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Isabeau Ayoubi und John Agricola über frustrierende Zeitpunkte im Fundraising-Prozess

PropTech Startup-Gründerin

über frustrierende Zeitpunkte im Fundraising-Prozess

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Isabeau Ayoubi: “Ich würde sagen, dieser Sommer war am frustrierendsten. Wir haben einfach niemanden erreicht. Du schreibst einfach 25 Leute an, bekommst Introductions, bekommst aber immer nur die Urlaubsmail zurück. Da geht einem das Geld aus und man denkt sich nur, dass es Zeit wird, dass die wieder von ihren Jachten herunterkommen. Wenn man keine Antwort bekommt, ist es eigentlich das frustrierendste. Vor allem, wenn man so an die Grenzen seines Netzwerkes kommt und du eigentlich genau weißt, dass es ein super Investment Case ist, aber die Leute nicht ran bekommt.

Was haben wir gemacht?
Wir haben unseren Bestandsinvestoren gesagt, dass wir niemanden ran bekommen und wir eine Zwischenfinanzierung brauchen. Zum Glück haben wir tolle Investoren, die da nochmal mit eingestiegen sind.”

John Agricola: “Ich fand das frustrierendste, was wir erlebt haben, war, als der Runway kurz war und sich der Erfolg einsetzt hat. Man musste dann trotz Erfolg wieder Fundraising, weil der Erfolg zu langsam vorrangig. Am Anfang war es einfach eine Idee zu raisen, aber nach 18 Monaten kommt so der Punkt, wo die Investoren einiges fordern und wenn das noch zu wenig ist, dann soll man zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen.”

Isabeau Ayoubi: “Ja, das ist dann wirklich so ein Punkt, wo man denk, dass es ja nicht sein kann, dass man gefühlt pleite geht, aber das Auftragsbuch voll ist. Theoretisch ist man in 3 Monaten pleite, aber in 4 Monaten habe ich 2 Messen, eine Speach und habe so viele Termine, dass es eigentlich nur gut laufen kann. Da ist es dann schon sehr frustrierend.

John Agricola: “Das war dann auch die Stelle des guten Teams, da muss man sich dann zusammen supporten. Einfach weitermachen, an die Idee glauben und es nach draußen transportieren. Da zeigt sich dann auch, ob es ein gutes oder schlechtes Team ist.”

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Dr. Matthias Brendel
darüber, wie sie ihre Investoren regelmäßig informieren
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Dr. Matthias Brendel: „Das Reporting an Investoren ist ein sehr schönes Thema, wir haben es gerade erst wieder neu aufgesetzt, weil wir unsere CI geändert haben. Dabei haben wir auch das Format leicht geändert. Wir berichten grundsätzlich zum Quartalsende, weil wir dann auch die betriebswirtschaftlichen Analysen bekommen.

Das heißt, dann haben wir die neuesten Finanzzahlen, die für unsere Investoren wichtig sind. Wie viel Cash haben wir verbraucht? Wie haben sich die Umsätze entwickelt? Wie ist unser Runway?

Aus dem Grund berichten wir immer zum Quartalsende. Da ein Quartal sehr lange ist, machen wir noch ein Report im Quartal, bei dem wir einfach berichten, wie wir inhaltlich stehen: Wie gehen die Kundenprojekte voran? Wie entwickeln sich unsere KPIs? Wir bieten ja eine digitale Fußvermessungsempfehlung. Wir berichten also, wie viele Füße wir vermessen haben. Wie viele Schuhe haben wir empfohlen und wie sind die Conversion-Rates? Solche Themen sind für unsere Investoren wichtig.

Dann berichten wir auch, wie sich zum Beispiel unser Team entwickelt. Kommt jemand dazu oder scheidet jemand aus? Wie viel Prozent unserer Kapazität fließt ins Produkt, ins Business und in die Tech-Entwicklung?

Noch eine ganz wichtige Sektion ist: Was gibt es gerade so in der Presse, was für die Investoren relevant sein könnte? Wir suchen da immer spannende Artikel und Videoreportagen raus, die uns irgendwie über den Weg kommen oder von den Investoren teilweise auch uns gemeldet werden. So kann sich jeder Investor ein Bild machen, was gerade im eCommerce, Schuhhandel und Retouren Bereich passiert.

Der letzte wesentliche Bestandteil, neben den wirtschaftlichen, finanziellen und inhaltlichen Reportings, ist die Help-Needed-Sektion. Das heißt, dort stellen wir Fragen. Zum Beispiel: Im Moment gehen wir neue Kundensegmente an und dann fragen wir, wer dort konkrete Kontakte hat. Dann schicken wir noch eine Liste mit 300 Leads und unsere Investoren melden sich dann zurück und sagen, zu wem sie irgendeine Verbindung haben.

Wir versuchen es immer möglichst interaktiv zu gestalten und es funktioniert sehr gut. Wir geben das Reporting als PDF ca. alle 6 Wochen raus und bieten am Quartalsende immer eine Videokonferenz an, um auch interaktiv darüber zu sprechen und Feedback von den Investoren einzuholen.“

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
darüber, welche weiteren Unterlagen die Investoren außer dem Pitch Deck sehen wollten
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Dr. Daniel Fallscheer: „Ich bin da vielleicht etwas unorthodox rangegangen. Zum Beispiel habe ich am Anfang nie das Pitch Deck geschickt. Ich habe das nur Voice-over gemacht und wir haben dann das Deck im Nachhinein geschickt. Wir haben ein klassisches Investor Deck gehabt, was man auch eher lesen kann, deshalb haben wir es danach geschickt. Wir haben es manchmal länger oder kürzer geschickt, wir waren da variabel.

Den Businessplan haben wir auch erst später verschickt bzw. in den Datenraum gepackt, nachdem es einen detaillierten Call gab. Die Due Diligence war bei uns später auch eher kurz und knackig, in wenigen Wochen.

Man braucht ein sehr gutes Pitch Deck, man muss die Story aber auch ohne Deck präsentieren können. Das sollte in 3-5 Minuten gehen, innerhalb eines kernigen Pitches und einer kurzen Vorstellung. Das Pitch Deck kann man auch danach noch rausschicken, dann hat man die Investoren am Ohr und nicht auf irgendwelchen Folien.“

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
darüber, wie sich das Verhältnis zu Investoren nach einem erfolgreiches Fundraising ändert
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Dr. Daniel Fallscheer: „Ich habe vorhin schon gesagt, dass wir Oversubscribed waren. Das bedeutet, dass du entweder die Bewertung massiv hochtreiben kannst, das haben wir nicht gemacht. Eine hohe Bewertung kann auch eine hohe Hürde sein. Bis zur nächsten Runde muss man dann auch eine ganze Menge liefern. Wir haben eine sehr gute Bewertung genommen, die noch etwas besser hätte sein können.

Dann haben wir konsistent an den Meilensteinen gearbeitet und kommuniziert, wo man steht. Auch bei Problemen offen mit den Investoren zu teilen. Das hilft, eine Credibility mit den Investoren aufzubauen. Das sind wirklich Partner und es ist nicht nur Geld, die bestenfalls viele Jahre mit dir dabei sind.

Unser Lead-Investor hat zum Beispiel gewechselt und da war ein bisschen Overcommunication auch gut. Wo steht man? Was waren die Herausforderungen? Was ist der Rat der Investoren? Das alles bis zu einem bestimmten Grad, Investoren sollen bei operativen Entscheidungen auch nicht komplett mitreden, außer die Gründer wollen das.“

Isabeau Ayoubi Co-Founder bei Onstruc
über ihre Fundraising Erfahrungen mit Onstruc
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Isabeau Ayoubi: “Ich bin Isabeau Ayoubi, Co-Gründerin von Onstruc und CDO (Chief Design Officer). Ich mache bei uns alles, was mit dem Design zu tun hat. Sei es UX/UI Design, alles an Grafikdesign und Corporate Identity. Eigentlich alles, was unsere Kunden, Nutzer und ihr von außen sehen könnt. Ich habe Grafikdesignerin gelernt und im E-Commerce gearbeitet und bin dann irgendwie hier im PropTech Bereich mit Onstruc gelandet.

Wir haben bisher 540.000 Euro offiziell eingesammelt, stecken gerade aber noch in einer Finanzierungsrunde. Da kommt jetzt also noch mal ordentlich was oben drauf. So eine Finanzierungsrunde dauert immer lange, es ist anstrengend und sehr zeitaufwendig.”

John Agricola: “Ich bin John und zweiter Co-Gründer von Onstruc, habe auch einen E-Commerce Background und bin so der Techie in der Firma. Wir sind beide zufällig in der PropTech Nische gelandet. Eine lustige Geschichte, die auch mit Corona zu tun hat. Fundraising habe ich davor auch noch nie gemacht und es zieht sich halt alles wie so ein Kaugummi. Wir haben viele tolle Business Angels kennengelernt, aber das sind halt alles Erfahrungen, die man auf dem Weg so machen muss.”

Tobias de Raet Lindenpartners
über datenschutzrechtliche Anforderungen
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Dr. Tobias de Raet: „Datenschutz ist in den letzten Jahren, besonders seit es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gibt, eines der Modethemen. Man sagt, dass Datenschutzrecht das neue Kartellrecht ist. Das heißt, das Kartellrecht, was eigentlich jeden trifft. Man liest von hohen Bußgeldern und Kunden und Dritte können einen verklagen, wenn man etwas mit dem Datenschutz falsch macht.

Grundsätzlich sollte man den Datenschutz nicht zu sehr als rotes Tuch begreifen, welches mein Geschäftsmodell zerstört. Datenschutzrecht wird häufig als Ausrede verwendet, um zu begründen, dass etwas nicht geht. Das ist häufig falsch, denn Datenschutzrecht ist immer relativ eingegrenzt und bezieht sich vor allem auf sensible Daten, personenbezogenen Daten.

Aus dem Grund sollte man da abstufen zwischen der eigenen Compliance und der Verarbeitung von sensiblen Daten. Auf einer Website muss man eine Datenschutzerklärung drauf haben. Die muss jeder haben und die muss auch stimmen, das ist aber keine Rocket-Science. Schwieriger wird es, wenn man mit erheblichem Umfang sensible Daten verarbeitet.

Ich muss aufpassen bei personenbezogenen Daten, wenn ich von meinen Kunden die Geburtsdaten erhebe, wenn ich von denen Bankdaten erhebe. Alles, was besonders sensibel ist, da komme ich in einen Bereich, wenn da etwas schiefgeht, da drohen Bußgelder und Klagen von Dritten.

Das heißt, da sollte man aufpassen und auch auf das eigene Geschäftsmodell schauen. Betrifft mich das? Worauf man auch achten muss ist, bei der Weitergabe der eingesammelten Daten. Ein klassischer Fall ist, dass ich die Kontodaten meiner Kunden einsammele und die dann einem Paymentprovider weiterleite.

Immer wenn man Daten erhält und die an Dritte weitergibt, muss man sicherstellen, dass sich dieser Dritte genauso an den Datenschutz hält. Da gibt es Standardverträge und Standardklauseln. Das muss man nicht immer neu aushandeln, sondern da gibt es Grundmuster, auf die man aufbauen kann.

Besonders muss man aufpassen, wenn man Daten eingesammelt hat und die den Herrschaftsbereich EU und Deutschland verlassen. Wenn es in Länder geht, die es mit dem Datenschutz nicht so ernst nehmen wie wir. Wenn ich ein Paymentprovider nehme, der in den USA sitzt und dem Kontodaten gebe, dann muss ich genauer hinschauen und einen Anwalt fragen, ob es überhaupt geht. Darf ich das und was muss ich dabei beachten?

Deshalb sollte man beim Datenschutz genau darauf achten, welche Daten man erhebt und was man mit denen macht. Dann kann man meistens gut eingrenzen, wie weit und Tief man sich mit dem Datenschutz auseinandersetzen muss.

Im Idealfall muss man schon jedes Tool prüfen, was man nutzt. Das ist schon der Grundsatz. Es hilft grundsätzlich, so ein gesundes Bewusstsein zu schaffen, was ich da überhaupt genau mache und wo meine Daten hingehen. Viele Standardanwendungen werben auch damit, dass die Daten hier in Deutschland bleiben. Die werden eher konform sein, als wenn man sich das neueste und hipste Tool aus den USA nimmt. Das ist so eine grundlegende Menschenkenntnis, sage ich jetzt mal.

Das Zweite ist, dass man sich von dem jeweiligen Unternehmen, mit dem man zusammenarbeitet, die datenschutzrechtliche Compliance erläutern lassen sollte, insbesondere Auftragsdatenverarbeitung ist da ein Stichwort. Wie geht ihr damit um und wie verwendet ihr unsere Daten?

Wenn das Unternehmen mit einem Paket auf euch zukommt und sagt, dass wir diese Fragen immer bekommen, man mit der Compliance und Anwälten darüber sprechen kann, dann hat man in der Regel ein besseres Gefühl. Wenn jemand eher ausweicht und keine richtigen Antworten hat, dann ist es eher ein schlechtes Zeichen.

Die meisten Unternehmen sind mittlerweile darauf vorbereitet, aber trotzdem kann jedes Tool dafür verantwortlich sein, dass man in einen Datenverstoß reinkommen kann.

Grundlegend kann man sich auch fragen, welche Daten man rausgibt. Nutze ich möglicherweise eine Videocallsoftware, die möglicherweise Zoom ist und vielleicht nicht Datenschutz-Compliant ist. Was ist der Schaden? Das ist etwas anderes, als wenn ich in ein CRM-Tool meine ganzen Kundendaten reinlade. Da müssen bei mir schon die Alarmglocken angehen. Vielleicht auch so ein bisschen eine Relevanzprüfung, die man durchführen sollte.“

Jonathan Spitz
über Tipps für den Sales-Prozess
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Jonathan Spitz: „Man sollte wirklich jemanden haben, der den Vertrieb beherrscht. Das ist wirklich ein ganz anderes Gebiet, als irgendetwas technisch zu entwickeln. Früher haben wir alles zusammen gemacht. Jetzt machen wir es so, dass Timur die erste Online-Demo macht und ich dann die eigentliche Optimierung übernehme.

Ein guter Tipp ist noch, dass man nicht versuchen sollte zu erraten, was der Kunde denkt oder warum er vielleicht nicht kauft. Da ist die beste Lösung, einfach nachzufragen. So kann man es lernen und verstehen. Vielleicht muss ich mich ändern und ein anderes Segment anstreben und versuchen dort zu verkaufen.

Wenn man keine Fragen stellt, dann kann man nicht lernen und keine Anpassungen vornehmen.“