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Dr. Tobias de Raet über datenschutzrechtliche Anforderungen

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über datenschutzrechtliche Anforderungen

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Dr. Tobias de Raet: „Datenschutz ist in den letzten Jahren, besonders seit es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gibt, eines der Modethemen. Man sagt, dass Datenschutzrecht das neue Kartellrecht ist. Das heißt, das Kartellrecht, was eigentlich jeden trifft. Man liest von hohen Bußgeldern und Kunden und Dritte können einen verklagen, wenn man etwas mit dem Datenschutz falsch macht.

Grundsätzlich sollte man den Datenschutz nicht zu sehr als rotes Tuch begreifen, welches mein Geschäftsmodell zerstört. Datenschutzrecht wird häufig als Ausrede verwendet, um zu begründen, dass etwas nicht geht. Das ist häufig falsch, denn Datenschutzrecht ist immer relativ eingegrenzt und bezieht sich vor allem auf sensible Daten, personenbezogenen Daten.

Aus dem Grund sollte man da abstufen zwischen der eigenen Compliance und der Verarbeitung von sensiblen Daten. Auf einer Website muss man eine Datenschutzerklärung drauf haben. Die muss jeder haben und die muss auch stimmen, das ist aber keine Rocket-Science. Schwieriger wird es, wenn man mit erheblichem Umfang sensible Daten verarbeitet.

Ich muss aufpassen bei personenbezogenen Daten, wenn ich von meinen Kunden die Geburtsdaten erhebe, wenn ich von denen Bankdaten erhebe. Alles, was besonders sensibel ist, da komme ich in einen Bereich, wenn da etwas schiefgeht, da drohen Bußgelder und Klagen von Dritten.

Das heißt, da sollte man aufpassen und auch auf das eigene Geschäftsmodell schauen. Betrifft mich das? Worauf man auch achten muss ist, bei der Weitergabe der eingesammelten Daten. Ein klassischer Fall ist, dass ich die Kontodaten meiner Kunden einsammele und die dann einem Paymentprovider weiterleite.

Immer wenn man Daten erhält und die an Dritte weitergibt, muss man sicherstellen, dass sich dieser Dritte genauso an den Datenschutz hält. Da gibt es Standardverträge und Standardklauseln. Das muss man nicht immer neu aushandeln, sondern da gibt es Grundmuster, auf die man aufbauen kann.

Besonders muss man aufpassen, wenn man Daten eingesammelt hat und die den Herrschaftsbereich EU und Deutschland verlassen. Wenn es in Länder geht, die es mit dem Datenschutz nicht so ernst nehmen wie wir. Wenn ich ein Paymentprovider nehme, der in den USA sitzt und dem Kontodaten gebe, dann muss ich genauer hinschauen und einen Anwalt fragen, ob es überhaupt geht. Darf ich das und was muss ich dabei beachten?

Deshalb sollte man beim Datenschutz genau darauf achten, welche Daten man erhebt und was man mit denen macht. Dann kann man meistens gut eingrenzen, wie weit und Tief man sich mit dem Datenschutz auseinandersetzen muss.

Im Idealfall muss man schon jedes Tool prüfen, was man nutzt. Das ist schon der Grundsatz. Es hilft grundsätzlich, so ein gesundes Bewusstsein zu schaffen, was ich da überhaupt genau mache und wo meine Daten hingehen. Viele Standardanwendungen werben auch damit, dass die Daten hier in Deutschland bleiben. Die werden eher konform sein, als wenn man sich das neueste und hipste Tool aus den USA nimmt. Das ist so eine grundlegende Menschenkenntnis, sage ich jetzt mal.

Das Zweite ist, dass man sich von dem jeweiligen Unternehmen, mit dem man zusammenarbeitet, die datenschutzrechtliche Compliance erläutern lassen sollte, insbesondere Auftragsdatenverarbeitung ist da ein Stichwort. Wie geht ihr damit um und wie verwendet ihr unsere Daten?

Wenn das Unternehmen mit einem Paket auf euch zukommt und sagt, dass wir diese Fragen immer bekommen, man mit der Compliance und Anwälten darüber sprechen kann, dann hat man in der Regel ein besseres Gefühl. Wenn jemand eher ausweicht und keine richtigen Antworten hat, dann ist es eher ein schlechtes Zeichen.

Die meisten Unternehmen sind mittlerweile darauf vorbereitet, aber trotzdem kann jedes Tool dafür verantwortlich sein, dass man in einen Datenverstoß reinkommen kann.

Grundlegend kann man sich auch fragen, welche Daten man rausgibt. Nutze ich möglicherweise eine Videocallsoftware, die möglicherweise Zoom ist und vielleicht nicht Datenschutz-Compliant ist. Was ist der Schaden? Das ist etwas anderes, als wenn ich in ein CRM-Tool meine ganzen Kundendaten reinlade. Da müssen bei mir schon die Alarmglocken angehen. Vielleicht auch so ein bisschen eine Relevanzprüfung, die man durchführen sollte.“

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Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
über die Dauer der ersten Finanzierungsrunde
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Simon Lohmüller: „Das ist relativ schwer zu sagen. Die ersten Investoren sind schon sehr früh auf uns zugekommen, einfach dadurch, dass wir zum Beispiel über den Businessplan-Wettbewerb ein bisschen Sichtbarkeit generiert haben. Dann sind schon erste Investoren im Anschluss auf uns zugekommen.

Am Anfang waren es sehr lockere Gespräche, da hat man schon gemerkt, dass noch nicht das ganz konkrete Ziel vor Augen ist.

Wann haben wir so richtig mit dem Fundraising gestartet?
Ich würde sagen, dass das so vor ungefähr 9 Monaten war, wo das Ganze intensiv wurde und viel personelle Kapazitäten gebunden hat. Also bei uns hat es grob 9 Monate gedauert, bis wir die Runde abschließen konnten.“

Startup-Gründer Christof Weidl
über die Vor- und Nachteile von VCs
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Christof Weidl: „Bei den VCs sehe ich es ein bisschen anders. Da ist alles deutlich zahlen getriebener und weniger die reine Leidenschaft für das Produkt. Da zählen einfach Zahlen, Daten und Fakten. Ich habe da so das Gefühl, dass wenn du eine gute Vision und ein gutes Team aufgebaut hast, dass es schon etwas zählt und dir auch zugehört wird, aber am Ende erstmal Zahlen das wichtigste sind.

Wenn du die Zahlen, die sich ein VC vorstellt, noch nicht hast, dann fällst du in der letzten Runde raus. VCs schauen außerdem danach, ob du schonmal erfolgreich gegründet hast, nur dann hat man meiner Meinung nach auch ohne die entsprechenden Zahlen eine Chance ein Investment zu bekommen. Wenn das alles nicht vorhanden ist und du nur ein gutes Team und Vision hast, dann ist es bei VCs sehr schwer.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
über weitere wichtige Unterlagen, die Investoren sehen wollen
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Christian Ritosek: „Ich mache es meistens so, dass ich zuerst das Pitch Deck pitche. Die Termine sind meistens 30 oder 60 Minuten, das kommt auf den Fonds an. VCs wollen dann im zweiten Schritt einen Zugriff auf einen Datenraum bekommen, indem dann relevante KPIs sind. Im SaaS-Bereich ist das sowas wie Net dollar retention (NDR), Average Revenue per Customer (ARPC) usw.

Also KPIs, Finanzplan und Development (Plan vs. Actual Numbers), Cap-Table und in einem späteren Stadium die letzten Board Decks (Was hat man den Investoren zuletzt kommuniziert?).“

Startup-Gründer Florin Kutten
darüber, wann alle Gründer spätestens Vollzeit im Startup arbeiten sollten
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Florin Kutten: „Grundsätzlich hat man am Anfang des Fundraisings noch kein Geld und so war es bei uns auch, dass man nicht genug Geld zum Leben hatte. Es ging einfach nicht, nur im Startup zu arbeiten. Wenn das Fundraising aber abgeschlossen oder fast abgeschlossen ist, dann muss man auf jeden Fall Vollzeit im Startup arbeiten. Dann ist es ja so, dass man Gehälter auszahlen kann. Am Anfang vom Fundraising fängt man ja erst an und hat noch kein Geld und so auch keine andere Möglichkeit.“

Tobias de Raet Lindenpartners
darüber, ob man dem Anwalt der Investoren vertrauen kann
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Dr. Tobias de Raet: „Die klare Antwort darauf ist NEIN!

Ich darf immer nur meinem eigenen Anwalt vertrauen. Das sage ich nicht nur deshalb, weil wir Anwälte gerne auf vielen Seiten tätig sind und Geld verdienen. Anwälte sind Interessenvertreter und das müssen sie von Gesetzeswegen sein. Ich kann keinen Anwalt haben, der die Interessen der Gründer, Investoren und Gesellschafter vertritt. Das dürfen Anwälte nicht, da sie nur eine Partei vertreten dürfen. Oder Parteien, die gleich gerichtete Interessen haben.

Das ist wichtig zu wissen. Wenn ein Business Angel zu mir kommt und sagt, dass er einen erfahrenen Anwalt an der Seite hat, der die Verträge aufsetzen kann. Macht so was als Gründer nicht, so was kann gefährlich werden. Der Anwalt kann von mir aus die ersten Entwürfe machen, wobei ich auch davon abraten würde. Aber habt einen eigenen Vertreter, der sich unabhängig die Dokumente anschaut und mit euch darüber spricht.

Was ist aus Sicht der Gesellschaft und der Gründer wichtig? Zu einem späteren Zeitpunkt können die Interessen der Gesellschaft und der Gründer auseinanderlaufen. Wenn ich Startups in einem Late-Stage-Bereich habe, Series C, D, dann sage ich Gründern auch, dass sie sich eigene Anwälte für ihr Gründerrecht nehmen sollten.

Ich bin Anwalt für die Gesellschaft und entwerfe für die Gesellschaft Dokumente. Ich darf aber nicht die Interessen von den Gründern als Privatperson vertreten. Wenn es am Anfang noch keine Investoren gibt und es nur die beiden Gründer sind, dann ist es etwas anderes.

Achtet auch darauf, dass, wenn es Konflikte zwischen den Gründern gibt, dass der Anwalt nicht beide Seiten vertreten darf. Das heißt nicht, dass sich jeder Gründer am Anfang direkt mit einem eigenen Anwalt bewaffnen muss, aber man sollte im Auge behalten, ob sich Interessenkonflikte zwischen den Gründern auftun. Wenn es so ist, dann sollte man zumindest offen darüber reden. Auch wenn Regelungen unterschiedlich für die Gründer sind.

Also immer darauf achten, wer meine eigenen Interessen vertritt. Wichtig ist auch, dass die Gesellschaft schon aus dem Grund einen Anwalt haben, dass sie den Prozess in der Hand behält. Wenn Investoren den ersten Entwurf für einen Vertrag machen, ist es immer ungünstig. Für die Gründer ist es taktisch und kommerziell sinnvoller, wenn sie den ersten Entwurf machen. So kann der Prozess in eigenen Händen gehalten werden und es ist kein Investor, der einem was aufzwingt.

Das ist am Anfang immer so eine Hürde, weil man denkt, dass man sich das Geld für einen Anwalt sparen kann. Ja, man sollte am Anfang nicht sein halbes Budget für seinen Anwalt raushauen und darum geht es auch gar nicht, aber zu großes Sparen bei der Rechtsberatung kann später auch teuer werden.

Da sollte man am Anfang offen mit seinem Anwalt sprechen und sagen, dass man ein begrenztes Budget hat. Was sind die Punkte, bei denen wir uns auf jeden Fall beraten lassen sollten und da findet man in der Regel immer ein Kompromiss. Auch Anwälte haben Interesse an langfristigen Geschäftsbeziehungen.

Aber die Antwort auf die Frage ist auf jeden Fall NEIN, den Anwälten meiner Investoren sollte ich nicht vertrauen!“

Lüder Brüggemann
darüber, wie man ein Team zusammenhält
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Lüder Brüggemann: “Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich über alles austauscht. Man sollte transparent arbeiten und auch über Dinge sprechen. Jeder sollte Probleme auch sofort ansprechen und nicht darauf warten, dass sich die Probleme schon irgendwann von selbst erledigen. Wenn es Probleme gibt, müssen sie angesprochen werden, damit das Team gemeinsam eine Lösung finden kann.

Ich habe das Glück, dass ich mit meinem Team auch schon in der Vergangenheit zwei Firmen gegründet habe und dementsprechend arbeite ich schon 11-12 Jahre mit denen zusammen. Einer davon ist auch mein Bruder und wir können zusammenarbeiten. Wir haben schon alles durch, wir hatten gute und schlechte Phasen und es zeigt sich über die Jahre, ob es funktioniert.

Das wichtigste ist die Kommunikation, man kann nicht genug kommunizieren. Lieber die Dinge einmal zu oft ansprechen, als einmal zu wenig.“