Founder Academy

John Agricola und Isabeau Ayoubi über die Due Diligence aus Sicht von Gründer*innen

PropTech Startup-Gründer

über die Due Diligence aus Sicht von Gründer*innen

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John Agricola: „Wenn du ein junges Startup hast, hast du nicht viel Due Diligence, weil du nicht viel zu zeigen hast. Das heißt Google Drive anlegen und alle Dokumente rein. Eigentlich alles was ihr habt, gehört da rein: Wenn ihr Wandelanleihen habt, wenn ihr eine Satzung habt, Verträge mit einem Steuerberater. Arbeitsverträge sind auch ganz wichtig, dass man sieht, was ihr euch auch selber auszahlt.

Unserer Erfahrung nach wollen Angels mehr sehen, dass es da ist. Inhaltlich ist es nicht so interessant, weil ihr keine Bilanzen habt. Wichtig ist, dass das was angefordert ist, da ist. In der Regel tun sich die Angels ein oder zwei Kleinigkeiten rauspicken, die sie dann überprüfen wollen. Vielleicht hat irgendetwas auch ihre Aufmerksamkeit erregt und das schauen sie sich dann genauer an. Für Statistiken kann man nochmal in Google Analytics reinschauen. Die meisten Business Angels waren da entspannt, solange man dann die kleinen Details, die abgefragt wurden dann auch wirklich liefern konnte.“

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Dr. Daniel Fallscheer: „Als CEO ist meine Rolle im Wesentlichen Kommunikation in alle Richtungen. Es ist schon Kommunikation im Founder-Team und man muss sich die Zeit nehmen, die Themen zu besprechen. Da wird man merken, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, auch im Founder-Team. Die muss man zusammenbringen und zusammen als ein Founder-Team auftreten.

Mit den Investoren ist es genauso. Natürlich zählt der Lead-Investor mehr, da er auch mehr Geld mitbringt. Es gibt aber auch kleinere Angels, die das gleiche Informationsrecht haben. Im Zweifel bringen die Angels auch mehr ein, weil die an der Firma näher dran sind. Ich kommuniziere mit allen auf der gleichen Ebene und wir versuche das auch standardisiert zu betreiben.
Ich kommuniziere mit allen Investoren auf der gleichen Ebene. Wir versuchen standardisiert zu kommunizieren und haben monatlich ein umfangreiches Investorenupdate. Dabei präsentieren wir Key-KPIs, sind aber auch ganz kritisch und beschreiben, was nicht so gut läuft.

Wir haben jeden Monat aber auch ein “Ask”, wo wollen wir, dass die Investoren auch aktiv unterstützen? Das schöne an so einem monatlichen Meeting ist, dass man quartalsweise einen kürzeren Newsletter machen kann, der für die nächste Finanzierungsrunde verwendet werden kann.

Ich habe mal gelernt, dass es immer um die nächste Runde geht. Man kann das Reporting der eigenen Investoren für die Gewinnung neuer Investoren nutzen. Ein Newsletter kann auch potenzielle Investoren im Loop halten. Dann gibt es eine geringere Hürde, in die nächste Diskussion einzusteigen.“

Tobias de Raet Lindenpartners
über wichtige rechtliche Themen am Anfang der Gründung
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Dr. Tobias de Raet: „Generell ist es wichtig zu unterscheiden, zwischen den Themen, die warten können und den Themen, die man sofort erledigen muss. Da gibt es eine Grundregel, die man beachten kann. Alles, was zu deutlichen Haftungsrisiken führt oder was man später nur mit viel Aufwand und Kosten korrigieren kann, das muss man sofort machen.

Dazu gehören ganz klassisch die Einrichtung einer Doppelstockstruktur. Das bedeutet, dass der Gründer sich nicht privat beteiligt, sondern über eine Kapitalgesellschaft. Aus steuerlichen Gründen ist das meiste eine UG. Das ist eine der Sachen, die man später nicht mehr reparieren kann oder nur noch mit erheblichen steuerlichen Nachteilen.

Ein zweiter Punkt ist, wenn man zu spät eine Gesellschaft gründet. Also wenn man schon anfängt, nach außen hin aufzutreten, wenn man schon damit anfängt, IP zu entwickeln, vielleicht Code zu entwickeln und das im Regime der jeweiligen Gründer macht und erst später eine Gesellschaft gründet, dann muss ich in die neue Gesellschaft das rüberretten, in die neue Gesellschaft. Das kreiert häufig auch Probleme.

Gründer-Holding ist der erste Punkt und der richtige Zeitpunkt, wann man die Gesellschaft gründet, ist der zweite Punkt. Beim dritten Punkt kommt man so ein bisschen in die Haftungsrisiken. Da geht um die Frage, ob das, was ich mache, auch erlaubt ist. Gerade im Finanzbereich sollte man sich früh die Frage stellen, ob es einer Erlaubnis bedarf. Das kann eine Erlaubnis sein, die von der BaFin kontrolliert ist, aber auch eine einfache Gewerbeaufsichtserlaubnis.

Wenn man das am Anfang nicht beachtet, dann ist man ganz schnell mit Bußgeldern oder der persönlichen Haftung dabei. Das sind so die klassischen Themen, die man am Anfang berücksichtigen sollte.

Was kann warten?

Dinge wie Tochtergesellschaften oder so ganz komplexe gesellschaftsrechtliche Regelungen am Anfang. Häufig kommen Gründer zu uns, die sich schon ausgedacht haben, wie viele Tochtergesellschaften sie gründen wollen und wer Geschäftsführer werden soll. Das ist am Anfang häufig viel zu komplex. Das sind so Dinge, wo man lieber erst mal klein anfangen und nicht zu sehr belasten sollte. Da sollte man abwarten.

Das gleiche gilt auch für sonstige interne Strukturen, Reporting an die Gesellschafter. Da sollte man sich wirklich darauf konzentrieren, was wichtig und gewollt ist. Da sollten keine zu großen formalen Strukturen aufgebaut werden, als sei man schon ein riesiger Konzern.“

Startup-Gründer Florin Kutten
über die GbR als Anfangsmöglichkeit
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Florin Kutten: „In unserem Fall war es sehr gut, vorher eine GbR zu gründen, weil man da kein Geld reinstecken muss. Da kann man die GbR für den Aufbau nutzen und um auszuprobieren, ob es funktioniert. Es hätte zu jedem Zeitpunkt passieren können, dass es doch nicht so funktioniert, wie wir uns es am Anfang vorgestellt haben.

In eine GmbH muss man viel mehr Geld reinstecken, das ist im Endeffekt dann weg und es gibt Dinge wie Insolvenzverschleppung usw.. Diese Probleme hat man bei einer GbR nicht und aus dem Grund ist es für den Anfang eine gute Idee.“

Maika Kupfer
darüber, warum ein Fokus auf eine Zielgruppe so wichtig ist
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Maika Kupfer: „Der Fokus auf eine Zielgruppe oder eine Buyer Persona ist für uns sehr wichtig, weil wir eben ein anlassbezogenes Produkt anbieten und das Ziel ist es, in den Kopf der Buyer Persona zu gelangen.

Für uns ist es ganz wichtig, Top-of-Mind zu bleiben, also dass sich Kunden an uns erinnern und dann das Produkt auch kaufen. In unserem Fall sind wir ein gebootstraptes Unternehmen, wir finanzieren uns komplett selbst. Wir müssen Streuverluste vermeiden und gezieltes Marketing verwenden, weil es sonst einfach zu teuer wird.“

Startup-Gründer Florin Kutten
über den Zeitpunkt der formellen Gründung
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Florin Kutten: „Wir haben vorher eine GbR gegründet und haben ein Gewerbe anmelden müssen, weil wir mit dem Verkauf gestartet haben, um auch die Preise unserer Lieferanten herauszufinden. Dann haben wir im Oktober die GmbH gegründet, einfach weil wir dann richtig ins Fundraising eingestiegen sind. Den INVEST Zuschuss bekommt man zum Beispiel auch nur mit einer GmbH bzw. einer UG. Weil wir mit Lebensmitteln handeln und wegen der Haftung hat das ganz gut gepasst.“

Fabio Hildenbrand
über was Anlässe für mögliche Konflikte mit Investoren sind und wie er sich verhält
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Fabio Hildenbrand: „Bei uns war das speziell das Thema Erwartungen. Als Startup verkauft man schließlich Annahmen und oft treten diese nicht so ein, wie sie vorhergesagt wurden.
Das war bei uns vor allem in Hinblick auf Venture Capital der Fall. Wir mussten da vorab kommunizieren, dass wir einen anderen Weg gehen müssen.

Wir haben beispielsweise in der Creator Community ein riesiges Potential gesehen mit viel Wachstum. Daraufhin haben wir entschlossen, dass wir uns darauf mehr fokussieren müssen. Das heißt aber auch dass wir unsere Traction stärker auf diesen Bereich abzielen müssen. Und für den Bereich, den wir davor vorgesehen hatten, mussten wir die Traction auslaufen lassen.

Das haben wir zu Beginn nicht richtig mit unseren Investoren kommuniziert. Relativ trocken haben wir die Information damals über eine Mail herausgeschickt. Das ist dann bei dem Ein oder Anderen bitter aufgestoßen. In Einzelgesprächen mussten wir das dann rechtfertigen und haben letztendlich auch gutes Feedback zu unserer Kommunikation bekommen. Das haben wir dann überarbeitet und in den letzten Monaten umgestellt. Beim letzten Investorenreporting haben wir dazu auch sehr gutes Feedback bekommen, da die Zahlen auch besser waren.

Einer der großen Konflikte ist demnach die Kommunikation und die Erwartungshaltung, die man in der Verkaufserhaltung schürrt und dann in irgendeiner Form einhalten muss.
Wenn man das nicht einhalten kann, kann Enttäuschung entstehen. Da muss man stets aktiv kommunizieren „wieso, weshalb , warum“. Dann behält man auch weiterhin den Support seiner Angels.“