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Dr. Tobias de Raet über die Kosten einer Rechtsberatung bei Finanzierungsrunden

Rechtsanwalt

über die Kosten einer Rechtsberatung bei Finanzierungsrunden

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Dr. Tobias de Raet: „Bei der Höhe der Kosten kommt es darauf an, wie komplex es wird. Aber gerade bei Finanzierungsrunden, wo es doch sehr überschaubar ist, sollte man Festpreise oder Vergütungscaps für einzelne Leistungspakete vereinbaren. Natürlich wird ein Anwalt einem keine Flatrate geben und sagen, dass es das Gleiche kostet, wenn man statt drei Monate, sechs Monate verhandelt.

Wichtig ist dabei aber Transparenz und Kostenschätzung. Ganz am Anfang sollte man immer eine klare Kostenschätzung bekommen. Zum Beispiel: Die Verhandlung einer Seed-Finanzierungsrunde kostet 10.000 Euro, aber man sollte nicht überrascht werden. Ein guter Anwalt sollte auch frühzeitig sagen, wenn es kompliziert und teuerer wird.

Das sind nicht viele Fälle, aber es darf nicht passieren, dass die Gründer überrascht werden. Da muss man einen Anwalt auch drauf festnageln können und es darf dann nicht plötzlich 30.000 – 40.000 Euro kosten. Wichtig ist da das Expectation Management, fragt den Anwalt nach den einzelnen Leistungspaketen. Dann sagt er euch eine Hausnummer und ihr könnt ihn auch von Woche zu Woche fragen, wo ihr mit den Kosten gerade steht.

Habt da keine Scheu, jeder Anwalt muss euch auf Zuruf sagen können, wo ihr mit den Kosten gerade steht. Mein Rat ist wirklich offen über Geld und Kosten zu reden. Es sollte am Ende keine böse Überraschung für beide geben.“

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Michael Pfeifer: „Ein bestehendes Netzwerk kann sich auch in einem sehr frühen Stadium über viele verschiedene Kanäle erstrecken. D.h., man kennt vielleicht sogar wirklich noch aus dem schulischen Umfeld noch jemanden. Man hat Leute in Universitäten, im Bekanntschafts-/ Freundeskreis, die in ihrem persönlichen Umfeld Unternehmer*innen haben, die sich vorstellen können in Startups zu investieren. Daher am Anfang Friends and Family kontaktieren und fragen gibt es irgendjemanden, einmal im persönlichen Umfeld oder in dem Umfeld der Menschen, die einem besonders nahe stehen.

Zweitens auf Organisationen zu gehen. Beispielsweise auch AddedVal.io, um an ein Pool an Business Angel heranzukommen. Es gibt auch in Deutschland mehrere lokale Netzwerke von Business Angels. In Berlin ist das beispielsweise der Business Angels Club Berlin-Brandenburg. So etwas gibt es in jeder Region in Deutschland. Hier wirklich gut informieren, was gibt es an lokalen Strukturen, gibt es auch lokale Förderstrukturen. Gibt es irgendwelche Gründerzentren bei mir in der Gegend, die mich auch mit Investoren und Investorinnen vernetzen können.

Wenn man dann mal jemand überzeugt hat und die Person an einen und die Idee glaubt, dann auch keine falsche Scheu zeigen. Diese Person fragen „Hey, du glaubst ja an die Idee, meinst du es gibt weitere Leute aus deinem Bekanntenkreis, die auch an diese Idee glauben könnten? Wäre es sinnvoll sich da mal vorzustellen?“.

All das sind Möglichkeiten, um irgendwelchen Netzwerke anzuzapfen und bestehende Netzwerke zu nutzen. Sonst kann man natürlich auch per Kaltakquise auf Menschen zugehen. Es gibt über LinkedIn ganz viele Möglichkeiten herauszufinden, wer Business Angel ist. Wer vielleicht auch mal ins Startups schon investiert hat. Da kann man auch versuchen die Personen zu kontaktieren. Hier ist es besonders wichtig, auch eine personalisierte Ansprache zu wählen. Nicht einfach blind Leute zu kontaktieren und zu sagen „Hey, ich hab gesehen du bist Business Angel, hast du Lust bei mir zu investieren?“. Sondern Menschen aus einem bestimmten Grund kontaktieren und beispielsweise zu sagen „Ich habe gesehen du hast in Startup XY investiert oder ich habe deinen LinkedIn Post XY gesehen, ich finde das total spannend, ich habe folgende Idee, ist das für dich spannend, darüber mehr zu erfahren? Das ist auch eine Möglichkeit.

Es ist aber sehr mühsam insgesamt die erste Runde zu füllen. Am Anfang hat man logischerweise, das war auch bei mir so, kein Netzwerk aus 20 Jahren Berufserfahrung. Solche Netzwerke wachsen auch einfach über die Zeit hinweg, deshalb wirklich keine Scheu und auch Netzwerke von anderen nutzen.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
über wichtige Tools im Fundraising-Prozess
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Christian Ritosek: „Ich habe immer für die Lead-Listen (mit potenziellen Investoren) Excel bzw. Google Spreadsheet genutzt. Da habe ich notiert, mit wem ich wann gesprochen habe und was die Kommentare waren.

Für die Kommunikation habe ich das Telefon, Video-Calls, E-Mails und Whatsapp genutzt. Wir haben wirklich viele Deals auch über Whatsapp verhandelt und dann abgeschlossen.

Für den Datenraum nutze ich ganz einfach Google Drive. Ich denke, man braucht am Anfang keine Sophisticated Tools, vielleicht später mal. Später kann man überlegen, ob man noch ein Cap-Table-Management-Tool dazu nimmt oder ein Datenraum. In den ersten Phasen sehe ich noch keinen Need für Sophisticated Tools.“

Dr. Patrick Müller
über Rechtsberatung, die einem später beim Fundraising viel Aufwand erspart
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Dr. Patrick Müller: „Was sollte man zusätzlich machen?
Also zusätzlich zu den Dokumenten, die man sowieso zwingend benötigt, wie den Gesellschaftsvertrag empfiehlt es sich schon eine erste Version eines Beteiligungsvertrags aufzusetzen. Jetzt nicht in 50 Seiten mit allen Detailregelungen, aber das man schon ein paar Themen geregelt hat.

Regelungen eines Gesellschafterstreites, Good und Bad Leaver Klauseln, einfach, dass man auch in einer zukünftigen Finanzierungsrunde Verhandlungsmacht hat. Dann kann man als Founder seinen Entwurf nutzen und muss nicht von Anfang an etwas Neues aufsetzen. Die eher schlanken Beteiligungsverträge sind auch für kleineres Geld durch spezialisierte Anwälte zu bekommen.

Das Gleiche gilt für Begleitdokumente wie den Gesellschafteranstellungsvertrag. Das würde ich auch gleich mit entwerfen lassen und das ist auch überschaubar von den Kosten. So wird dem Ganzen ein professionelles juristisches Korsett aufgezogen und es kommt gut für weitere Finanzierungsrunden an.

Ansonsten natürlich Markenanmeldung und solche Sachen, das sollte man auch auf jeden Fall machen. Da halten sich die Kosten auch in Grenzen und dass man da so einen Schutz hat. Patente bekommt man nur sehr selten eingetragen, gerade in der Seed-Phase, weil sie auch ziemlich teuer sind. Markenrechte sollte man aber auf jeden Fall umsetzen.

Alle anderen Dinge können dann aber für weitere Phasen aufgespart werden.“

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
darüber, wie wichtig Menschenkenntnisse im Fundraising-Prozess sind
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Isabeau Ayoubi: “Eine gute Menschenkenntnis ist superwichtig, da man mit den Investoren immer zusammenarbeiten muss. Das trifft auf die tollen wie auch die schwierigen Zeiten zu. Bei Startups wird es immer den Punkt geben, wo es mal bergab geht und wo das Geld ausgeht. Da sind Zusammenhalt und Unterstützung noch viel wichtiger.

Der Investor hat in dem Moment Angst um sein Geld und wir haben Angst, das zu verlieren, was wir über die letzten Jahre aufgebaut haben. Da muss man konstruktiv zusammenarbeiten können. Wenn man da am Anfang nicht auf sein Bauchgefühl hört, dann stellt sich das in so einem Moment heraus und das kann dann auch richtig wehtun. In solchen Momenten braucht man Leute, die hinter einem stehen.”

John Agricola: “Das Bauchgefühl ist wichtig und da würde ich auf keinen Fall dagegen handeln. Wenn das Bauchgefühl Nein sagt, dann lieber absagen.”

Isabeau Ayoubi: “Wir haben auch unerfahrene Investoren, die sehr cool sind.”

John Agricola: “Tobias hat mal zu uns gesagt: “Founders don’t run out of money, but out of motivation!” Ich glaube, das gilt auch für Investoren, wenn die Motivation da ist und wenn man aneinander fest glaubt, dann funktioniert das. Menschenkenntnisse sind schön, aber am Ende ist es wichtiger, dass keine Red Flags da sind, dass die Chemie stimmt. Das sind ja in der Regel erfahrene und erfolgreiche Entrepreneure, die lassen sich jetzt auch nicht immer so leicht in die Karten schauen.

Investoren haben ein Pokerface und die haben uns auch 1-2-mal richtig böse auflaufen lassen. Gerade die Investoren, die investiert haben, waren im letzten Gespräch nicht immer nett zu uns. Das war halt dessen Due Diligence und die haben halt geschaut, welche Leute wir sind. Anscheinend haben wir den Test dann bestanden.”

Maika Kupfer
über Impact und Nachhaltigkeit
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Maika Kupfer: „Nachhaltigkeit ist auch für uns ein sehr großes Thema. Wir haben schon seit Beginn eine Kooperation mit EDEN PROJECTS. Sie kümmern sich um die Renaturierung von Wäldern auf der Welt. Für jedes gekaufte Buch wird nachweislich ein Baum gepflanzt. Darüber hinaus ist es ja so, dass viele Unternehmen rein digital aufgestellt sind und da hat der Kunde auch die Wahl zwischen einem gedruckten Buch oder online Booklet. Das Online-Format spart Ressourcen und es wird kein Papier benötigt. Da ist es uns tatsächlich gelungen, ein visuell reizvolles Booklet anzubieten.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
über Neodigital
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Stephen Voss: „Die Neodigital ist ein Privatkundensachversicherer und wir sitzen in Neunkirchen im Saarland. Außerdem sind wir in Deutschland registriert und von der BaFin in Bonn lizenziert: Sachversicherungsprodukte, Privathaftpflicht, Tierhalterhaftpflicht, Unfallversicherung, Hausratversicherung, auch Produkte wie Kamera, Smartphone bis hin zum Grill, alles dabei.

Das Besondere ist, dass wir eine voll digitale Versicherungsfabrik sind. Das heißt, dass wir die Produkte so bauen, dass sie möglichst effizient und automatisiert verarbeitet werden können. Das hat den Vorteil, dass es für den Kunden transparent ist und es ein unglaubliches Preis-/Leistungsverhältnis gibt.

Der Kunde erhält ein schnelles, effizientes und transparentes Produkt und wir sind später mit der Technologie auch bereit, nach oben zu skalieren. Für uns ist der Fabrikgedanke ganz weit vorne.“