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Dr. Tobias de Raet darüber, ob man dem Anwalt der Investoren vertrauen kann

Rechtsanwalt

darüber, ob man dem Anwalt der Investoren vertrauen kann

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Dr. Tobias de Raet: „Die klare Antwort darauf ist NEIN!

Ich darf immer nur meinem eigenen Anwalt vertrauen. Das sage ich nicht nur deshalb, weil wir Anwälte gerne auf vielen Seiten tätig sind und Geld verdienen. Anwälte sind Interessenvertreter und das müssen sie von Gesetzeswegen sein. Ich kann keinen Anwalt haben, der die Interessen der Gründer, Investoren und Gesellschafter vertritt. Das dürfen Anwälte nicht, da sie nur eine Partei vertreten dürfen. Oder Parteien, die gleich gerichtete Interessen haben.

Das ist wichtig zu wissen. Wenn ein Business Angel zu mir kommt und sagt, dass er einen erfahrenen Anwalt an der Seite hat, der die Verträge aufsetzen kann. Macht so was als Gründer nicht, so was kann gefährlich werden. Der Anwalt kann von mir aus die ersten Entwürfe machen, wobei ich auch davon abraten würde. Aber habt einen eigenen Vertreter, der sich unabhängig die Dokumente anschaut und mit euch darüber spricht.

Was ist aus Sicht der Gesellschaft und der Gründer wichtig? Zu einem späteren Zeitpunkt können die Interessen der Gesellschaft und der Gründer auseinanderlaufen. Wenn ich Startups in einem Late-Stage-Bereich habe, Series C, D, dann sage ich Gründern auch, dass sie sich eigene Anwälte für ihr Gründerrecht nehmen sollten.

Ich bin Anwalt für die Gesellschaft und entwerfe für die Gesellschaft Dokumente. Ich darf aber nicht die Interessen von den Gründern als Privatperson vertreten. Wenn es am Anfang noch keine Investoren gibt und es nur die beiden Gründer sind, dann ist es etwas anderes.

Achtet auch darauf, dass, wenn es Konflikte zwischen den Gründern gibt, dass der Anwalt nicht beide Seiten vertreten darf. Das heißt nicht, dass sich jeder Gründer am Anfang direkt mit einem eigenen Anwalt bewaffnen muss, aber man sollte im Auge behalten, ob sich Interessenkonflikte zwischen den Gründern auftun. Wenn es so ist, dann sollte man zumindest offen darüber reden. Auch wenn Regelungen unterschiedlich für die Gründer sind.

Also immer darauf achten, wer meine eigenen Interessen vertritt. Wichtig ist auch, dass die Gesellschaft schon aus dem Grund einen Anwalt haben, dass sie den Prozess in der Hand behält. Wenn Investoren den ersten Entwurf für einen Vertrag machen, ist es immer ungünstig. Für die Gründer ist es taktisch und kommerziell sinnvoller, wenn sie den ersten Entwurf machen. So kann der Prozess in eigenen Händen gehalten werden und es ist kein Investor, der einem was aufzwingt.

Das ist am Anfang immer so eine Hürde, weil man denkt, dass man sich das Geld für einen Anwalt sparen kann. Ja, man sollte am Anfang nicht sein halbes Budget für seinen Anwalt raushauen und darum geht es auch gar nicht, aber zu großes Sparen bei der Rechtsberatung kann später auch teuer werden.

Da sollte man am Anfang offen mit seinem Anwalt sprechen und sagen, dass man ein begrenztes Budget hat. Was sind die Punkte, bei denen wir uns auf jeden Fall beraten lassen sollten und da findet man in der Regel immer ein Kompromiss. Auch Anwälte haben Interesse an langfristigen Geschäftsbeziehungen.

Aber die Antwort auf die Frage ist auf jeden Fall NEIN, den Anwälten meiner Investoren sollte ich nicht vertrauen!“

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über die Wahl des Startup-Standortes
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Janosch Kühn: „Ich glaube schon, dass sich das ein bisschen geändert hat. Als wir vor 6–7 Jahren angefangen haben, in Karlsruhe zu gründen, war das noch wichtiger als jetzt. Heute gibt es ja Zoom und alles. Damals gab es nur Skype und das hat nicht gut funktioniert.

Da hat sich viel an den Tools geändert, aber auch an der Bereitschaft. Damals waren für uns Video-Calls ganz komisch und heute ist es der Standard. An vielen Stellen hat sich da viel getan und deshalb ist der Standort auch weniger wichtig geworden.

Innerhalb von Deutschland war da meine Denkweise, dass, je größer die Stadt, desto besser. Ob es jetzt Berlin oder München ist, da kommt es wahrscheinlich eher auf das Thema an. Ich glaube, es hilft einfach in der Nähe von Firmen zu sein, die in einem gleichen Gebiet tätig sind.

Global betrachtet müsste man sich anschauen, wie die rechtliche Seite aussieht. Wie ist da die Unterstützung von Startups? Da gibt es auch große Unterschiede zwischen Ländern, aber ich glaube, für die meisten Gründer ist es auch ein zu großer Schritt zu sagen, dass sie jetzt von Berlin nach San Francisco ziehen. Von Karlsruhe nach Berlin zu ziehen, ist da einfacher.

Aber natürlich gibt es Orte, an denen es besser ist, zu gründen. Da ändert sich aber auch viel und es ist hier auch viel einfacher geworden zu gründen, als noch vor 6–7 Jahren.

Ich würde behaupten, dass Berlin schon einiges einfacher gemacht hat. Gaming ist auch sehr international und 50 % unserer Leute haben kein Deutsch gesprochen. Wenn man in Karlsruhe essen geht, dann gibt es noch nicht mal eine englische Menükarte. Für solche Leute ist es dann schon schwierig, nicht in Berlin zu sein, wo einfach jeder Englisch spricht.

Außerdem ist es einfach jemanden aus dem Ausland nach Berlin zu holen, als jetzt zum Beispiel nach Karlsruhe. Natürlich sind auch Partnerunternehmen da. Apple, Google sitzen ja alle in Berlin. Ich glaube, wir sind jetzt nicht nur durch Berlin erfolgreich geworden, aber es hat uns natürlich auch sehr in die Karten gespielt.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
darüber, wie man mit einer hohen Rate an Absagen umgehen sollte
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Isabeau Ayoubi: “Immer nachfragen! Auf eine E-Mail Absage kann immer eine Antwort folgen, woran es denn liegt. Wenn ich da 10-mal hintereinander die Antwort bekomme, dass da jemand im Team fehlt, Sales zu schlecht ist oder in dem Produkt keine Zukunft gesehen wird, dann sollte man über die Punkte nachdenken. Die meisten Business Angels sind ja erfahrene Business Leute und die schauen sich halt dein Deck an und irgendeine Stelle macht keinen Sinn. Aus dem Grund lohnt es sich, Feedback einzuholen, um diese Fehler zu beheben.”

John Agricola: “Ja genau, habe ich beim Richtigen gepitcht? Natürlich muss man mit dem richtigen Produkt zum richtigen Business Angel gehen. Wenn das nicht passt, dann wird das auch nicht passen. Man kann sich ja vorher informieren, an welchen Themen die Business Angels interessiert sind. Um bei Business Angel Clubs pitchen zu können, da ist im Moment eine sehr geringe Hemmschwelle. Der Zugang ist heutzutage da, das war vor ein paar Jahren noch nicht so da. Business Angel Clubs machen schon ihre eigenen Coachings, wie sie bessere Business Angels werden. Wenn es gar nicht funktioniert, dann ist es entweder der falsche Ort gewesen oder man muss darüber nachdenken.

Die Fragen sind immer die gleichen und wer sich da online ein bisschen einliest, kann die auch beantworten. Ein anderer Punkt, wo man falschliegen kann, sind die Größen der Finanzierung. Wenn unerfahrene Gründer da sehr hohe Beträge raisen wollen, da gibt es in Deutschland sehr wenige Business Angels, die sowas machen.

Natürlich gibt es auf Gründeszene immer wieder Artikel, wo Gründer über ihre 7-stelligen Runden reden. Wir persönlich kennen solche Gründer nicht und ich denke, das wird eine Minderheit sein.”

Startup-Gründer Christof Weidl
über die Vor- und Nachteile eines Wandeldarlehens
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Christof Weidl: „Ein Wandeldarlehen ist einfach schnell, weil es ein bilateraler Vertrag ist. Damit musst du nicht zum Notar gehen. Wir haben uns für ein Wandeldarlehen mit Wandlungspflicht entschieden. Das bedeutet für uns auch die Sicherheit, dass wir jetzt nicht diesen Kredit als Damokles-Schwert über uns haben.

Es sind klare Metriken drin, dass gewandelt werden muss, dann aber geballt und nicht so, dass wir jetzt 20 Notartermine gehabt hätten, was unnötige Kosten verursacht hätte. Geschwindigkeit ist da ein Trumpf und für einen Investor ist es auch gar nicht so uninteressant, weil du in ein Wandeldarlehen natürlich auch Discounts und ähnliches vereinbaren kannst. Für sie ist es ja eh festgeschrieben, also kaum Nachteile für einen Investor. Also für beide Seiten eigentlich nur Vorteile.“

Agrar-Tech Startup-Gründer
darüber, welchen Datenraum er nutzt
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Lasse Dumstrei: „Tatsächlich haben wir uns damals verschiedene Datenräume angeschaut und wo wir unsere Unterlagen bereitstellen. Am Ende des Tages haben wir uns aber für einen ganz klassischen Google Drive entschieden. Das ist für uns am einfachsten und natürlich gibt es da auch verschiedene andere Möglichkeiten, die man dort nutzen kann. Wir haben uns für Google Drive entschieden, weil wir da einfach am schnellsten und einfachsten mit den verschiedenen Parteien arbeiten können.

Wenn ich zum Beispiel mit einem VC spreche, dann kann ich sehr schnell einfach die Daten kopieren und einfügen. Alle meine Investoren haben Zugriff auf diesen gesamten Datenraum, da ist Google einfach extrem Stark drin. Wir haben uns noch so 2 andere Lösungen angeschaut. Was ich noch spannend finde, ist, dass man sehen kann, wie sehr der Investor mit einem gerade beschäftigt ist. Jeder ist in der Welt erstmal dein Freund, aber wie tief ein Investor in dein Thema einsteigt, ist immer so eine Frage, die man sich stellt. Das ist natürlich auch spannend zu erfahren.

Wir sind mit Google Drive gestartet und haben da keine negativen Erfahrungen gemacht, deshalb ist das unser Mittel der Wahl für unseren Datenraum gewesen.“

Startup-Gründer Florin Kutten
über die Verteilung der Anteile
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Florin Kutten: „Wir haben die so aufgeteilt, nachdem was wir eingezahlt und ein bisschen nach der Arbeitszeit, die wir reingesteckt haben. Also ich habe 65 %, Julia hat 25 % und Caro hat 10 %. Das liegt daran, dass wir auch unterschiedlich viel Geld in die GmbH gesteckt haben und auch vom Zeitaufwand her. Ich arbeite von Anfang an in Vollzeit und die beiden anderen halt nicht. So hat sich das irgendwie ergeben.

Am Anfang waren wir zwei Gründer:innen und jetzt sind wir auch wieder nur zwei Gründer:innen, weil die dritte Gründerin hinzugekommen, aber auch wieder weggegangen ist. Am Anfang war die Aufteilung Zweidrittel und Eindrittel und dann hat sich die neue Aufteilung durch Gespräche, Bauchgefühl und Einzahlungen gegeben.“

Startup-Gründerin Dr. Desiree-Jessica Pely
über ihr Startup loyee.io
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Dr. Desiree-Jessica Pely: „Ich bin Jessi und die Gründerin von loyee.io. Was ist mein Hintergrund? Ich habe in Finanzwesen promoviert und komme eigentlich aus der Finanzbranche, habe aber im Rahmen meiner Promotion mit dem Nobelpreisträger Richard H. Thaler zusammengearbeitet. Er hat die Nudge Theorie ins Leben gerufen und nach meiner Promotion wollte wir die Wissenschaft in die Praxis bringen. Da ist dieses Thema Nudge ein super Aufhänger und da haben wir gestartet.

loyee.io ist eine interne Kommunikationssoftware, die inklusive und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und Mitarbeiter abholen soll. Ich freue mich, dass ich heute hier sein darf und von unserem ersten Kunden erzählen darf.

Das Problem ist gerade, dass die Mitarbeiter in der Remote-Arbeit die Vision des Unternehmens nicht sehen. Sie wissen nicht, in welche Richtung sie gehen sollen und dadurch entstehen sehr viele Silos innerhalb und außerhalb der Teams. Wir haben damit gestartet, dass wir den “sense of belonging” zu dem Unternehmen erhöhen wollen und dass sich die Mitarbeiter abgeholt fühlen. Genau dafür brauchen die Unternehmen eine interne Kommunikationsplattform.

Wir machen das anhand von zwei Säulen. Einerseits haben wir Nudge-Pakete entwickelt, die zu den Themen Remote-Work, Diversity and Inclusion Impulse setzen. Das sind so Mikro-Learnings für die Mitarbeiter und deren Verhalten. Da vertreiben wir quasi unseren eigenen Inhalt, den unsere Psycholog:innen aus der Wissenschaft ableiten.

Die zweite Säule ist die Plattform selber. Wir bieten an, dass die Unternehmen eigene Nudges mit unserer Guidance kreieren können. Zum Beispiel etwas aus dem HR-Bereich oder Compliance-Bereich. So etwas kann dann über unsere Plattform vertrieben werden und das hängt dann über Slack, Microsoft Teams, E-Mails und Co. zusammen.

Unsere Plattform forciert noch viel mehr die Zusammenarbeit und Kommunikation unter den Mitarbeitern, gerade auch im Remote-Work. Wir haben so eine Art Employé Hub gebaut, wo sich jeder Mitarbeiter seinen eigenen Workspace aufbauen kann und da kommt der Newsfeed und Company Update rein. Also die Mitarbeiter wissen, wo das Unternehmen gerade steht, wo es hinwill und es ist eine moderne und einfache Art des Intranets. Es wird dabei aber keine eigene IT-Abteilung benötigt und es ist auch kein Knowledge Management System.“