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Stephen Voss über das Verhältnis zu den Investoren nach der Finanzierungsrunde

InsurTech Startup-Gründer

über das Verhältnis zu den Investoren nach der Finanzierungsrunde

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Stephen Voss: „Am Anfang fremdelt man ja noch ein bisschen mit den Investoren. Man weiß, dass man zusammen gehört, hat aber noch so ein bisschen Berührungsängste. Das Verhältnis muss sich auch ein bisschen einspielen. Bei uns hat es sich über Monate mit Projektsitzungen hinentwickelt, wo man sich darauf einstellt.

Da muss man auch wieder zuhören und aus dem anderen lesen. Wenn ich jetzt ein Bericht darüber abgeben möchte, wie unser Business gerade läuft, dann muss man die Investoren vorher fragen, was sie denn hören wollen. Soll man mehr auf die Zahlen eingehen, mehr auf die Story? Wie Tief wollt ihr reingehen und wie sehr wollt ihr teilhaben?

Das muss sich entwickeln. Auf der anderen Seite kann ich empfehlen, was nicht einfach ist, seinen Standpunkt zu halten und nicht gleich einzuknicken. Wenn der Investor sagt, dass etwas ihm nicht gefällt, dann kann man es mitnehmen und drüber sprechen, aber am Schluss ist es das eigene Businessmodell.

Natürlich haben die Investoren ein großes Mitspracherecht, weil sie das Geld geliefert haben. Auf der anderen Seite ist man selber das Management und die Emanzipation muss man auch lernen. Über die Zeit wird es besser, weil man einfach trittsicherer wird.“

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Madeleine Heuts
darüber, wie sie mit Investoren in Kontakt getreten ist
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Madeleine Heuts: „Das ist auf jeden Fall ein sehr spannender Prozess. Ich bin ja First-time-Founder, das hören ja alle VCs nicht so gerne. Ich sehe es als sehr großen Mehrwert, weil man unglaublich offen für alles ist und eine sehr steile Lernkurve hat.

Ich bin mir sicher, dass mein rechtlicher Background mir auch nicht schadet und weil ich viele Dinge dadurch schon weiß. Es ist sehr spannend, mit Investoren erst mal in Kontakt zu treten, weil es natürlich ganz verschiedene Arten an Investoren gibt. Es macht da auch für jeden Gründer und Gründerin Sinn für sich rauszufinden, welchen Typ an Investor man überhaupt dabei haben will.

Es gibt VCs, Family Offices und so Company Builder und dann die klassischen Business Angels. Dann ist es natürlich immer unterschiedlich, was gerade zu der Phase passt, in der man gerade ist.

Was auch menschlich passt, also welche Menschen will man da um sich haben. Was ist einem da wichtig? Worauf hat man Lust? Da sollte man sich auch erst mit verschiedenen Menschen austauschen, um herauszufinden, was man wirklich möchte.

Das war bei uns auch so. Ich habe eigentlich nicht konkret Geld für uns gesucht, aber trotzdem schon mal mit den Leuten gesprochen, so kann man natürlich auch Beziehungen aufbauen und gleichzeitig rausfinden, ob es vom Typ her passen könnte.“

Tobias de Raet Lindenpartners
über wichtige Gründerrechte
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Dr. Tobias de Raet: „Da gibt es eigentlich drei wichtige Themen:

1. Das Verhältnis des Gründers zur Gesellschaft
Die erste Ebene der Gründer als Gesellschafter. Das betrifft vor allem das Thema “Vesting”. Vesting bedeutet, dass sich der Gründer seine Anteile, die er schon hält, eigentlich wieder erarbeiten muss. Wenn der Gründer sich besonders schlecht anstellt, dann kann es passieren, dass er rausgeworfen wird und einen großen Teil seiner Anteile verliert. Wichtig ist, dass man da auf die Details achtet. Solche Vesting-Klauseln sollen wirklich nur für den Fall da sein, wenn sich der Gründer grob Fehlverhalten sollte.

Investoren haben vielleicht das Interesse, in die Vesting-Klauseln noch andere Themen mit einfließen zu lassen. Zum Beispiel wenn der Gründer nicht so wirtschaftlich erfolgreich ist. Das soll Vesting aber eigentlich nicht abdecken. Man sollte immer überlegen, welche Ereignisse welche Konsequenzen habe sollten. Soll der Gründer alle Anteile verlieren oder nur die, die er sich nicht wieder erdient hat?

Wichtig ist, dass ein Gründer die Vesting-Klausel vollständig versteht. Er muss wissen, was in welchem Fall eintritt, weil es den Kern seiner unternehmerischen Tätigkeit ausmacht.

2. Mitspracherechte
Gründer haben am Anfang noch einen relativ hohen Anteil an ihrem Unternehmen. Das bedeutet aber nicht, dass sie durchregieren können. Investoren wollen Mitspracherechte haben und das ist auch vollkommen verständlich und normal. Da muss man als Gründer aber aufpassen, dass nicht hinten überfällt. Das heißt, bei wichtigen Entscheidungen sollte man als Gründer immer so eine Art Veto recht haben.

Mir soll als Gründer nicht ein Investor aufgezwungen werden, den ich nicht haben möchte. Mir soll als Gründer kein Exit aufgezwungen werden, wenn ich den gar nicht haben möchte. Das ist immer eine Frage des Kräfteverhältnisses, aber wichtig ist in der Satzung, im Shareholders‘ agreement klare Gründerrechte definieren.

Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Verträge für schlechte Zeiten gemacht werden und nicht dafür, wenn man sich einig ist.

3. Das Anstellungsverhältnis des Gründers
Welche Rechte hat der Gründer als Geschäftsführer? Neben den Dingen, die man im Vertrag regelt, sollten auch die Dinge drum herum im Blick behalten werden. Das betrifft zum Beispiel den Sozialversicherungsstatus.

Den eigenen Arbeitsvertrag muss man kennen und dessen Entwicklung muss man im Blick behalten.

Das sind so die wichtigen Punkte, auf die man als Gründer achten muss.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
über das wichtigste Pitch Deck Feedback von Investoren
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Stephen Voss: „Das wichtigste Feedback war von einer Person, die gesagt hat: “Jungs, ganz toll, ich glaube euch 100 %, aber ihr habt hier 25 Folien PowerPoint-Schlacht, das versteht kein Mensch!”. Das war wirklich ganz wichtig und das zentrale Learning. Was du auf 5 Seiten nicht erklären kannst, klärst du nicht auf 25.

Wenn man so ein Feedback erhält und die Antwort bekommt, dass es viel zu lang ist und das kein Mensch versteht, dann am besten im Gründerteam zusammensetzen und vielleicht jemanden dazuholen, der in dem Markt schon Erfahrungen gesammelt hat. Das haben wir auch gemacht, einen guten Bekannten, der uns auch unterstützt hat und als Sparringspartner gedient hat.

Man ist ja in einem Modus, wo man ein bisschen battelt und wo man kämpft. Dann sollte man wirklich da reingehen, was man präsentiert und die Informationen prüfen. Brauche ich die Informationen? Sind die essenziell oder nicht?

Wirklich das Konzept, die Idee, den Pitch auf das Wesentliche reduzieren. Das heißt nicht, dass man die ganzen Informationen später nicht benennen darf. Das sollte man aber nur nutzen, wenn es Nachfragen gibt. Also wirklich nochmal die Quintessenz eures Pitches, eurer Startup-Idee zusammenstampfen, mit dem ganzen Wissen, was im Hintergrund steht.

Das ist wunderbar, aber wirklich nur das rauslassen, was es ausmacht und dann wirklich versuchen, in den Dialog zu gehen. Das ist auch noch ein Learning, wenn man zu viele Informationen rausgibt, dann hört man das Gegenüber nicht mehr und ist in einem Monolog gefangen. Das kann in einem Pitch auch gefährlich sein, wenn man nurnoch selber spricht.“

Digital Health Startup-Gründer Dr. Daniel Fallscheer
über die Vor- und Nachteile von VCs
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Dr. Daniel Fallscheer: „Die VCs haben eine sehr große DNA, wie man sehr schnell skalieren kann. Die verstehen Technologie, wir sind ein HealthTech Unternehmen, wir sind Service und Technologie getrieben. Das verstehen die VCs am besten und da kann man auch sehr viele Learnings über deren Portfolios herausziehen. Man denkt immer, dass man sehr unique darin ist, was man tut. Vor Kurzem habe ich jemanden getroffen, der das Gleiche wie wir macht, nur mit Hotelbetten.

VCs sind sehr stark darin, branchenübergreifend zu schauen, wer ähnliche Geschäftsmodelle und Lösungen hat. Dann ist Healthcare vielleicht gar nicht so anders und da ist VC aus unserer Sicht das, was am besten funktioniert. Die sind bei Investitionsentscheidungen auch nicht emotional. Ein Business Angel ist hingegen sehr emotional und ein Corporate verfolgt eher ein strategisches Ziel.

Wir wollen unser Unternehmen eigenständige sehr lange betreiben, bis zum IPO oder Ähnliches. Deswegen sehen wir auch, das ein VC uns das am einfachsten ermöglicht. Wir sehen nicht den strategischen Case, den gibt es mit Sicherheit, aber unsere Motivation liegt in der Eigenständigkeit.“

Agrar-Tech Startup-Gründer
über die richtige Auswahl der Investoren
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Lasse Dumstrei: „Grundsätzlich ist es für mich wichtig, was der Investor bis dato gemacht hat. Da schaue ich mir extrem stark das Portfolio an. Wir sind im AgTech- und Marketplace-Bereich und da schaue ich, ob es grundsätzlich Schnittpunkte von den Portfolio-Companies gibt.

Warum ist das Portfolio für mich relevant und interessant?
Ich bin First-Time Founder. An der ein oder anderen Stelle denkt man vielleicht, dass man allwissend ist, aber das bin ich auch nicht. Ich komme aus der klassischen Industrie und der Startup-Kontext im Bereich Venture Capital funktioniert noch mal komplett anders. Deswegen versuche ich mir zusätzliche Expertise reinzuholen, nicht nur in Form von Business Angels, sondern auch im klassischen Venture Capital Bereich, weil da einfach das größte Netzwerk herrscht.

Wenn ich mir namhafte VCs und deren Portfolios anschaue, bekomme ich schneller einen Draht zu Gleichgesinnten. Die sind vielleicht nicht im AgTech-Bereich tätig, aber vielleicht im Marketplace-Bereich. Wir haben ein Two-sided Platform Modell und wir brauchen immer Supply und Demand und wie wir das growth hacken, das ist eine eigene Philosophie und Strategie für sich. Der Austausch mit Gleichgesinnten hat immer wieder unseren kreativen Prozess gefördert. Genau deshalb ist das Netzwerk für mich alles und das bringt ein Venture Capital Fond für mich in unser Venture.“

Stephen Voss InsurTech Startup-Gründer
über die wichtigsten Punkte im Pitch Deck
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Stephen Voss: „Zuerst haben wir beim Pitch Deck darauf geachtet, dass wir die grundlegenden Financials drin haben. Das wussten wir schon vorher, dass Venture Capital Unternehmen und Geldgeber ganz klar die Story verstehen wollen. Die ist wichtig und die muss man auch in wenigen Worten rüberbringen.

Aber der nächste Punkt ist eben, haben die Menschen, die da vor einem sitzen, für das finanzielle Modell eine Vorstellung, wie das funktioniert. Das heißt nicht, dass man einen ausgefeilten 6, 7 Jahresplan abgeben muss. Man muss aber klar sagen können, das ist unser Organisationsfonds, das ist das Geld, was wir für die Technologie benötigen. Das brauchen wir für die Lizenz, das sind die minimalen Punkte, die wir brauchen.

Diese Punkte sollte man schon sehr klar darlegen können, weil das auch das Stück Professionalität ausdrückt, womit sich dann die Investor:innen wohlfühlen wollen.“