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Dr. Tobias de Raet über wichtige rechtliche Themen am Anfang der Gründung

Rechtsanwalt

über wichtige rechtliche Themen am Anfang der Gründung

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Dr. Tobias de Raet: „Generell ist es wichtig zu unterscheiden, zwischen den Themen, die warten können und den Themen, die man sofort erledigen muss. Da gibt es eine Grundregel, die man beachten kann. Alles, was zu deutlichen Haftungsrisiken führt oder was man später nur mit viel Aufwand und Kosten korrigieren kann, das muss man sofort machen.

Dazu gehören ganz klassisch die Einrichtung einer Doppelstockstruktur. Das bedeutet, dass der Gründer sich nicht privat beteiligt, sondern über eine Kapitalgesellschaft. Aus steuerlichen Gründen ist das meiste eine UG. Das ist eine der Sachen, die man später nicht mehr reparieren kann oder nur noch mit erheblichen steuerlichen Nachteilen.

Ein zweiter Punkt ist, wenn man zu spät eine Gesellschaft gründet. Also wenn man schon anfängt, nach außen hin aufzutreten, wenn man schon damit anfängt, IP zu entwickeln, vielleicht Code zu entwickeln und das im Regime der jeweiligen Gründer macht und erst später eine Gesellschaft gründet, dann muss ich in die neue Gesellschaft das rüberretten, in die neue Gesellschaft. Das kreiert häufig auch Probleme.

Gründer-Holding ist der erste Punkt und der richtige Zeitpunkt, wann man die Gesellschaft gründet, ist der zweite Punkt. Beim dritten Punkt kommt man so ein bisschen in die Haftungsrisiken. Da geht um die Frage, ob das, was ich mache, auch erlaubt ist. Gerade im Finanzbereich sollte man sich früh die Frage stellen, ob es einer Erlaubnis bedarf. Das kann eine Erlaubnis sein, die von der BaFin kontrolliert ist, aber auch eine einfache Gewerbeaufsichtserlaubnis.

Wenn man das am Anfang nicht beachtet, dann ist man ganz schnell mit Bußgeldern oder der persönlichen Haftung dabei. Das sind so die klassischen Themen, die man am Anfang berücksichtigen sollte.

Was kann warten?

Dinge wie Tochtergesellschaften oder so ganz komplexe gesellschaftsrechtliche Regelungen am Anfang. Häufig kommen Gründer zu uns, die sich schon ausgedacht haben, wie viele Tochtergesellschaften sie gründen wollen und wer Geschäftsführer werden soll. Das ist am Anfang häufig viel zu komplex. Das sind so Dinge, wo man lieber erst mal klein anfangen und nicht zu sehr belasten sollte. Da sollte man abwarten.

Das gleiche gilt auch für sonstige interne Strukturen, Reporting an die Gesellschafter. Da sollte man sich wirklich darauf konzentrieren, was wichtig und gewollt ist. Da sollten keine zu großen formalen Strukturen aufgebaut werden, als sei man schon ein riesiger Konzern.“

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Simon Lohmüller: CEO & Co-Founder bei qbilon GmbH
über den Kapitalbedarf und die Bewertung eines Startups
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Simon Lohmüller: „Beim Kapitalbedarf muss dahinter wirklich ein solider Finanzplan stehen. Man muss dem Investor irgendwie sinnig vorrechnen können, warum und wofür ich das Kapital brauche. Da gehört eine gehörige Menge Optimismus dazu, aber gleichzeitig muss es irgendwo realistisch sein.

Ich kann nicht sagen, dass ich in der Seed-Runde einen zweistelligen Millionenbetrag brauche, weil ich im ersten Jahr nach der Finanzierungsrunde 100 Leute einstellen will. Das weiß jeder Investor, dass das nicht funktioniert, weil man einfach diese 100 Leute gar nicht findet.

Ein solides Wachstum sollte ersichtlich sein und durchaus eine gehörige Portion Optimismus sollte dabei sein. Es gibt auch so Grundregeln, die man dahinterlegen sollte. Der Umsatz sollte sich in den ersten drei Jahren verdreifachen und danach verdoppeln. Solche Sachen und was brauche ich dann, um diesen Umsatz zu erreichen und was ist mein Kapitalbedarf, der daraus entsteht?

So kann man es zurückrechnen und man kommt auf den Kapitalbedarf, den man dann hat. Die Bewertung ist in einer Seed-Runde sehr schwierig. Das ist viel Verhandlungssache und wo steht man gerade mit dem Startup. Welche Erfolge kann man schon vorweisen?
Es ist schwierig, das jetzt an einem Umsatz-Multiple festzumachen.

Die Umsätze sind in so frühen Phasen meistens noch nicht so hoch, dass es Sinn macht. Das heißt, man muss sich überlegen, wie viel Prozent man bereit ist abzugeben. Wie lange will ich auch nach möglichen weiteren Finanzierungsrunden die Mehrheit haben? Da muss man mit den Investoren ein Kompromiss finden, mit dem jeder leben kann.“

Dr. Matthias Brendel
darüber, warum ein sauberer Cap Table wichtig ist
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Dr. Matthias Brendel: „Wenn man jetzt wie wir 20 Investoren hat, dann ist es natürlich wichtig, dass es nicht zu zerfleddert aussieht. Genau deshalb haben wir dieses Pooling Agreement schon vorbereitet. Das heißt, alle Business Angels haben schon zugestimmt, dass sie sich poolen lassen, wenn sie weniger als 2 % am Unternehmen halten. Das sind im Endeffekt alle, bis auf zwei, die darunter fallen.

Wenn jetzt ein großer VC dazu kommt, dann sieht er, dass er die drei Gründer und zwei größere Investoren vor sich sitzen hat, worunter einer der Poolsprecher ist, der noch alle kleinen Investoren vertritt.

Das ist für einen großen Investor natürlich deutlich attraktiver, als wenn er weiß, dass da 20 Leute mit am Tisch sitzen, die teilweise nur 0,1 % ausmachen, aber bei allem mit quatschen dürfen. So kann es passieren, dass die Diskussionen sehr lange dauern.

Aus dem Grund ist es wichtig, dass der Cap Table aufgeräumt ist und das heißt, dass die Gründeranteile sauber verteilt sind, dass kleinere Business Angels gepoolt sind, damit nicht zu viele Menschen am Tisch sitzen und klar ist, wer welches Stimmrecht hat.“

Fabio Hildenbrand
über was er im Fundraising unterschätzt hat
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Fabio Hildenbrand: „Wir haben unterschätzt wie stark es die eigene Zeit einnimmt. Fundraising ist eine Vollzeitbeschäftigung. Man muss in diesem ganzen Prozess voll drin sein: Vom Listen aufbauen, Informationen in Data-Rooms sammeln, bis hin zum erstellen von Pitch Decks, Finanzplan und Businessplan. Du wirst de ganze Zeit in Gesprächen mit Investoren stecken. Das Problem, dass dabei entsteht ist, dass du dann selbst weniger Zeit für den Aufbau deines Businesses aufbringen kannst. Ich hatte selbst das Glück das mein Co-Founder das direkte Pendant zu mir ist. Ich selbst bin eher der Außenminister und er der Innenminister. Dadurch können wir beide Themengebiete (Aufbau des Fundraising und des Businesses) gut abdecken. Das ist auch mein Tipp, wenn andere Gründer mich fragen.

Fundraising geschieht nicht nebenbei: Du musst das 100% fokussieren. Denn schließlich baust du keine Traction auf für das Fundraising, wenn du das als Nebensache betätigst. Als Gründer*in baust du eine Art „Fomo“ (=Fear of Missing Out) auf, damit du Tickets schneller closen kannst.

Das schaffst du nicht, wenn du nicht mit vielen Investoren sprichst und du dieses Momentum für dich aufbaust. Dieses Momentum entsteht jedoch nicht nur auf der Investorenseite, sondern auch auf deiner persönlichen. Du wirst viel besser in Gespräche reingehen, wenn du weißt, ich hab heute noch fünf weitere Gespräche, statt nur einem Gespräch, von dem alles abhängt.“

Maika Kupfer
über Marketing Kanäle und welche wirklich funktionieren
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Maika Kupfer: „Welche Kanäle haben wir für das Marketing ausprobiert und welche haben gut funktioniert?
Da sind wir von Anfang an schon sehr breit aufgestellt, hier nutzen wir verschiedene soziale Kanäle im B2B-Bereich. Wir sind vor allem auf LinkedIn aktiv, weil dort ein Kontakt mit der Zielgruppe möglich ist und so eine hohe Sichtbarkeit in den Unternehmen generiert werden kann.

Google Search ist auch sehr wichtig. Im B2C-Bereich sind wir auf bekannten Plattformen wie Facebook, Instagram oder Pinterest. Da ist das Ziel, die Reichweite zu erhöhen und Traffic auf unsere Website zu bringen. Weitere Maßnahmen sind Google Ads und ein eigener YouTube-Kanal, wo wir Erklärvideos hochladen. Diese Kanäle helfen uns auch potenzielle Kunden auf uns aufmerksam zu machen.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
über das Verhältnis zu den Investoren nach der Finanzierungsrunde
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Stephen Voss: „Am Anfang fremdelt man ja noch ein bisschen mit den Investoren. Man weiß, dass man zusammen gehört, hat aber noch so ein bisschen Berührungsängste. Das Verhältnis muss sich auch ein bisschen einspielen. Bei uns hat es sich über Monate mit Projektsitzungen hinentwickelt, wo man sich darauf einstellt.

Da muss man auch wieder zuhören und aus dem anderen lesen. Wenn ich jetzt ein Bericht darüber abgeben möchte, wie unser Business gerade läuft, dann muss man die Investoren vorher fragen, was sie denn hören wollen. Soll man mehr auf die Zahlen eingehen, mehr auf die Story? Wie Tief wollt ihr reingehen und wie sehr wollt ihr teilhaben?

Das muss sich entwickeln. Auf der anderen Seite kann ich empfehlen, was nicht einfach ist, seinen Standpunkt zu halten und nicht gleich einzuknicken. Wenn der Investor sagt, dass etwas ihm nicht gefällt, dann kann man es mitnehmen und drüber sprechen, aber am Schluss ist es das eigene Businessmodell.

Natürlich haben die Investoren ein großes Mitspracherecht, weil sie das Geld geliefert haben. Auf der anderen Seite ist man selber das Management und die Emanzipation muss man auch lernen. Über die Zeit wird es besser, weil man einfach trittsicherer wird.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
über die Anzahl der Investoren
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Daniel Bosman: „In unserer aktuellen Runde haben wir einen weiteren Investor aufgenommen. Insgesamt haben wir jetzt vier Investoren an Bord. Die aktuelle Runde zielt darauf ab, proaktiv der aktuellen Situation vorzuwirken und unseren Runway noch etwas zu verlängern.

Wir wissen einfach nicht, wie sich der Krieg in der Ukraine weiter verändert. Wird die Entwicklung noch dramatischer? Dann sollte man jetzt bzw. bei uns vor 3-5 Monaten wirklich proaktiv sein und den Runway verlängern.“