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Stephen Voss über die wichtigsten Punkte im Pitch Deck

InsurTech Startup-Gründer

über die wichtigsten Punkte im Pitch Deck

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Stephen Voss: „Zuerst haben wir beim Pitch Deck darauf geachtet, dass wir die grundlegenden Financials drin haben. Das wussten wir schon vorher, dass Venture Capital Unternehmen und Geldgeber ganz klar die Story verstehen wollen. Die ist wichtig und die muss man auch in wenigen Worten rüberbringen.

Aber der nächste Punkt ist eben, haben die Menschen, die da vor einem sitzen, für das finanzielle Modell eine Vorstellung, wie das funktioniert. Das heißt nicht, dass man einen ausgefeilten 6, 7 Jahresplan abgeben muss. Man muss aber klar sagen können, das ist unser Organisationsfonds, das ist das Geld, was wir für die Technologie benötigen. Das brauchen wir für die Lizenz, das sind die minimalen Punkte, die wir brauchen.

Diese Punkte sollte man schon sehr klar darlegen können, weil das auch das Stück Professionalität ausdrückt, womit sich dann die Investor:innen wohlfühlen wollen.“

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über unterschiedlichen Möglichkeiten der Finanzierung
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Dr. Tobias de Raet: „Eine Finanzierungsrunde ist eine klassische Eigenkapitalfinanzierung. Ein Investor beteiligt sich an einem Unternehmen und erhält Anteile. Das erfolgt im Rahmen einer Kapitalerhöhung und neue GmbH-Anteile werden ausgegeben, der Investor bekommt die und bezahlt dafür etwas. Zur Folge werden die Bestandsinvestoren verwässert, weil ihr Anteil weniger wird, weil Anteile ausgegeben werden. Das ist die ganz klassische Finanzierungsrunde.

Was man im Rahmen von VC-Finanzierung eher selten sieht, sind Darlehensverträge. Also Darlehensvertrag, welcher auf Rückzahlung angelegt ist. Das hat den Hintergrund, dass ein Darlehen einen Horizont hat und in der Zukunft zurückgezahlt werden muss. Gerade VC-Startups sind ja häufig nicht profitabel und auch am Anfang nicht darauf angelegt. Aus dem Grund ist ein klassischer Darlehensvertrag eher unüblich.

Was man häufiger hört, sind die klassischen Wandeldarlehensverträge, das ist ein Darlehensvertrag, wo das Darlehen nicht zurückgezahlt wird, sondern irgendwann in Anteile des Unternehmens gewandelt wird.

Was ist der Vorteil?
Es ist am Anfang etwas einfacher, weil ich am Anfang nur einen Darlehensvertrag abschließen muss. Ich muss den Investor nicht schon vollständig an Bord nehmen und die erste Pre-Seed oder Seed-Runde verläuft häufig über einen Wandeldarlehensvertrag. Erst wenn bestimmte Meilensteine eingetreten sind (zum Beispiel eine weitere Finanzierungsrunde), dann wird auch der Wandeldarlehensvertrag in echte Anteile gewandelt. Die Wette für den Investor ist in der Regel ein Abschlag auf die nächste Finanzierungsrunde, weil er ja schon deutlich früher investiert.Der Abschlag ist in der Regel bis zu 20 %, die er auf die Bewertung bekommt. Das ist die klassische Wandeldarlehensfinanzierung und die sieht man in der Pre-Seed-Phase ganz am Anfang. Außerdem sieht man sie auch in Zwischenfinanzierungsrunden von Bestandsinvestoren.

Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung von Startups ist Venture Debt. Das ist eigentlich nichts anderes als ein Darlehensvertrag. Die Besonderheit ist, dass Venture Debt besonders auf Startups zugeschnitten ist. Die haben dann häufig auch einen so genannten Equity Kicker, der Darlehensgeber sind in der Regel keine klassischen Banken, sondern Kreditfonds, die darauf spezialisiert sind. Die behalten sich auch vor, möglicherweise einen kleinen Eigenkapitalanteil erhalten zu können.

Für wen eignet sich das?
Ehrlich gesagt eignet sich Venture Debt nur für einen kleinen Teil an Startups. Ein Darlehen muss man irgendwann zurückzahlen und aus dem Grund muss man die Profitabilität des Startups absehen können. Wenn ein Startup einen Zeitraum von einem Jahr bis zur Profitabilität überbrücken will und keine weitere Finanzierungsrunde machen will, dann kann Venture Debt sinnvoll sein. Da muss man dann nicht weitere Anteile abgeben.

Die Zinsen, die für Venture Debt aufgerufen werden, sind nicht gering, das ist durchaus teures Geld, aber man muss nicht weitere Anteile abgeben. Eine Fremdfinanzierung ist in der Regel günstiger als eine Eigenkapitalfinanzierung und aus dem Grund für eine begrenzte Anzahl an Startups relevant.

Der zweite Anwendungsbereich sind Unternehmen, die sehr Asset heavy sind und einen hohen Vorfinanzierungsbedarf haben. Ich muss irgendwo Teile einkaufen, damit ich mein Produkt herstellen kann, und das muss ich erst mal bei meinem Lieferanten finanzieren. Für diese Zwischenfinanzierung kann sich auch ein Venture Debt anbieten, weil ich dann meinen Finanzierungsbedarf der notwendigen Teile abdecken kann. Dann hat man auch etwas, was man besichern kann, nämlich durch den Einkauf beim Lieferanten.

Das sind so die klassischen 3 Finanzierungen von Startups!“

Agrar-Tech Startup-Gründer
über sein Netzwerk
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Lasse Dumstrei: „Wenn man die Haustür verlässt, da ist das Netzwerk vorhanden. Also im realen Leben, da habe ich auf verschiedenen Event die Leute kennengelernt und ich würde auch von mir behaupten, dass ich jemand bin, der an der Bar steht und mit Leuten quatscht. Dementsprechend sind das verschiedene Startup-Events, die es dort gibt und wo ich mein Netzwerk erweitert habe. Dann gibt es verschiedene Pitch-Events, wo man Leute kennenlernt. Außerdem ist es ganz klassisch LinkedIn, wo ich mich mit Leuten connected habe und ins Gespräch gekommen bin.

Des Weiteren sind es Business Netzwerke, bei denen ich Member bin. Also ich würde sagen, dass es ganz viele verschiedene Möglichkeiten gibt, um sein Netzwerk zu erweitern. Mein Grundnetzwerk würde ich auch daraus begründen, dass ich schon an vielen verschiedenen Orten gelebt und dort natürlich unterschiedlichen Menschen kennengelernt habe.

Du bist ja immer eine Version deines Umfelds und deine Persona wird von deinen Personen um dich rum geprägt. Dementsprechend bin ich gerade in dem Startup-Kontext und habe gerade total viele Founder um mich rum. Da haben wir die gleichen Interessen, Probleme und Fragestellungen, über die wir uns austauschen.“

John Agricola CEO & Founder bei Onstruc
über die Auswahl der richtigen Investoren
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Isabeau Ayoubi: “Wir haben bisher keinem Investor abgesagt, aber wir hatten auch das Glück, dass wir sehr viele unserer Investoren durch direkte Introductions bekommen haben. Unsere Bestandsinvestoren haben da gesagt, dass sie Leute kennen, die vielleicht interessant sind. Da ist die Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass der kulturelle Fit einfach da ist. Wir hatten noch nicht den Fall, dass ein Investor bei uns investieren wollte, den wir gar nicht haben wollten. Dementsprechend waren wir immer froh, wenn der Investor sich für uns entschieden hat.”

John Agricola: “Ich finde, dass es sich auf dem Weg dahin auch so ausdünnt. Man pitched bei einem Pitch Event vor 50 Business Angels, 15 davon fragen noch etwas an und mit 10 redet man. Man muss ja nicht unbedingt zu jemandem Nein sagen, sondern es dünnt sich dann so aus. 5 Business Angels trifft man dann und von denen sind dann 3 dabei. Die, die man wieder getroffen hat, da war der Fit schon da.”

Isabeau Ayoubi: “Man merkt es auch schon in den ersten Treffen und Meetings. Wenn die Person sympathisch ist und ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Die meisten, wo der Fit nicht stimmt, melden sich auch gar nicht.”

John Agricola: “Vielleicht spricht das auch für unser Pitch Deck, das die Leute wissen, was sie bekommen”.

Isabeau Ayoubi: “Unser erstes Pitch Deck war wirklich schlecht!”

John Agricola: “Ja, aber die Business Angels wussten trotzdem, was sie bekommen. Aus dem Grund haben wir da wenig Absagen bekommen. Ich glaube, wenn man es nach außen hin gut kommuniziert, dann wissen die Business Angels schon Bescheid.”

Isabeau Ayoubi: “Unsere erste Runde war unser Pitch Deck wirklich miserabel, aber wir haben trotzdem ganz gut damit Geld einsammeln können. Ich glaube schon, dass es darauf ankommt, wie du als Gründer dastehst und deine Idee präsentierst.”

Maika Kupfer
über Books4Memories
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Maika Kupfer: „Hi, ich bin Maika und Mitgründerin von Books4Memories. Wir bieten eine Lösung speziell für Unternehmen, um Prozesse im Onboarding Offboarding von Mitarbeitern zu verbessern.

Was ist damit gemeint?
Unser Fokus liegt ganz speziell auf der Einarbeitung und Begrüßung neuer Mitarbeiter sowie auf der Verabschiedung von Mitarbeitern, wenn sie ein Unternehmen verlassen. Das stammt aus der Idee, Freundebücher zu digitalisieren, aber da ist sehr schnell der B2B-Case entstanden, um eine Plattform zu entwickeln, um diese Prozesse speziell aus Sicht der Unternehmen mit zu optimieren.

In der Entwicklung haben wir sehr schnell gemerkt, dass besonders in den Bereichen Onboarding und Offboarding ein sehr hoher Bedarf besteht. Wenn diese Prozesse nicht optimal gestaltet sind, kann es viele Nachteile für Unternehmen bringen. Zum Beispiel die schlechte Vernetzung von neuen Mitarbeitern, eine lange Einarbeitung, hohe Kosten und im schlimmsten Fall kündigt der neue Mitarbeiter wieder.

Auf der anderen Seite ist auch Offboarding ein wichtiges Thema. Durch eine fehlende positive Trennungskultur kann es für beide Seiten Nachteile haben. Ein Sprichwort besagt, dass man sich immer zweimal im Leben sieht und heutzutage sind alle immer miteinander vernetzt. Das Image eines Unternehmens kann da auch drunter leiden, deshalb ist ein positives Offboarding immer eine Chance für das Employer Branding.

Wegen dieser Erfahrungen haben wir die Entwicklung ganz stark auf den B2B-Markt ausgerichtet Mithilfe unserer Plattform können Unternehmen individuelle Teambücher schnell und einfach online erstellen.“

Tobias de Raet Lindenpartners
darüber, was man bei Verträgen mit Kunden beachten sollte
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Dr. Tobias de Raet: „Bei Verträgen gilt grundsätzlich, dass weniger mehr ist. Man sollte sich in einem Vertrag wirklich darauf konzentrieren, was man wirklich regeln will. Ein Jurist sagt immer: “Wer will was von wem woraus?”.

Wer sind die Vertragsparteien?
Was soll geregelt werden?
Der Leistungsaustausch: Ich liefere dir was und du zahlst mir dafür was.
Wann zahlst du?
Wann wird geliefert?
Wie muss die Qualität sein?

Darauf sollte man sich wirklich fokussieren. Wichtig ist, dass Verträge nicht dazu da sind alles aufzuschreiben, was man immer schon mal sagen wollte. Insbesondere das, was keine Rechtsfolge nach sich zieht. Verträge sind dazu da etwas zu regeln.

Wichtig ist, dass Verträge nicht für gute Zeiten, sondern für schlechte Zeiten gemacht. Die beste Kundenbeziehung ist, dass man einen Vertrag macht und der ist dann irgendwo in der Schublade und es läuft alles gut.

Verträge werden immer dann relevant, wenn es nicht mehr gut läuft. Wenn der Kunde nicht mehr bezahlt oder wenn Lieferungen ausbleiben. Dann wird der Vertrag herangezogen und man kann prüfen, was geregelt wurde.

Aus dem Grund ist bei der Vertragsgestaltung wichtig, was mir wirklich wichtig ist. Irgendwelche Klauseln zu Nebenthemen, die nicht wichtig sind, einfach rausnehmen. Man sollte sich nur auf die wichtigen Dinge konzentrieren und in einem Vertrag regeln. Die dann aber auch so regeln, dass die durchsetzbar und vollziehbar sind.

Das heißt: Klare Verpflichtungen, klare Verantwortungszuweisungen, nicht ein Wischiwaschi, dass sich beide Seiten bemühen, sondern klare, durchsetzbare und vollziehbare Regelungen.

Außerdem sollte man immer prüfen, ob derjenige, der den Vertrag auf der Gegenseite unterschreibt, berechtigt ist, den Vertrag zu unterschreiben. Wenn man eine Vielzahl an Verträgen mit Kunden schließt, dann sollte man sich auch immer fragen, ob der Vertriebsmitarbeiter oder der Einkaufsmitarbeiter den Vertrag unterschreiben darf. Hat der eine Vertretungsberechtigung? Denn auch da gilt, dass der Vertrag nur gut ist, wenn er auch wirksam ist.

Wenn man einen Vertrag mit einem Mitarbeiter aus dem Einkauf schließt und dann sagt der Kunde, dass der Mitarbeiter es gar nicht durfte, dann hat man ein Problem. Die operative Umsetzung bei solchen Verträgen auch immer mitdenken.“

Janosch Kühn
darüber, wie unerfahrene Gründer an das Thema Marketing herantreten sollten
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Janosch Kühn: „Da muss man auch sehr vorsichtig rangehen. Es kommt auch darauf an, wie viel Geld ich zur Verfügung habe. Beim Bootstrapping ist eher weniger Geld da und bei Angel Investments kann man mehr Geld ausgeben und experimentieren.

Wir waren da immer sehr vorsichtig, weil es unser eigenes Geld war und wir nicht wussten, ob es morgen schon vorbei ist. Aus dem Grund waren wir wahrscheinlich zu vorsichtig. Dann kommt es auch ein bisschen auf das Geschäftsmodell an.

Im Gaming ist es so die Blaupause, dass du ein gutes Spiel hast und das Spiel hat eine gute Retention. Es kommen vielleicht 1000 neue Spiel pro Tag auf den Markt und wie finden dich die Leute jetzt? Da ist eigentlich nur die einzige Antwort: Marketing.

Aus diesem Grund macht es in dem Bereich schon Sinn und man kann auch erst mit kleinen Beträgen loslegen. Kleine Beträge sind da leider schon 5.000 – 6.000 Euro, aber da kann man schon mal Sachen versuchen und langsam und vorsichtig testen.

Das Schöne am Marketing ist, dass man die Resultate gleich sieht und dann kann es auch sehr gut, sehr schnell abgehen. Wir haben den Umsatz durch Marketing in 3–4 Monaten verzehnfacht.“