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Dr. Tobias de Raet über den Ablauf der Eigenkapitalfinanzierung

Rechtsanwalt

über den Ablauf der Eigenkapitalfinanzierung

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Dr. Tobias de Raet: „Eigenkapitalfinanzierung läuft erst mal auf einer sehr kommerziellen Ebene ab. Das heißt, man spricht mit Investoren und fragt, ob sie bei einem investieren wollen. Man sendet das Pitch Deck raus und man bekommt häufig so indikative Angebote. Dann unterschreibt man ein Term Sheet, wo die wesentlichen wirtschaftlichen Eckpunkte festgehalten sind.

Da steht die Bewertung drin und wie viele Anteile der neue Investor erhält. Danach schließt man für jede Finanzierungsrunde ein sogenanntes Investment-Agreement ab. Da verpflichten sich dann die Bestandsinvestoren dazu, eine neue Kapitalerhöhung zu machen und lassen den einen neuen Investor zu. Der bekommt die Anteile und dafür muss er Betrag XY pro Anteil bezahlen. Da ist dann auch genau geregelt, zu welchem Zeitpunkt er das bezahlen muss. Vielleicht hängt das auch von Milestones ab.

Also eine Tranche jetzt und dann hat der Investor die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt die zweite Tranche zu nehmen, wenn zum Beispiel bestimmte Umsatzzahlen erfüllt wurden. Möglicherweise ist im Investment-Agreement auch geregelt, dass die Bestandsinvestoren noch mal mitinvestieren.

Gerade in späteren Runden lassen sich Investoren auch Garantien von der Gesellschaft geben. Das heißt, dass die Gründer garantieren müssen, dass ihre Gesellschaft in einem bestimmten Zustand ist. Zum Beispiel, dass ihnen die Anteile gehören und sie in keine Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind. Das gibt dem neuen Investor die Sicherheit, dass er in etwas investiert, was auch funktioniert. Deshalb ist das auch kein einfacher Vertrag, der durchaus 30-50 Seiten haben kann.

Das Investment-Agreement muss man dann beim Notar unterzeichnen, dann werden die neuen Anteile geschaffen, das Stammkapital erhöht sich, der Notar gibt es dem Handelsregister weiter, dort wird alles eingetragen und dann wird irgendwann der Betrag fällig, wo der neue Investor das Geld bezahlen muss. Dann hat man als Gesellschaft das Geld und kann damit umgehen. Außerdem ist der Investor neuer Gesellschafter. Daneben verhandelt man in so einer Finanzierungsrunde auch immer die Gesellschaftervereinbarung mit aus.

Da werden die ganzen Rechte geregelt, die die jeweiligen Investoren haben. Informationsrechte, Mitspracherechte, aber auch Stimmrechtsverteilung, wer ist im Beirat, wer kann einen Exit herbeizwingen. Das sind alles Themen, die im Shareholders‘ agreement geregelt werden. Auch das sind typischerweise 30-50 Seiten. Wir sprechen dann durchaus von einem opulenten Vertragswerk und das dauert in der Regel auch seine Zeit, bis man so eine Finanzierungsrunde abgeschlossen hat.“

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Startup-Gründerin Antonia Wälzholz
über den Inhalt der Team Slide
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Antonia Wälzholz: „Die Team Slide ist ja häufig so der krönende Abschluss des Decks. Nachdem man durch das Problem, die Lösung und die vielen weiteren Insights gegangen ist, landet man dann beim Team. Es gibt aber auch die Empfehlung, das anders herum zu machen… Aber grundsätzlich ist klar, das in einem Pitch Deck eine Team Slide enthalten sein muss.

Gerade in einer frühen Phase gibt es ja noch nicht so viel Produkt, daher schauen Investorinnen und Investoren viel auf das Team. Wie sind die Personen aufgestellt und haben die komplementäre Skillsets? Was sind das für Persönlichkeiten und welche Erfahrungen haben sie in den letzten Jahren gesammelt, die darauf hindeuten, dass sie das gut können?

Ich glaube, das ist wichtig in einer Team Slide aufzunehmen: einmal das Gründer*innen-Team zu zeigen, welches für das Produkt steht und aus dessen Köpfen das kommt, welches das Produkt groß machen will, weil es absolut daran glaubt. Wenn man die Begeisterung durchscheinen lassen kann, dann ist das gut – gepaart mit den dafür relevanten Erfahrungen und Skills.

Wenn man denn das Glück hat, Mitarbeiter*innen im Team zu haben, vielleicht schon nach einer ersten Finanzierungsrunde, gehören die meiner Meinung nach auch auf die Team Slide. Denn die First Hires prägen und gestalten das Produkt sehr stark mit und sind für das Startup ein großes Asset.

Wir haben das große Glück, dass wir sehr erfahrene Leute gewinnen konnten. Über unser Netzwerk haben wir ehemalige Kolleginnen und Kollegen zu uns geholt. Und das ist natürlich auch etwas, worauf wir stolz sind, weil wir sehr seniore Leute dabei haben, mit denen wir das Produkt in noch schnellerer Zeit noch besser machen können.

Das sind alles Selling Points, die man im Pitch Deck auch aufzeigen kann: das sind wir und wir sind genau die richtigen Menschen, um dieses Produkt zu bauen und zwar aus diesen Gründen.“

Dr. Matthias Brendel
darüber, wann man lieber bootstrappen und wann lieber Investoren reinnehmen sollte
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Dr. Matthias Brendel: „Aus meiner Sicht hängt es ganz stark vom Produkt ab. Wir haben in unserem ersten Jahr mit 40.000 Euro gebootstrapped. Wir haben uns damals als Gründer kein Gehalt ausgezahlt. Wir haben es dann geschafft, ein Stipendium zu bekommen. Aus dem wurden unsere ersten Mitarbeiter finanziert.

Da konnten wir wenigstens am Anfang unsere ersten Mitarbeiter finanzieren. Uns war aber klar, dass wir Geld von Investoren brauchen, weil wir im Bereich Computer Vision und Machine Learning unterwegs sind. Wir haben Geld von Investoren gebraucht, die uns für die ersten 2–3 Jahre vorfinanzieren, bis wir den ersten Umsatz machen.

Aus dem Grund war das Thema Bootstrapping schnell raus. Wir sind heute ein Team von 15 Leuten, die brauchen wir auch und wir machen nahezu keinen Umsatz. Das heißt, es muss alles von irgendwelchen Investoren vorfinanziert werden. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass wir nur Business Angel Investoren an Bord haben, die sehr pflegeleicht sind. Die geben uns natürlich Tipps und stehen mit Rat und Tat zur Seite, aber die bauen keinen Druck auf.

Ich habe es von Startups, die VC Geld aufgenommen haben, schon anders gehört. VCs wollen sich da stärker einbringen und den Kurs des Unternehmens bestimmen. Ich bin mit unserer Angel Finanzierung total glücklich und auch, dass die uns die notwendige Zeit gegeben haben, ein Produkt zu entwickeln, welches jetzt auch Marktreif ist und in den Vertrieb starten kann.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
darüber, wie wichtig Transparenz gegenüber den Investoren ist
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Stephen Voss: „Dirk und ich glauben an die maximale Transparenz. So haben wir es immer aufgebaut. Das ist vielleicht ein Modell, dass nicht zu jedem passt. Für uns war es aber von Anfang an wichtig, ehrlich, authentisch und transparent rüberzukommen. Wir haben keine Show vorgespielt und das sind wir auch nicht.

Es gibt Leute, die mit einer starken Persönlichkeit mit jedem Produkt durch jeden Pitch rennen können. Das sind ganz starke Verkäufer-Persönlichkeiten. Wir wollten von Anfang an einen unheimlich modernen, technisch basierten, digitalen Versicherer aufbauen, aber immernoch einen Versicherer. Das ist eine klassische Sparte, auch wenn wir alles ganz modern und digital machen.

Dazu gehört beim Versicherer auch dazu, dass er reguliert ist und daher verbietet es sich für uns von vornherein schon die Show. Das ist bei einem Versicherer nicht passend. Ein Kunde möchte zwar ein modernes Antlitz, ein tolles Interface und Kommunikation. Aber er möchte eigentlich nicht belabert werden und irgendwas vorgegaukelt bekommen.

Aus dem Grund ist es mir sehr wichtig, authentisch zu sein, auch wenn man einen Dialekt hat, den nicht zu unterdrücken. Das macht keinen Sinn und es fällt auf. Da möchte ich jetzt auch alle ermutigen, die einen Dialekt haben, nutzt den. Der macht charmant, der macht authentisch und echt.

Deswegen einfach nett und freundlich rüberkommen und nicht versuchen, etwas zu sein, was man nicht ist. Ich denke da immer an den Song “The Great Pretender” von Freddie Mercury. Pretenden ist halt nicht, am Schluss kommt es raus.

Es kommt sicher auch auf die Branche an. Wir sind in einer sehr zahlgetriebenen Branche und da lässt sich keine Show abziehen. Am Schluss zählen die Ergebnisse. Man darf auch nicht vergessen, dass es auch Meilensteine mit den Investoren gibt, die man erreichen muss.

Wenn ich in einem Pitch etwas erzähle, was ich nicht erreichen kann, wird es mich später einholen, weil sich der Investor sehr gute Notizen macht. Im Zweifel gibt es ein Agreement, wo schon Meilensteine drinstehen. Dann reißt man die Meilensteine und das ist sehr schmerzhaft, bishin zum Verlust der eigenen Idee.

Da kann ich nur darauf hinweisen, dass man im Pitch nicht übertreiben sollte. Da sollte man transparent sein, weil sonst steht da ein Meilenstein im Vertrag, den man nicht erfüllen kann.“

Startup-Gründer Christof Weidl
über die Vor- und Nachteile von VCs
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Christof Weidl: „Bei den VCs sehe ich es ein bisschen anders. Da ist alles deutlich zahlen getriebener und weniger die reine Leidenschaft für das Produkt. Da zählen einfach Zahlen, Daten und Fakten. Ich habe da so das Gefühl, dass wenn du eine gute Vision und ein gutes Team aufgebaut hast, dass es schon etwas zählt und dir auch zugehört wird, aber am Ende erstmal Zahlen das wichtigste sind.

Wenn du die Zahlen, die sich ein VC vorstellt, noch nicht hast, dann fällst du in der letzten Runde raus. VCs schauen außerdem danach, ob du schonmal erfolgreich gegründet hast, nur dann hat man meiner Meinung nach auch ohne die entsprechenden Zahlen eine Chance ein Investment zu bekommen. Wenn das alles nicht vorhanden ist und du nur ein gutes Team und Vision hast, dann ist es bei VCs sehr schwer.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
über ihre Learnings beim Fundraising Prozess
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Isabeau Ayoubi: “Einfach früh genug anfangen. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir gedacht haben, dass wir die Finanzierungsrunde dann einfach schnell machen. Das ging dann aber nicht schnell, ganz im Gegenteil. Fangt mit dem Fundraising dann an, wenn ihr noch 3-5 Monate Runway habt, weil es wahrscheinlich nicht so schnell gehen wird, wie man sich es vorstellt.

Gerade jetzt im Sommer ist es absolut die Hölle. Wir sind gerade in einer Finanzierungsrunde und wir haben einfach niemanden erreicht.”

John Agricola: “Im August ist es wirklich schwierig und im Juli ist es auch nicht wirklich besser.

Wie kann man den Fundraising Prozess an sich verkürzen?
Man sollte alle Dokumente und Verträge für eine Due Diligence zusammen haben. Das kann man alles vorbereiten, man darf aber nicht vergessen, dass die Business Angels auch Zeit brauchen. Auch wenn der Business Angel vielleicht seine eigentliche Entscheidung in 24h trifft, dauert der ganze Prozess länger als gedacht. Ich würde sagen, dass man schon ein halbes Jahr einplanen sollte, auch wenn es “nur” eine Business Angel Runde ist.”

Isabeau Ayoubi: “Auch um an die Angels ranzukommen, dauert es einfach eine gewisse Zeit. Das Netzwerk aufbauen, sich Intros holen, alle Dinge, die man benötigt, um überhaupt zu Gesprächen mit Investoren zu kommen. Die Business Angels haben auch immer viel um die Ohren, deshalb sollte man lieber etwas mehr Zeit einplanen.”

John Agricola: “Und bitte macht euer Fundraising nicht in den Sommerferien!”

Jonathan Spitz
darüber, wie es nach dem ersten Kunden weitergeht
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Jonathan Spitz: „Es geht genauso weiter wie beim ersten Kunden. Wir bekommen auch Empfehlungen von Kontakten, auch online, zum Beispiel über LinkedIn. Mein Geschäftspartner Timur verschickt Hunderte E-Mails pro Tag an jedes Unternehmen, welches Blechfertigung macht.

Darüber bekommen wir Online-Termine, wo wir unsere Lösung präsentieren. Da zeigen wir auch Demos, wie wir Maschinen optimieren. Diese Woche haben wir zum Beispiel fünf solcher Termine. Das heißt, jetzt geht es langsam nach oben.“