sein, die natürlich eine gewisse Rezeptur und Entwicklung haben. Da weiß ja bis heute keiner, wie die das genau machen. Und das ist immer wackelig, für eine Rezeptur könnte man jetzt wahrscheinlich kein Patent anmelden, aber bei einer bestimmten Art der Herstellung und die halten es einfach geheim. So haben sie es vielleicht für eine viel längere Zeit für sich, das ist immer eine Abwägungssache.“

Tobias de Raet Lindenpartners
über Online Tools und Datenschutz
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Dr. Tobias de Raet: „Im Idealfall muss man schon jedes Tool prüfen, was man nutzt. Das ist schon der Grundsatz. Es hilft grundsätzlich, so ein gesundes Bewusstsein zu schaffen, was ich da überhaupt genau mache und wo meine Daten hingehen. Viele Standardanwendungen werben auch damit, dass die Daten hier in Deutschland bleiben. Die werden eher konform sein, als wenn man sich das neueste und hipste Tool aus den USA nimmt. Das ist so eine grundlegende Menschenkenntnis, sage ich jetzt mal.

Das Zweite ist, dass man sich von dem jeweiligen Unternehmen, mit dem man zusammenarbeitet, die datenschutzrechtliche Compliance erläutern lassen sollte, insbesondere Auftragsdatenverarbeitung ist da ein Stichwort. Wie geht ihr damit um und wie verwendet ihr unsere Daten?

Wenn das Unternehmen mit einem Paket auf euch zukommt und sagt, dass wir diese Fragen immer bekommen, man mit der Compliance und Anwälten darüber sprechen kann, dann hat man in der Regel ein besseres Gefühl. Wenn jemand eher ausweicht und keine richtigen Antworten hat, dann ist es eher ein schlechtes Zeichen.

Die meisten Unternehmen sind mittlerweile darauf vorbereitet, aber trotzdem kann jedes Tool dafür verantwortlich sein, dass man in einen Datenverstoß reinkommen kann.

Grundlegend kann man sich auch fragen, welche Daten man rausgibt. Nutze ich möglicherweise eine Videocallsoftware, die möglicherweise Zoom ist und vielleicht nicht Datenschutz-Compliant ist. Was ist der Schaden? Das ist etwas anderes, als wenn ich in ein CRM-Tool meine ganzen Kundendaten reinlade. Da müssen bei mir schon die Alarmglocken angehen. Vielleicht auch so ein bisschen eine Relevanzprüfung, die man durchführen sollte.“