Business Angels

Xavier Sarras

Business Angel Xavier Sarras

Purpose Business Angel

Ich finde es einfach mega, mit Leuten an ihnen und an ihren Ideen zu arbeiten und für sie da zu sein. Als Mentor und Coach zu agieren und selbst zu lernen, immer neue Themen zu entdecken.

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teilt seine Erfahrungen als Business Angel

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über seine Erfahrungen mit Exits
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Xavier Sarras: „Bisher habe ich zum Glück nur gute Erfahrungen gemacht. Aus meinem Portfolio hatte ich bisher vier Exits. Da war bisher noch kein IPO dabei, wird aber wahrscheinlich in den nächsten 1-2 Jahren einer sein. Das andere waren also sogenannte Trade Sales. Das kann manchmal sehr schnell gehen. Ich finde, als Angel erhofft man sich es manchmal zu früh. Das darf man auch nie vergessen, dass VC-Game ist ein Langzeitinvestment, also ein Marathon.

Was ich manchen Angels rate, die gerade anfangen ist, ob sie in VC-Runden, also in der Series A oder Series B an sogenannten Secondary Rounds teilnehmen können. Das bedeutet, dass der VC ihnen einfach Anteile abkauft und somit nicht durch die Kapitalerhöhung verwässert werden. So können die VCs einfach die Anteile zu einer attraktiven Bewertung abkaufen.

Ansonsten kann der Exit auch mal schneller kommen. Ich bin nach wie vor bei Planetly investiert und das ging ein bisschen durch die Presse und da ging es dann sehr schnell. Wir haben da im Juni 2020 investiert und im November 2021 war der Exit. Aber das ist auch ein herausragendes Gründerteam mit erfahrenen Gründer:innen. Auch in einem Markt (Carbon Accounting), der unfassbar rasant ist. Deswegen schaut euch an, in welche Märkte ihr investiert, wie viel Momentum in dem Markt ist. Desto mehr Momentum in einem Markt steckt, desto eher kommt man auch zum Exit.

Da ergeben sich eher Konsolidierungen oder größere Player, die das aufkaufen wollen. Das ist dann als Angel durchaus attraktiv. Man muss nicht unbedingt den Unicorns hinterherrennen. Wenn man früh investiert, kann man sich auch so Modelle anschauen, die auch mal für 50 Millionen verkauft werden. Das ist dann hoch attraktiv, wenn man zum Beispiel bei einer Bewertung von 1,5, 2 oder 3 Millionen eingekauft hat.“

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über die Gründe des Scheiterns
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Xavier Sarras: „Klassiker: Team und Timing. Also wenn sich das Team nicht richtig findet und nicht richtig zusammenarbeiten. Wenn die Gründer:innen auch nicht an sich arbeiten, wenn sie nicht bereit sind, sich persönlich zu entwickeln. Persönliches Wachstum ist auch ein wichtiges Thema bei dem Team. Es gehört einfach dazu. Es ist auch nicht immer ratsam mit seinen besten Freunden ein Startup zu gründen. Es kann ganz schön in die Hose gehen und es kann auch eine falsche Konstellation für die Aufgabe sein.

Es gibt ja dieses neumodische Wort: Pivot. Oftmals verändert sich das Geschäftsmodell, um den perfekten Product-Market-Fit zu erhalten. Also wirklich das richtige Produkt auf den Markt zu bringen, welches auch vom Markt akzeptiert wird. In diesen Wandlungen kann es natürlich auch zu strukturellen Änderungen kommen, die es auch braucht. Wenn das Team diese Situationen nicht hinbekommt und man das Team auch nicht so umbauen kann, dass es zu meistern ist, dann scheitert es. Das Team ist der kritischste Punkt.

Das Timing ist natürlich auch wichtig. Man kann zu früh sein, also vor dem Markt. Man kann zu spät sein, also dem Markt hinterherrennen und es sind schon mehrere Player da. Der dritte Punkt ist leider auch das Funding. Also wie viel Geld ein Startup aufnehmen kann. Manche Märkte sind verrückt geworden, schaut man sich so die Delivery-Märkte an. Gorillas ist ja zum Beispiel innerhalb von einem Jahr auf eine Milliarde Bewertung gekommen. Wenn da schon mehrere Hundert Millionen investiert sind, dann hast du da als Startup keine Chance, diesem Markt hinterherzurennen.

Funding ist ein riesiges Thema geworden, deshalb auch Momentum. Ich rate Gründer:innen dazu, liebe mehr Geld im Moment aufzunehmen, weil das eben Abstand schaffen kann. Also auch eine Eintrittshürde für andere Startups, die in den Markt wollen. Oder es kann auch für das Startup der Scheitergrund sein, weil du dann doch plötzlich mehr ausgeben muss, die Burning Rate hochgeht und deine Runway kleiner wird und du dann einfach insolvent gehst, weil du kein Cash mehr hast.“

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darüber, worauf er bei Beteiligungsverträge achtet
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Xavier Sarras: „Ich würde schon schauen, dass man einen Anwalt im Netzwerk hat, der sich mit VC-Transaktionen auskennt. Da kann man sich nicht immer darauf verlassen, dass die Startup Gründerinnen und Gründer die beste Betreuung haben und schon die beste Kanzlei haben. Da gibt es in Deutschland schon Kanzleien, die einfach die Besten auf dem Gebiet sind. Da sollte man schon Zugang zu haben, damit man die Verträge prüfen kann.

Ich schau mir immer die Tag-Along- und Drag-Along-Klauseln an, wie die geregelt sind. Ich schaue mir meine Rechte als Investor an und ob ich in den nächsten Runden nachinvestieren darf, zumindest in pro rata, dass das nicht ausgeschlossen ist. Man muss dazu sagen, dass wenn irgendwann der VC kommt, macht der sowieso die Regeln. In den ersten Runden will man aber ja schon seine Möglichkeiten sichern. Man steigt ja sehr früh ein und hat damit das größte Risiko und möchte eben sicher sein, dass man dann auch nachkaufen kann, weil man sich so seine Position verbessert und sichert.

Außerdem achte ich auf das Vesting der Gründerinnen und Gründer. Vesting bedeutet, dass sich die Gründer:innen die Anteile über einen gewissen Zeitraum erarbeiten. Da gibt es die sogenannte Cliff, also eine Mindestdauer, die die Gründer:innen als Geschäftsführer (oder leitender Angestellter) zugehörig sein müssen, um überhaupt Recht auf ihre Anteile zu bekommen.

Die ist meistens auf ein Jahr gesetzt und das Vesting kann zwischen 3 und 5 Jahren sein. Da achte ich schon drauf, weil es die Gründer:innen drin hält, weil ich ja in die Gründer:innen investiere und ich will nicht, dass nach einem halben Jahr die Hälfte der Gründer:innen weg sind und auf einmal ein komplett neues Team da steht. Das ist ja dann nicht das Team, in welches ich investiert habe. Da möchte ich schon vertraglich festlegen, dass die dabei bleiben.

Sonst sind die anderen Dinge eher formaler Natur, es gibt natürlich noch die Liquidation Preferences, also wenn liquidiert wird, dann möchte ich als Investor mein Geld zurücksehen, bevor das zum Beispiel die Gründer:innen sehen, weil ich ja auch das Risiko getragen habe. Aber auch das wird neu sortiert, wenn ein VC dazu kommt.“

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über seine Faktoren für eine Investitionsentscheidung
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Xavier Sarras: „Gerade im Angel Investing Bereich ist das Team entscheidend. Du investierst ja als Business Angel in einer sehr frühen Phase. Und in so einer frühen Phase sind über die Idee und über den Markt hinaus, die ich mir natürlich auch anschaue, das Team entscheidend. Die Konstellation des Teams, die Erfahrungen und vor allem auch deren Purpose. Ich rede auch sehr gerne von dem Purpose eines Teams und von Foundern.

Da muss einfach eine hohe Übereinstimmung sein zwischen dem, was sie sich vorgenommen haben und ob ich den Glauben daran habe, dass sie auch den ultimativen Willen haben, das zu machen. Dabei handelt es sich um ein Kern KPI. Ich weiß nicht, ob man es als KPI definieren kann. Ein Purpose lässt sich schwer quantitativ messen. Aber ich schaue mir diesen Punkt sehr genau an. Ansonsten schaue ich mir die Skalierbarkeit der Idee an und ob die Werte der Geschäftsidee mit meinen Werten übereinstimmen.“

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über Impact Investing
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Xavier Sarras: „Impact ist über den Outcome definiert. Also das Resultat, was ich für die Ökologie oder die soziale Nachhaltigkeit tue. Das heißt, viele reden ja über den Purpose. Purpose ist nicht Impact, Purpose ist erst mal das Warum jemand etwas tut. Wenn der Purpose auch ein Impact produziert, also tatsächlich eine ökologische und nachhaltige Verbesserung herbeiführt, dann ist der Purpose und der Impact gleich. Aber Impact ist erst mal dafür da, dass wir den Zustand unseres Planeten und unserer Gesellschaft verbessern.

Außerdem produziert man eine Additionality, also eine Zusätzlichkeit, was man hinzufügt und nicht sowieso als besseres Resultat gekommen wäre, wenn die Idee bzw. die Firma nicht existiert hätte. Impact Investoren waren früher ausschließlich Philanthropen. Heute ist Impact Investing eine Form von Investition, die daran glaubt, dass nachhaltige Verbesserung mit finanziellem Erfolg korreliert. Mittlerweile beobachten wir, dass das auch total der Fall ist und wir hoch skalierbare Modelle haben. Denken wir nur mal an so Themen wie Carbon Accounting, Carbon Offsetting oder Carbon Credits. Das sind zum Beispiel Märkte, die wegen der Notwendigkeit riesig sind, etwas Gutes bewirken und gleichzeitig finanziell sehr interessant sind.“

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darüber, warum Deutschland mutige Angels braucht
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Xavier Sarras: „Deutschland wird im Venture Capital Ökosystem immer besser. Ich bin auch Optimist und es gibt auch Akteure, gerade im Startup Verband, die sich unermüdlich einsetzten. Da noch mal ein Dank an die Kollegen und auch Angel Kollegen, die dort vertreten sind. Die treiben es wirklich voran, dass die Landschaft in Deutschland offener für Venture Capital wird und es wird ja auch immer besser.

Was es aber wirklich noch braucht, ist eine Kultur der Investition. Wir müssen mutig sein, Deutschland muss mutig sein, in Innovationen zu investieren. Wir haben das Potenzial, aber es ist auch so, dass viele Gründer:innen im Ausland leichter an den Glauben der Investor:innen rankommen. Deshalb kann ich nur ermutigen, geht da rein und traut euch. Informiert euch vorher gut, aber werdet Teil dieses Ökosystems.

Wenn man sich mal überlegt, was passieren kann, wenn zum Beispiel 1000 Menschen 50.000 bis 100.000 Euro in die Hand nehmen. Da passiert eine ganze Menge, da kann man viele Startups von finanzieren. Wenn sich 2000 oder 3000 Menschen überlegen nur 20.000 oder 25.000 Euro zu investieren, auch das geht. Oder wenn wir sagen, dass wir 50.000 Menschen erreichen, die bereit sind 5000 Euro zu investieren. Auch das ist eine riesige Summe. Also ihr seht schon, es geht auch mit kleinen Tickets. Traut euch ruhig auch schon mit 50.000 Euro und Ticketgrößen von 5000 Euro zu starten.

Da gibt es Plattformen wie zum Beispiel AddedVal.io und viele mehr. Damit erreicht man auch schon viel und die Gründer:innen sind euch dankbar. Wenn ihr 5000 Euro investiert und noch ein paar guten Kontakte für sie habt, dann ist es für die Gründer:innen auch sehr gut. Also daher ermutige ich es eher in die Breite zu treiben und möchte einen Aufruf starten, dass sich da viel mehr auch reintrauen und habt keine Angst davor.“

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darüber, in welchen Bereichen sich neue Business Angels gerne überschätzen
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Xavier Sarras: „Die größte Angel Falle, in die ich auch mal reingetappt bin und in die fast jeder Angel reingetappt, der neu startet und vor der ich auch immer wieder warne, wenn mich Freunde ansprechen. Dann sage ich immer: “Passt bloß auf, du wirst immer ganz viele Ideen sehen, die du verstehst und von denen du denkst, dass du sie selbst gut umsetzen könntest. You have what it takes and you know how to build it and that’s why you invest.

Das ist absolut falsch. Es ist falsch zu investieren, weil man denkt, dass man es selbst kann oder glaubt zu können. Du investierst als Angel in ein Team und du musst davon überzeugt sein, dass das Team diese Idee zum Fliegen bringt. Wenn du diese Überzeugung nicht gewinnen kannst, dann solltest du die Finger davon lassen. Das ist so ein Punkt, wo sich Angels überschätzen.

Und was sie unterschätzen, ist das Risikoprofil von Angel Investments. Die Chance, dass das Investment fliegt, ist sehr klein. Für eine ausreichende Diversifikation musst du zum einen mindestens 10 Investments tätigen, damit du wirklich auch erfolgreich da rausgehst und es nicht nur ein Gamble war und Spaß gemacht hat. Es macht Spaß, es macht ohne Ende Spaß, Angel Investor zu sein. Aber ob es dann auch wirtschaftlich und finanziell Spaß macht, ist eine Frage der Diversifikation.

Man trifft die Entscheidungen zu früh. Und das andere, dass Leute häufig unterschätzen, ist das Geld, was gebraucht wird. Also wenn du einmal ein Ticket machst, dann ist das ja nicht das einzige Ticket, was du machst. Sondern es kommt eine nächste Runde, es kommt eine Bridge Round, es muss überbrückt werden, es wird nachgefordert und dann willst du als Angel nicht derjenige sein, der sagt: “Ich lasse die Finger da weg, ich glaub nicht mehr an euch”. Du solltest ja auch weiter supporten, es sei denn, die Idee fliegt einfach gar nicht und das Team kann es nicht bringen. Also da ist eine ganze Menge Fehleinschätzungen am Anfang dabei. Viel Romantik, die auch schön ist, aber die muss halt schnell weg, damit es auch erfolgreich ist. Ansonsten ist es eher was Philanthropisches und Spaß.“

Business Angel Xavier Sarras
über das Schönste am Angel Dasein
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Xavier Sarras: „Das Erste ist mit den Unternehmern zu arbeiten. Unternehmertum begleitet mich schon immer, ich habe meine erste Firma mit 17 gegründet. Ich bin jetzt Mitte 40, ich behaupte mal, dass mich junge Unternehmer auch jung halten. Ich empfinde mich jetzt noch nicht als alt, aber ich arbeite dann doch häufig eher mit 20-,30-jährigen Gründer:innen zusammen.

Ich finde es einfach mega, mit Leuten an ihnen und an ihren Ideen zu arbeiten und für sie da zu sein. Als Mentor und Coach zu agieren und selber zu lernen, immer neue Themen zu entdecken. Der zweite Punkt ist so die Jungfräulichkeit in jedem neuen Projekt. Ich bin so ein Typ, ich will mir immer neue Themen anschauen, neben den stabilen Themen, die ich so mache. Das hilft mir die Energie im Job zu halten und das finde ich einfach mega. Die technologischen Innovationen zu sehen, jedes Mal wieder aufs Neue etwas zu entdecken.

Ich habe vor 1,5 Jahren in Blockchain Unternehmen investiert, ich kannte mich vorher mit Blockchain viel zu wenig aus, mittlerweile bin ich da im Beirat, also ich musste mich in das Thema einarbeiten. Ein Investment zwingt einen auch, sich in ein bestimmtes Thema einzuarbeiten. Dabei lernt man unfassbar viel und ich mache quasi jedes Mal einen Micro Master, wenn ich mich mit einem neuen Thema beschäftige.

Das sind so die zwei Punkte, die mich wirklich faszinieren. Das Wirtschaftliche ist so was on top kommt. Natürlich freust du dich riesig, wenn es gut geht und die Multiples toll sind. Wenn du ein 8x, 10x oder 20x auf dein Geld gemacht hast. Aber du verlierst auch und das muss man auch können. Wenn ich ganz ehrlich bin, ist der dritte Punkt auch die Aufregung bei Investments. Es ist aufregend und das macht halt auch Spaß.“

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über mögliche Zuschüsse
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Xavier Sarras: „Es gibt den INVEST Zuschuss, den man beantragen kann. Dafür muss sich das Startup vorher qualifizieren und registrieren. Das ist gut geregelt und es ist ein einfacher Prozess. Da bekommt man 20 % seiner Investition zurück. Da gibt es so ein paar Regeln, die man befolgen muss. Man muss auf alle Fälle darauf achten, dass das Startup schon registriert für den INVEST Zuschuss ist. Dann muss man seine Anträge vor dem Investment stellen. Das ist ganz wichtig, weil wenn man schon einmal investiert hat, dann kann man nicht noch mal den Antrag später für eine zweite Investition stellen. Da bekommt man quasi 20 % vom Staat zurückerstattet.“

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über Diversity im Team
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Xavier Sarras: „Ich bin Franzose, der in Deutschland geboren ist, mit einem österreichischen Vater, der eigentlich Rumäne und Russe war. Meine Mutter ist von Spanisch-Marokkanischen Ursprungs. Ich war auf einer amerikanischen Schule, mein Vater war Jude und ich bin als Katholik geboren und mittlerweile gehöre ich keiner Kirche mehr an. Außerdem war mein Vater 66 Jahre alt, als ich auf die Welt kam. Ich bin eh schon in Diversity groß geworden, ich war 25 Jahre Agenturgründer. Ich habe mein Leben lang mit ganz unterschiedlichen Kulturen und Genders gearbeitet.

Wir hatten Homosexuelle, Frauen, Männer und unterschiedliche Altersgruppen. Für mich ist Diveristy irgendwie kein Zielzustand, sondern eher ein Selbstverständnis. Ich würde mir mehr wünschen, dass Diversity mehr als Normalität empfunden wird und wir nicht so viel für Diversity kämpfen müssen. Es ist aber eine schwierige Diskussion. Ich verstehe schon, warum wir das tun, weil eben zu wenig getan wird und zu wenig Selbstverständnis da ist.

Aber wie gehe ich jetzt damit um. Ich bin jetzt nicht gegen ein reines Männerteam. Wenn es ein reines Männerteam ist, dann müssen sie eben die unterschiedlichen Skills haben, um das abzuliefern, was sie vorhaben. Dann empfehle ich ihnen ein diverseres Team aufzustellen. Aber nicht, dass da Diversity drauf stehen kann, sondern eher, weil ich davon überzeugt bin, dass das der richtige Weg ist, um eine Organisation aufzubauen.

Dann ist es aber auch Diversity of Gender, Skillset, Age, Color, Culture ect.. Also nicht nur zu sagen: “Es braucht mehr Frauen oder Männer im Team.” Wenn ich ein reines Frauenteam sehe, würde ich genauso vorschlagen, dass sie sich vielleicht ein bisschen unterschiedlicher aufstellen sollten. Das ist aber nicht nur die eine Achse, das sind ganz viele Achsen, die da wichtig sind. Ich bin da nicht zu eingekesselt, sondern sehr flexibel in meiner Denkweise.“

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über Gründer:innen, die noch nebenher eine Festanstellung haben
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Xavier Sarras: „Ja, solche Fälle hatte ich schon. Das ist so eine etwas schwierigere Situation. Da braucht es wirklich viel Vertrauen. Ich habe nichts dagegen, weil ich es selbst teilweise so gemacht habe. Also dass man in einer Tätigkeit schon die nächste Tätigkeit aufbaut. Der Side Hustle gehört auch zum Startup dazu, man muss nur den Absprungpunkt irgendwie definieren. Und wenn man sich auf den einigt, dann habe ich damit auch kein Problem. Wenn das komplette Team der Gründer:innen noch im Job ist und jetzt vor hat zu gründen, dann kann man es auch erst mal bootstrappen, ohne Investoren. Bringt es erst mal auf den Weg und dann gibt es ein Commitment, ihr steigt dann und dann aus und wenn ihr gekündigt habt, dann ist auch der Moment, wo ich investiere.

Anders ist es, wenn ich ein Team aus Gründer:innen habe, wo noch einer im Job ist, den man aber unbedingt braucht. Zum Beispiel als Chief Product Manager. Das wäre übrigens noch eine Position, die ich als sehr wichtig erachte, die aber am Anfang auch mit dem CEO gemeinsam läuft. Wenn der zu einem gewissen Zeitraum rausgeholt werden muss, dann finde ich es ok, wenn der noch in seinem Job ist. Also erst die Finanzierung auf die Beine bringt und er bis dahin noch so ein gewisses risikominderndes Gehalt in seinem bisherigen Job bekommt.“

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über das Wandeldarlehen
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Xavier Sarras: „Zunächst einmal muss man sich überlegen, was die Zielsetzung eines Angels ist. Möchte ich ein Track Record aufbauen, möchte ich den später mal zeigen. Ist es vielleicht mein Start, um später ein Fondsvehikel zu bilden und Ähnliches. Dann sollte man aufpassen, dass man nicht zu viele Wandeldarlehen zeichnet, weil sie erst nach der Wandlung einen Bewertungspunkt haben. Erst dann ist der Wert wirklich festgestellt, bis dahin sind sie nun mal ein Darlehen. Wenn man einfach nur für sein eigenes Vermögen Angel ist, dann keine Angst vor dem Wandeldarlehen.

Ein Wandeldarlehen ist ein wunderbares Instrument. Ich rate auch vielen Startups dazu, Convertible Rounds zu machen. So können sie schneller Liquidität aufbauen. Früher haben die Startups geraised, geraised, geraised, bis dann irgendwann die Runde voll war. Dann hast du die Kapitalerhöhung gemacht und dann hattest du das Kapital. Da ist viel Momentum für die Startups verloren gegangen. Deshalb finde ich es gut, wenn ein Startup in der Pre-Seed Runde mit Wandeldarlehen anfängt. Da und dort was einnimmt und dann können die einfach schon loslegen und arbeiten. Also wenn sie das Vertrauen der ersten Investoren auch haben. Mit Momentum lässt sich auch mehr Investments holen, also rate ich eher dazu, Wandeldarlehen zu machen.

Viele Angels haben am Anfang ein bisschen Vorsicht, weil sie sagen, dass es kein richtiges Investment ist und was ist, wenn das nicht wandelt? Davor sollte man einfach nicht zurückschrecken, es ist ein ganz normales Instrument geworden, was in der Regel auch immer wandelt. Wenn es nicht wandelt, dann ist entweder sowieso alles vorbei oder es wandelt eben nicht, weil die Frist noch nicht abgelaufen ist oder so. Das ist aber eigentlich superselten der Fall.“

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darüber, was First Time Angels tun können, um für die erste Investition gut gewappnet zu sein
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Xavier Sarras: „Zunächst gibt es ja Plattformen wie AddedVal.io, die sich mit Angel Investing sehr intensiv beschäftigen. Meldet euch doch mal bei AddedVal.io. Die machen sich die Mühe mit Angels und Investoren diese Interviews zu führen und Videos zu produzieren. Das ist eine Ressource. Meldet euch bei solchen Companies, da bekommt ihr Hilfe. Ansonsten ist LinkedIn ein tolles Netzwerk, über das man Angels findet. Kontaktiert uns und tauscht euch mit uns aus. Lernt, bevor ihr einsteigt.

Ich habe einen Angel Investor Kollegen, der kam aus einer industriellen Karriere. Der war CEO von einem mittelständischen Unternehmen. Der ist mit knapp 50 aus der Karriere ausgestiegen und wollte Angel Investor werden. Der hat erst mal ein paar Micro Masters in dem Bereich gemacht. Hat sich über Venture Capital informiert und das studiert. Er hat sich da ca. ein Jahr lang mit Informationen aufgesaugt und sich mit mir zusammen ausgetauscht.

Wir waren in der Zeit bestimmt 5-7 Mal lunchen. Da habe ich ihm erzählt, was so meine Fehler waren. Jetzt, nach zwei Jahren, ist er ein erfolgreicher Angel und hat 8 Investments gemacht und weiß, worum es geht. Das geht schon, man muss sich nur vorher darüber informieren. Das romantische Gefühl kurz beiseitelegen und die Ra­tio aufsetzen und es als Geschäft sehen. Man muss es als Business verstehen und nicht als Hobby. Wenn man es als Business versteht, dann geht man es auch strukturierter an und dann passt auch alles.“

Business Angel Xavier Sarras
über seine bevorzugten Branchen
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Xavier Sarras: „Am liebsten investiere ich in Impact, in Nachhaltigkeit, in soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Das ist auch das Tätigkeitsfeld von 4P Capital. Deshalb werden meine Investitionen als Angel auch immer mehr Impact Investments. Aber ich muss zugeben, ich bin schon ein bisschen so der FOMO-Typ (Fear of missing out).

Also wenn gute Ideen da sind, die vielleicht nicht Impact sind, wo ich aber an das Team glaube und weiß, dass ich mit meinem Netzwerk und mit meinem Know-how helfen kann, dann kann ich selten widerstehen und will dann trotzdem mitmachen. Das sind meistens folgende Branchen: B2B-SaaS, Matech (Marketing-Technologien), Adtech (Werbung-Technologien), Health, Education und Prozesssoftware.“

Business Angel Xavier Sarras
über Impact und Skalierbarkeit
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Xavier Sarras: „Also jetzt mit dem Fond und tatsächlich auch als Angel Investor und in meiner Funktion als Investor investiere ich nur in Impact Modelle, die auch hoch skalierbar sind. Das ist auch der Impact, den ich als Investor erzielen will. Der Grund, warum ich den Fond gegründet habe und warum ich in so Modelle investiere, ist nicht Philanthropie. Philanthropie mache ich als Privatperson, da spende ich aktiv in Organisationen. Das tue ich ohne eine Erwartung an finanziellen Return.

Wenn ich investiere, dann eben nur in Modelle, die hoch skalierbar sind. Zum einen, weil sie dann auch den höchsten Impact produzieren. Wir sagen immer: Impact = Purpose * Scale. Das tue ich mit absoluter Überzeugung und wenn eben Impact Modelle da sind, die nicht skalierbar sind, dann sind sie gegebenenfalls auch kein Venture Case.“

Business Angel Xavier Sarras
über nervige Dinge, die auf einen Business Angel zukommen
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Xavier Sarras: „Unangenehm ist, wenn du in Gesellschafterrunden keine Profi-Investoren vor dir hast. Wo man innerhalb des Cap Tables sehr viel Angel Erziehungsarbeit machen muss. Vor allem sind dann auch die Entscheidungen schwerer zu fällen. Manche Menschen haben einen sehr hohen Anspruch an Aufklärung. Da muss man dann ein bisschen korrigieren. Sich zum einen auf die Seite der Gründer:innen stellen und zum anderen ein bisschen Geduld haben.

Die habe ich dann meistens doch zu wenig, den Menschen dann zu erklären, wie die Dinge in Startups funktionieren. Was jetzt eine Bridge Round ist und warum man jetzt nachinvestieren muss. First Time Angels gehen oft so rein: “Ich hab jetzt investiert und ich will jetzt Resultate sehen.” Die haben den Anspruch, jeden Monat ein Reporting zu sehen und immer informiert zu sein. Sie wollen jederzeit die Gründer:innen anrufen können, um Ideen vorzuschlagen. Das sind alles Dinge, die Störfeuer sind. Da kommen die Gründer:innen oft zu den erfahrenen Angels und bitten da um Hilfe. Das empfinde ich als nervig, also nicht, dass die Gründer:innen um Hilfe bitten, sondern das mit den anderen Angels zu klären.

Oder manchmal hat es auch einfach Störfeuer in der Gesellschafterrunde. Das ist auch anstrengend. Sonst sehe ich da keine anstrengenden Themen. Natürlich ist es ein bisschen Administration, du musst deine Verträge verwalten, du musst mit deinem Steuerberater sprechen. Das musst du ja so oder so. Also wenn du es per se im Geschäftsleben nicht magst, dann wirst du es auch da nicht mögen. Ansonsten sehe ich da nichts.

Unangenehm sind kritische Gespräche mit Gründerteams. Die sind nicht schön, aber manchmal notwendig. Die helfen dir selbst deine eigene Meinung zu bilden, deinen Glauben und deine Geduld aufzubauen. Die helfen im Zweifel auch den Gründerteams. Von daher sind die nicht schön, aber das Resultat davon ist toll. Deshalb ist es vielleicht anstrengend, aber nicht unangenehm, weil ich das Endresultat kenne und weiß, warum ich es mache.“

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