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Dr. Tobias de Raet über die Nachteile von GESSI Verträgen

Rechtsanwalt

über die Nachteile von GESSI Verträgen

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Dr. Tobias de Raet: „In der Theorie funktioniert das natürlich. Mit den GESSI Verträgen arbeiten viele Anwälte. Das Problem ist häufig zweierlei:

Das ist so ein Baukastensystem, der so einen One Size Fits All Gedanken hat. Die Frage ist, ob ich alles genauso haben. Kein Fall ist wie der andere und gefährlich wird es dann, wenn man noch Klauseln dazu formuliert oder man streicht irgendwas weg. Man versteht vielleicht gar nicht, was man da gestrichen hat oder man versucht etwas zu regeln, was man rechtlich so gar nicht regeln darf.

Also kann ich in der Theorie einen GESSI Vertrag nehmen, der in sich abgestimmt ist. Aber man muss sich klar sein, dass man mit kleinen Änderungen viel falsch machen kann. Es lohnt sich zu diesen Punkten dann jemanden zu fragen, der sich damit auskennt, um auch die Sicherheit zu haben, dass man sich da selber mit unglücklich macht.“

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John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
über die Auswahl der richtigen Investoren
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Isabeau Ayoubi: “Wir haben bisher keinem Investor abgesagt, aber wir hatten auch das Glück, dass wir sehr viele unserer Investoren durch direkte Introductions bekommen haben. Unsere Bestandsinvestoren haben da gesagt, dass sie Leute kennen, die vielleicht interessant sind. Da ist die Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass der kulturelle Fit einfach da ist. Wir hatten noch nicht den Fall, dass ein Investor bei uns investieren wollte, den wir gar nicht haben wollten. Dementsprechend waren wir immer froh, wenn der Investor sich für uns entschieden hat.”

John Agricola: “Ich finde, dass es sich auf dem Weg dahin auch so ausdünnt. Man pitched bei einem Pitch Event vor 50 Business Angels, 15 davon fragen noch etwas an und mit 10 redet man. Man muss ja nicht unbedingt zu jemandem Nein sagen, sondern es dünnt sich dann so aus. 5 Business Angels trifft man dann und von denen sind dann 3 dabei. Die, die man wieder getroffen hat, da war der Fit schon da.”

Isabeau Ayoubi: “Man merkt es auch schon in den ersten Treffen und Meetings. Wenn die Person sympathisch ist und ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Die meisten, wo der Fit nicht stimmt, melden sich auch gar nicht.”

John Agricola: “Vielleicht spricht das auch für unser Pitch Deck, das die Leute wissen, was sie bekommen”.

Isabeau Ayoubi: “Unser erstes Pitch Deck war wirklich schlecht!”

John Agricola: “Ja, aber die Business Angels wussten trotzdem, was sie bekommen. Aus dem Grund haben wir da wenig Absagen bekommen. Ich glaube, wenn man es nach außen hin gut kommuniziert, dann wissen die Business Angels schon Bescheid.”

Isabeau Ayoubi: “Unsere erste Runde war unser Pitch Deck wirklich miserabel, aber wir haben trotzdem ganz gut damit Geld einsammeln können. Ich glaube schon, dass es darauf ankommt, wie du als Gründer dastehst und deine Idee präsentierst.”

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
über den frustrierendsten Zeitpunkt im Fundraising
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Daniel Bosman: „Durch unseren Funnel hatten wir insgesamt 6 fortgeschrittene Gespräche. In diesen waren wir kurz davor, die Runde zu closen. Wir hatten bereits ein festes „Ja“ von Insa Horsch. Bei drei weitere Gespräche mit Angels, hatte ich mit meiner 1.5 Jahren Fundraising-Erfahrung das Gefühl, da werden noch welche an Bord kommen. Das ging sogar so weit, dass wir Angels absagen hätten müssten.

Genau in diesem Moment begann die Invasion auf die Ukraine: Das hat sehr viel Panik ausgelöst und auch die Wirtschaft auf den Kopf gestellt. Das führte letztlich dazu, dass die Gespräche sich im Ton veränderten. Zwei Angels haben ganz konkret gesagt, dass sie von einem weiteren Investment aktuell absehen. Sie wollte erstmal die Situation beobachten. Da ging es auch darum, das eigene Portfolio erstmal zu schützen.

Für uns war das eine sehr schwierige Situation, denn um erstmal an dem Punkt anzukommen, dass so viele Angels Investment-ready sind, vergeht einige Zeit. Für uns war das ein Schock und wir waren sehr überrascht. Wir hatten diese Runde aufgebaut, um unsere Ziele zu erreichen und mit etwas Risikopuffer zu agieren. Letztlich haben wir eine kleinere Runde geschlossen und das passt jetzt auch alles. Aber der Punkt war da, bei welchem wir die Evaluierung überdenken mussten und nächste Schritte anpassen mussten.“

Julius Göllner: Serial Entrepreneur & Investor
über ein skalierbares Geschäftsmodell
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Julius Göllner: „Also wie findet man ein skalierbares Geschäftsmodell? Also ich glaube, dass es in jedem Vertical und in jeder Industrie skalierbare Geschäftsmodelle gibt. Das heißt, wenn ich am Ende etwas über 10-15 Jahr machen möchte, dann muss es mir erstmal selber Spaß machen.

Wenn es mir keinen Spaß macht, dann ist es auch nichts, mit meinem Großteil meines Lebens beschäftigen will. Also muss als Erstes ein intrinsisches Interesse für das Thema da sein. Wenn ich Interesse für Industrie- und LogisticTech habe, habe ich vielleicht in dieser Industrie schon ein paar Touchpoints mit Personen aus der Industrie gehabt. Vielleicht auch schon Einblicke in die Industrie und Probleme der Unternehmen.

Oder kann ich durch irgendwelche Reports große Problemfelder der Unternehmen identifizieren. Ich glaube, dann ist der nächste Schritt Hypothesen aufzustellen und was gibt es für Lösungsoptionen dazu. Dann ist meine Empfehlung, diese Hypothesen mit so vielen Experten wie möglich zu verproben.

Findet wirklich heraus, ob diese Idee von 20, 30 oder 100 Experten als sinnvoll erachtet, unbrauchbar oder als nicht relevant genug erachtet wird. Es gibt Probleme, die da sind, die aber auf der Prioritätenliste ganz unten stehen. Führt diese Interviews und darüber werdet ihr auch ein Gefühl dafür bekommen, ob es eine skalierbare Lösung ist, also ist es relevant für sehr viele Marktteilnehmer oder ist es eher eine kleine Nischenlösung.

Wer das ganz gut macht, sind diese Talent-Investoren wie zum Beispiel Entrepreneur First, die erstmal Leute, die vorher noch nie zusammengearbeitet haben, zusammenholen. Die arbeiten an diesen Hypothesen und verproben die erstmal konsequent 3-4 Monate. Erst nach diesen 3-4 Monaten legen sie sich fest, wie das skalierbare Geschäftsmodell aussieht. Also sprecht mit so vielen Leuten wie möglich in dem Vertical, dass ihr bearbeiten wollt.“

Tobias de Raet Lindenpartners
darüber, was man bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern und Freelancern beachten muss
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Dr. Tobias de Raet: „Wenn man sich das erste Mal die Frage stellt, dass man mit Personen zusammenarbeitet, die nicht Gründer sind, die also ein Gehalt oder eine Gegenleistung bekommen, dann stellt sich die Frage, ob man die selber anstellt oder ob die als Freelancer arbeiten. Der selbstständige Freelancer ist auf den ersten Blick immer attraktiv, weil man für den keine Sozialabgaben zahlen muss. Der stellt einem einfach eine Rechnung und man kann den Vertrag auch einfacher beenden als bei einem Arbeitnehmer.

Dahinter lauert aber das Risiko der sogenannten Scheinselbstständigkeit. Ein Freelancer ist auch nur dann ein Freelancer, wenn er nicht wie ein Arbeitnehmer behandelt wird. Wenn der Freelancer nur mich als Auftraggeber hat und so eingliedere wie einen Arbeitnehmer, dann behandelt den auch das Recht wie ein Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass irgendwann die Behörden kommen und sagen, dass für den keine Sozialabgaben abgeführt worden sind. Das führt zu ganz erheblichen Haftungsrisiken. Da sollte man nicht mit spaßen, auch strafrechtlich.

Wenn man jemanden exklusiv für sich haben möchte, ist das Arbeitsverhältnis das Rechtsverhältnis der Wahl. Worauf muss man beim Arbeitsverhältnis achten?

Das Arbeitsrecht ist insbesondere ein Arbeitnehmerschutzrecht und soll den Arbeitnehmer schützen. Alle Regeln gelten im Grundsatz zum Schutz des Arbeitnehmers. Als junges Unternehmen und Gründer sollte man darauf achten, dass sämtliche Rechte bei der Gesellschaft liegen. Das heißt, wenn Arbeitnehmer an Code programmieren und an Ideen mitentwickeln, sollten die Rechte von dem, was sie erschaffen, bei der Gesellschaft liegen.

Das erfordert eine vertragliche Regelung im Arbeitsvertrag. Vorsichtig sollte man bei Angeboten sein, die so als Leiharbeit und Remote Work betitelt werden. Es gibt Gesellschaften, die sagen, dass sie jemanden bei sich einstellen und dann überlassen die euch den. Dann übernehmen die den ganzen Kram mit Sozialversicherung und Steuern. Das sind häufig Verstöße gegenüber dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Das Ausleihen von Arbeitskräften ist in Deutschland extrem stark reguliert und solche Serviceanbieter verlagern das Risiko häufig auf die Startups.

Wir haben ganz häufig Startups die sagen, dass sie jemanden über so einen Serviceprovider angestellt haben. Das ist ganz einfach, aber wir merken, dass die ganzen Risiken, die dahinter stehen, auf das Startup übergegangen sind. Da müssen wir den Startups häufig sagen, dass es jetzt euer Arbeitnehmer ist, ihr habt jetzt drei Jahre keine Sozialversicherung für den abgeführt und den werdet ihr womöglich jetzt auch nicht mehr so schnell los.

Das heißt, man sollte vorsichtig bei Anbietern sein, die einem das blaue vom Himmel versprechen. Das deutsche Arbeitsrecht ist leider komplex und es schützt aus guten Gründen den Arbeitnehmer. Da kann man sich nicht von irgendwelchen Shortcuts von lösen und man sollte es auch nicht. Wenn man an dem Zeitpunkt ist, wo man das erste Mal Arbeitnehmer anstellt, dann sollte man einen vernünftigen Arbeitsvertrag nehmen. Den einmal vom Anwalt prüfen lassen, Musterarbeitsvertrag und damit arbeiten. Dann muss man später auch nichts mehr reparieren.“

Fabio Hildenbrand
über die Themen, bei denen er sich professionellen Rat einholt
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Fabio Hildenbrand: „Ich halte sehr viel von dem Thema Coaching generell.

Einmal auf der Business Seite werden wir von unseren Investoren zu den Themen Fundraising, Mitarbeiterführung und Co unterstützt. Wir haben da beispielsweise HR-Investoren, die uns mit der Führung und dem Contracting aktiv unterstützen.

Auf der Topic-Seite, sprich Travel und Creator-Economy, holen wir uns auch aktiv Hilfe und fragen bei unseren Investoren nach.

Aber auch auf der persönlichen Seite, was das Thema Mental-Health angeht bin ich aktiv dran. Ich hab da einen eigenen Coach, der mich unterstützt. Dabei wird mir geholfen das Thema Work-Life-Balance bewusst zu integrieren. Man vergisst häufig, dass die Spätfolgen einen einholen können, wenn man nicht rechtzeitig vorsorgt. Ich möchte von meinem Exit und der Arbeit, die ich geleitet habe, schließlich noch etwas haben.“

Dr. Patrick Müller
über Gründerverpflichtungen, um die Founder im Startup zu halten
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Dr. Patrick Müller: „Bei den Gründerverpflichtungen geht es im Grunde darum, vor allem in der Anfangsphase (Pre-Seed-, Seed-Phase aber auch Series A) wird vor allem in Human Capital investiert, in die Fähigkeiten der Founder. Man will natürlich sicherstellen, dass die Founder auch an Bord bleiben.

Da gibt es verschiedene Regeln, die die Founder verpflichten, weiterhin an Bord und motiviert zu bleiben. Folgende Themen sind da wichtig:

Vesting:
Die Founder haben ihre Shares, da sie wahrscheinlich selbst gegründet haben. Founder können durch das Vesting nachträglich ihre Verfügungsbefugnis über ihre Shares über einen genau festgelegten Zeitraum verlieren. Im Vesting Schema wird alles festgelegt und ab der Finanzierungsrunde kann es beispielsweise über 3 Jahre gehen. Der Founder bekommt dann jeden Monat wieder einen prozentual festgelegten Anteil der Verfügungsbefugnis zurück.

Wenn der Founder dann nach einem Jahr ausscheidet, kann er beispielsweise über 1/3 seiner Anteile verfügen.

Cliff Vesting:
Manche Investoren bestehen darauf, dass die Founder sehr lange an Bord bleiben und bauen dann ein Cliff ein. Die Founder müssen dann über eine Klippe kommen, beispielsweise 1 Jahr, bevor die Vesting Zeit überhaupt erst anfängt zu laufen. Erst nach dem zeitlichen Cliff können sich die Founder ihre Anteile zurückverdienen. Aus Sicht der Gründer ist das ein Nachteil, da es sich so noch länger zieht.

Leaver Scheme:
Das sind Regelungen zum Einzugsrecht. § 34 GmbHG sieht vor, dass man einvernehmlich Geschäftsanteile einziehen kann. Wenn es klar ist, dass ein Gesellschafter raus will und alle sind sich einig, ist es unproblematisch und da muss man nichts zu regeln.

Was ist aber, wenn es die betreffende Person nicht will? Das ist ja der Regelfall.
Da gibt es Bad und Good Leaver Klauseln: Zum Beispiel ist ein Founder oft gleichzeitig Geschäftsführer. Was passiert, wenn er gegen seine Verpflichtungen als Geschäftsführer vorsätzlich verstößt? Er arbeitet plötzlich nach der Finanzierungsrunde nicht mehr.

Dann kann man die Bad Leaver Klausel dazu einsetzen, um seine Anteile einzuziehen, gegen seinen Willen, zu einer niedrigeren Bewertung. Dann nimmt man eine angemessene Unternehmensbewertung zugrunde und dann bekommt er nicht 100 % auf seinen Proporz, sondern beispielsweise nur 50 %.

Umgekehrt gibt es aber auch Good Leaver Klauseln, wenn eine Aufhebungsvereinbarung beschlossen wird oder eine Kündigung nicht aus Pflichtverletzung erfolgt.

Founder Lock-up:
Die Shares eines Startups sind eigentlich immer vinkuliert. Das heißt, entgegen der gesetzlichen Grundlage, gibt es immer eine Klausel: Wenn jemand seine Geschäftsanteile veräußern will, braucht er die Zustimmung der Mitgesellschafter, damit man weiß, mit welchen Mitgesellschaftern man in dem Unternehmen investiert ist.

Das wird aber häufig auf Beiräte oder besondere Gremien ausgelagert, ansonsten eben auf die Gesellschafterversammlung. Beim Founder Lock-up gibt es zusätzlich noch einzelne Investoren, die auch benannt werden, die dem zusätzlich ausdrücklich zustimmen müssen. So wird sichergestellt, dass die Founder ihre Anteile nicht ohne die Zustimmung der Investoren veräußern können.

Das sind alles Themen, mit denen die Founder an das Startup gebunden werden.“