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Janosch Kühn darüber, wie Gründer mit Druck umgehen können

Entrepreneur & Investor

darüber, wie Gründer mit Druck umgehen können

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Janosch Kühn: „Druck ist immer ein großes Thema für einen Gründer. Ich kann mir vorstellen, dass der Druck auch manchmal von außen kommt. Zum Beispiel durch Investoren, die sagen, dass es schneller, weiter oder höher gehen sollte.

Der Druck beim Bootstrapping bei uns war, dass wir eben kein externes Geld bekommen haben. Am Anfang war das eigene Geld auch nicht so viel und da stellt man sich die Frage, was passiert, wenn man zum Beispiel aus dem App Store fliegt und kein Geld mehr verdient. Wie bezahlt man dann die Mitarbeiter?

Es ist nie passiert, wir waren immer profitabel und hatten immer genügend Geld. Für mich war aber immer im Hinterkopf, was passieren könnte und wie ich mit so einer Situation umgehen soll.

Was hat mir geholfen?
Mir hat Sport und ein Ausgleich viel geholfen. Ich glaube aber auch, dass dieser Druck dazugehört. Es gibt auch Techniken wie zum Beispiel Meditation, aber ich glaube nicht, dass der Druck ganz weggeht.

Wir hatten am Anfang sehr strenge Arbeitszeiten. Das hat vor allem den Mitarbeitern geholfen. Die haben dann ihre 7–8 Stunden gearbeitet und mehr wurde von ihnen nicht erwartet. Als Gründer habe ich aber schon Tag und Nacht an die Firma gedacht. Die Firma war einfach Nummer 1 und da ist einfach Druck. Ich denke, der ist bei den meisten Gründern da.

Man kann sich mit Sport oder Hobbys ablenken und das Business mal für ein paar Stunden vergessen. Bei mir war es so, dass ich nach solchen Aktivitäten aber immer wieder an die Firma gedacht habe.“

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darüber, wer den ersten Pitch übernommen hat und warum
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Simon Lohmüller: „Das Pitchen haben von Anfang an eigentlich ich übernommen. Ich bin auch gut aufgesetzt, was das Thema Fundraising und Kommunikation angeht. Ich glaube, diese Rolle übernimmt meistens einer der Geschäftsführer, der das machen sollte. Auf jeden Fall auch jemand, der ein bisschen zahlenaffin und auf der betriebswirtschaftlichen Seite unterwegs ist.

Das wird eher nicht der sein, der in einem Tech Startup eher auch der technischen Seite steht. Aus dem Grund war das von Anfang an meine Rolle und das war eigentlich auch allen klar. Das heißt aber nicht, dass ich das komplett alleine gemacht habe. Auch die anderen Gründer sind hin und wieder mal für einen Pitch eingesprungen, wenn ich keine Zeit hatte oder es doch mal in die technische Richtung ging.

Grundsätzlich muss man so viele Pitches wie möglich halten, um bei Investoren Sichtbarkeit zu generieren. Es ist aber nicht sonderlich schwer, so einen initialen Pitch zu bekommen. Das geht eigentlich sehr schnell, da sich Investoren grundsätzlich sehr viel anhören. Oft bekommt man dann direkt nach dem Erstgespräch die Absage, weil man merkt, dass es nicht passt.“

Tobias de Raet Lindenpartners
darüber, wie lange eine Finanzierungsrunde dauert
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Dr. Tobias de Raet: „Die Frage, wie lange eine Finanzierungsrunde dauert, wird mir häufig gestellt. Es gibt natürlich keine klare Antwort darauf. Die Antwort, die ich immer darauf gebe, ist, dass es immer länger dauert, als man denkt. Ich kenne keine Finanzierungsrunde, die in dem gewollten Zeitraum abgeschlossen wurde.

Das liegt an mehreren Dingen:
Man kann sich kommerziell verzetteln, da viele Personen beteiligt sind. In einer idealen Welt dreht sich alles nur um mich, aber in der realen Welt haben die Menschen alle unheimlich viele Termine. Investoren geben mir nicht immer direkt ein Feedback, sondern meistens verzögert. Dann gibt es vielleicht noch ein Nebenthema mit einem anderen Investor. Das hält alles auf.

Auch wenn man sich kommerziell in einem Term Sheet geeinigt hat, ist der Vertrag noch mal eine andere Geschichte. Man kann nicht damit planen, dass am Montag das Term Sheet unterschrieben ist, am Mittwoch die Verträge fertig sind, dass man am Freitag zum Notar kann. Dieser Prozess dauert einfach länger, weil es ein ganz erheblicher Organisationsaufwand ist.

Es handelt sich ja um notarielle Verträge, man muss sich also Vollmachten einholen, der Notar muss eine Geldwäscheprüfung machen. Das sollte man alles nicht unterschätzen.

So einen Regelzeitraum, den man für eine Finanzierungsrunde nennen kann, sind so 3 Monate. Das ist so eine Daumenregel und es kann natürlich schneller oder viel länger dauern. Manchmal haken auch die Verhandlungen ein bisschen und dann ist für 1-2 Wochen Sendepause.

Ein wichtiger Tipp für Gründer:
Man sollte den Prozess immer vom Ende her bedenken: Wann braucht man das Geld und wann müsste man im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden?

Wenn man da nicht genügend Zeit für eine Finanzierungsrunde einplant, dann passiert etwas ganz Blödes. Die Zeit läuft davon und man muss böse Kompromisse eingehen. Wenn das Gegenüber in der Verhandlungsrunde merkt, dass man das Geld dringend und zeitnah braucht, dann wird es schlechtere Konditionen geben.“

Startup-Gründer Florin Kutten
über das Nervigste am Fundraising
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Florin Kutten: „Das Nervigste am Fundraising sind Business Angels, die einen einfach ghosten. Also Business Angels, mit denen man schreibt und im Kontakt ist und die dann plötzlich einfach nicht mehr antworten. Da kommt man sich vor wie auf Tinder, wo dann einfach nicht mehr geschrieben wird.

Ich denke, dass sowas bei Business Angels nicht vorkommen sollte. Man sollte da schon den Mut haben und sagen, dass es nicht läuft und begründen, was gegen ein Investment spricht. Sonst ist es für die Gründerinnen und Gründer wirklich sehr nervig und frustrierend, weil man keine Antwort des Warums bekommt.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
über ihre Learnings beim Fundraising Prozess
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Isabeau Ayoubi: “Einfach früh genug anfangen. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir gedacht haben, dass wir die Finanzierungsrunde dann einfach schnell machen. Das ging dann aber nicht schnell, ganz im Gegenteil. Fangt mit dem Fundraising dann an, wenn ihr noch 3-5 Monate Runway habt, weil es wahrscheinlich nicht so schnell gehen wird, wie man sich es vorstellt.

Gerade jetzt im Sommer ist es absolut die Hölle. Wir sind gerade in einer Finanzierungsrunde und wir haben einfach niemanden erreicht.”

John Agricola: “Im August ist es wirklich schwierig und im Juli ist es auch nicht wirklich besser.

Wie kann man den Fundraising Prozess an sich verkürzen?
Man sollte alle Dokumente und Verträge für eine Due Diligence zusammen haben. Das kann man alles vorbereiten, man darf aber nicht vergessen, dass die Business Angels auch Zeit brauchen. Auch wenn der Business Angel vielleicht seine eigentliche Entscheidung in 24h trifft, dauert der ganze Prozess länger als gedacht. Ich würde sagen, dass man schon ein halbes Jahr einplanen sollte, auch wenn es “nur” eine Business Angel Runde ist.”

Isabeau Ayoubi: “Auch um an die Angels ranzukommen, dauert es einfach eine gewisse Zeit. Das Netzwerk aufbauen, sich Intros holen, alle Dinge, die man benötigt, um überhaupt zu Gesprächen mit Investoren zu kommen. Die Business Angels haben auch immer viel um die Ohren, deshalb sollte man lieber etwas mehr Zeit einplanen.”

John Agricola: “Und bitte macht euer Fundraising nicht in den Sommerferien!”

Startup-Gründer Florin Kutten
darüber, welchen Wert er auf das Design gelegt hat
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Florin Kutten: „Wir haben sehr großen Wert auf das Design gelegt. Meiner Meinung nach ist es schön und gut, wenn man die richtigen Worte im Pitch Deck verwendet, aber wenn es einfach nicht ansprechend aussieht, dann wird trotzdem jeder das Interesse verlieren. Aus dem Grund haben wir großen Wert auf Design, Fotos und Corporate Design gelegt.

Wir hatten dabei keine Unterstützung. Julia, die Co-Gründerin und ich haben beide im Consulting gearbeitet und da mussten die PowerPoint-Präsentationen auch immer gut aussehen. Von da kamen die Skills und es gibt sicher auch noch Verbesserungsbedarf.“

Madeleine Heuts
über welche Themen ein Startup am Anfang Rechtsberatung braucht
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Madeleine Heuts: „Ich würde es ein bisschen Differenzieren in:

1. Womit sollte ich mich rechtlich beschäftigen?
2. Wofür sollte ich Beratung auch wirklich in Anspruch nehmen?

Sehr viel kann und sollte man sich selbst aneignen, damit man ein guter Unternehmer sein kann. Man sollte verstehen, wie geistiges Eigentum funktioniert und man sollte verstehen, welche Firmenkonstellationen man braucht und hat. Das kann sich natürlich auch privat auswirken.

Zum Beispiel ist bei einer GbR das Thema Haftung superwichtig, weil man mit dem kompletten Privatvermögen haftet. Da muss man einfach ein Grundwissen haben und man kann es nicht einfach einen Anwalt machen lassen.

Das Gleiche gilt für die Geschäftsführung. Viele denken, dass sie bei der GmbH aus der Haftung raus sind, aber man hat als Geschäftsführer auch eine gewisse Haftung. Dementsprechend sollte man bei dem klassischen Fall Insolvenzverschleppung aufpassen. In viele Themen kann man sich reinarbeiten, reinlesen und aneignen. Das ist einer der Gründe, warum wir unsere Academy gebaut haben und da alles lernen kann.

Da kann man sich sehr gut reinfuchsen und dann sollte man schauen, was Themen sind, die besonders sind. Ist das Gründerteam zum Beispiel zu dritt und einer ist verheiratet? Dann wisst ihr schon mal, dass eine zusätzliche Gesellschaftervereinbarung sehr sinnvoll ist. Haben wir da noch andere Sonderwünsche, die wir da reinhaben wollen?

Bei den individuellen Fällen sollte man sich mit einem Anwalt unterhalten. Auch wenn man jetzt sagt, dass man Investoren mit reinnehmen will. Es gibt natürlich das klassische Wandeldarlehen, dass 80 % der Leute nutzen. Wenn ein Investor jetzt aber beispielsweise zusätzliche Anteile für Sonderleistungen haben will, die er sich erarbeiten kann, da macht es auch Sinn, sich einen Anwalt dazuzuholen. Bei solchen Sachen würde ich aber auch immer vorsichtig sein, weil meiner Meinung nach es für Business Angels dazu gehört, sich einzubringen.

Ein Anwalt kann natürlich auch für einen verhandeln und die Gründer vertreten, der auch den “Bad Cop” spielen kann. Eigentlich wollen die Gründer ja ein gutes Verhältnis zu den Investoren, da kann man den Anwalt natürlich ganz gut vorschicken und der derjenige ist, der ganz kritisch fragt. Es ist natürlich auch eine strategische Entscheidung, einen Rechtsberater dazuzuholen. Der bringt bestimmte Mehrwerte mit.

Die Markenanmeldung kann man auch sehr gut einfach machen, wenn der Name noch nicht vergeben ist. Da muss man aber auch sehr ordentlich recherchieren.

Ansonsten kommt es natürlich auf das Produkt an. Wenn ihr beispielsweise ein FinTech seid, dann solltet ihr ganz genau checken, ob ihr eine Lizenz braucht, um überhaupt Finanzdienstleistungen anbieten zu können. N26 braucht eine Bankenlizenz und das kann ein paar Jahre dauern, bis man die bekommt.

Die Spezifika für das Produkt, was man darf und was man nicht darf, ist direkt am Anfang entscheidend.“