Business Angel Academy

Vor einem Startup-Investment als Business Angel

mit fantastischen Beiträgen von 25 Angels wie beispielsweise

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Joakim Nägele

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Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021

Matthias Helfrich

Business Angel des Jahres 2021

Business Angel Dr. Bastian Schmitdt-Vollmer

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Business Angel Dr. Gesa Miczaika

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Business Angel Wolrad Claudy

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Business Angel aus Frankfurt

Business Angel Benjamin Minack

Benjamin Minack

Business Angel aus Berlin

Business Angel Gwendolyn Schröter

Gwendolyn Schröter

Sustainability Business Angel

Neu: Business Angel Bootcamp im Juni 2022

In vier Abenden bereit fürs erste Start-up Investment

Vor einem Startup-Investment als Business Angel

Vor dem eigentlichen Investment in ein konkretes Startup sollte sich jeder Business Angel über verschiedene Fragen Gedanken machen. Von der eigenen Investment-Strategie über die Startup-Prüfung bis hin zur eigentlichen Abwicklung des Investments.

Übersicht der Fragen vor einem Startup-Investment als Business Angel

Was sind die ersten wichtigen Investitionskriterien?

Business Angels haben ganz verschiedene Gründe, warum sie in ein Startup investieren.
Klar ist nur, dass es viel mehr Startups gibt, die eine Finanzierung suchen, als Startups, die auch wirklich eine Finanzierung durch einen Business Angel oder Venture Capital Fond bekommen.

Aus dem Grund scannen Angels ganz viele Pitch Decks, bis sie ein für sich relevantes Startup-Investment finden. Wie gehen sie dabei konkret vor und was sind ihre Investitionskriterien?

Business Angel Stephan Jacquemot
Business Angel aus Köln
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Business Angel aus Köln
Stephan
Jacquemot
über die ersten wichtigen Investitionskriterien

Stephan Jacquemot: „Für mich sind Investitionsentscheidungen von folgenden Faktoren abhängig:

1. Team:
Welche Menschen stehen dahinter. Das sage ich nicht einfach so, sondern ich investiere relativ viel Zeit darin, zu verstehen, was die Vita und das Skillset der Person ist. Auch ob die Vita und das Skillset zu dem Geschäftsmodell passt.

2. Produkt:
Wie schön und wie gut können die Gründer:innen die Produkte bauen? Ist das, was sie gebaut haben auch schon da? Ich will auch immer schon ein bisschen was sehen. Teams, die mir nur eine Idee vorstellen, ohne, dass sie es schon mal an entwickelt haben, haben es etwas schwieriger bei mir. Ich würde schon gerne etwas das Produkt sehen und wie smart und schön das Team das Produkt baut.

3. Marktpotenzial:
Wie groß ist das Problem? Ist es ein deutsches, europäisches oder weltweites Problem?

4. Marge:
Kann man gute Margen realisieren? Ist es ein Geschäftsmodell, wo ich erkenne, dass ich nicht nur eine DB1-Marge habe, sondern wo ich auch auf der EBIT-Marge sehr schnell profitabel sein kann. Basierend auch auf der Vergangenheit, dass man es ein bisschen einschätzen kann.

Was ich Gründer:innen sehr stark rate ist, über eine warme Intro zu einem Angel-Investor zu kommen. Für mich ist es noch mal ein riesiger Unterschied, ob es eine Gründer:in ist, die wir schon mal finanziert haben, oder von einem anderen Angel kommt, oder von einem ehemaligen Arbeitskollegen. Also irgendwo über ein Netzwerk die Gründer:innen auf einen zu kommen. Das hat einen unglaublichen Effekt darauf, wie intensiv man sich mit einem Startup beschäftigt.“

Business Angel Alf Arnold
Business Angel aus Berlin
(Angel Investments & Communications)
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Business Angel aus Berlin
Alf
Arnold
über Entscheidungskriterien für eine Investition

Alf Arnold: „1. Punkt: Das Team ist entscheidend und deshalb ein wichtiger Entscheidungsfaktor.
2. Punkt: Das Timing ist sehr wichtig, also ob ein Produkt zu früh oder zu spät für einen Markt ist. Diesen Punkt habe ich lange Zeit nicht beachtet und übersehen. Also wirklich auch einen Schritt zurückgehen und sich folgende Fragen stellen: Gibt es ein Marktpotenzial für diese bestimmten Produkte? Gibt es gesellschaftliche Trends, die in die Richtung gehen? Stimmt das Marktpotenzial mit der Startup-Bewertung der Gründer:innen überein? Handelt es sich aus der eigenen Erfahrung vielleicht eher um ein langweiliges, aber konstantes Business? Oder ist es wirklich ein Produkt mit extremem Skalierungspotenzial?

Gibt es eine formale Struktur für die Investitionsentscheidung?
Es wird in dem Moment Formal, wenn ich eine Entscheidung getroffen habe und Soft Commitments eingehe und man dann die exakten Rahmenbedingungen bespricht und eine Due Diligence macht. Also soweit man es bei so einem jungen Unternehmen überhaupt machen kann. Alles sollte jedenfalls sortiert sein und dass man sich auch mal über Themen wie IP Gedanken macht, damit man nicht in irgendwelche offenen Messer läuft, die man so nicht sieht. Bis dahin bin ich besonders bei Einzelgründer:innen kritisch.

Ich denke, man muss genau hinschauen, wenn Startups aus Company Buildern rauskommen. Also mit welchen Prämissen sie dort reingegangen sind und zu welchen Konditionen sie da wieder rausgehen. Außerdem muss man sich bei investitionslastigen Produkten überlegen, wie lange man da mitgehen kann und wie viel Ausdauer man da überhaupt mitbringt. Typische Kriterien sind auch die Exitmöglichkeiten, die ein Startup in der Zukunft bieten könnte.

Ich glaube, dass man bei so einem jungen Startup keine ganz rationale Entscheidung treffen kann. Man muss also auch mit den Gründer:innen und mit dem Team zusammenpassen und vertrauen haben. Außerdem muss man es in erster Linie den Gründer:innen zutrauen, das Profil muss stimmen und im zweiten Schritt kommen rationalere Faktoren wie Marktpotenzial ect.. In allen Bereichen gibt es Fragezeichen, da man mit einem jungen Startup ganz am Anfang steht.

Man kann einfach noch nicht wissen, was in acht Jahren stattfindet. Aus dem Grund gibt es die komplett rationale Entscheidung mangels Fakten nicht. Niemand hat eine Glaskugel, die uns die Zukunft verrät. Es gibt dieses Level an Angel Investment, wo man sich eine Entscheidung zutraut und diese Entscheidung nur vor sich selbst rechtfertigen muss. Es ist nicht notwendig ein Investmentkomitee oder Shareholder zu überzeugen.“

Business Angel
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Business Angel
Dörte
Kaschdailis
über die Investitionsentscheidung mittels Kriterien und KPIs

Dörte Kaschdailis: „Als Business Angel bin ich ja wirklich in einer sehr frühen Phase eines Unternehmens mit den Gründer:innen zusammen. Zu dem Zeitpunkt gibt es nicht unbedingt harte KPIs, weil vielleicht noch gar kein Produkt vorhanden ist und man an einem MVP arbeitet.

Ich schaue immer auf den folgenden Dreiklang:
1. Gründer:innenteam, also welche Persönlichkeiten sitzen da vor mir. Haben die eine Identifikation mit ihrer potenziellen Zielgruppe und ihrem potenziellen Markt? Also wissen die über was sie reden? Oder gründen sie aus ihrer eigenen Filterblase heraus. Es gibt auch Gründer:innen, die aus ihrem eigenen Bedürfnis heraus gründen, aber niemals am Markt abchecken, ob es überhaupt eine Relevanz hat. Also Thema Product-Market-fit ist da sehr wichtig.

2. Gründer:innenpersönlichkeiten müssen eine Salesliebe mitbringen, da es fast gar nichts gibt, was man nicht verkaufen muss. Da schaue ich schon sehr genau hin, weil ich selbst auch relativ saleslastig bin.

3. Eine realistische Einschätzung der Operationalisierung der Ideen, die die Gründer:innen haben. Auch die Einschätzung welche Komplexitäten auf sie zukommen und wie sie es operativ lösen wollen. Ich selber komme ja stark aus dem Operations-Geschäft, sodass ich die Einschätzungen nachvollziehen kann.

Es heißt nicht, dass sie es über die Journey alles selber machen müssen, aber es muss ein Verständnis da sein, in welchen Bereichen zum Beispiel als erstes Personal benötigt wird oder wo man eine Systemunterstützung braucht. Da schaue ich schon drauf, ob die Gründer:in alles durch eine rosarote Brille sieht. So was fände ich dann nicht so attraktiv.“

Business Angel Dr. Gesa Miczaika
Female Founder Business Angel
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Female Founder Business Angel
Dr. Gesa
Miczaika
über die ersten wichtigen Investitionskriterien

Dr. Gesa Miczaika: „Die wichtigsten Faktoren für eine Investition sind für mich: die Marktgröße, die Gründer:innen, das Team und das Timing.

Für mich als Angel muss der Markt riesig groß sein, weil ich in meinem Portfolio sehr riskante Unternehmen drin habe und die Statistik sagt, dass sieben von zehn Startups es nicht schaffen. Zwei weitere von den zehn dümpeln so vor sich hin und nur ein Startup bezahlt dann sozusagen den Fond zurück. Jedes Investment muss also auch die Möglichkeit bieten, den gesamten Fond bzw. das ganze Budget, was man fürs Angel Investing nutzt, zurückzahlen zu können, plus natürlich eine Rendite. Und deshalb muss bei mir der Markt eben mehrere Milliarden groß sein. Das ist so die Rechnung, die wir machen. Wie stellt man das sicher? Im Endeffekt muss man selbst auch eine Marktrecherche machen und man rechnet nach. Natürlich geben die Gründer:innen einem irgendwelche Werte, aber da sollte man nochmal kurz gegenchecken, ob es realistisch ist.

Der zweite Punkt sind ja die Gründer:innen. Für mich ist es ganz wichtig, dass die Gründer:innen resilient sind. Das ist eine der wichtigsten Eigenschaften für mich. Außerdem sollten Gründer:innen optimistisch sein und mit einer Passion an ihr Thema gehen, damit da auch der Funke zu den Investor:innen überspringt. Gründer:innen werden natürlich auch nicht nur ihr Unternehmen gegenüber uns Investor:innen verkaufen müssen, sondern auch gegenüber Mitarbeitern oder Kunden. Deswegen ist das eine zwingende Voraussetzung.
Dann muss das Team der Gründer:innen natürlich auch ein besonderes Wissen über den Markt mitbringen, auf dem sie tätig sind. Bestenfalls haben sie da schon eine langjährige Erfahrung in dem Markt, oder sie haben eine bestimmte Kenntnis, die kein andere hat und nicht einfach ergoogelbar ist.

Außerdem sollten sich die Fähigkeiten der Gründer:innen aufeinander aufbauen. Die Fähigkeiten müssen auch komplementär zueinander sein, damit nicht alle Gründer:innen über die gleichen Fähigkeiten verfügen.

Der letzte Punkt ist das Timing. Es gibt ja häufig Unternehmen, die vor vielen Jahren gestartet wurden. Zum Beispiel im ClimaTech Bereich wurden bestimmt schon vor einigen Jahre tolle Dinge gestartet, die keine Finanzierung bekommen haben. Warum haben sie keine Finanzierung bekommen? Da war das Timing einfach nicht richtig. Zu der Zeit wurde das Problem und das Thema von vielen Investor:innen noch nicht erkannt. Deshalb ist das Timing ein sehr wichtiger Punkt.“

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über die Rolle von KPIs

Olaf Stichtenoth: „KPIs sind ein sehr wichtiges Thema, um ein Unternehmen vernünftig aufzubauen. Da ich in einer sehr frühen Phase in die Unternehmen einsteige, besteht die Herausforderung darin, die richtigen KPIs zu finden, an denen sich ein Unternehmen entwickeln kann. Um dann in Folgerungen anhand dieser KPIs auch Geld aufzunehmen.

Ganz zentrale KPIs bei Startups, die ein SaaS-Modell haben, ist auf den monatlichen Umsatz zu schauen. Das nennt sich Monthly Recurring Revenue (MRR), also der Umsatz, der tatsächlich vertraglich Monat für Monat wieder reinkommt. Das kann man dann auf den Annual Recurring Revenue (ARR) hochrechnen und das sind meistens die Zahlen, auf denen in späteren Runden mit Multiples die Bewertungen gemacht werden.

In einer ganz frühen Phase kann ich mir halt nur anschauen, was die Gründer in den Bereichen erzielen wollen und welche KPIs sie erreichen möchten. Passt das mit Dingen zusammen, die ich als Business Angel in der Vergangenheit gesehen habe und ist es realistisch, dass sie diese Kennzahlen erreichen. Oder können sie noch viel bessere Zahlen erreichen. Den Fall hat man auch öfter, dass Gründer viel zu tiefgestapelt ins Fundraising gehen.“

Business Angel Benjamin Minack
Business Angel aus Berlin
(Halbleiter UG)
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Business Angel aus Berlin
Benjamin
Minack
über Faktoren für eine Investitionsentscheidung

Benjamin Minack: „Bevor wir uns überhaupt intensiv mit Zahlen in dem Projekt beschäftigen, versuchen wir uns einen Eindruck zu verschaffen, wie gut wir verstehen, was die Gründer:innen sich da überlegt haben. Können wir diesen Markt verstehen, können wir nachvollziehen, worum es da geht. Oder fehlt uns da schon ganz viel Wissen, um eine Einschätzung geben zu können.

Also dass wir den Gründer:innen auch neben dem Geld mit Kompetenzen helfen können. Beides wollen wir geben, wir wollen ja nicht nur Liquidität zur Verfügung stellen, sondern im Zweifel auch dafür sorgen, dass unsere Netzwerke oder Kompetenzen irgendwie hilfreich sind. Das kann natürlich nur der Fall sein, wenn wir das Thema gut verstehen.

Wenn wir da einen guten ersten Eindruck haben, dass das für uns anschlussfähig ist, setzen wir uns ein bisschen intensiver mit dem Team auseinander. Wir versuchen zu verstehen, welche Kompetenzen im Team sind und trauen wir dem Team zu, was es sich selbst vornimmt und wie funktionieren wir auch mit dem Team. Können wir uns vorstellen, mit dem Team zu arbeiten, funktioniert das zwischenmenschlich oder sind Termine, die man später mit den Akteuren hat, eher unangenehm.

Dann sind natürlich auch KPIs relevant, aber die KPIs unterscheiden sich von Geschäftsmodell zu Geschäftsmodell so stark, dass man da keine präzise Antwort geben kann.“

Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Tim
Schumacher
über seine Investitionskriterien

Tim Schumacher: „Für mich ist der wichtigste Faktor für eine Investitionsentscheidung das Team. Gerade in einer ganz frühen Phase ist das Team absolut entscheidend. Steckt da Gründer:innenpower im Team? Ist es auch komplementär zusammengesetzt? Ich mag vor allem Teams, wo eine Techniker:in mit einem betriebswissenschaftlichen Menschen zusammenarbeitet. Dann müssen es natürlich Menschen sein, die dafür brennen zu gründen und die das mitbringen, was man zum Gründen braucht.

Daneben sind natürlich auch ein paar andere Faktoren entscheidend. Zum Beispiel: Was ist bis jetzt mit welchen Mitteln geschaffen worden? Man sagt am Anfang Traction dazu. Das kann eine erste Website sein oder erste Anhaltspunkte, die zeigen, dass man als Gründerteam auch etwas schafft und nicht nur eine Idee hat. Für die Idee gibt es tatsächlich relativ wenig Geld.

Dann gibt es noch weitere Faktoren, wie zum Beispiel Marktfaktoren. Ist man vielleicht zu früh oder zu spät im Markt, auch Timing genannt. Das würde ich so als dritten wesentlichen Faktor nennen.“

Business Angel Dr. Bastian Schmitdt-Vollmer
Business Angel und Rechtsanwalt
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Business Angel und Rechtsanwalt
Dr. Bastian
Schmidt-Vollmer
über den wichtigsten Faktor für seine Investitionsentscheidung

Dr. Bastian Schmidt-Vollmer: „Mich müssen im Wesentlichen die Gründer:innen persönlich begeistern. Ich finde es immer toll, wenn sich Leute zusammentun, um persönlich ins Risiko zu gehen, um ein Unternehmen zu gründen, was dann wiederum irgendwas voranbringt. Das ist ja so der Kern eines jeden Unternehmens.“

Business Angel Xavier Sarras
Purpose Business Angel
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Purpose Business Angel
Xavier
Sarras
über seine Faktoren für eine Investitionsentscheidung

Xavier Sarras: „Gerade im Angel Investing Bereich ist das Team entscheidend. Du investierst ja als Business Angel in einer sehr frühen Phase. Und in so einer frühen Phase sind über die Idee und über den Markt hinaus, die ich mir natürlich auch anschaue, das Team entscheidend. Die Konstellation des Teams, die Erfahrungen und vor allem auch deren Purpose. Ich rede auch sehr gerne von dem Purpose eines Teams und von Foundern.

Da muss einfach eine hohe Übereinstimmung sein zwischen dem, was sie sich vorgenommen haben und ob ich den Glauben daran habe, dass sie auch den ultimativen Willen haben, das zu machen. Dabei handelt es sich um ein Kern KPI. Ich weiß nicht, ob man es als KPI definieren kann. Ein Purpose lässt sich schwer quantitativ messen. Aber ich schaue mir diesen Punkt sehr genau an. Ansonsten schaue ich mir die Skalierbarkeit der Idee an und ob die Werte der Geschäftsidee mit meinen Werten übereinstimmen.“

Business Angel Stefan Müller
Erneuerbare Energie Business Angel
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Erneuerbare Energie Business Angel
Stefan
Müller
über seine Investitionskriterien

Stefan Müller: „Die Entscheidung, warum ein Business Angel investiert, hat primär schon etwas mit dem Produkt zu tun. Das ist meistens der Türöffner. Gerade wenn ich bei AddedVal.io bin und ich schaue, was ich an Informationen haben möchte. Bei mir eben: Nachhaltigkeit, Outdoor, Sport und dann bekomme ich die Sachen erst mal zugeschickt. Das muss natürlich irgendwo passen.

Aber der zweite Weg ist immer, dass ich die Präsentation durchgehe und schaue, wer dahinter steckt. Das ist einer der Hauptpunkte, die man auch meiner Sicht am Anfang gerne unterschätzt. Das Produkt ist wichtig, die Menschen dahinter sind teilweise noch wichtiger, ob und wie viel man in eine Firma investiert.“

Wie funktioniert ein guter Auswahlprozess und Due Diligence?

In einer Due Diligence wird ein Startup genau analysiert und bewertet. Solche Prüfungen werden insbesondere im Rahmen von Transaktionen der Unternehmensanteile durchgeführt. Das hilft den Business Angels beim Auswahlprozess der Startups, damit sie genau wissen, auf was sie sich bei dem Investment einlassen.

Dabei sollten zum Beispiel folgende Fragen geklärt werden: Wer führt das Unternehmen? Was wird wo und wie verkauft? Wie hat sich das Unternehmen bisher entwickelt? Wie sieht die weitere Unternehmensplanung aus? Wie ist der rechtliche Status Quo?

Business Angel Nikolaus D. Bayer
Business Angel des Jahres 2020
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Business Angel des Jahres 2020
Nikolaus D.
Bayer
über seinen Auswahlprozess bei Startup-Investments

Nikolaus D. Bayer: „Am Anfang steht natürlich in irgendeiner Art die Kontaktaufnahme. Man bekommt als Business Angel zum Beispiel eine E-Mail mit einem Pitch Deck und einem Unternehmensprofil zugesandt. Das schaue ich mir an und bilde mir eine erste Meinung.

Dann möchte ich eigentlich direkt mit den Gründern sprechen im nächsten Schritt, zum einen um meine initialen Fragen loszuwerden, zum anderen aber auch, um ein Gefühl für das Gründerteam zu bekommen. Wie ticken die? Wie gut passen die zu mir vom Typ? Denn man wird ja mehrere Jahre zusammenarbeiten. Das ist zwar noch keine Ehe, aber doch eine sehr intensive Beziehung – da muss es eben auch auf der menschlichen Ebene passen.

Wenn ich nach diesem initialen Austausch alles gut finde, schaue ich normalerweise auf die Finanzzahlen und stelle mir die Frage, ob es Co-Investoren gibt und was die denken bzw. ob es für solche Bedarf gibt. Ich investiere grundsätzlich nicht alleine. Ich mag zwar ein schlaues Köpfchen sein, aber ich weiß auch, dass jeder Mensch beschränkt ist und ich auch meine stärken nur in gewissen Bereichen habe. Das kombiniere ich gern mit anderen Menschen, die ihre Stärken woanders haben.

Also lasse ich auch die Co-Investoren das Startup noch einmal challengen. Nach so ca. 2-3 Gesprächen möchte ich dann eigentlich so weit sein, dass ich eine positive Investitionsentscheidung habe. Dann kann es aber noch einmal detaillierter weitergehen mit den Verträgen, der Due Diligence, dem Beteiligungsvertrag usw., um ans Ziel zu kommen.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die direkt nach dem Erstgespräch eine Überweisung tätigen können. Sondern ich schaue mir ein Startup immer intensiver an. Dabei denke ich mir aber immer auch, dass Startup bedeutet auch schnell zu sein. Daher soll sich das nicht über Monate und zig Diskussionsrunden hinziehen.“

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über den Auswahlprozess und die Due Diligence

Robert Sünderhauf: „Als Business Angel investiert man ja in der Regel sehr früh. Daher ist für mich der erste Schritt im Auswahlprozess die Frage, über welchen Kanal die Idee zu mir kam. Kam sie über jemanden, von dem ich weiß, dass er Ahnung hat und gut Arbeit macht? Das ist natürlich ein Pluspunkt.

Als nächstes schaue ich natürlich auf die Idee: verstehe ich die und glaube ich daran, dass da etwas sein könnte? Wie groß könnte der Markt sein?

Dann schaue ich sehr schnell, wie das Team aussieht. Hat das Team Drive und die Lust, etwas Großes zu bauen? Habe ich den Eindruck, dass Team kann auch einmal leiden? Es wird schließlich sehr schnell passieren, dass Pläne sich nicht so realisieren, wie man es geplant hat. Findet dieses Team dann eine Lösung, bleibt dran

Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Tim
Schumacher
über seinen Auswahlprozess und Due Diligence

Tim Schumacher: „Ganz konkret beginnt meine Due Diligence natürlich mit einem Review des Pitch Decks. Deshalb ist das Pitch Deck immer der erste Eindruck, wobei eigentlich die erste E-Mail ganz am Anfang steht. Diese sollte also kurz, knapp und die wesentlichen Dinge drin haben, am besten mit Bezug auf mein Umfeld.

Das Pitch Deck ist der erster Teil meiner Due Diligence. Ich kann es gar nicht oft genug betonen, dass es einfach wichtig ist, dass das Pitch Deck gut aussieht. Wenn man selbst kein Designer ist, lohnt es sich, da einen Professional für vielleicht 500 Euro drüber schauen zu lassen. Also erster Teil: eine ordentliche E-Mail und ein ordentliches Pitch Deck.

Wenn das Pitch Deck interessant ist, dann kommt im zweite Teil der Due Diligence ein Gespräch. Deshalb ist es auch quatsch und nicht zielführend, wenn mich Gründer:innen per E-Mail anschreiben und direkt ein Gespräch wollen. Man möchte als Angel nur sprechen, wenn man auch etwas Interessantes sieht.
Beim ersten Gespräch reicht oft auch erst mal eine Gründer:in, weil man als Angel weiß, dass man nicht gleich das ganze Team blockieren möchte. Wenn diese Hürde genommen ist, dann besprechen wir es meistens intern noch mal ab. Danach sprechen wir mit dem ganzen Team und währenddessen schauen wir uns den Markt, Referenzen und die Profile der Gründer:innen an.

Außerdem ist es in der Due Diligence ganz wichtig, sich mit dem Produkt zu beschäftigen. Auch versuchen das Produkt zu “dog fooden”, also ein eigenes Produkt auch selber nutzen. Es geht natürlich nicht immer, aber bei vielen Produkten ist es möglich, sich einfach anzumelden und damit herumzuspielen.
Das sind so die ersten Teile der Due Diligence und dann weiß man eigentlich, ob es grundsätzlich ein spannendes Thema ist.“

Business Angel Claudia Baumgart
Business Angel aus Zürich
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Business Angel aus Zürich
Claudia
Baumgart
über eine gute Due Diligence

Claudia Baumgart: „Als erstes schaue ich mir den Markt an: ist der Markt groß genug und wächst er auch weiter? Dann gibt es natürlich das Thema, welche Konkurrenten und auch welche Eintrittsbarrieren existieren. Wie sind beispielsweise bei einem reiferen Markt bisher die Marktanteile verteilt?

Dann schaue ich mir bei der Due Diligence ganz wichtig das Gründungsteam als solches sowie die Mitarbeiter an: was ist deren Hintergrund und was sind ihre Qualifikationen? Haben die schon mal früher zusammengearbeitet und möglicherweise sogar schon gegründet?

Wichtig bei der Due Diligence sind aber auch die Advisor, die das Team möglicherweise für sich bereits gewinnen konnte. Sind das Menschen mit einem Hintergrund aus der relevanten Industrie, oder vielleicht sogar potente Business Angels, die den Gründern auf dem Weg gute Hinweise geben und anders unterstützen können?

Als Drittes ist natürlich bei der Due Diligence das Geschäftsmodell wichtig: was ist das Problem, was ist die Lösung? Existiert das Problem wirklich oder erfinden die Gründer das sozusagen? Dahinter steht dann die Frage des Revenue Modells: wie verdient das Unternehmen Geld? Ist das zum Beispiel ein Abo-Modell, ist es projektbasiert oder sind es einfach normale Verkaufsumsätze? Das ist alles wichtig zu verstehen.

Als Viertes schaue ich mir dann das Produkt selbst an. Das kann eine App, eine Software oder ein physisches Produkt sein. Hat das Produkt, der Service oder die Technologie einen USP? Worin unterscheidet sich das Produkt von Wettbewerbern und gibt es da Eintrittsbarrieren oder kann man das einfach nachmachen?

Als fünfter Punkt der Due Diligence schau ich den Zielkunden an. Wer wird eigentlich adressiert – ist das ein B2B-Kunde oder ein B2C-Kunde? Ist es ein Nischen- oder ein Massenprodukt?

Dann ist die Frage, wie die Go-To-Market-Strategie ist. Wie funktioniert der Sales-Prozess und wie das Marketing? Vor allem bei SaaS-Modellen ist mir aufgefallen, dass man ja oft einen begrenzten Zielmarkt hat. Da ist wichtig, ob man genug Unternehmen von seiner Lösung überzeugen kann, um entsprechend zu wachsen.

In Abhängigkeit von der Phase des Startups ist auch der Business Case als solches sehr wichtig. Die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Vorhersagen. Die Frage, wie schnell das Unternehmen wachsen will und wie realistisch diese Pläne sind. Wie hoch sind die Margen und wann plant das Unternehmen den Break Even? Wie sieht die Liquiditätsplanung aus und wie lange reicht das Geld der Finanzierungsrunde? Wann muss das nächste Fundraising angesetzt werden?

Auch sehr wichtig sind die Themen KPIs und Traction im Zusammenhang mit dem Business Case. Ganz häufige Metriken sind Customer Acquisition Costs, Customer Lifetime Value, Churn (also Kundenverlust), bei Apps dann zum Beispiel Downloads und Monthly Active Users usw. Der Umsatz wird dann manchmal als Monthly Recurring Revenue (MRR) oder Annual Recurring Revenue (ARR) ausgewiesen. Das sind alles mögliche KPIs.

Was viele unterschätzen, sind die beiden Dinge Deal Terms und Bewertung. Klar ist, als kleiner Business Angel wird man nicht großartig die Bewertung vorgeben können. Aber trotzdem sollte man sich das genau anschauen, wie die Bewertung zu einem passt, wie viel Potential nach oben man noch sieht – oder ist das Startup jetzt schon zu hoch bewertet, so dass eine mögliche nächste Runde gar nicht mehr stattfinden kann?

Gerade am Anfang kann man ja noch nicht mit klassischen Multiples arbeiten wie zum Beispiel 3-4x Umsatz – oder bei Software noch deutlich höher wie beispielsweise 12-20x Umsatz – sondern da geht es ja viel mehr um die Frage, wie viele Anteile die Gründer bereit sind abzugeben. Da muss man für sich entscheiden, ob das Sinn macht – und ob das später für VCs attraktiv sein wird.

Weiter sind natürlich die Gesellschafterrechte wichtig, wie zum Beispiel Anti-Dilution (Verwässerungsschutz). Aber auch da muss man vorsichtig sein und nicht zu gute Terms für sich selbst heraushandeln, weil das später nachfolgende Investoren abschrecken könnte, die dann deswegen nicht mehr ins Startup investieren wollen.

Ein weiterer Punkt ist sehr wichtig: Cap Table-Strategie. Da schaut man, welche Investoren schon investiert sind und welche Investoren in dieser Runde reingehen wollen. Ich sage immer: nach der Finanzierungsrunde ist vor der Finanzierungsrunde. Das heißt, die Investoren müssen in der Lage sein, die nächste Runde zu finanzieren oder entsprechende Partnerschaft mit anderen Investoren haben, die eine nächste Runde finanzieren können.

Zuletzt die Frage der Exit-Strategie. Ist das beispielsweise ein Fall für einen Börsengang (IPO) oder wird das Startup eher künftig mal an einen strategischen Investor verkauft? Ist alternativ ein Zusammenschluss mit einem anderen Startup in der Zukunft sinnvoll. Da sollte man sich schon während der Due Diligence als Angel mal Gedanken machen, welchen Exit-Case es geben könnte.“

Business Angel Beate Fastrich
Business Angel aus München
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Business Angel aus München
Beate
Fastrich
über einen guten Auswahlprozess und Due Diligence

Beate Fastrich: „Ich bin relativ strukturiert, wie ich an dieses Auswahlverfahren herangehe. Ich habe meine Punkte, die ich prüfe. Das ist natürlich das Team, und das auch an erster Stelle. Aber sehr wichtig ist für mich natürlich auch das Produkt bzw. der Service sowie der Markt, den es dafür gibt – und der Wettbewerb. Wenn ich einmal beispielsweise von der Technik nicht so viel verstehe, dann schauen ich auch mal, ob vielleicht ein anderer Angel dabei ist, der sich besser auskennt und das bereits geprüft hat.

Bei den ganz jungen Startups ist natürlich eine Legal Due Diligence nicht so wichtig, aber auch da muss man einmal draufschauen.

Das wichtigste ist aber wie gesagt das Team – und da kommt dann auch das Bauchgefühl mit in die Entscheidung. Dabei sollte man sich nicht nur die einzelnen Player im Team anschauen, sondern auch, wie das Team zusammenspielt. Das ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist, auch mal mit allen zusammen zu sprechen, um die Interaktion zwischen den Teammitgliedern beobachten zu können.

Am Anfang ist mein Prozess also sehr strukturiert, aber am Ende auch mit einer guten Portion Bauchgefühl, vor allem über die Zusammenarbeit mit dem Team. Ein Business Angel Investment ist ja auch eine längerfristige Bindung und die muss auch persönlich passen.“

Business Angel Björn Jopen
Business Angel & Serial Entrepreneur
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Business Angel & Serial Entrepreneur
Björn
Jopen
über seine Art Pitch Decks zu prüfen und eine Investment-Entscheidung zu treffen

Björn Jopen: „Ich habe so ein Learning für mich selbst, wie ich Businesskonzepte bzw. Pitch Decks anschaue.

Als erstes frage ich mich natürlich, ob mich das Thema an sich anspricht. Wenn das so ist, dann schreibe ich dem Gründerteam so 8-10 ganz unterschiedliche Fragen – dafür brauche ich vielleicht so eine halbe Stunde.

Dann ist für mich das erste Feedback krass wichtig: wie lange brauchen die Gründer zum Antworten, wie antworten sie und wie setzen sie sich mit mir in Verbindung. Und wenn ich dann noch ein gutes Gefühl habe, ist das für mich als Business Angel ein ganz gutes Zeichen, dass ich da tiefer einsteigen kann.

Und ehrlich gesagt bin ich dann sehr schnell, weil ich gelernt habe, dass die gut laufenden und interessanten Investments sehr schnell voll sind. Wenn du dann noch groß ein eine tiefe Due Diligence einsteigst usw., dann ist das Investment zu.

Wenn ich da also ein gutes Gefühl habe, dann mache ich meistens eigentlich nur noch einen Call mit 1-2 Gründern, schaue mir noch mal die Unterlagen und sage dann innerhalb von 3-4 Tagen zu.

Die Schnelligkeit, bei guten Investments zügig zuzusagen und dabei keine Angst zu haben, auch mal einen Fehler zu machen, ist extrem wichtig.“

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über die Due Diligence bei Startups

Olaf Stichtenoth: „Es ist natürlich so, wenn ich blind in den Markt investiere, wie ich es zum Beispiel am Aktienmarkt machen kann, dass ich als Business Angel wahrscheinlich keinen Erfolg haben werde. Wenn ich als Business Angel erfolgreich sein will, dann muss ich genau schauen, in welches Unternehmen ich investiere. Je nach Phase sind da sehr unterschiedliche Faktoren entscheidend. Das Team ist immer entscheidend und bei vielen Investments, die ich gemacht habe, gab es eben eine Idee und das Team. Eine Idee ist relativ wertlos und man bekommt die gleichen Ideen als Business Angel relativ häufig auf den Tisch.

Also stellt sich die Frage, ob das Team hinter die Idee das beste Team zur Verwirklichung dieser Idee ist, um mir als Business Angel einen positiven Return zu bringen. Deswegen ist für mich der erste und wichtigste Punkt immer das Team. Und dann natürlich schauen, ob der Markt dafür da ist, haben die eine Vorstellung von Marketing, aber das sind eigentlich alles nachgelagerte Faktoren.

Ich würde jedem raten, erst mal aufs Team zu achten. Wenn das Team auseinanderfliegt, ist mir auch schon passiert, dann hat man meistens größere Probleme zu lösen.

Die Due Diligence ist aus meiner Sicht ein Thema, was bei Startup-Investments oft nicht strukturiert stattfindet und regelmäßig auch nicht stattfinden kann. Due Diligence ist eine Methode, um sein eigenes Risiko zu verringern. Im Venture Capital Bereich sollte es so sein, dass in jeder weiteren Runde das Risiko geringer sein sollte. Das ist auch etwas, was für die Gründer wichtig ist zu verstehen. Es heißt zwar Venture Capital Fonds, aber die Leute sind eher Risikoavers, da sie in späteren Runden reingehen. Business Angels können am wenigsten Risikoavers sein, da sie als Erstes ins Unternehmen reingehen. Als Business Angel ist es sehr schwierig, mit den begrenzten Mitteln eine vernünftige Due Diligence zu machen.

Deswegen denke ich, dass sehr viele Business Angels sagen, dass sie eine Due Diligence machen, aber tatsächlich vertrauen die meisten auf ein Bauchgefühl. Ich mache das auch so, da bin ich ganz ehrlich. Ich schaue mir natürlich den Finanzplan an und überlege, ob ich dem glaube, aber darin steckt es ja schon. Ob ich die Sachen glaube und nicht, ob die Sachen tatsächlich stimmen. Man kann sich natürlich die Unterlagen anschauen, die das Unternehmen bereitstellt und mal den Handelsregisterauszug ziehen. Also eine Basis Due Diligence durchführen, aber die richtige Due Diligence entsteht für mich als Business Angel durch die Gespräche mit den Gründern.“

Business Angel Joakim Nägele
Business Angel aus Hamburg
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Business Angel aus Hamburg
Joakim
Nägele
über den Auswahlprozess und die Due Diligence

Joakim Nägele: „Was man sich wirklich anschauen sollte, ist der Markt und das Geschäftsmodell, um zu bewerten, ob das Geschäftsmodell im Marktumfeld Wachstumspotential hat. Was aber noch wichtiger ist – und das hat sich bei mir immer stärker gefestigt – sind die Gründer, ihre Herkunft, ihre Interessen, ihre Kompetenzen usw.

Am Ende können Gründer das beste Geschäftsmodell haben – wenn sie nicht in der Lage sind, die Operations zu stemmen und das Geschäftsmodell wirklich in der täglichen Arbeit erfolgreich umzusetzen, dann nützt auch die beste Geschäftsidee nicht.

Ich habe eben auch noch einmal bewusst gesagt ‚Herkunft und Interessen der Gründer‘. Es gibt auch Gründer, die durchaus von ihren Fähigkeiten her sehr gut sind, sich dann aber anfangen zu streiten, andere Interessen zu entwickeln usw. Darauf sollte man sehr stark achten, sich nicht vor Euphorie blenden zu lassen, sondern sich ganz genau, mit wem man es zu tun hat.

Ich habe keine ausgedruckte Checkliste, weil ich neun Jahre M&A gemacht und mehrere Jahre in Startups investiert habe. Insofern kommt das ein bisschen von innen heraus. Da gibt es schon Checklisten, die man nutzen kann. Man darf aber einfach nicht vergessen, sich auf die eigene Erfahrung und Intuition zu besinnen, mal nach innen zu horchen und fühlen, ob man damit ein gutes Gefühl hat – vor allem was die Gründer angeht.“

Welche rechtlichen Themen sollte man sich vor einem Investment beim Startup anschauen?

Zur Due Diligence gehört auch als Gestaltungsgrundlage eine Analyse des rechtlichen Status Quo des Startups. Dabei gilt es die Wirksamkeit der Gesellschaftsverträge und Anteilsübertragungen genau anzuschauen. Außerdem sollten die gesellschaftsrechtlichen Strukturen und der Cap Tabel genau analysiert und bewertet werden.

Business Angel Stefan Müller
Erneuerbare Energie Business Angel
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Erneuerbare Energie Business Angel
Stefan
Müller
über rechtliche Themen, die man sich vor einem Investment beim Startup anschauen sollte

Stefan Müller: „Ich denke, die juristischen Punkte sind wichtig, aber nicht die größte Priorität. Das einzige, was ich immer vor einem Investment mache: ich schaue mir an, was in der Firma in der Vergangenheit passiert ist. Da können schwierige Themen aufkommen.

Wenn zum Beispiel jemand eine Firma gründet, dann geht er manchmal auch zu Familie, Freunden oder bekannten und sammelt etwas Geld ein. Die sind dann alle damit Gesellschafter – und bei einem ersten Investment im sechsstelligen Bereich dann nur sehr schwer wieder aus der Firma herauszubekommen. Das muss man vor dem Investment einmal sauber aufsetzen und dafür am besten auch jemand externes einbinden.

Weitere Themen sind zum Beispiel: Wie lange gibt es die GmbH schon? Gibt es stille oder atypische Investoren? Gibt es eventuell jemanden, der bereits ein Darlehen gegeben hat. Das muss alles ganz sauber sein, weil einem Business Angel solche Sachen sonst später auf die Füße fallen. Das ist mir auch schon passiert.

Es ist aus meiner Sicht entscheidend, dass man prüft, ob die GmbH leer ist oder nicht. Nachher, wenn dann das eigentliche Investment zum Beispiel in Form eines Wandeldarlehens oder direkt als Gesellschafter stattfindet, dann gibt es genügend spezialisierte Anwälte, man kann Wandeldarlehensverträge als Vorlage im Internet bekommen, das ist alles kein Problem und die sehen alle relativ ähnlich aus.

Wichtig ist, dass man am Anfang Zeit und Energie in die Prüfung investiert, der Rest ist dann eigentlich einfach.“

Business Angel Wolrad Claudy
Business Angel aus Frankfurt
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Business Angel aus Frankfurt
Wolrad
Claudy
über das Term Sheet

Wolrad Claudy: „Ich achte im Term Sheet als Business Angel besonders auf Tag-Along- und Drag-Along-Regeln. Wie ausscheidende Gründer abgefunden werden und wie sie aussteigen können, damit das Unternehmen nicht in eine schwierige Situation kommt. Darüber hinaus ist der Businessplan ganz wichtig, sodass auch glaubhaft dargestellt wird, wie so ein Exit aussehen kann. Ob es dann über einen Börsengang, über einen strategischen Verkauf oder wie auch immer anvisiert wird.

Man braucht immer eine Finanzierungsstrategie, die irgendwann zu Ende ist. Es macht bei Startups nicht alles Sinn, was so Finanzinstrumente angeht. Beispielsweise kann ein Crowdfunding sehr hilfreich sein, wenn man einen späteren Börsengang plant. Wird ein strategischer Investor gesucht, ist ein Crowdfunding kontraproduktiv. Und so gibt es viele Dinge, die nicht zueinander passen und man sollte einen Finanzierungsplan haben, der die verschiedenen strategischen Milestones mapped, sodass man von Anfang bis Ende die Geschichte durchdacht hat.“

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über rechtliche Themen vor einem Startup-Investment

Robert Sünderhauf: „Wichtig ist, dass das Startup seine Marke – falls vorhanden – eingetragen hat. Auch bei selbst entwickelter Hardware oder sonstigem geistigen Eigentum möchte man natürlich auch gern eine gewisse Sicherheit haben. Aber man muss realistisch sein: die meisten Patente sind gerade für Startups doch schwer zu schützen. Einen jahrelangen Patentstreit mit einem großen Unternehmen kann sich kein Startup erlauben.

Wenn das ein Problem werden könnte, dann sollte man als Business Angel vermutlich ganz die Finger davon lassen. Rechtlich kann man da einfach nicht viel machen, am Ende ist ein gutes Produkt, eine gute Geschichte und eine sauber definierte Kundenbasis das Wichtigste. Dann versucht man da einfach, etwas aufzubauen.“

Aus welchen Quellen kommen die besten Investitionen?

startupdetector informiert über das gesamte Startup-Ökosystem in Deutschland. Was wird gerade neu gegründet? Wer investiert gerade in welche Startups? Diese Startup-Daten dienen vielen Business Angels und Venture Capital Fonds als Informationsquelle.

Außerdem organisieren wir mit AddedVal.io eine Plattform für Startup & Angel-Matching, die herausragende Gründer:innen mit den passenden Business Angels in Kontakt bringt. 

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Business Angel-Netzwerke, in denen sich über potenzielle Investments ausgetauscht wird und auch die richtigen Angels für die einzelnen Startups gesucht werden.

Aber aus welchen Quellen kommen die besten Investitionen laut Angels?

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über die besten Quellen für Startup-Investments

Robert Sünderhauf: „Die besten Investitionen kommen tatsächlich meistens aus dem Bekanntenkreis. Freunde von Freunden sind auf ein Startup aufmerksam geworden. Oft sind das auch Leute, die vorher schon mal eine Firma gegründet haben und so eine gewisse Erfahrung mitbringen. Das minimiert dann das Risiko.

Manchmal sind es aber auch klassische Accelerator-Programme, aber meistens doch tatsächlich Empfehlungen.“

Business Angel Benjamin Minack
Business Angel aus Berlin
(Halbleiter UG)
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Business Angel aus Berlin
Benjamin
Minack
über Quellen für gute Startup-Investments für Business Angels

Benjamin Minack: „Wir haben eine ganze Reihe von Quellen für Investitionen, die qualitativ auch stark variieren. Natürlich ist das eigene Netzwerk auch eine profunde Quelle für Angel-Investments und gute Netzwerkarbeit überhaupt eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit als Business Angel. Es gibt attraktive Netzwerke, in denen zum Beispiel in Stammtischformaten eingeladen wird und Startups vorgestellt werden.

Ein nicht unerheblicher Teil von Startups erreicht mich auch über LinkedIn oder E-Mail von Gründern, die auf irgendeine Weise erfahren haben, dass ich bzw. wir investieren. Es gibt auf dem Kanal sehr attraktive Startups, die wir so finden – aber auch viele, die nicht zu uns passen (wie überall). Ich würde diesen Kanal nicht als schlecht bezeichnen.“

Business Angel Beate Fastrich
Business Angel aus München
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Business Angel aus München
Beate
Fastrich
über die besten Quellen für Investments in Startups

Beate Fastrich: „Ich würde sagen, die besten Investments kommen vor allem aus dem Netzwerk. Ich habe auch viel Dealflow von LinkedIn und von Veranstaltungen. Dabei gibt es aber eine höhere Ausschussquote zwischen dem, was hereinkommt und dem, was man sich wirklich anschaut.

Wenn ich aber von anderen Business Angels oder Bekannten eine Empfehlung bekomme, mit denen ich möglicherweise sogar schon einmal eine Investition getätigt habe und die ich schon besser kenne, dann schaue ich mir diese gern genauer an. Das ist auch meistens eine qualitativ bessere Empfehlung.

Sehr gut sind da natürlich auch private Investoren-Netzwerke. Wenn man da einen oder zwei angehört, ist das sehr hilfreich. Oft gibt es da auch andere Business Angels, die Know-How abdecken, das man selbst nicht mitbringt.“

Business Angel Joakim Nägele
Business Angel aus Hamburg
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Business Angel aus Hamburg
Joakim
Nägele
über gute Quellen und Netzwerke für Startups

Joakim Nägele: „Die Quellen, über die man auf Startups aufmerksam wird, sind sehr divers. Man liest und hört viel, aber vor allem pflegt man seine Netzwerke. Wenn man einmal angefangen hat zu investieren, dann kriegt man eigentlich automatisch schon sehr viel mit und wird häufig angesprochen.

Wenn man darüber hinaus noch aktives Sourcing betreibt und sozusagen aktiv Investitionsmöglichkeiten sucht, dann werden die Optionen noch sehr viel breiter. Häufig bekommt man aber unaufgefordert Hinweise.

Was ich wirklich pflege, sind meine Kontakte aus meiner längsten beruflichen Station bei Gruner und Jahr bzw. Bertelsmann. Aus diesen Kontakten haben sich auch neue Kontakte ergeben. Das ist für mich der Ursprung meiner Kontakte in die Startup-Welt. Wenn man da erst einmal einige Gründer und Investoren kennengelernt hat, dann geht der Rest fast automatisch.“

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Neigen neue Business Angels dazu, sich am Anfang zu überschätzen und risikoreichere Investitionen zu tätigen?

Investments in Startups ist Wagniskapital. Es handelt sich also um eine Beteiligung an einer besonders riskanten Unternehmung. Das sollte jedem bekannt und bewusst sein!

Neuen Business Angels sollte vor allem klar sein, dass es total viele tolle Ideen gibt. Es besteht die Gefahr, dass eine Begeisterung durch die Idee ausgelöst wird und die eigentliche Umsetzung aus dem Sichtfeld verschwindet. Grundsätzlich wird aber nur mit der Umsetzung Geld verdient.

Die ersten Investments sollten Business Angels nicht zu euphorisch und mit verzerrten Erwartungshaltungen angehen. Eine Absprache mit erfahrenen Investoren ist immer zu empfehlen!

Was sagen unsere Angels dazu?

Business Angel Xavier Sarras
Purpose Business Angel
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Purpose Business Angel
Xavier
Sarras
darüber, in welchen Bereichen sich neue Business Angels gerne überschätzen

Xavier Sarras: „Die größte Angel Falle, in die ich auch mal reingetappt bin und in die fast jeder Angel reingetappt, der neu startet und vor der ich auch immer wieder warne, wenn mich Freunde ansprechen. Dann sage ich immer: “Passt bloß auf, du wirst immer ganz viele Ideen sehen, die du verstehst und von denen du denkst, dass du sie selbst gut umsetzen könntest. You have what it takes and you know how to build it and that’s why you invest.

Das ist absolut falsch. Es ist falsch zu investieren, weil man denkt, dass man es selbst kann oder glaubt zu können. Du investierst als Angel in ein Team und du musst davon überzeugt sein, dass das Team diese Idee zum Fliegen bringt. Wenn du diese Überzeugung nicht gewinnen kannst, dann solltest du die Finger davon lassen. Das ist so ein Punkt, wo sich Angels überschätzen.

Und was sie unterschätzen, ist das Risikoprofil von Angel Investments. Die Chance, dass das Investment fliegt, ist sehr klein. Für eine ausreichende Diversifikation musst du zum einen mindestens 10 Investments tätigen, damit du wirklich auch erfolgreich da rausgehst und es nicht nur ein Gamble war und Spaß gemacht hat. Es macht Spaß, es macht ohne Ende Spaß, Angel Investor zu sein. Aber ob es dann auch wirtschaftlich und finanziell Spaß macht, ist eine Frage der Diversifikation.

Man trifft die Entscheidungen zu früh. Und das andere, dass Leute häufig unterschätzen, ist das Geld, was gebraucht wird. Also wenn du einmal ein Ticket machst, dann ist das ja nicht das einzige Ticket, was du machst. Sondern es kommt eine nächste Runde, es kommt eine Bridge Round, es muss überbrückt werden, es wird nachgefordert und dann willst du als Angel nicht derjenige sein, der sagt: “Ich lasse die Finger da weg, ich glaub nicht mehr an euch”. Du solltest ja auch weiter supporten, es sei denn, die Idee fliegt einfach gar nicht und das Team kann es nicht bringen. Also da ist eine ganze Menge Fehleinschätzungen am Anfang dabei. Viel Romantik, die auch schön ist, aber die muss halt schnell weg, damit es auch erfolgreich ist. Ansonsten ist es eher was Philanthropisches und Spaß.“

Business Angel Göran Göhring
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Göran
Göhring
darüber, warum sich Angels oft am Anfang überschätzen

Göran Göhring: „Wenn man frischer Angel ist, überschätzt man sich sehr schnell. Erstens hat man noch nicht die Erfahrung, die Investitions-Decks der Gründer zu lesen, weil da oftmals Dinge zu schön dargestellt sind, die man nicht hinterfragt.

Auch für den zweiten Grund braucht man Erfahrung, dass man wirklich erst einmal hinterfragt, was wirklich das Problem ist, welches das Startup löst. Nicht, was die Lösung ist, sondern was das Problem ist.

Und das habe ich auch erst mit der Zeit gelernt und arbeite da noch weiter an mir. Ich versuche oft, das als ersten Einstieg mit den Gründern zu nehmen, dass sie mir darstellen, welches Problem sie identifiziert haben, mit dem sie Unternehmer geworden sind.“

Business Angel Joakim Nägele
Business Angel aus Hamburg
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Business Angel aus Hamburg
Joakim
Nägele
über die Euphorie und Überschätzung von Erst-Angels

Joakim Nägele: „Sicherlich überschätzt man nicht unbedingt sich selbst, aber die Erfolgsaussichten des Startups, und gibt sich zu euphorisch beim ersten Investment. Die Euphorie und Naivität gehen dann vorbei.

Man sollte sich darauf einstellen, dass die Chance mit Business Angel Investments auch nur einen Euro zu verdienen, bei maximal 1:10 liegt. Alles andere ist schlicht und einfach gelogen.

Wenn man Geld verdienen will, könnte man fast besser ins Casino gehen…“

Torsten Meyer - Business Angel
Business Angel aus Berlin
(TM Future Ventures)
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Business Angel aus Berlin
Torsten
Meyer
über Fehler bei der Selbsteinschätzung von Anfänger-Angels

Torsten Meyer: „Wenn ich jetzt so aus der Retrospektive an mein erstes Investment zurückdenke, dann war das eigentlich viel zu hoch. Zum Glück hat sich das am Ende noch tatsächlich ausgezahlt. Aber was ich dort für schlaflose Nächte hatte, weil ich am Anfang wirklich an so vielen Baustellen arbeiten musste. Und oft dachte ich, dass es auch hätte nicht klappen können.

Die Frage ist ja: wie risikofreudig bist du wirklich, wenn du dir klarmachst, dass das Geld jetzt auch weg sein kann? Man glaubt ja immer, das wird schon klappen. Aber wenn man dann am Scheideweg ist, dann kommt man schon ins Grübeln. War das alles richtig und habe ich mich da nicht überschätzt?

Bei meinem ersten Investment hatte ich mich definitiv überschätzt. Das war einfach wirklich viel zu groß für mein Verständnis und meine Erfahrung. Mit dem Wissen von heute hätte ich das nicht noch einmal so gemacht.

Der Mensch lernt ja hauptsächlich durch diesen Schmerz und das Versagen – was zum Glück bei mir ja nicht einmal eingetreten ist. Aber das war schon ein sehr steiniger Weg und das würde ich heute nicht noch einmal so machen.

In jedem Fall denke ich, dass man als Angel besonders am Anfang Dinge falsch einschätzt. Auch zu vorsichtig zu sein, kann ja eine falsche Einschätzung sein. Man ist sich einfach nicht sicher und stellt sich zu viele Fragen, macht den Deal dann nicht und das Ding geht durch die Decke und man beißt sich in den Finger. Also das kann ja genauso gut sein. Man muss ja nicht immer nur vom schlechtesten Fall ausgehen: Ich investiere jetzt und das Ding geht pleite – sondern auch anders herum.

Ich habe in meinem E-Mail-Account so einen Ordner, der heißt ‚Abgelehnte Startups‘. Da schaue ich manchmal rein, weil ich jetzt seit vier Jahren in Startups investiere, wen ich vor drei Jahren abgelehnt habe. Und manchmal gibt es die heutet tatsächlich noch und ich ärgere mich. Aber das muss man eigentlich ignorieren, das lohnt sich nicht.

Man muss einfach für sich schauen, welches Risiko man eingehen kann, ob man den Totalverlust eben auch hinnehmen, ohne in Schwierigkeiten zu kommen. Und dann natürlich mit Bedacht wählen, auf das Netzwerk hören, auf sein inneres Bauchgefühl achten, die Zahlen analysieren – und selbst dann gibt es immer noch so viele Unbekannte und muss nicht von Erfolg gekrönt sein.

Ich habe vorhin diesen Finanzplan angesprochen. Der ist auf vier bis fünf Jahre ausgelegt. Den schaust du dir an und da kommt irgendwann der berühmte Hockey Stick. Also es geht irgendwann ab. Irgendwann in drei Jahren machen wir ganz, ganz viel Geld. Wer sagt dir, dass es dich in zwei Jahren noch gibt? Wer hat 2019 gedacht, dass 2020 uns Corona trifft?

Es gibt so viele Unbekannte, die man einfach nicht vorhersehen kann. Insofern ist das immer ein Ratespiel und ein Abwägen von Für und Wider. Man muss sein eigenes Risiko abwägen.

Man darf auch nicht vergessen, dass so eine Investition im Schnitt 7 Jahre bis zum Exit braucht. Wenn man jetzt überlegt, man hätte vor sieben Jahren in Bitcoin investiert, oder in Apple. Stattdessen hast du vor sieben Jahren ein Startup investiert und hast immer noch keinen Exit. Gut ist ja immerhin, wenn es das Startup gibt.

Aber jeder muss für sich entscheiden, ob das für sich das Richtige ist. Auf der anderen Seite: wenn es dann mal klappt, dann kann es auch richtig scheppern – im Portemonnaie meine ich!“

Wie kann ein Business Angel am Anfang sein Lehrgeld minimieren?

Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, können Business Angel Anfänger Fehler bei ihren Investitionsentscheidungen machen. Es passiert schnell, dass eine Euphorie durch eine tolle Startup-Idee entsteht und du alles durch eine rosarote Brille siehst. Das führt gerade am Anfang leicht zu Fehleinschätzungen.

Wie kannst du diese Fehlerquelle vermeiden? Unsere Business Angels verraten es dir:

Business Angel Ingo Weber
Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Ingo
Weber
darüber, wie ein Angel sein Lehrgeld minimieren kann

Ingo Weber: „Was glaub ich super hilft sind Angel Netzwerke. Sei es BAND oder Business Angels Region Stuttgart. Lernen von anderen hilft, glaub ich am meisten. Es gibt auch ein Buch, das heißt einfach Angel Investing von einem erfolgreichen Angel aus der USA, kann man auch mal lesen. Das Buch ist amerikanisch und man könnte es wahrscheinlich in zehn Seiten zusammenfassen.

Ich glaube, das wären so meine Tipps, sich bei erfahrenen und qualifizierten Business Angels andocken. Es gibt durchaus auch Angel Netzwerke, wo ich sage, dass man da nicht dabei sein muss. Kostet dann vielleicht viel Geld und es bringt wenig.

Ein Austausch mit erfahrenen Business Angels und deren Dos und Don´ts ist ganz wichtig und hilft sehr viel.“

Business Angel Andreas Assum
Early Stage Business Angel
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Early Stage Business Angel
Andreas
Assum
darüber, wie ein Business Angel am Anfang Fehler vermeiden kann

Andreas Assum: „Wenn ich das erste Mal als Business Angel aktiv werden will, dann würde ich empfehlen, erst mal mit anderen Business Angels zu sprechen. Im Idealfall investiert man nicht alleine, sondern mit einem anderen Angel zusammen. Das ist so die beste Möglichkeit, um Anfangsfehler zu vermeiden.

Wenn die Frage ist, wie Business Angels zueinanderfinden, dann gibt es viele Möglichkeiten. Einmal über das Internet, LinkedIn ist das Netzwerk. Außerdem gibt es Netzwerke, Verbände, Vereine und AddedVal.io. Alle diese Möglichkeiten bieten einen Rahmen, um mit anderen Business Angels in den Kontakt zu kommen, die in unterschiedlichen Erfahrungsstufen im Angel Investing sind. Es gibt nicht den einen Weg, aber zu empfehlen, mal rauszugehen und Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum investierst du und was sind deine Erfahrungen? Wenn man da jemanden findet, der den gleichen Spirit hat und Erfahrungen mitbringt, dann kann man gemeinsam investieren.

Die meisten meiner Investments sind nicht alleine von mir, sondern Co-Investments, wo ich entweder andere auf das Thema gebracht habe oder wo jemand anderes mich hinzugezogen hat.“

Wie betreibt ein Business Angel ein gutes Risikomanagement?

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über das Risikomanagement

Olaf Stichtenoth: „Die Frage nach dem Risikomanagement ist für Business Angels sehr schwierig zu beantworten. Das ist auch so ein Grundproblem, dass viele Business Angels gar kein Risikomanagement betreiben. Die legen das Geld dann einfach in Startup-Investments an und sehen es eher als Spielgeld.

Wenn man es ernst betreiben will, dann braucht man eben ein Risikomanagement und man muss sich die Frage stellen, inwieweit alle Investments zusammenhängen. Wenn ich alle Investments im gleichen Markt, Branche Region habe, dann kann, führt eine Veränderung in einen der Bereiche dazu, dass mein Risiko wahrscheinlich nicht mehr kontrollierbar ist.

Ich kann mit einer begrenzten Anzahl an Business Angel Investments natürlich kein Risikomanagement betreiben, wie es ein Fondsmanager tut. Ich kann mir aber anschauen, welche Risiken ich bereit bin zu tragen und welches Risikoprofil hat der Anteil meines Vermögens, welches ich in Startup-Investments stecke. Das sollte man sich auch veranschaulichen, wie viele Startups wahrscheinlich pleite gehen werden. Wie viele Unternehmen werden die Investitionssumme zurückspielen und wie viele Unternehmen werden ein relevanten Multiple auf meine Investitionssumme zurückspielen.

Da kann man sich Zahlen anschauen und das führt jetzt aber ein bisschen zu weit in diese Zahlen genau einzusteigen. Da gibt es viele Zahlen da draußen und da kann man sich ein eigenes Modell zu bauen. Das habe ich auch gemacht und dann sieht man, wie viele Investments man tätigen muss, damit man überhaupt ein Risikomanagement betreiben kann.“

Sollte man eher mit hohen Summen in wenige Startups oder mit niedrigen Summen in viele Startups investieren?

Warren Buffett hat zu seinen Aktieninvestments eine klare Vorstellung: “Lege alle deine Eier in einen Korb, aber passe auf diesen Korb genau auf.“

Gerd Kommer sagt hingegen: “Ein Einzelwertportfolio hat dieselbe Rendite wie ein diversifiziertes Aktienportfolio, aber ein höheres Risiko.”

Diese Aussagen beziehen sich natürlich auf Aktien und keine Startup-Investments. Trotzdem ist es vielleicht möglich, Analogien herzustellen. Was sagen unsere Business Angels zu der Frage?

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über die Frage, ob Angels eher in viele oder wenige Startups investieren sollten

Robert Sünderhauf: „Als erstes glaube ich, dass man Startup Investments nicht mit der eigenen Altersvorsorge machen sollte. In dem Moment, wo man investiert hat, sollte man sich gedanklich von dem Geld verabschieden. Das würde ich den Gründern nicht sagen, ist aber persönlich eine ganz gesunde Einstellung.

Es hilft auch nicht, wenn man besonders in schwierigen Zeiten sehr nervös alle zwei Wochen das Startups anruft, um zu fragen, was mit dem Geld gerade passiert, und so zusätzlichen Druck bei den Gründern aufbaut.

Wie groß die Summen sind, die man investiert, hängt von den eigenen finanziellen Möglichkeiten ab. Wenn man größere Summen investieren kann, kann man natürlich auch in späteren Finanzierungsrunden noch mit dabei sein und einen Anteil erwerben. Es gibt da verschiedene Strategien. Manche Leute haben beispielsweise lieber an zwanzig Firmen je 0,5% als an vier Firmen zum Beispiel 10%.

Ich selbst bin eher der Freund von wenigen, aber dafür relevanten Investments.“

Business Angel Stephan Jacquemot
Business Angel aus Köln
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Business Angel aus Köln
Stephan
Jacquemot
über die Ticketgröße

Stephan Jacquemot: „Es gibt da eigentlich genau zwei Strategien, wie man als Angel in Startups investieren sollte. Entweder mit kleineren Beträgen in viele Startups, das nennt man auch immer Spray and Pray, also einfach weit verteilen und beten, dass etwas draus wird. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass dies gar keine schlechte Taktik ist. Dann kann man auch sehen, welche der Startups performen und nur in diese Startups noch mal nachzulegen und weiter zu finanzieren.

Die andere Taktik ist, mit mehr Geld in weniger Startups und dafür ein höheres Sharholding zu haben. Dort kann man dann fokussiert arbeiten, weil jedes Startup macht Arbeit. Da investiert man dann eher in wenige Startups, aber man engagiert sich dort besonders stark.

Beide Taktiken können funktionieren. Ich sehe es in meinem Angel-Kollegenkreis eher, dass sie im Jahr ca. 4 bis 5 Deals machen und eine Summe zwischen 50.000 Euro bis 400.000 Euro investieren. Dann fokussieren sie sich wirklich auf diese 4 bis 5 Startups. Ganz selten sehe ich es, dass jemand 20 bis 30 Deals mit kleineren Beträgen im Jahr macht, kommt aber auch vor. Ich fokussiere mich mit meinem Investmentpartner auf wenige Startups mit hohen Beträgen, damit wir uns in den Startups auch wirklich engagieren können.“

Business Angel Tina Dreimann
Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Tina
Dreimann
über die Ticketgröße

Tina Dreimann: „Die Frage, wie und in welche Höhe man investieren sollte, ist eine sehr gute Frage. Aus meiner Sicht gibt es da keine richtige Antwort. Das schöne am Angel Investing ist, dass es uns überlassen ist, wie wir investieren. Wir können uns für unsere Lieblingsthemen entscheiden. Gerade deshalb empfehle ich jedem Angel von Anfang an eine eigene Strategie zu entwickeln und sich dessen bewusst zu werden. Also welche Themen man beschleunigen will.

Wenn wir nach Schulbuch gehen wollen, empfehle ich schon eine gewisse Diversifikation. Das ist uns selber schon mal passiert, dass wir zu eng neue Geschäfte aufgebaut haben und wir dann wegen Corona sehr hart getroffen wurden. Also man muss auch überlegen, welches Risiko ein Portfolio mit sich bringt und wir sind hier im Risikokapitalbereich. Also wir wissen, dass ein Teil der Startups auch auf der Strecke bleiben wird. Ein wichtiger Grund, warum wir better venture ins Leben gerufen haben ist, damit man diversifizieren kann.
Da jeder Angel von sich aus eine eigene Erfahrung und Expertise aus einem Bereich mitbringt. Als Angel traut man sich eher in das eigene Expertisefeld hinein. Wenn Angels aber mit anderen Angels zusammenarbeiten, dann traut man sich eher auch in andere Expertisefelder. Ich brenne zum Beispiel auch für Klima Themen, aber kenne mich in technischen Bereichen nicht so gut aus. Das kann ich nur machen, weil ich mit Angels zusammenarbeite, die sich in dem Thema auskennen.

Ich empfehle, Diversifikation nach dem Schulbuch zu betreiben. Gleichzeitig freue ich mich aber auch für Angels, die von sich aus eine Passion haben und sagen, dass sie nur einen bestimmten Bereich machen. Zum Beispiel, wenn der Vater an Krebs gestorben ist und man sein Kapital ausschließlich für die Krebsforschung einsetzen will. Dann ist das natürlich auch völlig in Ordnung und ein wichtiger Wertbeitrag für die Gesellschaft. Das ist das Tolle am Angel Investing, dass man die Freiheit hat und man seinen eigenen Fußabdruck definieren und bestimmen kann.“

Wie stellst du ein diversifiziertes Startup-Portfolio auf?

Business Angel Gwendolyn Schröter
Sustainability Business Angel
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Sustainability Business Angel
Gwendolyn
Schröter
darüber, wie sie ein diversifiziertes Startup-Portfolio aufgestellt hat

Gwendolyn Schröter: „Am Anfang haben wir uns an der Statistik orientiert und überlegt, wie viele Startups wir brauchen, um auf längere Sicht erfolgreich zu sein. Wir sind da auf die klassischen 10 Startups gekommen, damit wir dann 1 Startup aus 10 haben, welches überleben wird. Wir haben uns dann darauf eingestellt das Kapital, was wir für unsere Startup-Investments nutzen wollten, auf die 10 gedanklichen Startups zu verteilen. Das haben wir dann in Ticket Größen runtergebrochen, welche wir dann in der ersten, zweiten und dritten Runde investiere wollen.

Zu Beginn wollten wir in zwei Bereiche gehen. Im ersten Bereich kenne ich mich gut aus und im zweiten Bereich kennt sich mein Vater, mit dem ich das ganze mache, gut aus. Das heißt, es waren nicht so viele Fragezeichen, was die Branche betroffen hat. Aber natürlich viele Fragezeichen, was Gründung und Early Stage ect. betroffen hat. Und dann haben wir zwei Jahre gelernt und danach noch ein dritten Fokus gesetzt. Das haben wir dann im 3. und 4. Jahr (vor ca. 1,5 Jahren) umgesetzt. Da haben wir ein Fazit aus unseren ersten Erfahrungen gezogen, was uns gut gefallen hat und wo wir weiter ansetzten wollen. Wir haben entschieden, dass wir die ersten zwei Bereiche bis auf die Follow-on Investments runterfahren wollen und unsere letzten Investments auf diesen dritten Bereich fokussieren.

Wir diversifizieren nicht in den Phasen. Wir sind wirklich klassische Early Stage Investoren. Wir investieren gemeinsam mit Business Angels in der ersten Runde und teilweise auch schon in institutionellen Investoren. Das heißt, wir investieren nicht in späteren Phasen, wie einer Series A. Da sagen wir, dass das, was wir an Tickets investieren können zu klein ist und den Mehrwert den wir später einbringen könnten, keine so große Rolle mehr für die Startups spielen würde.

Wir investieren nur in B2B Geschäftsmodelle und nicht in B2C. Aus der Erfahrung heraus sind B2C-Cases öfters eine Marketing-Schlacht. Das kann man auch ganz bewusst nutzen, aber da muss man auch das Kapital für solches Marketing aufbringen können. Wenn man selbst nur mit kleinen Tickets unterwegs ist, dann muss entweder das Gründerteam ein sehr gutes Netzwerk in die Richtung mitbringen oder man sollte selbst wohlhabende Investoren kennen, die in einer zweiten Finanzierungsrunde mitmachen.

Natürlich ist es auch wichtig, dass man als Business Angel in dem Bereich schon Erfahrungen gesammelt habe und man weiß, auf welche Metriken es ankommt. Auch um so ein B2C-Case skalieren zu können. Wir machen wie gesagt nur B2B.

Wir machen es in der Regel so, dass wir im Jahr ungefähr 2 Investments machen. Wenn man Follow-on Investments mitzählt, dann können es auch mal 4 Investments im Jahr sein. In einem anderen Fall hatten wir auch mal nur 1 Investment im Jahr. Wir versuchen es zu staffeln, damit wir auch unsere Arbeitszeit in die Startups einbringen können. Es geht ja nicht nur um die Investments, sondern auch um die Unterstützung, die man den Startups geben will. Für mich ist es so, dass das Onboarding, Kennenlernen und erste Workshops wirklich viel Arbeit kostet. Auch die anderen am Cap Table kennenzulernen und eine Routine zu etablieren. Ich glaube nicht, dass ich da mehr als 3 pro Jahr schaffen würde.“

Business Angel Wolrad Claudy
Business Angel aus Frankfurt
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Business Angel aus Frankfurt
Wolrad
Claudy
über den Spagat zwischen Diversifikation und Fokussierung

Wolrad Claudy: „Es ist immer gut, einen Fokus auf Dinge zu haben, die man versteht. Wir haben uns rein auf B2B-Geschäftsmodelle fokussiert und haben da auch eine Expertise aufgebaut. Vielleicht etwas widersprüchlich, aber es ist wichtig, den Fokus und die Diversifikation gleich gut hinzubekommen. Das ist schwierig, auch sich in unterschiedlichen Branchen auszukennen. Aber es ist notwendig, dort das Risiko zu streuen. Vom Geschäftsmodell Set-up sollte man dann seine Präferenzen entwickeln und bei uns ist es rein B2B.“

Business Angel Andreas Assum
Early Stage Business Angel
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Early Stage Business Angel
Andreas
Assum
über die Risikominimierung des Startup-Portfolios

Andreas Assum: „Was kann ein Business Angel machen, um sein Risiko im Portfolio zu streuen? Das ist das Gleiche wie bei jedem Investment. Es heißt zu diversifizieren, wenn man alles auf eine Karte setzt, dann ist keine Streuung vorhanden. Also 5 Investments sollten es mindestens sein, aber auch nicht zu viele. Das Besondere am Business Angel ist ja, dass man persönlich unterstützen möchte und wenn es mehr als 10 Investments werden, dann wird es schon anspruchsvoll. Also zwischen 5 und 10 Investments ist eine gute Größe.

Den Nachteil, den man bei Frühphasen-Investments hat, ist, dass es keinen liquiden Markt gibt. Also es gibt wenig Möglichkeiten, da auszusteigen und das heißt, dass man seine Investments gut wählen sollte. Außerdem lieber bei seinen Investments noch Geld durch Follow-on Investments nachzuschießen, als immer breiter zu werden.“

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über das Geschäftsmodell „Business Angel“

Olaf Stichtenoth: „Also Business Angel als Geschäftsmodell ist ein Thema, was mich schon ziemlich lange umtreibt, weil wenn ich etwas tue, dann gehe ich da unternehmerisch dran und dann möchte ich als Summe Geld verdienen. Wenn ich als Business Angel Geld verdiene, dann muss ich in der Lage sein, mehr zu erreichen, als wenn ich mein Geld zum Beispiel in einen marktbreiten ETF stecke.

Damit unterscheide ich auch Business Angel als Geschäftsmodell und Business Angel als Hobby. Als Hobby muss ich keinen monetären Output erzielen, da kann ich mich mit etwas Nettem beschäftigen. Wenn ich aber mit meinem Startup-Portfolio den breiten Markt schlagen will, dann muss ich mir auch grundsätzliche Fragen stellen. Welche Risiken habe ich da drin? Welche Pleitenwahrscheinlichkeiten habe ich? Welche Multiples brauche ich, damit ich einen höheren Output erzielen kann, als wenn ich mein Geld irgendwo hinstecke und nichts tue. Das ist für mich die Benchmark.

Um als Business Angel Geld zu verdienen, muss man sich erst ein paar grundsätzliche Fragen stellen:

Wie viel Geld habe ich zur Verfügung und auf wie viele Investments kann ich es verteilen?

Wenn ich mindestens 10 Investments machen kann, mit dem Teil des Geldes, den ich in Business Angel Aktivitäten stecken möchte, dann kann ich mehr oder weniger anfangen, statistisch auf mein Portfolio zu schauen.

Wenn man nicht 10 Investments tätigen kann, besser wären noch 20, dann muss der Ansatz ein anderer sein. Bei wenigen Investments muss der Business Angel selber wichtige Komponente neben dem Geld mitbringen. Also zum Beispiel Know-how und Netzwerk, dass die Pleitewahrscheinlichkeit reduziert werden kann. Grob gesagt geht ein Drittel der Unternehmen pleite, es ist natürlich auch von der Runde abhängig, bei Frühphaseninvestments vielleicht auch noch ein bisschen mehr.

Ein weiteres Drittel wird keinen positiven Return zurückzahlen, höchstens das investierte Geld. Der ganze Rest muss eben Gewinn und Investment zurückspielen. Wenn ich nicht sehr viele habe, dann darf ich mir natürlich auch nicht viele Ausreißer leisten. Da muss ich mit wenigen Investments erfolgreich sein. Wenn man mehr machen kann, dann kann man es eher statistisch betrachten und kann durchaus Portfolioansätze mit reinbringen. Da kann man auch in Branchen investieren, wo man selbst nicht tätig ist.“

Welche Rolle spielt das Timing beim Angel Investing?

Das Timing ist für den Erfolg eines Startups entscheidend. Pete Flint beschreibt drei wesentliche Faktoren:

1. Enabling Technologies (Ermöglichende Technologie): Ein entscheidender Faktor für das richtige Timing ist das Vorhandensein von Basistechnologien. Streaming-Dienste wie Twitch und Netflix wären ohne schnelles Internet und Computer nicht möglich.

2. Economic Impetus (Wirtschaftlicher Impulse): Wirtschaftliche Impulse können neue Möglichkeiten schaffen, etwa wenn die Bereitstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung von unrentabel zu rentabel wird, oder wenn ein bisheriger Nischenmarkt plötzlich ganz groß wird.

3. Cultural acceptance (Kulturelle Akzeptanz): Die Art und Weise, wie wir mit Technologie umgehen, ändert sich schnell. So wie sich das Verhalten ändert, können sich auch die Märkte, Produkte und Dienstleistungen entsprechend wandeln.

Welche Meinung haben unsere Angels?

Business Angel Alf Arnold
Business Angel aus Berlin
(Angel Investments & Communications)
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Business Angel aus Berlin
Alf
Arnold
über das Timing beim Angel Investing

Alf Arnold: „Ich habe die Überzeugung, dass das Timing ein sehr großer Erfolgsfaktor ist. Passt die Lösung in die Zeit, ist es der richtige Moment für die Gründer:innen, gibt es schon die richtigen Kunden am Markt, haben alle das Produkt verstanden. Es gibt einfach so viele Beispiele, wo Produkte entweder zu früh, oder zu spät am Markt waren. Diesen Aspekt kann man aber insgesamt auch nur sehr schwer bewerten.“

Business Angel Dr. Gesa Miczaika
Female Founder Business Angel
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Female Founder Business Angel
Dr. Gesa
Miczaika
darüber, wie wichtig das richtige Timing ist

Dr. Gesa Miczaika: „Es gibt ja häufig Unternehmen, die vor vielen Jahren gestartet wurden. Zum Beispiel im ClimaTech Bereich wurden bestimmt schon vor einigen Jahre tolle Dinge gestartet, die keine Finanzierung bekommen haben. Warum haben sie keine Finanzierung bekommen? Da war das Timing einfach nicht richtig. Zu der Zeit wurde das Problem und das Thema von vielen Investor:innen noch nicht erkannt. Deshalb ist das Timing ein sehr wichtiger Punkt.“

Warum sollte man sich vor einem Investment gut darüber informieren, ob die Idee bereits in der Vergangenheit von einem anderen Unternehmen probiert wurde?

Lerne aus den Fehlern der Vergangenheit! Insbesondere für Gründer und Gründerinnen heißt das, dass sie nicht nur die derzeitige, sondern auch die vergangene Konkurrenz analysieren sollten.

Dass ein Geschäftsmodell zuvor bereits (mehrfach) nicht funktioniert hat, kann darauf hindeuten, dass es auch dieses Mal nicht klappen wird. Muss es aber nicht, denn bei Startups ist auch das Timing ganz entscheidend. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, zu dem der Markt bereit für die Lösung des Teams ist? 

Wie man mit dieser Problematik umgeht, erklären unsere Angels:

Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Tim
Schumacher
über Ideen, die bereits von anderen Unternehmen probiert wurden

Tim Schumacher: „Also grundsätzlich ist es nicht schlimm, wenn eine Idee schon existiert. Es ist vielmehr eigentlich so, wenn eine Idee absolut noch nirgends existiert, gibt es meistens einen guten Grund dafür. Nämlich, dass die Idee eigentlich scheiße ist oder einfach so abwegig und so abgefahren, dass man es nicht wirklich probieren sollte.

Die Idee ist tatsächlich nicht so relevant wie die Umsetzung einer Idee. Es gibt natürlich immer mal wieder Ideen, wo ich schon Dutzende Teams gesehen habe, die daran gescheitert sind. Bei solchen Dingen gebe ich auch meine Erfahrungen als Feedback.

Viele junge Gründer:innen tappen in die Startup-Falle und versuchen sich an einem Markt, der sehr schwierig ist. Ich mach mal ein konkretes Beispiel. Für mich ist es zum Beispiel der online Ticket und Event Markt. Junge Gründer:innen gehen noch gerne weg und denken, dass zum Beispiel vergünstigte online Tickets für Discos cool wären. Diesen Markt haben schon sehr viele Leute versucht und der Markt ist praktisch nicht systematisierbar. Da habe ich wirklich schon Dutzende Pitch Decks gesehen und denke jedes Mal: “Hey Leute, probiert was anderes!”“

Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
Business Angel des Jahres 2021
(MGH Beratungs- und Beteiligungs-GmbH)
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Business Angel des Jahres 2021
Matthias
Helfrich
über Ideen von Startups, die schon früher nicht funktioniert haben

Matthias Helfrich: „Das hängt davon ab, wie erfolgreich das andere Unternehmen das gemacht hat. Wenn es meiner Einschätzung nach einen The-Winner-Takes-It-All-Markt ist, dann wäre ich eher zurückhaltend.

Ich habe da eher eine Schwäche für Geschäftsmodelle, die andere vorher ausprobiert haben und nicht erfolgreich waren. Wenn die mir auf dem Tisch liegende Gründung aus den Fehlern oder dem falschen Timing des anderen Startups lernen kann, dann finde ich das eher positiv. Das ist wie eine Art Pivot zum anderen Zeitpunkt, aber nicht innerhalb eines Startups, sondern von einem Startup zum anderen, das aus den Fehlern gelernt hat.

Man sollte mal analysieren, wie viele Startups erfolgreich waren, aber nicht mit dem Geschäftsmodell aus ihrem ersten Pitch Deck. Daraus sieht man, wie entscheidend die Weiterentwicklung von Ideen für den Erfolg ist.

Man kann also vermuten, dass ein Startups, das zuvor gescheitert war, einfach zu früh dran war. Ich habe gerade viele Startups im Energiebereich, die technisch einfach zu früh dran waren. Wenn ich dann später ein neues Team kennenlerne, dann kann das Timing durchaus funktionieren und das Team das Startup durchaus erfolgreich aufbauen. So etwas schaue ich mir dann gern an.“

Warum sollte man als Business Angel unbedingt die Ambitionen der Gründer kennen?

Jedes Business Angel-Investment sollte das Potential haben, sich mindestens zu verzehnfachen. Das klappt natürlich nur, wenn sich das Startup-Team ein solches Wachstum auch tatsächlich zutraut bzw. dies überhaupt selbst will! Dazu kommen die vielen Hürden, die bis dahin zu überwinden sind und viel Energie und Beständigkeit erfordern.

Dementsprechend wichtig ist es, die Ambitionen und die intrinsische Motivation der Startup-Gründer:innen zu kennen und verstehen. Aus sich heraus motivierte Gründer:innen beißen sich viel hartnäckiger durch und geben auch im Angesicht von Problemen nicht so leicht auf, wie solche, die vielleicht einfach nur gern Startups-Gründer für den Lebenslauf gewesen sein möchten.

Was noch zu bedenken ist, berichten diese erfahrenen Angels:

Business Angel Gwendolyn Schröter
Sustainability Business Angel
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Sustainability Business Angel
Gwendolyn
Schröter
darüber, warum es so wichtig ist die die Ambitionen der Gründer zu kennen

Gwendolyn Schröter: „Es gibt wie bei allen Menschen verschiedene Berufungen und Berufe und Gründe, warum sie etwas machen. Natürlich kann man als Investor sagen, dass ich in jemanden investieren möchte, der die Welt verändern kann. So ist es bei uns, wir investieren nur in Impact only Themen. Das heißt für uns, dass es natürlich auch interessant und gut zu wissen, ob ein Gründer einfach hinter dem Geld her ist, oder ob er doch an dem Impact, Thema und Team interessiert ist.

Warum ist das wichtig?
Man sollte als Business Angel auch selbst wissen, warum man investiert. Geht es darum mein Portfolio zu diversifizieren. Also ich möchte vielleicht nicht mein Geld nur in Aktien und Immobilien stecken, sondern auch in Startups. Oder möchte ich als Business Angel wirklich meine Zeit investieren und dann sollten Gründer und Gründerinnen auch meine Ideen und mein Feedback annehmen und anhören können.

Von daher ist es wichtig, dass man sich selbst gegenüber ehrlich ist, warum man es macht und natürlich auch die Gründer und Gründerinnen fragt. Klar denkt man, dass es total normal ist, dass jemand gründet und dann sein Startup skalieren möchte. Ich denke, so selbstverständlich ist es aber nicht und ich glaube, darüber kommt man gut mit den Startups ins Gespräch und lernt sich auf einer Ebene kennen, die nicht unwichtig ist.

Ich finde die Frage unfassbar wichtig und das würde ich auch relativ zu Beginn fragen. Wenn man jemanden über einen Pitch kennenlernt, dann spricht das Startup auch über ihre Vision und das ist so ein guter Punkt, wo man da gut nachhaken kann und die Frage nach den Ambitionen stellen kann. Also wirklich, warum die Gründer und Gründerinnen dieses Thema persönlich angehen?

Für uns ist es eigentlich ziemlich einfach, weil es Impact orientierte Startups sind, die das wegen des Impact-Wunsches heraus auch tun. Deswegen ist da die Antwort meistens recht einfach. Aus dem Grund gab es noch kein Investment, wo ich die Ambitionen der Gründer:innen nicht gekannt habe. Das ist aber vielleicht auch so ein Spezialfall für Impact orientierte Gründer:innen.

Es ist natürlich wichtig, dass das Startup mit der Idee auch irgendwie Geld verdienen muss, weil das auch meistens ein Mitgrund dafür ist, warum Business Angels mitinvestieren möchten. Investoren wollen auch ihr Geld quasi verzinst wiederbekommen. Da sollte also auch klar sein, das die Beteiligten damit auch Geld verdienen wollen.“

Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
Business Angel des Jahres 2021
(MGH Beratungs- und Beteiligungs-GmbH)
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Business Angel des Jahres 2021
Matthias
Helfrich
über die Ambitionen und intrinsische Motivation von Startup-Gründer:innen

Matthias Helfrich: „Die Frage ist die Königsklasse, denn da geht es um die intrinsische Motivation der Gründer. Ich habe da auch kein Patentrezept, denn wenn ich das wüsste, würde ich darüber vielleicht auch ein Buch schreiben.

Es gibt aber schon gewisse Indikatoren. Social Impact getriebene Gründer haben meistens eine sehr hohe intrinsische Motivation. Da muss man dann nur schauen, ob sie auch den Willen haben, groß zu denken.

Bei Gründern, die schon etwas älter – so beispielsweise in meinem Alter – sind, da bin ich eher etwas zurückhaltend, weil ich glaube, dass jüngere Menschen einen größeren Erfolgshunger haben.

Ich habe also kein Patentrezept, versuche aber in Gesprächen herauszufinden, ob das Geschäftsmodell aus dem Inneren heraus entstanden ist, oder ob das eher aus einer Analyse entstand mit dem Ziel Startup-Gründer zu werden. Das wäre mir dann zu wenig.“

Wie groß sollte das Potential eines Startups sein, in das man investieren möchte?

Business Angel Investments sind keine Philanthropie. Die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts ist sehr hoch, weil letztlich nur wenige Startups einen erfolgreichen Exit schaffen. Entsprechend groß muss auch das Potential jedes einzelnen Startups sein, in an dem man sich als Business Angel beteiligt. Denn vorher ist einfach nicht klar, welches der Portfolio-Startups überleben und groß werden wird.

Business Angel Björn Jopen
Business Angel & Serial Entrepreneur
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Business Angel & Serial Entrepreneur
Björn
Jopen
über das notwendige Potential eines Startup-Investments

Björn Jopen: „Ich möchte beim Potential des Startups sehen, dass die Firma später gute Umsätze machen kann und auch profitabel ist. Ich unterscheide ein bisschen in Wachstumsunternehmen, die einfach groß werden sollen, was den Umsatz angeht, dabei aber lange nicht profitabel sind.

Dann gibt es aber auch Startups in meinem Portfolio, die keine so fulminante Wachstumsstory hinter sich haben, dafür aber profitabel sind – teilweise sehr, sehr profitabel.

Das ist für mich die Unterscheidung: die Firmen mit mehreren Hundert Millionen Euro Umsatzpotential in der entfernten Zukunft, auch nach weiteren Finanzierungsrunden. Und auf der anderen Seite solche Startups, bei denen es nicht nur um das krasse Wachstum, sondern um ein gutes Produkt und eine gute Story und eben Profitabilität geht.“

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über das notwendige Potential eines Startups

Robert Sünderhauf: „Das Potential hat für mich immer zwei Aspekte. Zum einen ist das der adressierbare Markt – wie groß kann das eigentlich werden? Ich glaube, dieser Markt sollte wirklich groß sein, wir reden also über Milliarden. Darunter macht es meistens wenig Sinn, denn es ist ja sehr unwahrscheinlich dass ein Startup innerhalb von kurzer Zeit einen riesigen Anteil am Markt gewinnt.

Wenn der Markt also schon greifbar ist, dann würde ich versuchen, dass es ein Milliardenmarkt ist.

Das zweite Thema beim Potential ist das Team. Man sollte als Business Angel auch ein Gründerteam haben, dem man zutraut, eine relevante Firma aufzubauen, Geld aufzunehmen und andere Investoren zu überzeugen. Denn letzteres ist ein ganz wichtiger Treibstoff. Wenn das nicht der Fall ist, dann würde ich die Finger davon lassen.“

Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
Business Angel des Jahres 2021
(MGH Beratungs- und Beteiligungs-GmbH)
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Business Angel des Jahres 2021
Matthias
Helfrich
über Kennzahlen und Parameter vor einem Investment

Matthias Helfrich: „Ich steige sehr früh in Startups ein, also Pre-Seed und Seed. Klassische Kennzahlen wären da schön, funktionieren aber leider noch nicht. Ich muss für mich die Sicherheit haben, meinen Kapitaleinsatz in der Regel in jedem Startup verzehnfachen zu können.

Ein weiterer Indikator für mich ist, ob das Startup folgefinanzierungsfähig ist, ob es also die Struktur hat, als nächstes eine VC-Runde zu schaffen. Das sind für mich die wichtigsten Parameter in Bezug auf Kennzahlen.“

Business Angel Andreas Assum
Early Stage Business Angel
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Early Stage Business Angel
Andreas
Assum
über das Potential, das Startups haben sollten

Andreas Assum: „Ich würde es nicht an einer absoluten Umsatzgröße festmachen, sondern daran, ob eine Nische in einem Markt klar besetzt werden kann. Da sollte die Chance sein, der Marktführer zu werden.“

Welchen Vorteil kann eine Investition in einer besonders frühen Phase haben?

Business Angels investieren in einer sehr frühen Phase in Startups und haben so die Chance, dass der Hauptteil der Unternehmensentwicklung noch vor ihnen steht. Die Bewertung des Startups kann sich bei einer erfolgreichen Skalierung erheblich steigen und vervielfachen.

Außerdem haben die Business Angels die Möglichkeit, Gründer:innen zu unterstützen, um gemeinsam einen erfolgreichen Weg zu gehen und ganz neue Dinge in Märkten zu etablieren.

Welche Vorteile gibt es noch?

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über sehr frühe Investments

Robert Sünderhauf: „Das hängt sehr stark vom Startup selbst ab. Ist da zum Beispiel schon ein wirkliches Unternehmen oder bisher nur ein Gründer bzw. Gründerteam mit einer Idee. Wenn das Team dann eigentlich erst noch gründen muss, gefällt mir persönlich das am besten – also wirklich sehr früh, wenn noch sehr wenig da ist, und ich damit fast ein bisschen wie in der Co-Founder-Rolle bin.

Dann geht man die Schritte durch, die zu tun sind: wie gründe ich eine Firma, was ist die Geschichte, Mission und Vision des Unternehmens, wofür wollen wir stehen usw. Welche Geschichte wollen wir unsern zukünftigen Kunden, unseren Mitarbeitern usw. erzählen? Das ist wirklich wichtig, denn wenn man das einmal sauber definiert hat, dann wir vieles später einfacher.

Und dann geht man das Schritt für Schritt weiter, zum Beispiel die ersten Marketing-Kanäle aufbauen, den ersten Fokus finden, das Team mit den richtigen Profilen aufbauen usw.“

Business Angel Dr. Bastian Schmitdt-Vollmer
Business Angel und Rechtsanwalt
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Business Angel und Rechtsanwalt
Dr. Bastian
Schmidt-Vollmer
über die Vorteile einer Investition in einer besonders frühen Phase

Dr. Bastian Schmidt-Vollmer: „Na ja, wer als Erstes drin ist, hat natürlich auch die Möglichkeit, gestalterisch tätig zu sein. Der kann vielleicht Forderungen stellen, die man später nicht mehr stellen kann. Er sollte dabei aber immer berücksichtigen, dass er als Angel nicht zu viel fordert und so das Team nicht mehr richtig bei der Stange halten kann. Das Team könnte sagen, dass sie so viel arbeiten und der Investor gar nicht arbeitet, aber er hat eben das ganze Geld gebracht. Wenn dann aber Angels kommen und sagen, dass sie 70 % des Unternehmens haben wollen, dann sind die Gründer:innen schnell keine Gründer:innen mehr, sondern schnell Angestellte und entsprechend motiviert. Deshalb muss man da ein bisschen aufpassen.“

Welche Probleme kann es in einer sehr frühen Phase bei der Startup-Bewertung geben?

Firmenbewertungen sind in der Frühphase problematisch, weil es keine anerkannten Modelle dafür gibt. Vielmehr rechnen die Gründer:innen ihren Kapitalbedarf für die ersten 12-24 Monate aus und versuchen diesen von Investoren einzuwerben.

Um in einer Folge-Finanzierungsrunde noch handlungsfähig zu bleiben, dürfen für diesen Kapitalbedarf nur Anteile in einer bestimmten Spanne (ca. 10-30%) abgegeben werden. Aus diesen beiden Werten ergibt sich dann die mögliche Bewertungsspanne – innerhalb derer Investoren verhandeln oder sich gegen eine Beteiligung entscheiden können.

Was erfahrene Angels dazu sagen: 

Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
Business Angel des Jahres 2021
(MGH Beratungs- und Beteiligungs-GmbH)
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Business Angel des Jahres 2021
Matthias
Helfrich
über die Relevanz der Bewertung des Startups in der Frühphase

Matthias Helfrich: „Firmenbewertungen in diesen Phasen sind ja keine mathematischen Bewertungen wie bei fortgeschrittenen Unternehmen oder gar im Private Equity oder M&A-Bereich.

Insofern starten die Gespräche ja meistens mit einem Aufruf der Gründer, wie viel Kapital sie brauchen und wie viele Anteile sie abgeben wollen. Daraus errechnet sich in der Konsequenz die Bewertung.

Ich bin nicht jemand, der um Bewertungen feilscht, weil es für mich sekundär ist, ob die Bewertung letztlich bei X oder X + 20% liegt, so lange das Unternehmen erfolgreich ist. Und wenn das Startup nicht erfolgreich ist, dann ist die Bewertung ebenfalls sekundär.

Dagegen sind mir Rechte ein bisschen wichtiger. Man muss ja Bewertungen auch immer im Zusammenhang mit den einhergehenden Investorenrechten sehen. Daher spreche ich über Bewertungen und schaue mir Vergleichstransaktionen an. Wenn mir eine Bewertung zu hoch ist, dann würde ich da auch nicht weiter verhandeln, sondern dann wäre das für mich ein Absagegrund der Transaktion.“

Business Angel Jana Moser
Legal Tech Business Angel
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Legal Tech Business Angel
Dr. Jana
Moser
darüber, warum eine Bewertung von Startups problematisch ist

Jana Moser: „Ich glaube, das Thema Startup-Bewertung ist eines der schwierigsten Themen in der Startup-Branche und bei den Investoren. Ich bin selbst erst seit 3-4 Jahren Business Angel und ich habe mich am Anfang versucht, mit dem Thema zu beschäftigen, bin aber auch eher gescheitert.

Ich beschäftige mich damit wie folgt: Ich schaue mir das Geschäftsmodell erst mal an und schaue, was denn generell im Umsatz pro Jahr in einem Unternehmen möglich ist, mit dem Set-up, was sich das Startup vorgestellt hat. Um dann weiter zu überlegen, mit welchen Aufwänden und wie kompliziert ist es da, eine Skalierung hinzubekommen. Wie viel Manpower muss ich da reinstecken, damit ich auch zu höheren Beträgen komme.

Da setze ich dann mit der Bewertung an und überlege, wie viel das Unternehmen im Jahr an Umsatz erbringen kann. Was ist in den nächsten Jahren auch an Skalierung möglich, usw.. Die Millionen- und Milliarden-Bewertung, die man klassisch aus dem Fernsehen kennt, damit hat ein Business Angel in der Pre-Seed- oder Seed-Runde nichts zu tun.

Dementsprechend sollte man sich auch hier nicht von Startups blenden lassen, die sagen, dass sie 2-3 Millionen in der Pre-Seed- oder Seed-Runde Wert sind.“

Business Angel Dr. Bastian Schmitdt-Vollmer
Business Angel und Rechtsanwalt
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Business Angel und Rechtsanwalt
Dr. Bastian
Schmidt-Vollmer
über die Probleme der Startup-Bewertung

Dr. Bastian Schmidt-Vollmer: „Firmenbewertung ist an der Stelle nicht ganz richtig und wird häufig falsch dargestellt. Wenn da jemand kommt, eine super Idee hat und sagt, dass seine Bewertung eine Million ist, dann ist es nach sämtlichen wirtschaftlichen Bewertungsmethoden natürlich Quatsch. Man muss sich selbst die Frage stellen, was man eigentlich haben möchte. Wie viele Anteile möchte ich haben? Wie viel ist mir es wert? Was braucht das Unternehmen? Wo kann es hin? Ist es skalierbar?

Und dann kann man es noch in einem gewissen Maß absichern, dadurch, dass man bestimmte Milestones einbaut. Dann kann man vereinbaren, dass wenn diese Milestones nicht erreicht werden, dass ich mehr Shares bekomme oder wenn es besser läuft, bekomme ich weniger Shares. Da kann und sollte man ein bisschen flexibel arbeiten und nicht von vornherein alles fixieren.“

Worauf sollte man bei einem Pitch Deck achten?

Das Pitch Deck ist ein sehr wichtiger Teil der Fundraising-Reise. Das heißt, als Gründerin oder Gründer brauchst du einfach ein Pitch Deck, um von Investoren Geld einzusammeln.

Dieses Pitch Deck ist eine Zusammenfassung von all dem, was das Startup in der Vergangenheit gemacht hat, aber auch darüber, was es in der Zukunft vor hat.

Die große Schwierigkeit ist, alle Gedanken in eine komprimierte Form mit 10-15 Slides zu bringen. Die Frage lautet: Welche Startup-Story ist spannend, die die Gründer:innen verkaufen und als Vision für die Zukunft vermitteln wollen?

Auf was achten unsere Business Angels beim Pitch Deck?

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Business Angel
Katja
Ruhnke
über gute Pitch Decks

Katja Ruhnke: „Mich überzeugt bei einem Pitch als Erstes die Persönlichkeit der Gründer:innen. Bei einem Pitch Deck, wo ich die Gründer:innen noch nicht kenne, da überzeugen mich klare Pitch Decks mit Bildern und Botschaften, die ich schnell verstehen kann. Ich will auf einen Blick sehen, da sind die und die Zahlen drin, das ist die Botschaft und das ist die Idee. Ich persönlich hasse Pitch Decks mit zu viel Informationen, da man ja wahnsinnig viele Pitch Decks als Angel sichtet. Ich habe keine Mitarbeiter und ich bin kein VC. Wir müssen also sehr schnell Informationen aufnehmen können.“

Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
Business Angel des Jahres 2021
(MGH Beratungs- und Beteiligungs-GmbH)
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Business Angel des Jahres 2021
Matthias
Helfrich
über wichtige Stellen im Pitch Deck

Matthias Helfrich: „Ich achte auf die große Leitlinie hinter der Idee. Ob man das jetzt Vision nennen muss, weiß ich nicht. Aber damit meine ich schon das sogenannte Big Picture. Für mich ist dann wichtig, wie sich eine operative Umsetzung davon darstellen lässt.

Letztlich muss ich als Business Angel beurteilen, ob die Gründerinnen und Gründer, die mir eine Beteiligung an ihrem Startup anbieten, im Stande sind, ihren Business Case umzusetzen. Und der erste Schritt für die Umsetzung des Business Cases ist ja letztlich auch das Pitch Deck selbst.

Insofern ist für mich der rote Faden von der Vision hin zu der Glaubwürdigkeit der Umsetzung ein sehr wichtiges Thema.“

Business Angel Ingo Weber
Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Ingo
Weber
darüber, worauf er bei einem Pitch Deck achtet

Ingo Weber: „Auch wenn es blöd klingt, aber das Auge isst mit. Wenn das Pitch Deck nicht schön aussieht, dann hat man gleich einen schlechten ersten Eindruck. Das heißt, es soll einfach vernünftig aussehen.

Da sind die BWL-Studenten vielleicht besser als die Technik-Studenten. Die Substanz sollte natürlich auch gut sein. Ich schaue mir beim Pitch Deck das Problem und den Markt genau an und überlege mir dann, ob die Lösung auch wirklich sinnvoll ist. Also ob es da einen nachhaltigen Bedarf gibt.

Natürlich schaue ich mir auch das Team an, ob es relevante Erfahrungen mitbringt und gegebenenfalls auch vorherige unternehmerische Erfahrungen sammeln konnte.

Der letzte Punkt ist Traction, Traction, Traction. Wie bei Immobilien: Lage, Lage, Lage.
Wenn keine Traction da ist oder kein gefühlter Sales-Funnel, dann wird es schwierig.“

Business Angel Benjamin Minack
Business Angel aus Berlin
(Halbleiter UG)
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Business Angel aus Berlin
Benjamin
Minack
über das Pitch Deck

Benjamin Minack: „Ich will nicht verleugnen, dass eine gewisse ästhetische Grundfunktionalität eines Pitch Decks dazu führt, dass es mehr Freude macht, sich damit auseinanderzusetzen und wir auch den Eindruck haben, dass die Gründer:innen ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit mitbringen.

Aber es gibt natürlich auch Segmente, wo die Ästhetik keine so große Rolle spielt. Es muss zudem passen, was das Team dort als Idee verkaufen möchte. Da haben wir schon sehr hässliche Pitch Decks bekommen, die aber eine hohe inhaltliche Qualität hatten, zu der Idee gepasst haben und die Geschichte gut erzählt wurde.“

Business Angel Joakim Nägele
Business Angel aus Hamburg
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Business Angel aus Hamburg
Joakim
Nägele
über wichtige Themen im Pitch Deck

Joakim Nägele: „Was das Thema Pitch Deck angeht, finde ich einen logischen Aufbau immer sehr wichtig. Im Prinzip sind mittlerweile aber viele Pitch Decks auch austauschbar. Es gibt einfach so viele Vorlagen, dass die alle irgendwie gleich aussehen.

Das ist so standardisiert und der Aufbau so gleich richtig, dass das Pitch Deck selbst als erste Informationsgrundlage gut ist, aber noch wichtiger ist dann eben das Gespräch mit den Gründern über das Pitch Deck.

Was die Zahlen angeht: die sind in der Regel Bullshit. Das weiß aber auch jeder Investor. Daher ist das Entscheidende das Gespräch mit den Gründern über ihr Geschäftsmodell.“

An welchen Stellen im Pitch Deck übertreiben Gründerinnen und Gründer häufig?

Manchmal übertreiben Gründerinnen und Gründer im Pitch Deck über ihr Startup auch etwas. Das kann durchaus auch unwissentlich geschehen, insbesondere beim Abschätzen von Marktgrößen, bei der (angeblich fehlenden) Konkurrenz und natürlich fast immer bei der Vorhersage des künftigen Wachstums.

An manchen Stellen sollte man als Business Angel als achtsam sein und die Annahmen und Aussagen im Pitch Deck mit einer gesunden Portion Skepsis hinterfragen.

Matthias Helfrich, Business Angel des Jahres 2021
Business Angel des Jahres 2021
(MGH Beratungs- und Beteiligungs-GmbH)
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Business Angel des Jahres 2021
Matthias
Helfrich
über beliebte Übertreibungen im Pitch Deck von Startups

Matthias Helfrich: „Die berühmten Sätze über den künftigen Weltmarktführer, dass das Startup zwei Jahre Innovationsvorsprung hat oder dass es keine oder sehr wenig Konkurrenz gibt.

Es kann zwar sein, dass es im Einzelfall keine technische Konkurrenz gibt, aber es gibt sicher immer eine Nutzenkonkurrenz. Insofern sollte man immer vom Markt, vom Kunden her denken, nicht von der Technologie her.“

Business Angel Robert Sünderhauf
Business Angel mit Health-Hintergrund
(Sinnerhill Investments)
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Business Angel mit Health-Hintergrund
Robert
Sünderhauf
über Stellen im Pitch Deck, bei denen Gründer manchmal übertreiben

Robert Sünderhauf: „Ein guter Gründer ist ein guter Geschichtenerzähler – und gute Geschichten haben immer einen Kern Wahrheit, aber haben auch viel Potential zu wachsen. Das gehört ein bisschen zum Startup-Geschäft dazu. Natürlich ist der Business Plan immer sehr sportlich und schon im ersten Jahr nur schwer zu erreichen. Alles, was danach kommt, braucht man sich als Business Angel eigentlich gar nicht anzuschauen.

Wenn man sich Businesspläne ansieht, geht es meiner Meinung nach darum einzuschätzen, ob die Gründer ein grundsätzliches Verständnis von Zahlen und wirtschaftlichen Zusammenhängen haben. Aber niemand kann in die Zukunft schauen und sehr wahrscheinlich sind die Planungen zu optimistisch.

Am Businessplan bekommt man als Business Angel auch ein Verständnis, wie die Gründer zum Geldausgeben stehen. Sind das eher Sparfüchse, was für Gründer besonders in der Anfangsphase eine gute Eigenschaft ist. Oder sind das Menschen, die gern große Kampagnen machen und daher besonders am Anfang manchmal alles auf eine Karte setzen müssen – was dann sehr wahrscheinlich die falsche sein wird.“

Warum ist der Finanzplan so wichtig?

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über die Relevanz des Finanzplans

Olaf Stichtenoth: „Also man kann sich immer einen tollen Pitch anschauen. Viel entscheidender ist aber der Finanzplan. Nicht, weil der genauso eintreten wird, sondern weil es einem die Idee gibt, wie sich die Gründer vorstellen, ihr Unternehmen zu entwickeln. Das ist etwas, wo ich mittlerweile sehr genau draufschaue.

Wie haben die ihr Personal geplant? Wie entsteht das Wachstum? Ist es eher ein Vertrieb oder Marketing getriebener Ansatz? Das lässt sich alles aus dem Finanzplan rauslesen, bis hin zu den Sachen: Wo sehen sich die Gründer? Wo haben die sich einsortiert?

Da hat man häufig so Themen wie Marketing, Vertrieb und Produkt. Wenn alle drei Gründer unter Produkt stehen, dann macht mich das als Business Angel skeptisch. Da frage ich dann noch mal genauer nach, ob es zufällig so entstanden ist oder sehen die sich alle drei im Produkt. Ein Produkt alleine verkauft sich halt nicht.

Es ist jetzt nicht so, dass ich ganz schlechte Erfahrungen damit gemacht habe, wenn alle drei Gründer in der gleichen Disziplin sind. Es ist aber so, dass ich bei Sachen, die schief laufen, versuche, Einfluss zu nehmen. Bisher hat das immer gut geklappt, ich habe aber ein Unternehmen, was so ein bisschen mein Sorgenkind ist. Da ist es so, dass sich zwei von drei Gründer sehr stark auf das Produkt fokussiert haben und sehr viel Software entwickelt wurde. Es gab aber zu wenig Kunden, um auf das Feedback zurückgreifen zu können.

Das ist so ein Thema, was man etwas frühzeitiger hätte sehen können. Wenn man da besser gegengesteuert und Einfluss genommen hätte, dann hätte sich das Unternehmen vielleicht eine gewisse Zeit gespart und hätte es auch bei Follow-on Finanzierungsrunden einfacher.“

Wie zuverlässig und wichtig sind Auszeichnungen von Startups für die Investment-Entscheidung?

Mittlerweile gibt es von den unterschiedlichsten Unternehmen und Verbänden Startup-Auszeichnungen. Ein Beispiel sind die German Startup Awards vom Bundesverband Deutsche Startups.

Wie wichtig oder unwichtig sind unseren Angels diese Auszeichnungen für ihre Investitionsentscheidung?

Business Angel Joakim Nägele
Business Angel aus Hamburg
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Business Angel aus Hamburg
Joakim
Nägele
darüber, wie viel Startup-Auszeichnungen aussagen

Joakim Nägele: „Ich glaube, dass Auszeichnungen ein gutes Zeichen sein können, wenn Startups einen Preis gewonnen haben – gerade im Technologiebereich. Aber, das muss auch nichts heißen, denn nicht alle Startups sind in den ersten Jahren sehr nach außen gewandt.

Auch die „Bastler in der Garage“ oder eine Uni-Ausgründung können ein tragfähiges Geschäftsmodell haben. Preise können also ein guter Indikator sein, sind aber kein Must-Have.“

Business Angel Benjamin Minack
Business Angel aus Berlin
(Halbleiter UG)
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Business Angel aus Berlin
Benjamin
Minack
über die Relevanz von Auszeichnungen bei Startups

Benjamin Minack: „Ich würde das nicht als entscheidungsrelevante Kategorie einordnen.“

Was sind die Vor- und Nachteile von gemeinsamen Investments mit anderen Business Angels?

Gemeinsame Investments mit anderen Business Angels kann sehr positiv, aber auch negativ verlaufen. Wenn sich die Angels ergänzen, sie ähnliche Wertvorstellungen teilen und offen miteinander sprechen, kann diese Zusammenarbeit eine unheimliche Dynamik erzeugen.

Es kann aber auch das Gegenteil passieren. Vor allem wenn unerfahrene Angels ihre Meinungen durchsetzen wollen, obwohl es nicht das beste für die Gründer:innen ist.

Welche Erfahrungen haben unsere Business Angels in dieser Beziehung gemacht?

Business Angel Olaf Stichtenoth
Serial Entrepreneur & Business Angel
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Serial Entrepreneur & Business Angel
Olaf
Stichtenoth
über die Relevanz der „richtigen“ Business Angels für die Startups

Olaf Stichtenoth: „Es ist ganz entscheidend, mit welchen Angels man zusammen an Bord ist. Ich habe einen Fall gehabt, wo ich als erster Business Angel an Bord war, und später ist ein anderer Angel aus einem Corporate Hintergrund dazugekommen. Der hat sehr viele Reportings verlangt und die allgemeine Herangehensweise war eine andere als meine und der Gründer.

Der hat versucht, Einfluss auf die Kapitalstruktur im Unternehmen zu nehmen und in dem Fall war es relativ leicht, an unverbürgtes Fremdkapital zu kommen und da war der Angel aus dem Corporate Bereich relativ lange dagegen. In einem Startup ist die Fremdkapitalquote eigentlich nicht so wichtig. Natürlich muss der Kredit von der Unternehmensbewertung abgezogen werden, weil es ein negativer Wert ist, aber er wird eben nur einmal abgezogen.

Wenn ich aber durch einen Kredit einen Faktor von 2 oder 3 erzielen kann, dann hat der Kredit im Endeffekt kaum einen Effekt. Die Wertsteigerung durch so einen Kredit ist dann sehr wertvoll. Das ist auch noch so ein Punkt, Eigenkapital ist relativ teuer und Fremdkapital ist auch bei einem Zinssatz von 12 % noch relativ günstig. Solche Möglichkeiten sollte man halt mitnehmen.

Ich kann als Business Angel nicht strukturiert weitere Angels aussuchen, kann aber den Gründern dabei helfen, bei späteren Angels einen Due Diligence Check zu machen. Zum Beispiel die weiteren Startups in dem Portfolio anschauen und dann können die Gründer mit den anderen Gründern des Angels sprechen.

Außerdem kann man als Gründer auch gewisse Vorsichtsmaßnahmen treffen und zum Beispiel kleinere Investoren zusammen poolen. Sodass ein Pool-Führer bestimmt wird und das verhindert, dass die Gründer Diskussionen mit kleinen Angels führen müssen. Diese Zeit, die dabei verloren geht, ist relevant.

Auf der anderen Seite sollten die Gründer auch die Angels nutzen. Die machen Türen auf und die haben unternehmerische Erfahrung. Diese Vorteile sollte man nutzen und es kann auch mal gut sein, einen kritischen Sparringspartner zu haben.

ABER: Angels die zu viel diskutieren wollen, weil sie vielleicht auch mehr Zeit haben, sind nicht sehr hilfreich. Da müssen sich die Gründer auch irgendwo schützen und auch als Angel macht es Sinn, die Gründer in der Richtung zu beraten. Da ist Pooling eine sehr gute Methode, um kleinere Investoren mit reinzuholen. Außerdem wie gesagt eine Due Diligence aufseiten der Business Angels zu machen. Noch wichtiger wird es, wenn man Venture Capital Fonds mit reinholt.“

Business Angel Claudia Nagel
Proptech Business Angel
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Proptech Business Angel
Claudia
Nagel
über gemeinsame Investments mir anderen Angels

Claudia Nagel: „Das Zusammenspiel des Shareholderkreises hatte ich am Anfang nicht so auf dem Schirm. Für mich als Angel ist es heute sehr wichtig, neben den Gründer:innen auch die anderen Investoren zu kennen, damit man eine Basis der Zusammenarbeit schaffen kann.

Ich würde den Gründer:innen raten, Investoren sehr früh gemeinsam an einen Tisch zu bringen und auch sehr klar sagen, wie sie helfen können und wie sie zusammenkommen. Eine regelmäßige Interaktion in diesem Kreis ist wichtig, um das Beste für alle rauszuholen. Viele Gründer:innen mache das am Anfang nicht, weil sie das Gefühl haben, dass das zu viel Aufwand ist. Mittelfristig hat dies aber sehr viele Benefits für alle.“

Business Angel Stefan Müller
Erneuerbare Energie Business Angel
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Erneuerbare Energie Business Angel
Stefan
Müller
über seinen Kontakt mit anderen Angels und den Gründer:innen

Stefan Müller: „Der Informationsfluss bei Business Angels ist natürlich entscheidend: Man muss primär ein Vertrauen in die Gründer:innen haben, sonst braucht man gar nicht erst weitermachen. Das ist wirklich das A und O.

Der zweite Punkt ist, dass man sich auch zwischen den Business Angels und zwischen den Gesellschafter:innen regelmäßig austauscht, ohne die Gründer:innen. Damit man sich gegenseitig kennenlernt und die unterschiedlichen Stärken herausarbeiten kann. Was kann die Person einbringen? Kennt der eine Angel sich vielleicht besser mit Online-Marketing aus, oder kennt ein anderer Angel vielleicht einen guten Anwalt, der einem zum Beispiel helfen kann dieses Wandeldarlehen noch ein bisschen weiter zu optimieren.

Deshalb kann ich nur dazu raten, neben dem klassischen Treffen mit den Gründer:innen, auch nur mit den Angels Treffen zu veranstalten. Wir machen es ungefähr alle drei Monate in unserer Angel-Runde, die in die eine Firma investiert haben. Da sprechen wir nicht nur über das Investment, sondern auch über unsere Stärken und Schwächen. Auch über Erfahrungen aus anderen Firmen kann man sich austauschen. Dies hilft unglaublich weiter, um sein Netzwerk zu erweitern und zu lernen.“

Business Angel Tina Dreimann
Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Tina
Dreimann
über ihre Erfahrung bei Investitionen mit anderen Angels

Tina Dreimann: „Ich habe in der Zusammenarbeit mit anderen Angels schon sehr positive, aber auch negative Erfahrungen gemacht. Ich möchte mit der positiven Dynamik anfangen. Nämlich, wenn man ähnliche Grundvorstellungen und Werte hat, wenn man das Startup beschleunigen möchte und da auch ganz offen miteinander umgeht, kann eine ganz tolle Dynamik in so einem Team entstehen.
Wir haben es damals bei Everdrop sehr positiv gemacht und wir machen es seit dem auch immer wieder. Wir haben es auch zwei Mal falsch gemacht. Da kann ich auch gleich von erzählen. Also brennen die Co-Investoren gleichermaßen für das Startup und sind sie bereit zu unterstützen?

Wenn sich jeder gleichermaßen engagiert, beschleunigt ein Angel-Team ein Startup noch mal. Es kann leider auch das Gegenteil passieren. Also wie bremst man Teams aus? Das passiert häufig durch fehlendes Startup Verständnis. Gerade wenn ich mein Kapital auch in einer klassischen Arbeitswelt verdient habe, kann es natürlich passieren, dass ich kein Verständnis für ein Startup habe. Also wie validiert man, wie experimentiert man? Da auch eine klassische Corporate-Meinung mitbringen.

Da muss man wirklich sehr vorsichtig sein, sich selbst reflektieren. Also was weiß ich über Startups, was weiß ich nicht, welche Meinung gebe ich wieder und welchen Rat kann ich geben. Da empfehle ich jedem, sich darauf zu konzentrieren, wo ich weiß, dass ich eine Expertise habe. Es gibt nichts Schlimmeres als vermeintlich gute Meinungen von Angels, die dann von den Gründerteams umgesetzt werden sollen. Am Ende bin ich als Angel nur der Kapitalgeber und das Gründerteam entscheidet. Also sind Angels Unterstützer und Enabler, aber nicht die Manager.“

Business Angel Stephan Jacquemot
Business Angel aus Köln
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Business Angel aus Köln
Stephan
Jacquemot
über Vor- und Nachteile von gemeinsamen Investments mit anderen Business Angels

Stephan Jacquemot: „Ich glaube, Angel-Netzwerke sind in einer frühen Phase sehr sinnvoll. Es ist ähnlich wie in einem Team aus Gründer:innen. Man kann selbst nicht immer alles wissen und wenn man gute Angels hat, die einen Bereich abdecken, der einem vielleicht fehlt, dann ist es ein großer Vorteil. Sei es eine gewisse Branchenkenntnis oder das Wissen, wie man Startups am Anfang am besten unterstützt. Wenn man so was durch einen anderen Angel ausgleichen kann, ist es eine sehr sinnvolle Sache.

In der heutigen Zeit braucht man auch relativ viel Geld, um Startups in der ersten Phase gut zu unterstützen. Manchmal reichen da die finanziellen Kapazitäten eines einzelnen Angels nicht aus und da hilft es, wenn man sich mit ein oder zwei weiteren Investoren zusammentut, um neben dem Skillset, was dann komplementärer ist, sich auch finanziell zu ergänzen.“

Business Angel Jana Moser
Legal Tech Business Angel
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Legal Tech Business Angel
Dr. Jana
Moser
über die Zusammenarbeit mit anderen Business Angels

Jana Moser: „Ich habe selber nie bewusst mit anderen Business Angels investiert. In der Pre-Seed und Seed-Phase, in der ich investiere, sind auch schon andere Angels mit an Board gewesen oder haben sich parallel dazu entschieden, auch zu investieren. Das bedeutet, dass man schon enger mit den Angels zusammenarbeitet und sind in entsprechenden Calls trifft. Da kann man sich mit den Startups unterhalten, aber auch mal nur im Investorenkreis reden.

Der Vorteil ist, dass man mit unterschiedlichen Personen und verschiedenen Erfahrungen zusammen an einem Startup arbeitet und sich ergänzen kann. Außerdem ist es wichtig, sich die entsprechenden Investoren anzuschauen. Also nicht blind darauf trauen, wenn schon andere Investoren zugesagt haben. Sondern wirklich vor dem Investment auch mal bei den anderen Investoren anrufen und fragen, was die Ziele und Erfahrungen sind. Was ist im Fokus des anderen Investors? Sind sie intrinsisch motiviert und wollen dem Startup wirklich helfen oder geht es eher darum, möglichst viel aus dem Startup herauszuholen?

Es gibt noch weitere Varianten, die ich noch nicht gemacht habe. Zum Beispiel das Pooling, wo man sich dann auch aktiv mit anderen zusammenschließt und dann auch wie so eine Art Sprecher hat, um dann ein Investment zusammen zu haben und das Geld zusammen wirft. Das hat den Vorteil, dass der Cap Table, die Beteiligungsliste bei dem Startup nachher nicht so lang ist. Allerdings muss man sich in dem Fall auch aktiv selber darum bemühen, wenn man sich bei einem Startup inhaltlich beteiligen möchte. Es ist nicht automatisch so, dass man regelmäßigen Kontakt zum Startup hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Zusammenarbeit mit anderen Business Angels ist zu schauen, wie risikoaffin die jeweiligen Personen sind. Das heißt, welche entsprechenden Herangehensweisen haben sie auch in der Zusammenarbeit mit Startups.“

Worauf sollte man beim Cap Table achten?

“Ein Cap Table ist einfach ausgedrückt eine Auflistung aller Eigentümer eines Unternehmens, sowie deren gehaltenen Anteile und den prozentualen Anteil am Stammkapital des Unternehmens. Weitere Informationen sind die Art der Anteile und die Art des Investments (z.B. Eigenkapital) Typischerweise findet sich eine Gliederung nach Finanzierungsrunden, aber auch andere Gliederungen sind denkbar” (Patrick Hümmer).

Für Business Angels ist der Cap Table relevant, weil sie sicherstellen wollen, dass Gründerinnen und Gründer einen entsprechend großen Anteil halte, damit sie noch ausreichend motiviert sind, das Unternehmen erfolgreich zu führen. Außerdem ist es wichtig die Vorzugsanteile der Altgesellschafter und Sonderrechte zu kennen (Patrick Hümmer). Einfach aus dem Grund, dass Angels ihre eigenen Rechte einschätzen können.

Jetzt folgen die Argumente unserer Business Angels:

Business Angel Ingo Weber
Impact Business Angel
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Impact Business Angel
Ingo
Weber
über einen guten Cap Table

Ingo Weber: „Das erste Thema wäre da sicherlich, wie die Founder Shares verteilt sind. In der Regel hat man ja ein Team aus zwei oder drei Leuten. Da ist die Frage, wie da die Anteile verteilt sind. Sind die Shares gleich verteilt oder hält vielleicht einer 80 % und die anderen nur jeweils 10 %. Ist das dann wirklich fair verteilt oder muss da vielleicht umverteilt werden. So eine Umverteilung funktioniert nur in einer sehr frühen Phase, wo die Anteile quasi nichts Wert sind. Später hat man sonst immer irgendwelche steuerlichen Themen, die die Übertragung angehen.

Der zweite Schritt wäre die Finanzierungsrunde und wer da mitfinanziert. Die Leute sollte man sich auch genau anschauen. Da ist für mich wichtig, ob es relevante Angels sind. Also sind es Branchenexperten oder erfolgreiche Angels. Konkret, was bringen die anderen Angels mit in die Runde?

Wenn die Angels eher unbekannt und branchenfremd sind, dann ist es vielleicht nicht so spannend.

Die dritte Frage im Cap Table ist die Ticketgröße. Auch hier aus der Erfahrung, die richtig guten Startups nehmen nur relevante Ticketgrößen ab 50.000 oder 100.000 Euro. Ein größeres Ticket spricht für das Commitment der Angels. Außerdem wollen sich die Gründer:innen mit dem Business beschäftigen und kleinere Tickets heißt auch mehr Angels und tendenziell mehr Angel-Pflege.“

Business Angel Andreas Assum
Early Stage Business Angel
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Early Stage Business Angel
Andreas
Assum
darüber, worauf er beim Cap Table achtet

Andreas Assum: „Was ist beim Cap Table zu beachten? Da hat es natürlich unterschiedliche Blickwinkel. Den Blickwinkel der Gründer und den Blickwinkel der Investoren. Wenn ich mal aus Angel Sicht darauf achte, ist es einfach die Frage, ob ich mich verwässern lassen möchte und wie lange kann ich nachziehen und wie beeinflusst das meine Portfoliostreuung.

Auf der Gründerseite ist vor allem wichtig, wie Komplex der Cap Table wird. Kann ich den überhaupt managen? Wie organisiere ich mich da. Der zweite Aspekt ist natürlich, welche Einfluss ich als Gründer noch habe. Das muss man sich natürlich gut überlegen und da empfiehlt sich frühzeitig einen Plan zu machen, um die entsprechenden Anforderungen abzudecken. Also was brauche ich, um mein Unternehmen voranzubringen und wann nehme ich wen mit an Bord.“

Auf was sollte man bei einer Syndizierung mit anderen Investoren achten?

Ein Synergieeffekt bei Business Angels zeichnet sich durch eine positive Wirkung der Zusammenarbeit aus. So eine positive Wirkung kann nur entstehen, wenn sich die Fähigkeiten der Angels ergänzen und eine offene Kommunikation herrscht.

Auf was achten Investoren dabei?

Torsten Meyer - Business Angel
Business Angel aus Berlin
(TM Future Ventures)
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Business Angel aus Berlin
Torsten
Meyer
darüber, worauf er bei der Zusammenarbeit mit anderen Angels achtet

Torsten Meyer: „Wenn ich ein einer sehr frühen Phase plane in ein Startup gemeinsam mit anderen Business Angels zu investieren, dann mache ich das normalerweise nur mit Leuten, die ich kenne.

Das kann dann sein, dass ich den Zugang zu einem Startup habe, und in meinem Netzwerk gibt es zwei, drei Leute, die da mitmachen könnten, weil sie gut dazu passen. Oder umgekehrt genau das Gleiche: Leute aus meinem Netzwerk haben ein Unternehmen kennen gelernt und die finden, dass ich da beispielsweise im B2B-Vertrieb gut helfen kann.

Auf der anderen Seite: gestern zum Beispiel war ich in einem Call mit einem neuen Startup von mir. Das war das erste Gespräch, in dem sich die Investoren kennengelernt haben. Das ist natürlich hochgradig spannend zu erfahren: wer sind die anderen Investoren, was können die? Damit kann man ja sein eigenes Netzwerk gut erweitern.

Dann ist es sehr häufig so, dass man schnell merkt, ob die anderen Investoren aktiv oder inaktiv sind. Es gibt recht viele Investoren, die es zeitlich oder aus anderen Gründen nicht schaffen, sich aktiv oder proaktiv beim Startup zu engagieren. Auf der anderen Seite gibt es dann auch wieder Investoren, die sagen, dass sie dem Startup bestimmte Kontakte herstellen können, bei bestimmten Themen unterstützen könne, öfters in den strategischen Austausch gehen können usw.

Und da muss man für sich selbst entscheiden, wie man sich positioniert: aktiv oder passiv. Ich selbst bin eher aktiv und verstehe mich mit solchen Investoren entsprechend besser als mit den eher ruhigen Typen. Das geht dann manchmal so weit, dass man sich auch mit den anderen Investoren auf anderen Plattformen verbindet und so ganz neue Gruppen entstehen, die dann auch bei anderen Gelegenheiten gemeinsam zusammenarbeiten können.“

Welche Konsequenzen kann es haben, wenn man sich nicht über beteiligte Business Angels informiert?

Business Angel Jana Moser
Legal Tech Business Angel
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Legal Tech Business Angel
Dr. Jana
Moser
darüber, welche Konsequenzen es haben kann, wenn man sich nicht über beteiligte Angels informiert

Jana Moser: „Es kann passieren, dass eine gewisse Diskrepanz entsteht und dass die Business Angels unterschiedliche Ziele verfolgen und das Startup auch unterschiedlich unterstützen. So kann es vorkommen, dass ein Angel durch relativ große eigene finanzielle Mittel das Startup sehr stark lenkt, aber nicht im Interesse des Startups. Wenn man sowas nicht vorher rausbekommt und es weiß, dann kann es passieren, dass man als anderer Angel mit vielleicht nicht so viel Kapital, gegebenenfalls weniger Mitspracherecht hat.

Es kann auch sein, dass jemand seine eigene Agenda verfolgt und eigene Ziele verfolgt, die nicht dem Interesse des Startups sind. Zum Beispiel könnten Informationen aus dem Startup gezogen werden, die vielleicht für andere Investitionen wichtig für den Investor sind.“

Welche Vor- und Nachteile bringt ein Investoren-Pooling mit sich?

Bei Gründer:innen steigt mit der Zeit die Gesellschafteranzahl im Cap Table. Mit jeder Finanzierungsrunde steigt auch die Schwierigkeit, alle Gesellschafter bei wichtigen Entscheidungen zu integrieren.

Um die Abstimmungen zu vereinfachen, gibt es Möglichkeiten die Stimmen zusammenzufassen. Das gelingt beispielsweise durch Treuhandvereinbarungen, Pooling-Gesellschaften und Stimmrechtspooling (Jan-Phillip Kunz).

Welche Vor- und Nachteile ergeben sich jedoch für die Investoren daraus?

Business Angel Ingo Weber