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Madeleine Heuts über welche Themen ein Startup am Anfang Rechtsberatung braucht

Legal Tech Startup-Gründerin

über welche Themen ein Startup am Anfang Rechtsberatung braucht

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Madeleine Heuts: „Ich würde es ein bisschen Differenzieren in:

1. Womit sollte ich mich rechtlich beschäftigen?
2. Wofür sollte ich Beratung auch wirklich in Anspruch nehmen?

Sehr viel kann und sollte man sich selbst aneignen, damit man ein guter Unternehmer sein kann. Man sollte verstehen, wie geistiges Eigentum funktioniert und man sollte verstehen, welche Firmenkonstellationen man braucht und hat. Das kann sich natürlich auch privat auswirken.

Zum Beispiel ist bei einer GbR das Thema Haftung superwichtig, weil man mit dem kompletten Privatvermögen haftet. Da muss man einfach ein Grundwissen haben und man kann es nicht einfach einen Anwalt machen lassen.

Das Gleiche gilt für die Geschäftsführung. Viele denken, dass sie bei der GmbH aus der Haftung raus sind, aber man hat als Geschäftsführer auch eine gewisse Haftung. Dementsprechend sollte man bei dem klassischen Fall Insolvenzverschleppung aufpassen. In viele Themen kann man sich reinarbeiten, reinlesen und aneignen. Das ist einer der Gründe, warum wir unsere Academy gebaut haben und da alles lernen kann.

Da kann man sich sehr gut reinfuchsen und dann sollte man schauen, was Themen sind, die besonders sind. Ist das Gründerteam zum Beispiel zu dritt und einer ist verheiratet? Dann wisst ihr schon mal, dass eine zusätzliche Gesellschaftervereinbarung sehr sinnvoll ist. Haben wir da noch andere Sonderwünsche, die wir da reinhaben wollen?

Bei den individuellen Fällen sollte man sich mit einem Anwalt unterhalten. Auch wenn man jetzt sagt, dass man Investoren mit reinnehmen will. Es gibt natürlich das klassische Wandeldarlehen, dass 80 % der Leute nutzen. Wenn ein Investor jetzt aber beispielsweise zusätzliche Anteile für Sonderleistungen haben will, die er sich erarbeiten kann, da macht es auch Sinn, sich einen Anwalt dazuzuholen. Bei solchen Sachen würde ich aber auch immer vorsichtig sein, weil meiner Meinung nach es für Business Angels dazu gehört, sich einzubringen.

Ein Anwalt kann natürlich auch für einen verhandeln und die Gründer vertreten, der auch den “Bad Cop” spielen kann. Eigentlich wollen die Gründer ja ein gutes Verhältnis zu den Investoren, da kann man den Anwalt natürlich ganz gut vorschicken und der derjenige ist, der ganz kritisch fragt. Es ist natürlich auch eine strategische Entscheidung, einen Rechtsberater dazuzuholen. Der bringt bestimmte Mehrwerte mit.

Die Markenanmeldung kann man auch sehr gut einfach machen, wenn der Name noch nicht vergeben ist. Da muss man aber auch sehr ordentlich recherchieren.

Ansonsten kommt es natürlich auf das Produkt an. Wenn ihr beispielsweise ein FinTech seid, dann solltet ihr ganz genau checken, ob ihr eine Lizenz braucht, um überhaupt Finanzdienstleistungen anbieten zu können. N26 braucht eine Bankenlizenz und das kann ein paar Jahre dauern, bis man die bekommt.

Die Spezifika für das Produkt, was man darf und was man nicht darf, ist direkt am Anfang entscheidend.“

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Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
darüber, wie er mit dem Druck als Gründer umgeht
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Dr. Daniel Fallscheer: „Teilt eure Ängste, Sorgen und Bedürfnisse im Gründerteam, das macht es aus. Auch der persönliche Kontakt zwischen den Gründern ist wichtig. Für mich ist außerdem wichtig, mich mit Leuten zu umgeben. Ich habe einen persönlichen Coach, der auch Vorstände betreut, jemand, der wirklich Erfahrung auch mit Startups hat.

Außerdem habe ich mir sehr früh 1-2 sehr vertraute Personen gesucht, die selbst Gründer aus dem Business Angel Netzwerk sind. Die haben zum Beispiel zur Auflage gemacht, dass sie nicht nur Geld einbringen wollen, sondern auch die Gründer als Führungspersönlichkeit weiterentwickeln wollen.

Das kannst du annehmen und das nutze ich sehr aktiv. Das sind einfach Leute, die eine Firma mit 500-800 Leuten führen, wo man viele Sachen fragen kann. Jemanden das erste Mal zu kündigen ist nicht schön, aber wenn man vorher mit jemandem reden kann, dann nimmt es einem den Druck.

So kann man den Druck auf verschiedene Schultern verteilen. Auf die Schultern von Mitgründern und sehr vertrauten Personen und Coaches. Außerdem ist ein Ausgleich mit der Familie sehr wichtig, ich lebe auch sehr harte Regeln. Gründer tendieren dazu, sehr viel zu arbeiten und das geht mir auch so.

Ich habe auch eine Familie und Kinder, da gibt es für mich ganz harte Zeitfenster und das kommuniziere ich auch offen so. Dann ist es für jeden klar.“

Daniel Bosman Founder von OUR GREENERY
über wie und zu welchem Grad er Investoren-Feedback in sein Pitch Deck, Geschäftsmodell und Fundraising-Strategie hat einfließen lassen
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Daniel Bosman: „Das Pitch Deck ist für mich das „Schweizer Taschenmesser“. Du wirst immer wieder erleben, dass du mit Angels sprichst und du merkst der Fokus und die Geschäftsausrichtung von diesem Angel, aufgrund der Startups in die er/ sie schon investiert hat, aber vor allem die Businesses, in denen er/ sie bereits selbst unterwegs waren, erfordern noch mal ein anderes Tool.

Ich bin der Meinung, es ist illusorisch ein Pitch Deck zu machen, was für alle Angels passt. Das würde ich einfach auch nicht empfehlen. Irgendwann merkst du, du hast einfach viel zu viele Slides in deinem Deck. Was ich empfehlen würde ist, dass Ganze mit dem Intro Deck zu starten. 6 bis 7 Slides, mehr sollte das nicht beinhalten. In diesen Slides sollte präzise und schnell auf die wichtigsten Themen der Geschäftsidee eingegangen werden, als auch auf die Gründer*innen.

Meine Erfahrung ist, dass ein Pitch Deck mit einem Blumenstrauß vergleichbar ist: So wie verschiedene Blumen gesamtheitlich einen schönen Blumenstrauß ergeben, fügen sich einzelne Slides zu einem verständlichen Pitch Deck zusammen. Das eine hierbei ist natürlich die Idee, das andere ist das Team. Ganz wichtig ist das Timing, warum die Idee jetzt mit diesen Gründer*innen performen wird. Auch noch andere Sachen sind relevant, wie beispielsweise die Finanzen und die Profitabilität.

Wenn die ersten drei Punkte überzeugend sind, dann wirst du auch mit dem Angel /den Angels, mit denen du sprichst, so viel Erfahrung machen, die du dann wieder einfließen lassen kannst.

Ich selbst habe zum Beispiel drei Pitch Decks: Das eine ist ein Intro Deck. Das andere ist ein ausführlicheres Deck. Dieses hat 20 Slides, da unsere Geschäftsidee nun mal auch diese Präsenz benötigt. Und dann haben wir nochmal ein Deck, welches nur auf die finanziellen Sachen eingeht, welche man am Anfang vielleicht nicht direkt teilen möchtest.“

Startup-Gründerin Antonia Wälzholz
über den Inhalt der Team Slide
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Antonia Wälzholz: „Die Team Slide ist ja häufig so der krönende Abschluss des Decks. Nachdem man durch das Problem, die Lösung und die vielen weiteren Insights gegangen ist, landet man dann beim Team. Es gibt aber auch die Empfehlung, das anders herum zu machen… Aber grundsätzlich ist klar, das in einem Pitch Deck eine Team Slide enthalten sein muss.

Gerade in einer frühen Phase gibt es ja noch nicht so viel Produkt, daher schauen Investorinnen und Investoren viel auf das Team. Wie sind die Personen aufgestellt und haben die komplementäre Skillsets? Was sind das für Persönlichkeiten und welche Erfahrungen haben sie in den letzten Jahren gesammelt, die darauf hindeuten, dass sie das gut können?

Ich glaube, das ist wichtig in einer Team Slide aufzunehmen: einmal das Gründer*innen-Team zu zeigen, welches für das Produkt steht und aus dessen Köpfen das kommt, welches das Produkt groß machen will, weil es absolut daran glaubt. Wenn man die Begeisterung durchscheinen lassen kann, dann ist das gut – gepaart mit den dafür relevanten Erfahrungen und Skills.

Wenn man denn das Glück hat, Mitarbeiter*innen im Team zu haben, vielleicht schon nach einer ersten Finanzierungsrunde, gehören die meiner Meinung nach auch auf die Team Slide. Denn die First Hires prägen und gestalten das Produkt sehr stark mit und sind für das Startup ein großes Asset.

Wir haben das große Glück, dass wir sehr erfahrene Leute gewinnen konnten. Über unser Netzwerk haben wir ehemalige Kolleginnen und Kollegen zu uns geholt. Und das ist natürlich auch etwas, worauf wir stolz sind, weil wir sehr seniore Leute dabei haben, mit denen wir das Produkt in noch schnellerer Zeit noch besser machen können.

Das sind alles Selling Points, die man im Pitch Deck auch aufzeigen kann: das sind wir und wir sind genau die richtigen Menschen, um dieses Produkt zu bauen und zwar aus diesen Gründen.“

Startup-Gründerin Dr. Desiree-Jessica Pely
darüber, wie man an Corporates verkauft
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Dr. Desiree-Jessica Pely: „Das ist eine schwierige Frage. Ich kann da keinen pauschalen Tipp geben. Ich glaube, man braucht ein bisschen Glück, dass man an die richtige Person trifft. Wir hatten wirklich Glück, weil unser Kunde uns verziehen hat, dass wir nicht perfekt sind. Dieses Mindset ist bei Corporates schon sehr selten. Also grundsätzlich wird schon eine Perfektion verlangt und das ist dann nicht gerade förderlich für eine Zusammenarbeit.

Ich würde dann eher dazu raten, nicht mit den Corporates zusammenzuarbeiten, die nicht offen dafür sind. Das könnte wirklich ein Killer für ein Startup sein und da lieber Leute finden, die daran glauben, die mit einem das Problem auch ein Stück weit definieren. Als Tipp schwierig, aber was wirklich hilft, sind diese Accelerator Programme.

Das hat uns sehr geholfen, gerade nach der Universität und frisch gegründet. Zum Beispiel über InsurTechHub Munich, die haben halt viele Versicherungs- und Tech-Unternehmen in ihrem Portfolio. Das war dann ein relativ dankbarer Einstieg, um mit einem relativ hohen Ansprechpartner zu sprechen. Wir waren dann direkt unter dem COO angesiedelt und unser Produkt hat es ins Board Meeting geschafft und da waren wir schon sehr stolz.

Da wären wir halt nie hingekommen, wenn wir es irgendwie alleine über LinkedIn versucht hätten.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
über die Vor- und Nachteile von VCs
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Christian Ritosek: „Die Interessen von einem Business Angel und einem VC sind anders. Der VC bleibt tendenziell für 7-10 Jahre investiert. Der Business Angel meistens nicht über so eine lange Laufzeit. Der hat das Interesse von der Idee, bis zur ersten oder zweiten größeren Finanzierung dabei zu bleiben. Es kann sein, dass ein Business Angel nur 3-4 Jahre in der Firma ist, weil er dann schon sein Geld und Multiple gemacht hat.

Wann ist es sinnvoll, sich einen Business Angel zu suchen?
Wenn man wirklich noch gar nicht viel hat, nur eine PowerPoint oder eine Idee steht. Ein VC würde ich mir suchen, wenn man vielleicht schon ein MVP hat, auf dem die ersten User sind und wenn man die ersten Transaktionen und Umsätze sieht.

Man kann natürlich auch einen Business Angel nehmen, wenn es für die Industrie relevant ist. Wenn man vielleicht ein Startup im Bereich Industrie 4.0 ist und der Business Angel da gute Kontakte hat, dann kann das natürlich auch ein sehr relevanter fit für die Company sein.“

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
über Frustration im Fundraising-Prozess
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Christian Ritosek: „Die Frustration im Fundraising ist für mich immer dann gegeben, wenn man ein “Nein” bekommt, obwohl man denkt, dass man weiter ist. Ich habe auch mit vielen US-VCs gesprochen und die sind am Anfang immer sehr begeistert. Es ist alles immer toll, Awesome und Great. Dann hatte ich immer ein gutes Gefühl und danach kam immer irgendwann die Absage. Das ist immer ein sehr frustrierender Zeitpunkt im Fundraising, aber auf der anderen Seite gibt es auch immer sehr schöne Momente. Nach manchen Pitches denkt man, dass es nicht gut gelaufen ist und dann bekommt man doch eine Investment-Zusage.“