Founder Academy

Dr. Simon Lohmüller über den Kapitalbedarf und die Bewertung eines Startups

SaaS Startup-Gründer

über den Kapitalbedarf und die Bewertung eines Startups

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Simon Lohmüller: „Beim Kapitalbedarf muss dahinter wirklich ein solider Finanzplan stehen. Man muss dem Investor irgendwie sinnig vorrechnen können, warum und wofür ich das Kapital brauche. Da gehört eine gehörige Menge Optimismus dazu, aber gleichzeitig muss es irgendwo realistisch sein.

Ich kann nicht sagen, dass ich in der Seed-Runde einen zweistelligen Millionenbetrag brauche, weil ich im ersten Jahr nach der Finanzierungsrunde 100 Leute einstellen will. Das weiß jeder Investor, dass das nicht funktioniert, weil man einfach diese 100 Leute gar nicht findet.

Ein solides Wachstum sollte ersichtlich sein und durchaus eine gehörige Portion Optimismus sollte dabei sein. Es gibt auch so Grundregeln, die man dahinterlegen sollte. Der Umsatz sollte sich in den ersten drei Jahren verdreifachen und danach verdoppeln. Solche Sachen und was brauche ich dann, um diesen Umsatz zu erreichen und was ist mein Kapitalbedarf, der daraus entsteht?

So kann man es zurückrechnen und man kommt auf den Kapitalbedarf, den man dann hat. Die Bewertung ist in einer Seed-Runde sehr schwierig. Das ist viel Verhandlungssache und wo steht man gerade mit dem Startup. Welche Erfolge kann man schon vorweisen?
Es ist schwierig, das jetzt an einem Umsatz-Multiple festzumachen.

Die Umsätze sind in so frühen Phasen meistens noch nicht so hoch, dass es Sinn macht. Das heißt, man muss sich überlegen, wie viel Prozent man bereit ist abzugeben. Wie lange will ich auch nach möglichen weiteren Finanzierungsrunden die Mehrheit haben? Da muss man mit den Investoren ein Kompromiss finden, mit dem jeder leben kann.“

Direkt mehr Startup-Know-How

von diesen und vielen weiteren Startup-Gründer*innen

Startup-Gründer Christof Weidl

Christof Weidl

HR-Tech Startup-Gründer

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer

Stephen Voss

InsurTech Startup-Gründer

Lüder Brüggemann

Lüder Brüggemann

Social Fitness Marketplace Founder

Business Angel Maximilian Fleitmann

Maximilian Fleitmann

Erfolgreicher Edtech-Gründer und Angel

Julius Göllner: Serial Entrepreneur & Investor
über den Umgang mit "Neins" im Vertrieb
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Julius Göllner: „Mit “Neins” muss man im Leben per se umgehen lernen. Das findet im normalen sozialisierungsprozess an, dass man nicht zu jeder Party eingeladen wird und den einen oder anderen Korb von einem Partner im privaten bekommt.

Da muss man einfach reflektieren und sich mit auseinandersetzen, weil das im Business auch passieren wird und gerade im Sales sehr häufig vorkommt. Es gibt verschiedene Techniken, wie man sich dagegen abhärten kann. Zum Beispiel bestellt man in einem Schnellrestaurant ein Produkt, was sehr lächerlich ist und es da nicht gibt. Also man bestellt ein Döner bei McDonalds. Wenn man das 20x gemacht hat und die Reaktion der Person an der Kasse beobachtet, dann bekommt man so ein bisschen die Scheu vor dem Ansprechen der Leute und mir passiert etwas negatives.

Das ist einfach ein Lernprozess für die eigene Persönlichkeit. Die zweite wichtige Komponente im Sales ist eine intrinsische Neugier und dauerhafte Motivation. Also ich glaube man muss sich ein bisschen davon loslösen, dass ein Kunde das Produkt kauft oder er kauft es nicht. Sondern man kann aus der Kommunikation mit einem potenziellen Kunden eigentlich auch immer etwas positives für sich mitnehmen.

Die Person ist nicht nur ein Käufer, sondern auch eine spannende Persönlichkeit. Selbst wenn er das Produkt nicht kauft, kann man in jedes Gespräch mit Neugier reingehen und persönlich etwas lernen. Das macht langfristig einen sehr guten Verkäufer aus, das er sich nicht nur durch die Zahlen motiviert, sondern auch bei Neins mit einer positiven Erfahrung rauszugehen. Es findet sich in jedem Gespräch ein Punkt, aus dem man lernen kann und die einen persönlich besser macht.

Die Frage ist, ob ich so da drauf schaue oder ob ich negativ da drauf schaue. Die guten Verkäufer schauen da immer positiv drauf.“

Lüder Brüggemann
über seinen besten Rat, den er als Unternehmer bekommen hat
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Lüder Brüggemann: “Der eine Rat geht um die Anteilsverteilung. Ich wollte früher immer gerne alles für mich haben. Da hat mich ein Mentor gefragt, ob ich lieber 100 % von nichts oder 20 % von etwas ganz Großem haben will. Das ist eigentlich ganz simpel, aber da steckt schon so viel Wert drin.

Alleine wird es immer schwierig. Es ist auch möglich, etwas alleine groß zu machen, aber es funktioniert in der Regel in einem Team viel besser. Außerdem ist ein Team am motiviertesten, wenn es selbst durch Anteile hält. Horte also nicht deine Anteile, schmeiß sie auch nicht weg, aber überlege, wem du Anteile geben kannst, um gemeinsam etwas Großes aufzubauen.

Ein weiterer Rat ist, dass du dich auf eine Sache konzentrieren solltest. Ein Spruch von meinem Mentor war: “Wenn du versucht zwei Kaninchen gleichzeitig zu fangen, dann fängst du keins. Das ist so, mach nicht 2-3 Sachen nebenher, sonder konzentriere dich auf eine Sache.

Eine Sache! Über einen gewissen Zeitraum durchziehen und wenn du merkst, dass es nicht so funktioniert, wie du es gedacht hast, dann ändere es. Folge nicht stumpf dem ersten Ziel, sondern sein bereit, auch flexibel zu sein. Flexibilität ist wichtig, aber verfolge eine Sache.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
darüber, wie wichtig die Prüfung der potenziellen Investoren ist
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Stephen Voss: „Die Investoren zu prüfen gehört zum Spiel dazu. Es ist wichtig, auch das Gegenüber zu kennen. Außerdem ist es wichtig, sich vor einem Erstgespräch mit Investoren über die Personen zu informieren. Was macht die Person? Wo hat die Person früher gearbeitet?

Es ist auch wichtig, mit welcher Organisation man spricht. Für was steht die Organisation? Was hat die in der Vergangenheit gemacht? Welche Unternehmen haben die an den Start gebracht? Das ist eine Frage, die man in einem Gespräch durchaus stellen darf und meiner Meinung nach auch stellen sollte.

Wenn die bisherigen Investitionen so gar nichts mit dem eigenen Pitch und der eigenen Startup-Idee zu tun haben, dann muss man schon die Frage stellen, warum wir zusammengekommen sind und warum der Bereich für euch interessant ist und was ihr damit machen wollt.

Bei Investoren ist das eine das Geld, aber es ist auch ganz wichtig, ob der Partner auch ein eigenes Netzwerk mitbringt. Sind im Portfolio des Partners vielleicht auch Unternehmen, die irgendeine Hilfestellung leisten können? Das ist auch ganz wichtig.

Nicht nur mit der Haltung des Geldes reingehen, sondern fragen, was die Investoren zu meinem Geschäftsmodell beitragen und wie könnte das funktionieren? So sollte man auch auswählen.

Nicht nur aufs Geld schauen! Das andere Paket ist fast wichtiger.“

Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
darüber, wie wichtig die Öffentlichkeitsarbeit für das Fundraising ist
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Simon Lohmüller: „Uns hat geholfen, dass wir schon sehr früh bei Businessplan-Wettbewerben teilgenommen haben. In einem Wettbewerb ist dann der Kontakt zu einem großen VC entstanden, die auch mit in der Jury saß. Die sind im Anschluss auf uns zugekommen. Grundsätzlich ist Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig, weil ihr dadurch die Investoren auf euch aufmerksam macht.

Wir haben gemerkt, dass es eher schwierig ist, Investoren kalt anzuschreiben. Die bekomme sehr viele Pitch Decks zugeschickt und die Investoren müssen in sehr kurzer Zeit aussortieren, ob für die ein Startup geeignet ist oder nicht. Wenn Investoren selbst auf euch zukommen, weil ihr in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, dann ist das schon ein viel besseres Eintrittstor.“

Tobias de Raet Lindenpartners
über Vorgaben und Lizenzen spezieller Geschäftsmodelle
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dr. Tobias de Raet: „Die Grundregel ist, dass alles, was mit Finanzen, Investieren, Versicherungen, Zahlungsverkehr oder alles was mit Geld zu tun hat, da besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das einer zusätzlichen Erlaubnis bedarf.

Warum? Weil das deutsche Recht sagt, dass es da um sensible Themen geht und nicht jeder einfach eine Bank gründen darf. Es muss nicht gleich die Bank sein, auch bei der Anlageberatung und Anlagevermittlung handelt es sich um sensible Themen. Auch Themen, die der Finanzindustrie nahe sind, bedürfen einer besonderen Erlaubnis und da muss man auch eine besondere Zuverlässigkeit nachweisen. Das darf nicht jeder machen. Jemand, der mit fremdem Geld handelt oder Empfehlungen für Finanzprodukte gibt, der muss eine besondere Expertise und Zuverlässigkeit haben.

Zudem muss man auch besondere interne Prozesse haben, um so eine Lizenz zu bekommen. Das heißt, dass eine Bank andere interne Prozesse braucht als ein B2C-Startup. Aus dem Grund sollte man sich bei seinem Geschäftsmodell auch fragen, was ich mache und was ich nicht mache.

Immer wenn man in die Richtung der Finanzindustrie geht, dann sollte man von einem Anwalt einen Sanity Check am Anfang machen lassen. Braucht man da eine Erlaubnis oder muss man da eventuell auch das Geschäftsmodell anpassen, damit es nicht erlaubnispflichtig ist.

Wichtig ist dabei auch, dass die Umgehung meistens nicht hilft. Ein Klassiker ist: Ich habe eine Website und gebe irgendwelche Tipps zu bestimmten Anlageprodukten und sage, dass du bei mir investieren kannst. Zum Beispiel in irgendwelche Crypto-Coins oder andere Anlageprodukte. Unten schreibe ich dann auf die Website einen kleinen Disclaimer und sage, dass das keine Anlageberatung ist.

Das hilft natürlich nicht, da es immer entscheidend ist, was man tut und nicht, was man irgendwo klein hinschreibt. Aus dem Grund sollte man sich ehrlich fragen, was das Geschäftsmodell ist und womit man umgeht. Wenn man das einem Anwalt vorlegt, dann kann der einem im Erstgespräch schon sagen, was man sich genauer anschauen muss und was ok ist.

Warum ist es so wichtig? Wenn man es nicht einhält, dann ist recht schnell die BaFin dabei und die macht einem dann den Laden dicht. Man hat dann auch ein sehr erhebliches privates Haftungsrisiko, bekommt Bußgelder und deshalb sollte man damit nicht spaßen. Das ist gerade ein Bereich, wo die Behörden sehr genau hinschauen.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
darüber, wie er sich auf das allererste Investoren-Gespräch vorbereitet hat
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Christian Ritosek: „Wie sollten sich Gründer auf das erste Investorengespräch vorbereiten?
Ich habe tatsächlich den Investor, um den es ging, analysiert. Da habe ich YouTube-Videos geschaut und Blogbeiträge gelesen, um zu schauen, was das für eine Person ist. Auf was muss ich vielleicht im Pitch oder im Gespräch Wert legen? Ist das jemand, der sehr sales- oder produktlastig ist? Ist er eher ein zahlengetriebener und analytischer Mensch?

Für das allererste Gespräch habe ich es so gemacht und schon auch bei den Fonds, wo ich es für wichtig empfunden habe. Man hat ja immer so ein paar Fonds auf der Liste, bei denen man auf jeden Fall eine gute Figur machen will. Das wäre mein idealer Investor für die nächste Runde und mit dem habe ich mich schon vorher genauer auseinandergesetzt.“