Founder Academy

Michael Pfeifer darüber, wie sich das Verhältnis zu Investoren nach dem Funding geändert hat

Upcycling Startup-Gründer

darüber, wie sich das Verhältnis zu Investoren nach dem Funding geändert hat

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Michael Pfeifer: „Vor der Finanzierungsrunde hat man als Gründer natürlich das Gefühl „Ich muss jetzt ganz viele Argumente liefern“ und muss sagen, was alles gut läuft, und versucht ganz viel Positives in den Vordergrund zu stellen. Nichtsdestotrotz sollte man auch vor der Finanzierungsrunde ansprechen, bevor man beim Notar ist, dass es auch Sachen gibt, die nicht so gut sind.

Ich glaube, die größte Veränderung in der Kommunikation oder in dem Verhältnis viel mehr, ist eigentlich in meinem Kopf passiert, dass ich verstanden habe: Es ist ja vollkommen normal, dass nicht alles perfekt läuft und wir sitzen jetzt wirklich im selben Boot. Vorher muss man in Anführungszeichen noch die Investorinnen und Investoren überzeugen, auch in dieses Boot mit einzusteigen. Wir haben ja alle die gleichen Interessen. Nämlich, dass sich das Unternehmen gut weiterentwickelt. Und es macht auch gar keinen Sinn, irgendwelche Sachen zu beschönigen, die vielleicht gerade nicht so gut laufen. Hier wirklich transparent und offen kommunizieren und sich auch nicht dabei blöd fühlen, wenn man sagt „Wir hatten eigentlich Ziel XY gehabt und wir sind noch nicht da, oder wir werden das vielleicht auch nicht erreichen“.

Auch dafür sind die Investorinnen und Investoren da: Dass sie einen unterstützen, dass man dann doch noch dieses Ziel erreicht. Aber das es auch okay ist, wenn wir dieses Ziel nicht erreichen und man sich lieber auf etwas anderes fokussiert.

Das Verhältnis hat sich Business Angel- oder generell investorenseitig nicht groß verändert, weil diese schon ein bisschen erfahrener sind. Sondern eher bei mir als first-time Founder war es, dass ein kleines Umdenken im Kopf passiert ist. Man sagt sich selbst „Hey, ich muss mich nicht blöd fühlen, wenn man auch mal eine Sache berichten muss, die vielleicht nicht so optimal ist.“

Direkt mehr Startup-Know-How

von diesen und vielen weiteren Startup-Gründer*innen

Tobias de Raet Lindenpartners

Dr. Tobias de Raet

Rechtsanwalt

Business Angel Maximilian Fleitmann

Maximilian Fleitmann

Erfolgreicher Edtech-Gründer und Angel

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek

Christian Ritosek

SaaS Startup-Gründer

Madeleine Heuts

Madeleine Heuts

Legal Tech Startup-Gründerin

SaaS Startup-Gründer Christian Ritosek
über anfängliche Kritikpunkte von Investoren
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Christian Ritosek: „Jeder hat unser Problem verstanden und auch, dass es ein großes Problem ist, aber Investoren haben eher geglaubt, dass es ein “Nice-to-have” und keine “Must-have-Solution” ist. Was wir gemerkt haben, als wir 2015/2016 gestartet sind, war, dass da das Bewusstsein im Markt noch nicht so da war. Es gab viel Automatisierung im Sales und Marketing, aber in Finanzprozessen war alles noch sehr manuell.

Es war zwar ein riesiges Marktpotenzial da, aber die Investoren haben noch keinen richtigen Zug im Markt gesehen. Das hat sich jetzt komplett geändert, auch durch die Corona-Krise. Viele Finanzabteilungen haben gemerkt, dass sie ihre Prozesse digitalisieren müssen. Jetzt sieht man einen richtigen Zug im Markt, auch weil viele Wettbewerber Richtung Cloud gehen.

Am Anfang haben wirklich die Investoren gedacht, dass unsere Lösung noch zu früh ist. Wie sind wir damit umgegangen? Wir haben einfach ein gutes Produkt gebaut und haben gezeigt, dass wir immer mehr Kunden gewinnen können, die Kunden sehr zufrieden sind und unsere Traction immer höher wird. Wir haben den Investoren einfach unseren Wachstum gezeigt.“

Startup-Gründer Christof Weidl
über den besten Rat zum Thema Fundraising
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Christof Weidl: „Das größte Learning ist eigentlich das Durchhaltevermögen und das wirst du meiner Meinung nach nur erhalten können, wenn du in einem ununterbrochenen Austausch mit deinem Team bist. Das heißt, dass was uns wirklich dazu gebracht hat und dass wir am Ende des Tages auch einen Erfolg verzeichnen konnten, war ganz klar das Team.

Es wird viele blöde Situationen geben und das Team spürt es auch, wenn es dir nicht so gut geht und du mit Augenringen ins Meeting kommst. Da solltest du offen mit deinem Team in die Diskussion gehen und dann wirst du daraus viel Energie ziehen und das Team gut am Laufen halten und ein wir Gefühl erzeugen.

Das ist ein Rat, den ich gerne gehört hätte, den hat mir aber niemand gesagt. Wenn du mit anderen Gründern sprichst, dann ist es eigentlich ein Gefühl, was du mit ihnen teilst.“

Dr. Patrick Müller
über die Downround Protection
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dr. Patrick Müller: „Zur Downround Protection kann man sagen, dass das bislang eher so ein theoretisches Konstrukt gewesen ist. Die Downround Protection kommt in der Praxis nicht so oft vor und war bisher nicht das zentrale Thema der VC- und Startup-Beratung. Momentan hat es sich durch die allgemeine volkswirtschaftliche Entwicklung etwas verschoben und es zumindest mehr diskutiert wird.

Es werden jetzt nicht ständig Finanzierungsrunden durchgeführt, die zu einer niedrigeren Bewertung durchgeführt werden wie die Vorangegangene (=Downround). Die Möglichkeiten sind jetzt aber mehr auf dem Schirm der Investoren und somit auch für die Founder relevant.

Worum geht es bei den Downround Protection Klauseln?
Es geht im Grunde darum: Ein Investor investiert zum Beispiel in einer Series A zu einer Unternehmensbewertung von 15 Mio. Euro und zwei Jahre später wird eine Series B mit einer Unternehmensbewertung von 10 Mio. Euro durchgeführt.

Die neue Finanzierungsrunde geht natürlich auch mit einer Verwässerung einher und da gibt es vertragstechnische Möglichkeiten, dass man diese Verwässerung auffängt. Der Gesetzgeber hat da keine Regelungen geschaffen. Die Verwässerung wäre die logische Folge im Rahmen der Beteiligungsquoten nach Cap Table.

Die Downround Protection Klauseln sind von der Grundidee alle identisch. Da werden einzelnen Investoren ein exklusives Recht eingeräumt, dass sie neue Geschäftsanteile zum Nominalbetrag erhalten. So wird die wirtschaftliche Verwässerung ausgeglichen und es wird so getan, als hätte der Investor auch schon zu dieser niedrigeren Bewertung finanziert.

Ergänzend gibt es dann noch weitere Ausprägungen. Zum Beispiel kann auch der Durchschnittspreis der letzten Finanzierungsrunden genutzt werden. Da hat man viel Gestaltungsspielraum, wie viele Finanzierungsrunden man da ansetzt.

Außerdem gibt es eine Methode, wo nicht nur der Ausgabepreis, sondern auch das Volumen der einzelnen Finanzierungsrunden mit eingerechnet und so ein Gesamtwert errechnet wird.

Zudem gibt es eine Methode, wo noch alle sonstigen Investitionen eingerechnet werden. Zum Beispiel Stammkapital oder andere Finanzspritzen oder Optionsrechte.“

Agrar-Tech Startup-Gründer
darüber, was aus seiner Sicht für und gegen VCs als Investoren spricht
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Lasse Dumstrei: „Was spricht für und gegen Venture Capital Fonds?
Grundsätzlich spricht für den VC, dass wir mit ihm eine langfristige Strategie aufbauen und an langfristigen Themen arbeiten können. Außerdem das Netzwerk, dass der VC mitbringt.

Was spricht gegen einen VC?
Wir wollen eine 100-Millionen-Dollar-Company bauen und das gleiche Mindset hat der VC auch. Am Ende des Tages geht es bei dem VC extrem stark um das Geschäft. Mittlerweile haben wir auch VCs, die einen Impact Fokus haben, das ist positiv zu betrachten, aber am Ende des Tages geht es schon ums Business.

Ich kenne verschiedene Startups, so es in erster Linie nicht darum geht, eine 100-Millionen-Dollar-Company zu bauen, sondern sich Bereiche suchen, wo sie unterstützen und helfen können. Wo es nicht darum geht, extrem viel Umsatz zu generieren oder Sonstiges. Dann spricht es eher gegen den VC. Das Mindset, der Fit und die Vision muss gemeinsam getragen werden.

Wenn das nicht 100 % zusammenpasst, dann wäre der VC nicht der richtige Partner für mich, weil ich betrachte meine Shareholder wie meine Ehepartner für mich. Wir gehen auf jeden Fall eine Ehe über die nächsten 5-10 Jahre ein, dementsprechend muss das auf persönlicher Ebene auch einfach passen. Ich glaube, da ist es extrem wichtig, dass man auf der gleichen Seite stehen. Gegenseitig im Business zu kämpfen wäre sehr schlecht, da man genügend andere Probleme hat. Da ist es einfacher, wenn man an dem gleichen Strang zieht.“

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
über Learnings im Fundraising
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dr. Daniel Fallscheer: „Habt Spaß am Fundraising-Prozess, auch wenn es wehtut. Habt Spaß an Kritik, auch an positiver Kritik und wertschätzender Kritik der Investoren. Auch ein Investor, der Nein sagt, ist ein Fall, wo man viel mitnehmen kann.

Bis Verträge in trockenen Tüchern sind, ist es immer ein Prozess, der möglichst strukturiert sein sollte. Man sollte auch nicht alles selber machen und gute Anwälte sind da auch ein wichtiger Tipp. Die dürfen auch ein bisschen was kosten, weil das auch eine gewisse Substanz für die nächste Runde schafft.

Ich glaube eine klare Strategie (mit Spaß) zu haben, die eine Kommunikation in alle Richtungen und einen gewissen Grad an Transparenz beinhaltet, ist sehr wichtig. Investoren schätzen außerdem eine transparente und offene Kommunikation schon während und nach der Finanzierungsrunde.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
über seine größten Learnings im Fundraising
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Stephen Voss: „Man könnte einiges anders machen, aber es ist jetzt müßig darüber zu spekulieren. Ich habe einen Tipp für alle, die jetzt zuhören: Geht wirklich auf eure Präsentationen rein und bringt euer Thema auf den Punkt. Uns ist am Anfang schwergefallen, auf wenigen Seiten und in wenigen Worten das Modell zu erklären. Es ist so selbstverständlich, wenn man selber präsentiert, dass das ja alles klar ist.

Dein Gegenüber ist im Zweifel nicht aus der Branche und muss in wenigen Minuten verstehen, um was es geht. Daraus muss eine sehr teure Entscheidung getroffen werden, nämlich Geld zu geben. Versucht also wirklich euer Modell, eueren Pitch auf den Punkt zu bringen.

Verprobt ihn mit Leuten, die nicht aus eurer Branche sind und fragt danach nach den Inhalten. Wenn sich die Inhalte mit dem decken, was ihr wiedergeben wollt, dann seid ihr wirklich einen großen Schritt weiter. Das ist meine große Empfehlung.

Daran sind wir nicht gescheitert, aber das eine oder andere Mal hat man gemerkt, dass man sein Gegenüber nicht richtig abgeholt hat.“